Hallo FüllerFuxi,
ich verstehe gut, dass du genervt bist und weiß aus eigener Erfahrung, dass die Umsetzungsbedingungen der sogenannten Inklusion oft mehr als fragwürdig sind und es nie gelingen wird, allen Schülern so gerecht zu werden.
Trotzdem finde ich manches, was du schreibst, ehrlich gesagt ziemlich krass und habe einige Anmerkungen/Rückfragen dazu:
Der Schüler mit GE bearbeitet sein Klasse 1/2 Heft mit seiner E-Helferin und oft sind sie gar nicht im Klassenraum, sondern bleiben unten in der Bücherei. Ich nehme mittlerweile keine Notiz mehr davon. Er und seine E-Helferin sitzen in einer " eigenen Blase" und teilen Sie Luft im Raum mit den anderen u das wars dann.
Warum nimmst du davon keine Notiz mehr?
Das ganze passiert doch unter deiner Verantwortung während der Stunden, in denen du die Klasse unterrichtest.
Wer wählt denn die Aufgaben für den Schüler aus?
Warum bleiben sie oft in der Bücherei? Wäre der Schüler zu abgelenkt oder würde die anderen zu sehr ablenken im Klassenzimmer?
Nun zu den LE- Kindern: Ich kann genauso gut/wenig differenzieren wie die Kollegen...die drei arbeiten im normalen Stoff mit.
Erhalten bei dir immer alle (Regel-)Schüler dieselben Aufgaben?
Hier schreibst du, du kannst nicht differenzieren. Weiter unten schreibst du, du willst nicht.
Zu differenzieren gehört aber zu deinen Aufgaben als Lehrer - nicht nur in der Inklusion. Deine Regelschüler sind doch mit Sicherheit auch nicht alle auf dem gleichen Lern- und Entwicklungsstand?
Erst heute habe ich wieder festgestellt, dass einer der drei LE sehr schlecht liest.
Was kann ich daran ändern? Nichts.
Als Deutschlehrer solltest du meines Erachtens schon etwas tun können, wenn Kinder in dem Fach Lernschwierigkeiten haben.
Was machst du denn mit Regelschülern, die schlecht lesen?
Die anderen haben erste Pärchenbildung, die ersten Zigaretten werden geraucht, dick Pubertät halt...da gibt es null Schnittmenge zwischen GE Schüler und den anderen.
Die Pubertät findet bei Jugendlichen mit Behinderung - im Gegensatz zur kognitiven Entwicklung - oft nicht verzögert statt. Freilich spielt sie sich - v.a. kognitiv - in einem anderen Rahmen ab. Aber "null Schnittmenge" - wirklich?
Der GE Junge hat das Down Syndrom. Er ist immer mit der E-Helferin zusammen.
Benötigt er die E-Helferin (Was heißt das eigentlich? Ich kenne nur die Bezeichnung I-Helfer) denn die ganze Zeit?
Möglicherweise kann man ja mit ihr absprechen, dass sie ihm auch etwas Freiraum lässt, damit er mehr Kontakt zu anderen Schülern aufbauen und seine Selbstständigkeit verbessern kann?
Ich bin mittlerweile der Meinung, man sollte nicht so viel " Gewese" um ein paar einzelne Schüler machen. Das geht in der Zeit, Aufwand u Energie den Regelschülern verloren!
Und die streben einen vernünftigen Schulabschluss an und sollten im Berufsleben zurecht kommen können.
Ein Förderschulabschluss ist demnach "unvernünftig"? Und die Schüler mit [lexicon='SPF',''][/lexicon] sollen nicht im Berufsleben zurechtkommen können?
Was glaubst du, was gerade an der Förderschule (L) für ein Aufwand für Berufsvorbereitung betrieben wird, weil diese Schüler es in der Gesellschaft sehr schwer haben. Und auch G-Schüler, die später überwiegend im geschützten Rahmen arbeiten werden, müssen darauf vorbereitet werden.
Außerdem schreibst du doch selbst, dass die L-Schüler unter Umständen zu einem Hauptschulabschluss gebracht werden könnten. Gerade das wäre doch ein Ziel, darauf hinzuarbeiten?