Beiträge von icke

    Ich glaube, es ist sowas wie emotionale Erschöpfung.

    Genau das denke ich auch die ganze Zeit und das bestätigen mir auch die meisten Kollegen. Klar ist es auch defacto anstrengender (man muss an zig zusätzlich Dinge und geänderte Abläufe denken, man spricht lauter wegen MNS, man steht immerzu im Durchzug, es gibt ständig Nebengeräusche wegen der offenen Türen und Fenster und die Unruhe überträgt sich auf die Kinder...), aber ich glaube im Kern ist es tatsächlich das:

    Dieses ewige so tun als sei alles in Ordnung, die ständige Angst, es könne mich auch treffen, gleichzeitig soll ich professionelle Ruhe ausstrahlen, ich soll auf x verschiedene Szenarien eingestellt sein, dabei klappen ja noch nicht einmal die grundlegendsten Dinge (die du oben angesprochen hast) im Präsenzunterricht, wie soll dann ein möglicher Hybridunterricht funktionieren... das alles baut ein Spannungsfeld auf, in dem ich mich nicht mehr wohl fühle.

    Richtig Angst habe ich zwar nicht, aber ich fühle mich auch nicht wirklich wohl. Es ist so ein ständiges unterschwelliges Unbehagen. Bei mir merke ich gerade auch einen massiven Widerwillen mich nach der Schule noch mit schulischen Dingen zu beschäftigen. Ich will eigentlich nur meine Ruhe haben. Das Blöde ist nur, dass ich dadurch immer wieder Dinge verdränge, die mir dann auf den letzten Meter wieder einfallen (oh Mist, ich muss ja noch..) und das führt dann zu neuem (hausgemachten) Stress.

    Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das auch auf die Kinder überträgt. In der Summe ist es bei den Kindern dann das:

    wir sind unausgeglichener, die Kinder waren lange Zeit komplett aus dem Takt und haben sich (teilweise) an 1:1 Betreuung gewöhnt, Abläufe habe sich geändert, ständige Nebengreräusche von draußen...

    Eigentlich wäre es merkwürdig, wenn sie einfach so funktionieren würden, wie sonst.

    Liebe Marie,

    ein Grund für die wenigen Rückläufe könnte sein, dass Lollipop in einigen Bundesländern (oder vielleicht auch nur in Berlin??? ) aus dem Programm genommen wurde. Meine Schule hat bis 2016 damit gearbeitet, dann wurde es eingestellt. Ich selbst habe es ein Jahr lang genutzt. Reicht dir das an Erfahrung? (auf jeden Fall konnte ich nicht angeben "die letzten Jahe durchgehend" damit gearbeitet zu haben). Ansonsten war mir nicht klar, ob du mit "der Fibel" durchgehend nur das Lesebuch meinst (bei den ersten Fragen ja defintiv) oder (bei den folgenden Fragen) dann doch das gesamte Lehrwerk. Es gab dazu ja reichlich Zusatzmaterial (Dominos, Memories, Lese-Mal-Blätter usw.), die ja gerade für die Differenzierung gedacht waren, soll man das mit einbeziehen? (Auch im Lehrermaterial gab es noch Differenzierungsmaterial ).

    Da mir das nicht klar war, habe ich wieder abgebrochen.


    Grundsätzlich wäre mein Fazit zum Thema "Differenzierung bei Lollipop" übrigends: zu wenig Differenzierung nach unten! Lollipop war super für die leistungsstarken Schüler, für die gab es reichlich "Futter", aber für die langsamer lernenden Kinder gab es kaum Angebote. Insbesondere die Fibel (also das Lesebuch selbst) fand ich dahingehend problematisch: der Inhalt war gerade zu Beginn des Schuljahres nur zu verstehen, wenn die begleitenden Vorlesetexte vorgelesen wurden. Daduch war da nur gleichschrittiges Lesen möglich und das hat die schwächeren Kinder zum Teil überfordert. Das Arbeitsheft bot Differenzierung vor allem in Form von "mehr für die Schnellen". Da musste ich viel zusätzliches Material selbst erstellen. Gut nutzbar für die Schwächeren waren die einfachen Lese-Dominos und die Purzelwörter (die waren glaub ich als Kopiervorlagen im Lehrermaterial).


