Beiträge von Sarek


    Stoff nacharbeiten lassen bedeutet für uns wieder Mehraufwand und die älteren Kolleginnen verweigern es partout und wir Jüngeren tendieren langsam auch dazu, weil der Erfolg sehr begrenzt und nicht nachhaltig ist. War es zumindest bei anderen Klassen nie.
    Ich vermute, dass die SL bei besserer Aktenlage eher hinter uns stehen würde.

    Da denke ich mir gerade, der Mehraufwand muss aber sein, wenn man Erfolg haben möchte. Nacharbeit kann sehr wirkungsvoll sein, weil man den Schülern damit ihre Freizeit nimmt. Vor allem am Freitagnachmittag. Natürlich muss man sie beaufsichtigen, aber das kann man organisieren. Z.B. ein gemeinsamer wöchentlicher Termin für alle Schüler der Schule, bei der jeweils eine Lehrkraft Aufsicht führt. Man wechselt sich bei der Aufsicht ab. Ohne Mehraufwand wird die pädagogische Arbeit wohl nicht funktionieren. Wenn die Schüler zur Nacharbeit nicht erscheinen, hat das die gleichen Folgen, als würden sie unentschuldigt nicht zum Unterricht kommen.

    Sarek

    Ich nutze mein privates Tablet lieber als die Schul-Laptops in den Fachräumen. Vor allem, um kurze Videos, Bilder oder Präsentationen (als Dia- oder Folie-Ersatz) zu zeigen, die ich in meiner Vorbereitung daheim auf das Tablet überspiele. Ich finde es wahnsinnig praktisch, dass ich das Tablet nicht erst hochfahren muss, sondern es sofort und damit auch sehr spontan einsatzbereit ist und ich es schnell an den Beamer angeschlossen habe.
    Vor allem genieße ich es, bei Schülerfragen spontan ein passendes Bild im Internet zu suchen und es allen zu zeigen. Hatte ich vor kurzem erst, als eine Schülerin aus der fünften Klasse von einem Schnabeltier erzählte und ich den Mitschülern ein Schnabeltier mit seinen Besonderheiten zeigen wollte, damit jeder eine Vorstellung davon bekam.

    Sarek

    Der Eintrag ins Verbandbuch ist vor allem relevant, wenn es um Spätfolgen geht. Beispiel für Extremfall: Schüler verletzt sich am Finger, Wunde wird versorgt (Pflaster). Es kommt im weiteren Verlauf zur Entzündung und im schlimmsten Fall muss als Folge der Finger amputiert werden. Der Schüler hätte Anspruch auf eine Rente durch den GUVK, sofern es sich nachweislich um einen Schulunfall handelt. Der Eintrag ins Verbandbuch ist hier der entsprechende Nachweis. Daher ist es wichtig, dass auch kleine Verletzungen, die nur mit einem Pflaster versorgt werden, ins Verbandbuch eingetragen werden.

    Zur Datenschutzfrage: Natürlich sollte ein anderer nicht mitbekommen, was Schüler X laut Verbandbuch für eine Verletzung hatte. Bei uns trägt entweder die Sekretärin den Vorfall ein oder ich als Sicherheitsbeauftragter. Ansonsten hat da niemand Einblick und damit ist auch der Datenschutz gewährleistet.

    Sarek

    Mein Auto ist ein VW-Polo und in den 6 Jahren habe ich mittlerweile die 37000 km geschafft, wobei es von Jahr zu Jahr weniger Kilometer werden, die dazu kommen. Bei mir in der Stadt lege ich praktisch alle Strecken mit dem Fahrrad zurück (sofern ich keine größeren Sachen transportieren muss), so dass ich gerade mal alle 2-3 Monate einmal tanke. Das Auto sehe ich auch nur als Gebrauchsgegenstand und denke darüber nach, später auf Car Sharing umzusteigen, wenn mein Auto in vielen Jahren mal auseinander gefallen ist.
    Wofür ich sonst mein Geld ausgebe? Den Hauskredit abbezahlen und das, was übrig ist, für Sondertilgungen nutzen. Es bleibt immer noch genug übrig für verschiedene Reisen. Die meisten davon sind Kurztrips, weil ich zwar gerne verreise, mich aber auch daheim sehr wohl fühle und unterwegs meine Katzen vermisse.
    Ansonsten habe ich den Eindruck, je mehr ich verdiene, desto geringer ist mein Bedürfnis geworden, mir Dinge zu kaufen. Irgendwie habe ich alles, was ich benötige. Jetzt in den Sommerferien werde ich mir aber mal eine Generalüberholung meines Fahrrads gönnen, das ich vor mehreren Jahren von meinem Vater geerbt hatte, als der sich ein neues kaufte.

