Beiträge von Ilse2


    So macht es ein Großteil, ja.

    Wie gesagt, wenige geben nur Stichpunkte zu den Texten ab und mit Hilfe der vorgegebenen Textbausteine bauen dann die Schreibbüros die Texte oder aber sie geben eben von jedem Fachlehrer einen Satz über das Kind ab und die Schreibbüros setzen die dann zusammen (was ich mir nicht vorstellen kann, wie das funktioniert, aber es wird so gemacht).

    Wie gesagt, ich brauche keine Dienstanweisung, sondern mein Arbeitsvertrag enthält dies als Aufgabe, dass ich die Zeugnisse fertig zu liefern habe, wie ist dann mein Problem!

    Ist das rechtlich in Ordnung? Hab sowas noch nie gehört...

    Mir würde es nicht im Traum einfallen, auch nur einen Cent für ein Zeugnisverwaltungsprogramm der Schule zu blechen. Oder für die Tinte oder fürs Papier der Zeugnisse. Was soll denn das? Das ist Sache des Schulträgers! Soviel Lebenszeit kann ich gar nicht beim Noten-Übertragen/Eintippen verschwenden, als dass ich dazu bereit wäre. Das Zeugniserstellen ist doch quasi der Beweis der Daseinsberechtigung der Schule an sich.
    Meine Noten verwalte ich mit einem Programm meiner Wahl - mein Zugeständnis, in meinem Interesse und daher auf meine Kosten - andere nehmen da ja schließlich noch das gute alte geschenkte Sparkassen-Kalenderchen.
    Wenn meine Schule ein antiquiertes Zeugnisprogramm hat, tippe ich halt die Endnoten und ggf. Zeugniskommentare ein, wenn es nicht per copy und paste geht, aber das sind maximal 20min. pro Schuljahr.
    Ihr habt nicht mal ein paar Computerarbeitsplätze an der Schule, damit die Leute frei entscheiden können, ob sie die Verwaltung zuhause oder in der Schule machen?


    Wir? Nein. Wir haben genau einen Computerarbeitsplatz im Lehrerzimmer (ca 20 Kollegen) und der Computer funktioniert auch nur sehr selten. Gerade momentan (wie praktisch, kurz vor den Zeugnissen) haben wir nen Virus drauf und der von der Kommune zuständige Computermensch, der tatsächlich der EINZIGE mit Administratorpasswort ist, hat nächste Woche vielleicht mal Zeit... (zu seiner Verteidigung sollte man noch kurz erwähnen, dass er alleine für alle Schulen der Stadt zuständig ist, das sind etwa 25 Schulen)


    Wie ist denn das bei euch dann mit den fertigen Zeugnissen (die ja wie gesagt in der Regel hier auch die Klassenlehrer selber drucken müssen, z.T. sogar zu Hause), seid ihr auch für das Abheften usw. in die Schülerakten zuständig?


    Drucken tun das hier auch die Klassenlehrer und sie heften auch Kopien der Zeugnisse in die Akte. Sie drucken aber nicht zu Hause und auch nicht auf eigenem Papier sondern auf dem von der Schule zur Verfügung gestelltem Zeugnispapier. Ich finde das schon heftig, dass das bei euch vollkommen selbstverständlich zu sein scheint, dass ihr privat dafür zuständig seid :ohh: . Das ist ja doch noch schlimmer als bei uns.

    Wenn es doch sachlich gerechtfertigt ist, ein solches Programm zu verwenden, dann soll doh eines angeschafft werden. Aber dazu müsst ihr ja kein Geld einsammeln.

    Wozu dient denn dabei der Stick? Wozu ist denn dieser zusätzliche Datentransport gedacht?

    JaT

    Der Stick ist dazu da, dass auch Fachlehrer ihren Senf zu den Schülern abgeben können und der Klassenlehrer dann mit dem Stick des Klassenlehrers seine Daten aktualisiert. Also, Klassenlehrer schreibt zu hause, Fachlehrer schreibt zu Hause und dann muss nix mehr per Hand oder Copy und Paste übertragen werden, weil alles automatisch passiert. Praktisch ist das schon, aber ich will das nicht bezahlen...

    Was verstehst du unter einem Zeugnisprogramm? Kann das nur Zeugnisse ausdrucken oder auch die Noten verwalten?

    Hier in Bayern gibt es den Notenmanager, der über eine Schulversion und eine Heimversion verfügt. Mit der Software verwaltet man die Leistungen der Schüler, mit einigen Zusatzfunktionen (Bemerkungen für die einzelnen Noten, Notenbuch, Kalender, Hausaufgabenchecklisten, ausdruckbare Listen der SChulaufgabenergebnisse, Berechnung von Notenschnitten...). Der Klassleiter kann vor den Zeugniskonferenzen alle notwenidgen Unterlagen ausdrucken und hat sie parat. In der Konferenz wird der Notenmanager über Beamer an die Wand geworfen. Es gibt spezielle Module für Abschlussprüfungen.
    Man kann daheim alles eingeben und synchronisiert dann mit der Schulversion. Die Schulversion schafft die Schule an, die Heimversion bezahlt der Lehrer selbst. Dies muss er nicht.

