Nicht, dass ich den Gedanken nicht nachvollziehen könne. Ich meine auch, es gibt Bundesländer, in denen zumindest in manchen Lehrämter so oder so ähnlich verfahren wird, wie du es vorschlägst. Oder man kann nach einem Fachbachelor relativ einfach in den Lehramtsmaster wechseln und muss nur geringe Inhalte nachstudieren.
Dennoch einige kritische Anregungen zu deiner Frage:
Ich frage mich, wieso führt man nicht einfach einen grundständigen, rein fachbezogenen Bachelor ein, der dann später, im Master, durch Pädagogik + Didaktik + evtl.ein Zweitfach ergänzt wird.
- Weil es imho sinnvoll ist, fachwissenschaftliche und fachdidaktische Inhalte vernetzt zu studieren und nicht nur nacheinander.
- Weil im Master, so stelle ich es mir jedenfalls vor, Vorlesungen und Seminare tendenziell anspruchsvoller sind als im Bachelor. Es macht aber auch im Fach Sinn, anspruchsvolle Seminare zu belegen.
- Generell macht es m. E. sowohl im Fach als auch in den erziehungswissenschaftlichen Inhalten Sinn, sich nicht nur 3 bzw. 2 Jahre damit zu beschäftigen, sondern einen Kompetenzerwerb über einen längeren Zeitraum anzustreben (siehe auch den ersten Punkt) und fachlich zumindest am Ende des Studiums einigermaßen auf dem aktuellen Stand zu sein.
- Weil je nach gewählter Schulform Pädagogik, Didaktik etc. deutlich mehr als 40 % der Studieninhalte (was ja bei 6 Semester Bachelor und 4 Semester Master dem Masteranteil entspräche, mit Zweitfach sogar noch weniger).
- Weil man mit einem Bachelor in vielen Geisteswissenschaften, die häufig als Lehramtsfächer gewählt werden, mitunter auch nicht grandiose Berufsaussichten zur Folge hat. Ich kann mir sogar vorstellen, dass man in manchen Bereichen sogar Vorteile auf dem Arbeitsmarkt haben könnte, wenn man auch von der Vermittlung etwas Ahnung hat.
- Das Problem mit dem Zweitfach (je nach gewählter Schulform): Nur im Master (parallel zu Päd./Did.) dürfte sehr wenig sein. Bei zwei Fächern parallel im Bachelor hat man wiederum außerschulisch Wettbewerbsnachteile gegenüber Mono-Bachelor-Studenten (in Fächern, in denen ein Ein-Fach-Studium üblich ist).
Summa summarum: Ich bin froh, dass ich einen Staatsexamensstudiengang studieren konnte.