    Sarek

    Physik ist die Anwendung der Mathematik.
    Chemie beschreibt die Physik der Elektronenhülle.
    Biologie ist angewandte Chemie bei Lebewesen.
    Medizin ist Anwendung der Biologie.

    Folgerung: Ein Mathematiker kann einen Blinddarm herausnehmen.

    :P

    Sarek

    Es ist doch nicht anders als bei den ganzen anderen Wettbewerben, mit denen die Schulen und Klassen inzwischen überflutet werden. Es geht vor allem darum, dass der Ausrichter des Wettbewerbs sich ins Gespräch bringt.

    Sarek

    Zum Umgang mit Störungen fällt mir spontan "Classroom Management" ein. Also alle Maßnahmen, die schon im Vorfeld bewirken, dass es erst gar nicht zu Störungen kommt bzw. diese unterbunden werden, bevor sie sicb ausbreiten. Dazu gehören z.B.
    Präsenz zeigen: den Schülern vermitteln, dass ich auch im Hinterkopf Augen habe, dass mir also nichts entgeht. Sprich, auch zeigen, dass ich Störungen wahrnehme, die ich nur im Augenwinkel sehe oder die ein Schüler vermeintlich versteckt durchführt. Dann auch sofort reagieren und nicht warten, bis die Störung sich hochschaukelt. Wenn man als Lehrer reagiert, sollte die eigene Reaktion aber nicht auch in eine Störung ausarten. Sprich, meine Ermahnung erfolgt kurz und prägnant, ohne großartig den Unterricht zu unterbrechen. Meistens reicht es, kurz den Namen des Schülers zu nennen. Oder ihm nonverbal zu signalisieren, dass man ihn im Auge hat. Z.B. dass man den Störer gezielt anschaut (mache ich sehr gerne und habe insgeheim meinen diebischen Spaß zu beobachten, wie die Sitznachbarn den Störer dann anstupsen) oder auf ihn zugeht, während man ganz normal im Unterricht weitermacht.
    Auf den Unterrichtsfluss achten und mögliche Stolpersteine ausfindig machen, die den Fluss behindern. Z.B. wenn ich erst umständlich nach meiner Folie krame oder den Laptop an den Beamer anschließe, unterbreche ich den Unterricht und muss anschließend erst wieder die Schüler einfangen und zurück in den Arbeitsmodus bringen. Solche Sachen sollten also auch nebenbei erledigt werden, ohne den Fluss zu stören.
    Stets die ganze Klasse aktivieren, z.B durch entsprechende Bemerkungen wie "Jetzt wird's spannend!" oder erst die Frage stellen, dann den Blick pber die Klasse schweifen lassen, um erstens den Schülern Gelegenheit zum Nachdenken geben und zweitens der Klasse zu signalisieren, dass nun jeder aufgerufen werden könnte. Daher auch zuerst die Frage stellen, dann den Schüler namentlich aufrufen.
    In dem Zusammenhang: Schüler und ihre Namen kennen! (Ich weiß, dass dies in neuen Klassen eine Weile dauert.) Wenn ich einen störenden Schüler sofort mit Namen aufrufe, hat das eine ganz andere Wirkung, als wenn ich erst überlege, herumeiere und dann doch nur "Hey du!" rufe.
    Regeln einführen. Und zwar gleich zu Beginn. Bloß nicht zu viele Regeln, sondern auf die Dinge bezogen, die mir am wichtigsten sind. Und dann auch konsequent auf deren Einhaltung achten.

    Sarek

    @MSS Naja ich war halt im Grundkurs Chemie (Sachsen) und habe da auch meine mündliche Prüfung mit 15NP abgeschlossen, aber da habe ich trotzdem die Befürchtung fachlich nicht ausreichend für ein Studium vorbereitet zu sein. Protokolle haben wir in der Oberstufe 3 Stück geschrieben. Wie aufwendig ist denn die Vorbereitung von Experimenten für den Unterricht?