    Ich arbeite seit zehn Jahren mit dieser Software und habe sie privat bezahlt. Gut, ich habe einmalig 35 Euro gezahlt und bekomme seitdem jedes Update kostenlos, der Support ist bestens. Ich wage mal zu sagen, dass hierzulande die Notensache rigider gehandhabt wird durch die Vorschriften der Schulordnung, so dass eine funktionierende Software eine echte Arbeitserleichterung ist. Für einen vollen Stundensatz an einer bayerischen Realschule mit einem Hauptfach wie Deutsch und einem Nebenfach wie Geschichte habe ich mir mal ausgerechnet, dass ich etwa 1500 bis 1900 Einzelnoten machen und nachweisen muss im Schuljahr. Dafür eine Hilfe zu haben, finde ich knorke.

    Und unter diesen Aspekten: Arbeitserleichterung, Entlastung von der Frage nach ordentlichem Datenschutz, funktionierende Software, guter Support, wäre mir das auch 20 Euro im Jahr wert. Setze ich das in Verhältnis zu meiner Entlohnung, müsste ich weniger als eine Stunde dafür arbeiten (Gemessen an dem Überstundensatz), um die Software zu verdienen - und hätte auf der anderen Seite Stress und Mehraufwand im gesamten Jahr gespart.

    Das ist ein Programm, das automatisch die Formatierung übernimmt, es gibt Textbausteine, die man nutzen kann, aber nicht muss, man kann als Fachlehrer in dem Programm schreiben und übergibt die Daten dann mittels eines Sticks an den Klassenlehrer und das wird dann automatisch in den Rest des Zeugnisses integriert usw. Sonst kann man sich glaube ich noch diverse Klassenlisten drucken oder so. Mehr nicht.
    Allerdings kann ich hier ohne Zeugnisprogramm das Zeugnis nicht im gewünschten Format drucken. Wir haben aktuell ja auch eines, das ist zwar auch nicht so der Brüller und versagt schon, wenn man an verschiedenen PCs arbeitet (z.B. zu Hause und in der Schule), kostet aber privat nix. Hier geht's in der Grundschule auch vor allem um Text- und nicht um Notenzeugnisse, gilt besonders für mich als Sonderpädagogin.


    Du kannst sie doch sicher per Hand schreiben Ich spare mir dann eben meine Zeit, die mir mehr wert ist und kaufe mir ein Programm, wenn es kein kostenloses gibt, aber sicher, das was ich will und nicht, was andere wollen!


    Ich kann auch einfach in ein Word-Dokument tippen und das dem Schulträger zur Verfügung stellen, auf das der zusehe, es in ein Formular einzufügen, wenn ich anders keine Möglichkeit habe.
    Echt, ich sehe es nicht wirklich ein, das zu bezahlen, auch, wenn ich mir die 20 € schon leisten könnte. Aber allein diese Möglichkeit, Lehrer kaufen sich das Programm privat, finde ich ne absolute Unverschämtheit.

    Ich hab noch nie Zeugnisse schreiben lassen... und würde das auch nicht bezahlen.
    Es sollte doch wohl eine Selbstverständlichkeit sein, dass der Schulträger/ das Land, wer auch immer, sich dafür zuständig fühlt, dass Zeugnisse geschrieben werden können.

    Im Ernst??? :autsch:
    Was gibt es da zu überlegen??? Einfach NEIN sagen!


    Mich macht das auch fassungslos. Aber mein Kollegium ist in dieser Hinsicht sowieso, nun ja. Da wird das Geld für die Klassenfahrt auch auf das stinknormale Privatkonto der Klassenlehrerin eingezahlt und so...
    Ich werde diese 20 € nicht bezahlen. Und wenn ich dann keine Zeugnisse schreiben kann, dann kann ich halt keine Zeugnisse schreiben. Schade. :sterne:

    Bei uns an der Schule gibt es gerade eine Diskussion darüber, ob wir ein neues Zeugnisprogramm anschaffen. Eines wurde uns vorgestellt und sieht so erst mal überzeugend aus. ABER, wir sollen dafür pro Lehrer 20€ pro Schuljahr zahlen. Privat. Ehrlich gesagt, ich finde das ne Frechheit. Ich schreib doch Zeugnisse, weil ich sie schreiben muss und nicht, weil ich da so Lust dran habe.
    Gibt es echt Lehrer, die von ihrem privaten Geld zahlen, um ein Zeugnisprogramm nutzen zu können??