    Wir haben übrigends zu Tobi gewechselt: selber Autor, selber Ansatz und sehr ähnliches Arbeitsmaterial, aber gerade in Sachen Differenzierung deutlich besser aufgestellt. Da gab es 2016 auch eine Neubearbeitung (Ich vermute mal, dass das auch der Grund war Lollipop rauszunehmen: die hatten da zwei extrem ähnliche Lehrwerke am Start und haben sich dann für eines entschieden, wo nochmal investiert wurde)

    Man muss immer im Kreis renne... aber man darf nicht gegen die Wand laufen....

    außerdem ist es wie im echten Leben: da laufe ich auch immer gegen die Tische! (ich habe immer auf derselben Höhe blaue Flecke)

    Wie kann man denn einen Laut an die Tafel schreiben? Ein Laut ist doch keine graphische Einheit. An die Tafel schreiben könnte man höchstens das entsprechende IPA-Zeichen – aber warum sollte man das tun?

    Meine Güte, da macht sich jemand die Mühe spät am Abend noch einen längeren Text zu schreiben, um jemandem behilflich zu sein, der offenbar gerade etwas planlos ist und drückt sich dabei nicht ganz präzise aus... muss man da wirklich gleich den Oberlehrer spielen? Ist es wirklich nötig, denjenigen dann dumm dastehen zu lassen?

    Kann man der Kollegin nicht einfach mal unterstellen, dass sie den Unterschied Buchstabe-Laut prinzipiell kennt, aber sich hier einfach

    vertan hat???

    Du unterrichtest das fachfremd, oder? Dann auch von mir der dringende Hinweis: sprich dich unbedingt mit deinen Kolleginnen ab und lies dir das Handbuch zum Lehrwerk durch! Da steht sicherlich auch drin, was für ein methodischer Ansatz zugrundeliegt.

    Die meisten Lehrwerke sind mittlerweile methodenintegriert und auch die Kollegen mischen in der Regel verschiedene Ansätze.

    Ich selbst arbeite z.B. mit einem klassichen Fibellehrgang (analythisch-synthetisch), d.h. die Buchstaben werden nacheinander eingeführt und von Anfang an werden Leseübungen mit den eingeführten Buchstaben angeboten. Das ergänze ich dann aber durch freies Schreiben mit der Anlauttabelle (das wäre dann "Lesen durch Schreiben") und nutze auch gerne Elemente aus der Silbenmethode.

    Auf einem Elternabend wollen die Eltern aber gar nicht unbedingt wissen, wie die Methode heißt, sondern sie wollen möglichst konkret wissen, wie du arbeitest. Das können wir dir aber hier schlecht sagen, das musst du erstmal für dich selbst klären.

    Eine wichtige Sache , die ich aber immer anspreche: die Eltern sollen auch zu Hause die Buchstaben nicht mit ihrem Namen benennen (A, Be, Ce, De, Eff) sondern wirklich nur den Laut selbst sprechen. Das hindert die Kinder sonst sowohl beim Schreiben (sie schreiben dann z.B: NT für En-te) als auch beim Lesen (statt Mama lesen sie dann z.B. Emm-a Emm-a).

    Naja so ein Minimalkonzept macht schon Sinn,

    Wie wäre es denn umgekehrt mit einer Minimal-Grundausstattung? (gerade für die Grundschule dürften die Grundbedürfnisse ja nun auch nicht soooo unterschiedlich sein). Und wie wäre es mit niegrigschwelligen Fortbildungsangeboten, damit auch Menschen, die sich da schwerer tun überhaupt erstmal einen Einstieg finden?
    Und wenn das alles nicht geht, wünsche ich mir einfach nur Zeit! Um sich einzuarbeiten, aber auch um sich mit den Kollegen austauschen zu können...