    Zu den Experimenten im Unterricht: Das hängt ab, an welchem Zweig du unterrichtest. Ist der Zweig naturwissenschaftlich/technisch, sind die Experimente aufwändiger als an anderen Zweigen. Ich unterrichte Chemie in nicht-naturwissenschaftlichen Zweigen von der 9. - 12. Klasse. Längst nicht in jeder Stunde gibt es ein Experiment. Wenn ich z.B. Isomerieformen oder die Nomenklaturregeln bespreche, gibt es keine Experimente. Oder bei der Abhängigkeit der Siedepunkte von der Länge der Kohlenwasserstoffe. Soll ich tatsächlich eine Stunde damit vertun, dass ich die Flüssigkeiten erhitze und die Schüler auf ein Thermometer schauen? Hier arbeite ich mit Diagrammen, die die Schüler auswerten. Diese Kompetenz müssen sie ja auch erwerben. Ansonsten sind die meisten Experimente wenig aufwändig. Für den Aufbau brauche ich selten mehr als fünf Minuten, entsprechend das Aufräumen/Spülen hinterher. Schließlich sollen die Schüler die Experimente auch nachvollziehen können, und zwar auch die nicht so begeisterten/begabten Schüler. Schülerübungen können in der Vorbereitung natürlich aufwändiger sein, wenn man alles für mehrere Gruppen vorbereitet, aber auch diese sind je nach Zweig häufiger oder selten.
    Meine Experimente in dieser Woche (10. Klasse) bestanden darin, dass ich die Farbänderung verschiedener Indikatoren bei sauren und alkalischen Lösungen zeigte. Der Aufwand bestand darin, die Lösungen herauszusuchen und sechs Reagenzgläser aufzustellen. In der anderen Klasse hatte ich Ammoniumchlorid erhitzt und die entstandenen Gase mit Indikatorpapier nachgewiesen.

    Sarek

    Wenn ich frühs ins Lehrerzimmer gehe und weiß, dass ich dort meine Freunde treffe.
    Ich bin nun das 15. Jahr an meiner Schule und hatte bisher keinen einzigen Tag, an dem ich unglücklich oder mit einem schlechten Gefühl in den Laden gegangen bin.

    Sarek

    Ich verfolge dieses Thema interessiert seit der Erstellung und bin derzeit im 2. Jahr, indem ich auf ähnliche Weise meine Arbeitszeit dokumentiere. Es waren nur wenige Wochen, in denen ich auf über 40 Stunden gekommen sind. Meistens lag dieses Jahr im 1. Halbjahr die Arbeitszeit bei ca. 35 Stunden, im 2. Halbjahr sind es um die 30 Stunden, wobei ich derzeit noch eine Stunde aus meinem Arbeitszeitkonto zurückbezahlt bekomme, die an den tatsächlichen Zeiten aber auch nichts herausreißt.
    Mit meinen Fächern habe ich jetzt nicht so viele Korrekturen und mittlerweile auch den Dreh raus, die Arbeiten insgesamt korrekturfreundlich zu erstellen. Für eine Stegreifaufgabe in der Unterstufe benötige ich im Schnitt ca. 2 Stunden, für eine Schulaufgabe der Oberstufe 7 - 10 Stunden, je nach Kursgröße. Die Unterrichtsvorbereitung kostet mich nicht so viel Zeit, da ich im Regelfall auf mein Material zurückgreifen kann. Am meisten Zeit nimmt zuhause mittlerweile die Verwaltung in Anspruch, also dienstliche Emails bearbeiten, Material für die Sammlung bestellen und einfach meinen Kram organisieren.
    Beim Erfassen der Zeiten notiere ich mir auch, wenn ich z.B. in der Stadt Schulmaterial für den Unterricht besorge, wobei es schon wieder schwierig wird, wenn ich parallel dazu für mich privat auch etwas einkaufe. Da suche ich dann einen fairen Mittelweg. Wenn ich während der Arbeit zuhause mir mal einen Kaffee koche, ziehe ich das von der Arbeitszeit auch nicht ab, denn jemand im Büro geht auch nicht zur Stechuhr, bevor er sich einen Kaffee holt. Bei längeren Pausen stoppe ich den Timer natürlich.
    Deutlich für mich wurde in all der Zeit auch, wie schwierig es in unserem Beruf ist, privates von dienstlichem zu trennen. Wenn ich mich mit einem Kollegen etwas dienstlich bespreche und dann in ein privates Gespräch abrutschte (oder umgekehrt), wo setzt man die die Grenze? Das passiert in der Schule im Lehrerzimmer, in der Cafeteria, aber genauso häufig auch bei Telefonaten mit Kollegen.
    Letzte Woche hatte ich auch die Situation, dass ich nach einer Operation gut eine Woche krank geschrieben war, aber trotzdem die Arbeit am Schreibtisch erledigt habe, weil das gut machbar war. Da habe ich mir auch überlegt, ob ich jeden Tag 8 Stunden Arbeitszeit dazu notieren soll, habe es dann aber gelassen, weil ich die Aufstellung sowieso nur für mich privat mache und sie keine Konsequenzen hat. (Grins, hatte zwischendurch aber mir der Lehrkraft, die in der Schulleitung die Vertretungen organisiert, gewitzelt, dass ich mir diese Zeit als Mehrarbeit anrechnen lasse.)

