Beiträge von icke

    Das Schlimme an diesem pauschalen und völlig undifferenzierten Lehrerbashing ist doch, dass es diejenigen auf die es zutrifft (und dass es die gibt wissen wir alle) vermutlich gar nicht juckt. Für alle diejenigen (und ich behaupte mal, dass das die Mehrheit ist), die jetzt schon seit Monaten im Ausmahmezustand an ihrer Belastungsegrenze arbeiten ist es ein Schlag ins Gesicht. Glauben die Leute, die so einen Scheiß raushauen, dass die Kollegen, die sich trotz der widrigen Umstände immer noch abmühen, dadurch motiviert werden weiterzumachen? Wohl kaum. Wenn ich nicht immer mal wieder aufbauende und auch sehr dankbare Rückmeldungen von den Eltern bekäme, wüsste ich nicht, ob ich noch so viel Energie aufbringen würde. Würde ich dazu dann noch regeläßig solchen Müll lesen, würde ich mein Engnagment irgendwann massiv herunterfahren. Ob das dabb der geüsnchte Effekt ist?

    Ehrlich: ich erwarte keine große Dankbarkeit, aber doch ein Mindestmaß an Respekt.

    Meine Tochter hat das im Unterricht gelesen und fand es verstörend... (da erzählt sie heute noch von, obwohl es schon ein paar Jahre her ist) und nachdem ich eben mal die Zusammenfassung gelesen habe, kann ich das sehr gut nachvollziehen.

    Meine jüngere Tochter ist jetzt auch in dem Alter und ich bin mir sicher, die hätte da auch daran zu knabbern.

    Wenn du wirklich noch wenig Erfahrung hast, würde ich mir das gut überlegen.

    Bei uns arbeiten die Stufen so eng zusammen, das beim Ausfall einer Lehrerin die anderen genau über den Stand der anderen Klasse Bescheid wissen.

    Aber das ist doch gar nicht ihr Problem...(eher im Gegenteil: es ist zu viel Input)

    Sondern das:

    Eigentlich wollte ich den ersten Präsenztag für jede Gruppe entspannt angehen, damit sich die Kinder an mich und die neue Situation gewöhnen können und ich die Kinder ein wenig kennenlernen kann.

    Genau so machst du das!

    Ich plane in jedem Fall eine kleine Kennenlern- und Erzählrunde und wollte auch jedem Kind die Chance geben, etwas für die Klassenlehrerin zu malen oder schreiben.

    Klingt genau richtig!

    Allerdings wurde von Seiten der Schulleitung viel Druck gemacht, dass wir inhaltlich möglichst viel schaffen sollen/müssen (denn jeder Präsenztag ist kostbar und die Eltern erwarten, dass die Kinder alles in der Schule lernen und nur noch ein paar Hausaufgaben daheim erledigen müssen)

    Wurde dieser Druck wirklich dir persönlich gemacht, oder ist das eher so die Ansage für alle? Klar wollen alle noch viel schaffen, aber für dich und die Klasse ist es eine absolute Ausnahmesituation und das sollte auch der Schulleitung klar sein. Selbst wenn du nicht neu wärst, hätten sie mit der Umstellung von zu Hause auf Schulbetrieb genug zu tun. Ich erinnere mich noch gut daran, wie es war als die erste Klasse in der ich letztes Jahr war, nach der Schulschließung zurückkam. Die waren anfangs erstmal komplett überfordert mit all den neuen Abläufen und Regeln und waren vor allem sehr schnell müde. Und die hatten im Vergleich zu deinen Erstklässlern vorher schon deutlich mehr Schulerfahrung und hatten keinen Leherwechsel zu verdauen. Also mach langsam und gibt ihnen Zeit anzukommen (und dir auch!). Du hast sie jetzt ja auch wirklich nochmal für einen langen Zeitraum, da musst du eh deinen Weg finden.

    Hm... ich überleg gerade, ob es wirklich schlimmer wird oder einfach nur sichtbarer oder ob es auch nur daran liegt, dass ich gerade viel mehr Nachrichten lese als sonst und das Thema "Schule" sowieso gerade sehr präsent ist...

    Bei dem Artikel eingangs habe ich aber wirklich sofort ein klares Bild im Kopf , was für eine Sorte Mensch das ist, der sich da offensichtlich gerade profilieren muss (und das indem er ein Armutszeugnis über die eigen Unwissenheit ablegt). Zum Glück ist das dann genau die Sorte Mensch, die ich so partout nicht ernst nehmen kann, das hilft.

    Womit ich tatsächlich stärkere Probleme habe, sind Leserkommentare von Hinz und Kunz unter jedem egal wie sachlichen oder realistischen Artikel zum Thema Schule. Ich versuche mir abzugewöhnen, das zu lesen. Und letztlich ist das wichtigste für mich gerade eh, was die Eltern meiner Klasse/Schule denken und da bekommen wir zum Teil eher mehr positive Rückmeldungen als normalerweise. Da sehen die meisten druchaus, was wir hier gerade machen und das reicht mir.