    Versucht es mal anders rum und guckt was passiert.

    Rate mal, was ich in den letzten Monaten gemacht habe...
    Klar kann man sich da auch privat reinfriemeln...auf seinen privaten Geräten...in seiner Freizeit.... indem man solange rumgoogelt, Youtube Turorials anguckt und rumprobiert bis man dann langsam mal durchsteigt... (und ahnt was alles möglich wäre...)

    Aber das kostet einfach unfassbar viel Zeit und solange man keine Notwendigkeit hatte sich damit zu befassen, hatte man im Schulbetrieb einfach immer dringendere Dinge, die erledigt werden mussten (und gerne auch andere Konzepte die geschrieben werden mussten).

    Insbesondere Lehrer tun sich ganz arg schwer damit einfach mal loszuwursten und unterwegs erst zu gucken wie es läuft.

    Das stimmt sicherlich, aber nicht vorhandene Hard- und Software macht es auch nicht besser. Irgendwomit muss man ja auch "loswursten" können.

    Wir brauchen ein pädagogisches Konzept, hiess es. Was auch immer da genau drin stehen soll.

    Ja, aber das wollten dann ja anscheinend die Kollegen selbst, oder? Wir werden hier von oben genötigt Konzepte zu schreiben, bevor wir irgendwas ausprobieren können. Wie sinnvoll kann so ein Konzept dann sein, wenn man keine Ahnung von der Materie hat? Musstet ihr das bei euch auch?


    zur Mehrheit derer, denen ein "Konzept" vorschreiben muss, wie's nun genau geht

    Du hast mich missverstanden: Ich habe mich nicht beschwert, dass es kein Konzept gibt, ich habe mich beschwert, dass man hier für jeden Pups erstmal seitenweise Papiermüll erstellen muss, über Dinge von denen man keine /wenig Ahnung hat. Die Zeit, die wir dafür vergeuden, würde ich liebend gerne zum "rumwursten" nutzen.


    Ich habe mittlerweile auch einfach ganz grundsätzlich eine ernsthafte "Konzepte-Schreib-Phobie" (als nächstes sollen wir übrigends ein Förder-Konzept schreiben, um darzulegen, wie wir die Corona-bedingten Defizite auszugleichen gedenken... immerhin wird es diesmal umgekehrt sein: dieses Konzept werden wie im Nachhinein schreiben müssen, weil die Vorgaben dazu erst noch kommen, lange nachdem wir mit dem Diagnostizieren schon durch sind und das Fördern schon läuft...).

    Wer's jetzt schon gucken will:

    zdf-mediathek

    Sehr bestätigt habe ich mich aber durch den dänischen Schulleiter gefühlt: sie haben "einfach angefangen" und daraus haben sich dann Konzepte entwickelt. Genauso und nicht anders sollte das laufen! Ich kann doch sinnvolle Konzepte nur entwickeln, wenn ich mich mit der Sache auskenne. Und diese Sachkenntnis kann sich nur entwicklen, indem ich Dinge praktisch erprobe. Und dazu brauche ich die sachliche Ausstattung plus die passenden Weiterbildungsmöglichkeiten. Andersherum funktioniert das einfach nicht.

    Bei uns gibt es krasse Diskussionen durch die Eltern:

    "Ach, lassen wir es drauf ankommen, dann setzen wir halt die 200 Euro in den Sand." (Entgleisende Gesichtszüge bei einigen Anwesenden.)

    "Ich finde das sooo wichtig, vielleicht eine Berliner Jugendherberge und nur für 2 Nächte?" (Eltern, die immer beklagen, dass ihr Kind keine Veränderungen aushält. Und dann die Überlegung, zwischen Berlin erkundenden Jugendgruppen eine Übernachtung mit meiner Grundschulklasse zu genießen. Nee, lasst mal.)