    Sarek

    Bolzbold, in deinem letzten Posting habe ich mich in vielen Teilen wieder erkannt. (Zitierfunktion geht bei mir gerade nicht.)
    Ich bin seit einigen Wochen auf A15, nachdem ich schon seit einigen Jahren die entsprechende Funktion habe. Gefreut habe ich mich sehr über die Beförderung, die mir mein Schulleiter an meinem Geburtstag verkündete, aber mir war auch klar, dass ich damit das Ende meiner persönlichen Karriereleiter erreicht habe und die nächsten 20 Jahre bis zu meiner Pensionierung keine weiteren Ziele mehr habe, die ich beruflich erreichen möchte. (Schulleitung möchte ich definitiv nicht.) Der Weg zum Lehramt ging auch über mehrere Schlenker und Umwege, doch in den 17 Jahren, die ich nun als Lehrer tätig bin, ging es überraschend geradlinig. Ich war ursprünglich als Naturwissenschaftler in der Forschung, dort sehr unglücklich und dachte sehr fest ans Lehramt, hatte aber Bedenken, das Zweitstudium aufzunehmen. Als ich beim früheren Betreuer meiner Diplomarbeit in der Studienveratung saß, meinte er damals: "Wenn Sie mein Sohn wären, würde ich Ihnen den Rat geben auf Lehramt zu wechseln." Der Satz gab mir damals den Mut zum Wechsel und es war die beste Entscheidung meines Lebens. Ich merke, dass ich gerade vom Thema abkomme.
    Worauf ich noch hinauswollte: Die Schule hätte ich für den A15-Posten auch nicht wechseln wollen. Als wir vor einigen Jahren überraschend Seminarschule wurden, bewarb ich mich um eine der neu entstandenen Funktionsstellen als Seminarlehrer und hatte damit Erfolg. Wie bei dir, Bolzbold, haben wir ein harmonisches Kollegium ohne Grabenkämpfe und ich fand es gestern wunderschön, als im Lehrerzimmer bei vielen Kollegen auf den Plätzen kleine Päckchen mit Weihnachtsgeschenken gelegen sind. Nette Anekdote nebenbei: Kollege kommt herein und sieht auf dem Platz eines anderen Kollegen ein Geschenk liegen. "Hat XY Geburtstag?" Kollegin antwortet trocken: "Nein, aber morgen ist Weihnachten." Kurze Stille, dann allgemeiner Lachflash im Lehrerzimmer.

    In diesem Sinne frohe Weihnachten!

    Sarek

    Es ist mal wieder soweit.
    ... wenn ich im Tran der Gewohnheit am Nachmittag aus dem Zimmer gehe, wie gewohnt die Tür hinter mir abschließen möchte und nur an der Tatsache, dass mein Schlüssel nicht ins Schloss passt, realisiere, dass ich gerade versuche, die Sekretärin im Sekretariat einzuschließen.

    Ich habe dieses Jahr einen Kurs in der Q11, einen in der Q12 und mein P-Seminar. Insgesamt angenehmes Arbeiten, da kaum noch Schüler in Bio oder Chemie schriftliches Abitur machen.
    Es gab aber auch schon ein Jahr, wo ich bis auf eine zehnte Klasse nur die Oberstufe hatte. Mit Erst- und Zweitkorrekur kam ich damals auf insgesamt 52 Abi-Korrekturen. Wobei Zweitkorrekturen nicht so aufwendig sind, da ich meistens nichts mehr hinschreiben muss, wenn der Erstkorrektur gut gearbeitet hat.

    Sarek

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