Beiträge von Plattenspieler

    Es gibt zwei Optionen

    1. Das gesonderte Studium Lehramt für Förderschulen ist überflüssig, weil das jeder Gymnasiallehrer so oder so miterledigen kann

    2. Gymnasiallehrer sind nicht für Förderschulen (GE, Lernen, emotionale/soziale Entwicklung) ausgebildet

    Für die anderen Förderschwerpunkte besteht folglich gar nicht die Frage, ob Gymnasiallehrer ausgebildet sind, oder warum nennst du explizit nur diese drei?

    Naja, um es mal ganz deutlich zu formulieren: jede meiner Inklusionserfahrungen war bescheiden und hat mir gespiegelt, dass ich an dieser Art von Arbeit kein Interesse habe. 100%ig in diesem Setting arbeiten zu müssen, würde ich aber sowas von kategorisch ablehnen...

    Der TE soll doch aber gar nicht im Setting Inklusion arbeiten, sondern im Setting Förderschule, wenn ich das richtig verstanden habe?

    Kann natürlich sein, dass er im Rahmen seiner Tätigkeit an der Förderschule auch in der Inklusion eingesetzt wird und dann andere Regelschullehrer sonderpädagogisch beraten und unterstützen darf.

    Das einzige, was er wohl nicht dürfen wird, ist Gutachten zu schreiben. Aber ich glaube, kaum ein Sonderpädagoge würde es bedauern, keine Gutachten schreiben zu müssen ...

    Ich frage mich einmal mehr, warum Lehrkräfte mit A12 seit Jahren in der Inklusion durchaus FöS-SuS beschulen können - nur am Gym ist man dafür nicht ausgebildet, obwohl es mit A13 ja amtsangemessen wäre?

    Wie ich das hier im Thread verstanden habe: Gymnasiallehrkräfte haben das Latinum im Studium nachholen müssen (warum auch immer sie es nicht in der Schule gemacht haben) - deshalb sind sie für FöSuS überqualifiziert. Und sie machen generell einen grundlegend anderen Job, denn nur sie vermitteln fachlich richtige Inhalte. Dafür können sie auch nur ihre studierten Fächer unterrichten - und wenn es die nun mal an der G-Schule nicht gibt ...

    Das würde J- Ü-L erklären, aber woher käme dann das -i?

    Machen doch manche so, sei es als Verniedlichung (Hundi, Mami, ...) oder sei es als vermeintlich genderneutrale Form (Schüly/Schüli/Schülys/Schülis).

    Wobei ich bzgl. letzterer Intention schon einmal darauf hingewiesen habe, dass man als auch nur ein bisschen lateinkundiger Mensch bei der Plural-Endung "-i" automatisch an das Maskulinum denkt.

    Wäre vermutlich keine amtsangemessene Beschäftigung, nehme ich an? A 14 gibt es an Förderschulen in der Regel nur für Konrektor/in.

    Andere Frage: Warum beharrst du eigentlich so darauf, dass es deine Fächer an der G-Schule nicht gäbe, nur weil es nach den Richtlinien des Landes NRW für den Förderschwerpunkt "Aufgabenfeld Sprache und Kommunikation" heißt statt "Fach Deutsch"?

    Ich würde wohl auch mit so ziemlich allen Förderbedarfen klarkommen außer mit emotionalem und sozialem Förderbedarf. Da sehe ich mich eher in der Rolle, daß ich die übrigen Schüler vor diesen Personen zu schützen habe.

    Auch hier wieder bitte nicht zu klischeehaft: Natürlich gibt es E-SuS mit aggressivem, externalisierendem Verhalten, die dieser Vorstellung entsprechen.

    Genauso fallen unter den Förderbedarf emotional-soziale Entwicklung aber auch SuS mit erheblichen internalisierenden Störungen (Ängste, Depressionen, Verweigerungsverhalten, ...). Vor diesen musst du niemanden schützen. Höchstens sie selbst.

    Und natürlich viele SuS "dazwischen" oder in noch einmal anderen Problemlagen ...

    Zumindest in Hessen gibt es meines Wissens keine Förderschulen für die Förderschwerpunkte Geistige Entwicklung bzw. Lernen, die zu einem Hauptschulabschluss, Realschulabschluss oder Abitur führen.

    Nein, mit diesen Förderschwerpunkten gibt es keine entsprechenden Schulen.

    Bzw. je nach Bundesland ist beim Schwerpunkt Lernen teilweise der Hauptschulabschluss möglich (mit zusätzlichem Jahr, Externenprüfung o. Ä.).

    Du schriebst aber (bezogen auf Leistungskurs, Literatur- und Grammatikunterricht):

    Das gibt es an einer Förderschule, egal mit welchem Förderschwerpunkt, aber alles nicht.

    Es gibt Schulen mit den Förderschwerpunkten Hören, Sehen, körperlich-motorische Entwicklung, die zum Abitur führen.

    Schulen mit den Förderschwerpunkten Sprache, emotional-soziale Entwicklung, die zum Realschulabschluss führen.

    Zitat

    Schüler mit Förderschwerpunkt Hören (Gebärdenaprache lerne ich im Moment so oder so)

    Finde ich cool, ist aber für die meisten SuS mit Schwerpunkt Hören (die inklusiv beschult werden) gar nicht unbedingt nötig: Entweder sie sind CI-versorgt oder sie haben einen Dolmetscher (oder beides). Teilweise können hörgeschädigte oder gehörlose SuS selbst wenig Gebärdensprache, weil sie in Folge der Hörgeräte- oder CI-Versorgung rein lautsprachlich aufwachsen ... Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema, zu dem es viel zu sagen gäbe.

    Aber mit Problemen wie diesen haben wir durchaus zu kämpfen.

    Weder besucht die Mehrheit der Kinder mit FAS eine Förderschule Geistige Entwicklung, noch machen SuS mit FAS den Großteil der Schülerschaft der Förderschule Geistige Entwicklung aus.

    Insofern: Natürlich ist das ein Problem, aber das hat wenig mit dem Thema zu tun.

    Dieses Problem - in der gewählten Ausdrucksweise - anzusprechen ist also entweder Uninformiertheit oder Böswilligkeit. Im Zweifel würde ich sagen: beides.

    (Damit meine ich natürlich nicht deinen Beitrag, sondern den ursprünglichen #258, über den wir diskutieren.)

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