    In einer Parallelklasse wollten wohl die Eltern eine Klassenfahrt buchen über's Wochende und die Kinder vom Unterricht befreien lassen, weil Klassenfahrten so essentiell sind.

    Unglaublich...

    Ich rechne auf dem Elternabend auch noch mit dem Thema, werde das aber klipp und klar ablehnen. Ich persönlich will das unter diesen Umständen nicht (aus vielerlei Gründen!). Punkt.

    Ich finde es ehrlich gesagt komplett unverständlich (und ärgerlich), dass das jetzt schon wieder erlaubt ist.

    Danke dir! Das Schreiben kannte ich nur teilweise (den Frage- und Antwortteil) aber den Rest nicht! Das hilft mir auf jeden Fall weiter und nehme ich mit zum Elternabend.

    Das mit den Kompetenzen hatte ich auch schon überlegt, aber mich würde schon interessieren, ob es dazu offizielle Vorgaben gibt.


    Und was ich auchmal loswerden muss:

    Was ist es schön, hier jemanden zu haben, der immer so gut Bescheid weiß! Gibt ja nich soooo viele Berliner Grundschulmenschen hier, aber man sieht: nicht die Menge ist entscheidend.... ich war mir schon vorher ganz sicher, dass du mir weiterhelfen kannst!

    Frage an die Berliner:

    Der Elternabend mit der Abstimmung zum Thema "Noten in Klasse 3" nähert sich und ich frage mich -mal wieder- Sachen, die mir vor Ort irgendwie keiner so richtig beantworten kann (auch die Schulleitung nicht), vermutlich weil es hier tatsächlich noch nie vorgekommen ist, dass Eltern in Klasse 3 keine Noten wollten. Aber nur weil das bisher immer so war, heißt das ja nicht, dass es nicht dochmal dazu kommen kann und ich kann überhaupt nicht sagen, wie das dann tatsächlich gehandhabt würde. Deshalb meine Fragen: wenn die Eltern verbale Beurteilungen wünschen: wie sieht dann das Halbjahreszeugnis aus? Ich habe schon herausgefunden, dass es durch ein Elterngespräch ersetzt werden kann, aber nur wenn die Eltern das wünschen. Aber wenn es doch schriftlich sein soll: 2x im Jahr schreibe ich mit Sicherheit keinen Fließtext:grimmig:...Alternative wäre dann ja ein Indikatoren-Zeugnis. Aber kann ich den Eltern vorab sagen: im Falle das schriftliche Halbjahreszeugnise gewünscht sind, werden es Indikatoren-Zeugnisse und wenn es Halbjahresgespräche werden, schreibe ich zum Schuljahresende einen Text? Das müsste dann ja auch noch die Klassenkonferenz entscheiden. Aber man soll den Eltern schon vor der Abstimmung sagen, welche Form der verbalen Beurteilung es gäbe.

    Anderes Thema: Klassenarbeiten. Die müsste ich ja trotzdem schreiben. In welcher Form würden die dann beurteilt?

    Hat da schon jemand von euch Erfahrung? Vielleicht Menschen mit Jahrgangsmischung 1-3? Da müssen die 3er ja noch verbal beurteilt werden...

    Wie gesagt: Schulleitung wusste es auf die Schnelle auch nicht und Schulgesetz lesen hilft auch nicht weiter.

    Da das Kopierkontingent sehr begrenzt ist, habe ich jetzt beschlossen, dass ich die Grundschuldiagnose Online nutze, die hat die Schule gekauft,

    Das mit dem Kopierkontingent regt mich schon wieder auf... ihr sollt doch garantiert auch differenzieren bis zum Abwinken und zur Zeit verpflichtend diagnositzieren , aber bitteschön nur mit den vorhandenen Schulbüchern oder wie?

    Naja immerhin hat man euch dann die Online-Möglichkeit spendiert. Das wurde uns auch als prima Möglichkeit vorgestellt (und klingt auch wirklich gut) aber wir müssten das dann aus der Klassenkasse finanzieren...