    Und kommen dann auch Abgesandte der umliegenden Kitas zu euch, um mehr Kontakte zu schaffen eine Vernetzung der Viren herzustellen sich die Tests bei euch abzuholen

    Genau so...

    Du redest von Schnelltests, die stellt Berlin z.B. fürs Personal zur Verfügung, wir sprachen aber von Selbsttests und die sind noch nicht zugelassen.

    Und ich habe gedacht, wenn es die Zulassung gibt, dürfen wir uns mit den gelieferten Schnelltests auch selber testen...? Aber das kann ich in der Tat auch falsch verstanden haben.

    Auf jeden Fall sind die aber nur für's Personal. Die für die Kinder sind dann andere und werden dann ja auch mit nach Hause gegeben.

    Darf ich mal anmerken, dass ich den Titel irgendwie ulkig finde... (ich weiß da steht nicht "Pferdepension für Lehrer" aber ich kann den nicht lesen ohne mir eben dies vorzustellen...)

    In Berlin sollen sie schon gekauft und bei der Senatsverwaltung liegen, aber dürfen eben aktuell nicht benutzt werden.

    Bei uns sind sie sogar schon angekommen! In echt!! In der Schule!!!

    Aber: Selber testen dürfen wir uns damit halt nicht.

    Was wir aber dürfen: uns von ganz spontan ausgbildeten Kolleginnen im Rachen rumstochern lassen...

    Montag geht`s los.

    Ich bin begeistert.

    er findet es wahrlich unfair, dass sein Sohn keine Extrawurst bekommt, weil er wirklich gute Noten hat...

    Genau! Wärst du eine gute Lehrerin würdest du selbstverständlich auch Videokonferenzen nur für die Begabten anbieten! Wo du doch die ganze Zeit zu Hause bist und nichts zu tun hast, ist das ja wohl nicht zu viel verlangt.

    Wir sind halt in Berlin so hochkultiviert, wir können einfach nicht ohne gute Literatur... :zahnluecke:


    (Wobei ich tatsächlich deutlich besser ohne Friseur klarkomme als ohne Buch....)

    :autsch: Tja, dann braucht Sohni dieses Angebot wohl nicht länger wahrzunehmen... Positiv für dich: dann hast du einen Schüler weniger zu betreuen!

    Witzig, ich hab das genau anders herum verstanden: es ist ungerecht, weil sein Kind keine Extra-Videokonferenz bekommt, weil er in Mathe zu gut ist. Aber natürlich sind beide Varianten beknackt.

    "LearningApps" nutze ich mittlerweile auch sehr gerne, fertige Übungen muss man aber wirklich immer selber überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Da da wirklich jeder Übungen erstellen und veröffentlichen kann, stößt man da immer wieder auch auf grobe Fehler (ich vermute von Schülern selbst erstellt).


    Ansonsten ist mir gerade das hier eingefallen (S.37ff. könnten interessant sein):

    https://bildungsserver.berlin-…hbrief_Grundschule_12.pdf

    Zu Hause muss man nicht erreichbar sein, insbesondere nicht für Schülerinnen und Eltern.

    Doch, im Moment muss ich! Ich bin nicht in der Schule, sondern unterrichte komplett von zu Hause aus. Das läuft in der Grundschule über Wochenpläne und Material, das ich bereitstelle (Unterricht nach Stundenplan per Videokonferenz ist da nicht drin). Und dazu gehört natürlich auch, für Rückfragen zur Verfügung zu stehen. Aufgaben reinwerfen und dann abtauchen, geht bei Grundschülern nicht.


    Aber vielleicht meinst du ja nur die Erreichbarkeit in "normalen" Zeiten? Da gebe ich dir dann recht.

    Für "normale" Zeiten brauchen Eltern keine Telefonnummern, da gibt es das Sekretariat.

    Wenn du für die Situation jetzt ein Lösung suchst, kann ich auch "offene Online Sprechstunden" empfehlen. Habe ich jetzt die Woche ausprobiert und hat gut funktioniert. Die Eltern bekommen von mir einen dauerhaft aktiven Link zur Videokonferenz und da bin ich jetzt jeden Tag von...bis... zu erreichen. In der Zeit sitze ich an meinem Schreibtisch und das Handy steht mit geöffneter Videokonferenz daneben. Ab und an kommt mal ein Kind vorbei und fragt was. Und mit der Kamera habe ich auch die Möglichkeit mal ein Material in die Kamera zu halten. Das ist gerade bei den Kindern/Eltern mit eingeschränkten Deutschkenntnissen sehr hilfreich.

    Vorher hatte ich ein Liste wo man sich für einen Termin eintragen konnte, wenn man angerufen werden wollte (und mails schreiben geht natürlich auch immer) aber das hat nie jemand genutzt. Die offene Sprechstunde ist deutlich niedrigschwelliger.