    In den 50er und 60er Jahren gab es das, was heutzutage unter "Gleichberechtigung" verstanden wird, in der Bundesrepublik praktisch auch nicht. Und damals hatten wir auch schon das Grundgesetz. Also eine Verpflichtung zu einem "gleichberechtigten Leben" nach heutigem Verständnis kann ich dem Grundgesetz nicht entnehmen. Wenn eine Frau eine bestimmte Rollenverteilung in Ordnung findet und danach leben möchte, dann darf sie das selbstverständlich tun.

    Die 50er und 60er Jahre sind jetzt allerdings auch mehr als 50 Jahre vergangen und in unserer Gesellschaft hat sich glücklicherweise eine ganze Menge verändert. Ich als Frau möchte definitiv nicht so leben, wie meine Großmutter in den 50er Jahren. Was ist das eigentlich für eine merkwürdige Argumentation?

    Niemand ist durch Zufall katholisch, sondern weil Gott uns durch die Taufe in seine Kirche beruft.


    Warum überflüssig? Gerade in der heutigen Zeit, wo sich mehr und mehr Menschen hierzulande vom Christentum abwenden, ist das doch wichtiger denn je. Ist natürlich die Frage, wie man es macht. Vom hl. Franziskus ist folgendes Zitat überliefert: "Verkünde allezeit das Evangelium; wenn nötig, nimm Worte dazu."

    Ist das dein Ernst? Doch, ich denke schon, dass ich zufällig katholisch bin, weil ich in einem Dorf aufgewachsen bin, in dem alle inklusive meiner Eltern, katholisch sind. Da wächst man halt so rein und es ist irgendwie normal. Ich bin zwar getauft und bin auch zur Erstkommunion und zur Firmung gegangen, aber eben, "weil man das so machte". Kann man jetzt als Gläubiger doof finden, gestehe ich auch jedem zu, ist aber so und ich behaupte mal bei einem sehr großen Teil meiner damaligen Nachbarn und Freunde ist/war das genauso.
    Ich finde, Glaube ist etwas sehr Privates, Persönliches. Missionieren hat in der Schule nichts verloren und den muslimischen Kindern zu erzählen, ihre Eltern kämen in die Hölle, weil sie ungläubig seien, geht gar nicht. Woher nimmt man sich denn das Recht, zu meinen, so genau Bescheid zu wissen?!

    Das sehe ich im Prinzip auch so. Probleme sehe ich da nur, wenn zum Beispiel eine bekenntnisgebundene "Unternehmensgruppe" quasi ein Monopol hätte, so dass Bewerber ohne das entsprechende Bekenntnis de facto überhaupt keine Stelle bekommen können. Im Bereich Schule ist das aber offensichtlich nicht der Fall.


    Mmm, nee, ich sehe schon einen Unterschied zwischen PRIVATEN Schulen katholischen (oder was auch immer für eine Religion) und den in NRW recht häufig vorkommenden städtischen Bekenntnisschulen. Ich arbeite auch an einer solchen und naja, eigentlich ist das für meinen Geschmack zu viel Religion, zu viele Dinge, die meiner Meinung nach eher ins häusliche Umfeld gehören, zumal auch nur ein Drittel unserer Schüler katholisch ist... Trotzdem besuchen die Kinder unsere Schule, weil sie in der Nachbarschaft wohnen und zur nächsten Gemeinschaftsgrundschule mit dem Bus fahren müssten. Das ist schon absurd, dass dort Neueinstellungen katholischen Glaubens sein müssen (ich bin katholisch, das war aber eher Zufall). Zumal uns von den Gemeinschaftsgrundschulen eigentlich auch "nur" unterscheidet, dass wir mehr oder weniger regelmäßig den Gottesdienst besuchen (müssen). Faktisch haben wir weder finanziell noch sonst wie einen Vorteil durch das katholische Bekenntnis, Schulträger ist nicht die Kirche, sondern die Gemeinde (und die ist pleite). Ich habe allerdings ein paar relativ konservative katholische Kollegen, eine davon missioniert auch gerne, besonders die muslimischen Schüler, finde ich furchtbar und eigentlich auch überflüssig in der heutigen Zeit.
    ... und ja, Versetzungsantrag läuft, wurde bisher aber immer wieder abgelehnt...


    Und wenn du dir Gründe ausdenkst bzw. ausschmückst? Bei mir hieß es damals, inoffiziell, gesundheitliche Gründe hätten Vorrang. Migräne und Burnout, wegen schwieriger Schülerschaft oder so.

    Mmm, ich weiß nicht... Burnout wegen schwieriger Schülerschaft kommt nicht wirklich in Frage, weil ich im Moment an einer kath. Grundschule mit so braven Kindern bin, dass mich das fast schon nervt und ich eigentlich lieber wieder an die Förderschule oder einen sozialen Brennpunkt möchte... und außerdem bin ich Angestellte und hoffe noch darauf, vielleicht doch noch verbeamtet zu werden, da kämen gesundheitliche Gründe glaube ich nicht sooo gut. Ich werde mich nochmal an den Personalrat wenden denke ich, und vielleicht klappt ja die magische 5...

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