    Dafür haben wir andererseits kein begrenztes Kopierkontingent, d.h. ich bleib schön bei der Papiervariante... (in unseren Computeraum ist zur Zeit auch nur schwer reinzukommen, weil momentan alle versuchen ihren Schülern noch möglichst viel Know-How mitzugeben für den Fall der Fälle... und wenn man reinkommt hat man auch keine Sicherheit, das alles funktioniert).

    Danke erstmal für die ausführliche Berichterstattung! Ich habe daraufhin beschlossen, dass ich mir das ganze Theater spare. Uns hat man gesagt, wir können völlig frei entscheiden, womit wir Eingangsdiagnostik machen, hauptsache wir machen sie und dokumentieren das brav. Ich habe mir jetzt tatsächlich aus verschiedenen Möglichkeiten das rausgepickt, was mir sinnvoll erscheint:

    Bisher waren das:

    Mathe 2.Klasse: Eingangsdiagnsotik zu Flex und Flo aus dem Lehrermaterial (und auch da nur das, was wirklich behandelt wurde! Manches haben wir nicht geschafft, aber das weiß ich ja auch so...)

    Deutsch 3.Klasse: Leseverständnistest aus dem Lehrermaterial zu Flex und Flo, Lesegeschwindigkeitstest aus ILEA3 und den Test zur Groß- und Kleinschreibung aus ILEA2.

    Vor den Ferien hatte ich schon den Stolperwörter-Lesestest gemacht und die HSP, letzteres wiederhole ich nochmal mit den Kinderen, die da unterm Durchsschnitt lagen (wurde auf der HSP-Seite so empfohlen und gibt für mich auch Sinn)

    Ansonsten gucke ich mir gerade noch die freien Textproduktionen durch und notiere mir Auffälligkeiten.

    Mir persönlich reicht das, zumal da ja eh kaum Überraschungen bei rauskommen...

    Ich verstehe ja, dass diese ganzen Vorgaben, die jetzt kommen (Eingangsdiagnostik, verbindliche Vorgaben für SaLzH etc.) für einzelne Kollegen -leider- nötig sind, aber für mich und die allermeisten Kollegen, die da eh schon hinterher sind, fühlt es sich doch sehr nach Misstrauensvotum an. So als wüssten wir selbst nicht, was sinnvoll ist oder wären mal wieder zu faul...

    Ich wusste nicht, wie ich die Fragen beantworten soll, welche Medien in meinem Unterricht von Bedeutung sind. Soll ich da sagen was ich theoretisch sinnvoll fände oder was ich konkret nutze? Beamer für Kunst fände ich z.B. absout sinnvoll. Haben wir aber nicht (genausowenig wie Laptops, Tablets usw.) und insofern spielt das in meinem Unterricht auch keine Rolle...was soll ich dann also antworten? Wäre es nicht irgendwie sinniger erstmal zu fragen, was an Ausstattung überhaupt zur Verfügung steht und dann zu gucken, ob und wie das genutzt wird? Und was man noch nutzen würde, wenn es denn da wäre?

    Ich habe deshalb jedenfalls auch abgebrochen.

    Ich habe bei mir im Klassenraum die Tische wieder alle nach außen geschoben (mit Blick zur Wand). Nach meiner Einschätzung haben sie da tatsächlich mehr Abstand. Zwar sitzen die Kinder links und rechts zu dicht dran (sind halt Zweiertische, geht also eh nicht viel anders), dafür haben sie aber keine Kinder vor oder hinter sich, können sich also auch nicht alle Nase lang umdrehen und auf dem Tisch des Hintermannes hängen. Dadurch geht sogar eine Art Sitzkreis: alle drehen die Stühle nach innen und sitzen dann ja immer noch neben denselben Kindern.