    Tut mir leid...nochmal Off-topic (obwohl...vielleicht ist auch das eine Antwort auf die Frage, wie ich dem Virus begegne...):


    Aber 50 ist gar nicht schlimm! (weiß ich nun auch aus Erfahrung):



    P.S. Ich bekomm nicht nur graue Haare sondern plötzlich auch Locken! Meine Friseurin ist fasziniert und freut sich, dass ich nicht färbe...

    Ja, das ist tatsächlich der Wunschtraum von einigen Kolleginnen, da sie die Zeit so gut es geht nutzen wollen, um die ganzen anderen Arbeiten (Wochenpläne korrigieren, Emails beantworten, Unterricht planen, etc) zu erledigen.

    Die Kolleginnen vor Ort? Und bei denen arbeiten die Kinder dann so friedlich, dass sie das tatsächlich nebenher schaffen können?

    Oder meinst du die Kolleginnen zu Hause? Aber für die spielt das doch gar keine Rolle, was die Kinder in der Notbetreuung machen...irgendwie kapier ich das gerade nicht....

    Muss ja alles einheitlich sein, sonst nörgeln die Eltern...

    Meine Güte, dann lasst sie nörgeln! Es ist völlig wurscht, wie ihr es macht: irgendwer wird immer nörgeln und ihr seid die Fachleute, die mit den Kindern vor Ort arbeitet! Es ist doch völlig utopisch es allen recht machen zu wollen, zumal ich stark bezweifle, dass zu Hause wirklich alle gleich viel machen und vor allem genauso viel, wie die Kinder in der Notbetreuung. Das Grundproblem, das wir haben, ist doch gerade, dass die individuellen Unterschiede , die wir schon im normalen Unterricht haben, sich durch die komplett unterschiedlichen Voraussetzungen zu Hause nochmal potenzieren. Deshalb geht das nur mit differenzieren. Ich habe meine Ansprüche deutlich runtergeschraubt, damit es auch für die langsamen Lerner zu schaffen ist, bzw. für die, die zu Hause eben keine idealen Bedingungen haben. Den Eltern meiner 2. Klasse habe ich vorgegeben wieviel Zeit am Tag ihr Kind arbeiten sollte und danach ist (hoffentlich) Schluss. Und wenn in der Zeit "nur" die Pflichtaufgaben geschafft werden ist das völlig in Ordnung! Zusatzaufgaben müssen sie nur dann machen, wenn sie deutlich schneller mit den Pflichtaufgaben fertig sind. Deshalb heißt das ja auch Zusatzaufgaben!

    Wenn alle Pflichtaufgaben erledigt sind, müssen die Zusatzaufgaben erledigt werden und wenn diese fertig sind, muss in den Selbstlernheften (Zahlenfuchs, Lies Mal, Rechtschreiben, Indianer Heft) gearbeitet werden.

    Ganz ehrlich: wenn mir als Elternteil mein Erstklässlerkind erzählt, dass es in der Notbetreuung 4 Stunden am Stück Stillarbeit machen soll, dann wäre ich massiv am "nörgeln"! (und ich habe in der Grundschulzeit meiner Kinder nie genörgelt!)

    Das geht nicht und ich erwarte von Grundschullehrren, dass sie wissen, was pädagogisch vertretbar ist und was nicht.

    Und da dürfen die bitte mal genug Arsch in der Hose haben, das den nörgelnden Eltern gegenüber zu vertreten, z.B. mit diesem absolut richtigen Argument:

    Die Kinder erreichen quasi nie den Punkt, an welchem sie mit allem fertig sind und "sich selbst mit einer schönen Beschäftigung belohnen können." Es gibt also nicht wirklich einen Anreiz für die Kinder zügig und konzentriert zu arbeiten.

    Sollen die wirklich von 8-12 an ihren Aufgaben arbeiten? Still vor sich hin? Am Stück? Das machen sie im Unterricht doch auch nicht und die Kinder, die dieselben Pläne zu Hause bearbeiten vermutlich ebenfalls nicht. In Klasse 1/2 können die sich doch gar nicht über so lange Zeiträume konzentrieren. In einer Unterrichtsstunde arbeiten sie ja auch nicht 45 Minuten durch!

    Das kann nicht funktionieren. Dass du nicht einfach rauskannst, wegen Staffelung ist das eine, aber du darfst ja wohl hoffentlich trotzdem Pausen machen lassen .

    Ich würde die Zeit in kleine überschaubare Häppchen einteilen (15-20 Minuten am Stück arbeiten) und dazwischen immer wieder bewusste Pausen machen: frühstücken, vorlesen, Hörspiel, Phantasiereisen oder andere Entspannungsübungen, gemeinsame Spiele...

    (So'n bisschen Pomodoro-Technik).Und das ganze klar kommunizieren und visualisieren, damit die Kinder einen Überblick haben,was auf sie zukommt und wann konzentrieren gefragt ist und wann Entspannung.

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