Beiträge von icke

    Wow! Darf ich mal sagen, dass ich das wirklich großartig finde, wie viel Mühe Ihr euch offensichtlich macht um alle zu erreichen?


    Das ist leider noch immer nicht selbstverständlich. Ich erinnere mich gerade, wie sich an meiner ehemaligen Schule einige Kolleginnen darüber echauffiert haben, dass die Sozialarbeiterinnen die Einladung zum Elterncafe in mehreren Sprachen formuliert haben (an einer Schule mit einem sehr hohen Anteil an nicht deutsch sprechenden Familien), weil wir ja hier in Deutschland wären und die Eltern ja schießlich Deutsch lernen müssten! (aber wir hatten wir das schöne Siegel "Schule ohne Rassismus")

    Das Ding ist ja auch: wie soll man denn überhaupt noch "spontane" Assoziationen zu bestimmten Namen haben? Wenn alle Klischees doch schon ewig bekannt und breitgetreten sind? Wenn man also genau weiß, was erwartet wird?


    Und was ich mich auch frage: sind Erwartungen/Vermutungen, die sich aus konkreten Erfahrungen ableiten, automatisch Vorurteile? Tatsache ist: wenn sich zwischen all den Claras, Emils und Lauras auf der Klassenliste doch mal ein Justin findet, habe ich in der Tat "Vermutungen". Z.B. vermute ich dann, dass die Familie nicht aus dem direkten Einzugsgebiet kommt, sondern aus der Hochhaussiedlung ein paar Stationen weiter. In der Regel bestätig sich das. Häufig haben die Eltern dann in der Tat auch einen geringeren Bildungsgrad als die Mehrheit unserer Eltern. Manchmal merkt man das, manchmal nicht. Häufig sind diese Eltern aber auch besonders interessiert an Bildung, weswegen sie ihr Kind bewusst nicht in die Schule bei Ihnen um die Ecke schicken, sondern lieber ein bisschen Entfernung in Kauf nehmen. Und die Kinder sind mal so und mal so. Genau wie die Claras und die Emils.


    Also auch wenn ich gewollt hätte: ich hätte gar nicht gewusst was ich ankreuzen soll. Ja. ich habe bei bestimmten Namen andere Erwartungen (einfach aufgrund von Erfahrungen), weiß aber auch, dass die nicht stimmen müssen und in dem Moment wo ich die Kinder in echt kennenlerne, ist mir der Name dann auch egal. Also was soll ich da ankreuzen und was würde die Autorin dann darus ablesen??????

    Leider habe ich auch keinen heißen Tipp. Wir nutzen an der Schule "Schoolfox", da können Eltern sich die Briefe automatisch übersetzen lassen. Aber auf welchem Übersetzungsprogramm das basiert, weiß ich auch nicht und wie gut das funktioniert, kann ich nicht beurteilen. Aber gerade wenn man viele verschieden Sprachen hat, reduziert es den Aufwand.

    Wenn ich diese Eltern anschreibe, bemühe ich mich um möglichst einfache Sätze und Wörter in der Hoffnung, dass es dann halbwegs vertändlich übersetzt wird.


    OT: wenn "mein" ukrainischen Kind in den Translator spricht übersetzt es mir regelmäßig völligen Quatsch. Ist das bei euch auch so? Oder liegt es an dem Kind? Eine unserer Erzieherinnen glaubt, dass er sich sehr speziell ausdrückt, weil das Problem bei anderen Kindern so nicht auftauchen würde.

    Das Lied hatten wir zwar gerade erst, aber hatte ich schonmal erwähnt, dass ich auch ziemlich gerne Tanzvideos gucke.....




    Tanz!!!!