    Ich halte das ganze eh für "Kosmetik": wenn ich 24 und mehr kleine Kinder stundenlang ohne MNS in einen Raum stopfe ist es nunmal ein Risiko (und am Nachmittag im Hortbereich hüpfen bei uns eh alle munter durcheinander...) . Ich würde mir einfach mal wünschen, dass das ehrlich zugegeben wird und nicht so getan wird, als wäre alles gut, weil wir ja ein Hygienekonzept haben...


    Ansonsten bin ich immer wieder erstaunt wie konkrete Anweisungen es in anderen Bundesländern offenbar gibt. In Berlin ist alles extrem schwammig und je nachdem wie "entspannt" die Schulleitung das sieht, werden Dinge erlaubt oder eben auch nicht. Schön ist dann, wenn es dann "schiefgeht" (und Schulen ganz oder teilweise schließen) und die Senatorin sich dann hinstellt und verlauten lässt, das läge nur daran, das sich Lehrer nicht an das Hygienekonzept gehalten hätten. Als ob sich das mit Hygienekonzept verhindern ließe. Wenn ich die fröhlichen bunten Pressebilder aus den Schulen sehe (Senatorin bei Einschulung in schönen großen Klassenräumen mit nur der Hälfte der Kinder und so) bekomme ich gerade ernsthafte Agressionen.

    Werwölfe hätte ich auch vorgeschlagen.

    Ansonsten fallen mir noch "Black Stories" ein (das hat unsere Mathelehrer immer mit uns gespielt), also dies Geschichten, wo man nur den Schluss erfährt und rekonstruieren muss, was vorher passiert ist.

    Das Bewegungsspiel kenne ich leider nicht, nur ein ähnliches, wo alle ihre Hände überkreuz in die Mitte legen und dann wird reihum geklopft, wenn einer zweimal klopft ändert sich die Richtung. Wer einen Fehler macht oder schläft muss die entsprechende Hand aus dem Spiel nehmen. Kann man so natürlich nicht spielen zur Zeit, aber vielleicht kann man sich ja was ähnliches mit Abstand ausdenken?

    Der Personalrat regte an, mir ernsthaft zu überlegen, ob ich nicht die Schule wechseln sollte...

    Das sehe ich dann aber auch so! So wie du es schreibs,t klingt es für mich nicht danach, als gäbe es da allzuviel zu überlegen.

    Da so ein Wechsel ja aber oft nicht sofort klappt, bleibt trotzdem die Frage mit der Klassenleitung für das kommende Schuljahr. Ich selbst könnte glaub ich auch nocht ohne, ich habe aber auch Kollegen erlebt, die nochmal richtig "aufgeblüht" sind, nachdem sie ihre Klassenleitung abgegeben hatten. Ich denke das ist wirklich Typfrage. Ganz wichtig sind m.E. auch diese FrageN: wie realistisch die Einschätzung ist, dass du häufiger ausfallen könntest und um welche Klassenstufe handelt es sich. Je jünger die Kinder sind, desto dramatischer ist es ja immer wenn der Klassenlehrer ausfällt. Meist geht es den Kollegen selbst damit dann auch nicht gut, weil sie sich a) doch sehr verantwortlich für die Kinder fühlen und b) auch die Eltern auf Dauer oft "ungemütlicher" werden. Schlimmstenfalls gibt das dann einen Kreislauf, weil der psychische Stress sich dann wieder auf den Gesundheitszustand auswirkt. Und das scheint ja auch jetzt schon Thema zu sein. Versuche da möglichst ehrlich mit dir selbst zu sein (und suche dir trotzdem schnellstmöglich eine andere Schule)

    Grundsätzlich habe ich gute Erfahrungen mit den "Willkommen in Deutschland"-Heften von Mildenberger, da gibt es auch ein Heft zur Alphabetisierung, das ich allerdings nicht selbst kenne. Ich hatte die beiden Folgehefte im Einsatz und hatte dazu auch die Vokabelkärtchen und die " Redezeit" angeschafft. Die Kärtchen fand ich gut, weil damit auch die Kinder miteinander üben konnten.

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