    Mist...das ist tatsächlich ein bei mir regelmäßig wiederkehrender waschechter Ohrwurm. Hatte ich beim Stichwort also sofort im Kopf und werde ich jetzt wieder tagelang nicht los. Meine arme Familie...Ohrwürmer muss ich leider immer so oft singen bis sie wieder weg sind...oft erst wenn ich mir den nächsten eingefangen habe (bis heute früh war es noch "die Katze" aus "Peter und der Wolf")



    Löwe

    Also mal abgesehen davon, dass ich gerade überhaupt gar keine Zeit für 1,5 Stunden Interview habe (ich schreibe Zeugnisse....): Wie möchstest du mit diesem Vorgehen deine Fragestellung beantwortet bekommen?

    Normalerweise unterrichtet man ja eine Schreibschrift und kann gar nicht vergleichen. In Berlin ist die SAS z.B. fest vorgegeben (obwohl...Grundschrift ginge auch), insofern könnte ich nur dazu etwas sagen und dann auch nur zu den Lernbeeinträchtigungen, die ich zufällig erlebt habe. Und meine Erfahrung kann ich kurz zusammenfassen: es gibt zig Varianten von Lernbeeinträchtigungen und es ist alles möglich: Kinder, die trotzdem keine Probleme mit der Schreibschrift haben (oder sie sogar besser bewältigen als die Druckschrift) und andere die es tatsächlich gar nicht lernen und alles dazwischen. Und es gibt zig Gründe warum die dann Schwierigkeiten haben, die ich aber als Lehrer gar nicht immer alle erkennen.

    Und dann gibt es auch Kinder die sonst keine Lernbeeinträchtigungen zeigen und mit der Schreibschrift trotzdem Schwierigkeiten haben. Ob das alles mit einer anderen Schreibschrift besser oder schlechter wäre? Keine Ahnung.

    Tendentiell gibt es meiner bisherigen Erfahrung nach mehr Probleme bei Kindern mit LRS, aber das ist wirklich das Einzige, was ich an Regelmäßigkeiten feststellen kann. Dafür braucht es aber kein langes Interview.

    Ich befürchte einfach: du investiert unfassbar viel Zeit in aufwändige Interviews um am Ende ein recht willkürliches Sammelsurium an Einzelerfahrungen zu haben, die dir bei deiner Fragestellung nicht wirklich weiterhelfen.

    Ich unterrichte bisher drei ukrainische Kinder (in zwei Klassen) und sie sind völlig unterschiedlich. Mit den beiden Drittklässlern geht es halbwegs, beide sind bereit zu kommunzieren und mit Englisch, Händen und Füßen geht es auch. Ein Kind macht Mathe mit links, beim anderen fehlen sämtliche Grundlagen (kann z.B. nur schriflich addieren, selbst Aufgaben wie 20+10). Arbeitshaltung ist auch ein bisschen komisch (sehr ähnlich wie hier schon beschrieben) aber im Großen und Ganzen machen sie dann doch irgendwie mit. Eine der Mütter hat tasächlich nach Hausaufgaben gefragt (insofern scheint es das durchaus zu geben) und ist ganz dankbar, dass das Kind jetzt mit in die Fördergruppe darf. Sie hat z.B. auch berichtet, dass sie in der Ukraine sehr viel Unterrichtsasufall durch Corona hatten. Auch das sollte man nicht vergessen.

    Mein Erstklässler ist schwierig, zeigt kaum Interesse Deutsch zu lernen, ist häufig müde und arbeitet nur wenn man neben ihm sitzt und ihn 1:1 anleitet (und auch dann manchmal nur schleppend), er malt viel und läuft gern mal aus der Klasse. Manchmal weil er denkt, er könne jetzt in der Hort (da ist er sehr gerne), manchmal aus Quatsch (dann setzt er sich in seinen Spint). Immerhin scheinen sich alle drei Kinder wohl zu fühlen und kommen gerne. Darüber bin ich jetzt erstmal froh und auch, wenn ich sehe, dass sie sich mit den anderen Kindern verstehen. Ich bin aber auch etwas ratlos. Sowohl was die Interpretation ders Verhaltens angeht als auch, was ich mit den Kindern genau machen soll. Ich habe auch einfach gerade so gar keine Ressourchen übrig, um Wunder was für die Kinder zu planen oder vorzubereiten.

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