Beiträge von Plattenspieler

    Im Gegenteil, gerade in der Primarstufe sind Smartboards toll aufgrund der vielen interaktiven Möglichkeiten.

    Und von den ganzen technischen Detailfunktionen einmal abgesehen auf das Wesentliche reduziert:

    Toll am Smartboard ist doch allein, dass ich unzählige Tafelbilder speichern, ändern, wiederabrufen kann etc. und mir nicht überlegen muss, was ich wegwische, um etwas Neues zu schreiben und was ich stehen lassen kann. Dass ich Arbeitsblätter etc. direkt am Board so groß gemeinsam besprechen kann, dass alle SuS mitbekommen, worum es geht. Dass ich Bilder, Videos etc. auch ganz spontan abrufen und zeigen kann, ohne mir vorher überlegen zu müssen, in welcher Stunde ich einen Beamer und Laptop brauche und ob das dann auch funktioniert.

    Man muss das ja auch als Analogie zur Taufe lesen. So wie das Wasser der Sintflut alles Böse auslöscht, so bewirkt auch das Wasser der Taufe den Nachlass der Sünden und ihrer Folgen: der Erbsünde, der persönlichen Sünden und der Sündenstrafen.

    Ich bin kein Religionslehrer, aber aus meiner Perspektive würde ich das für die Unterrichtsgestaltung nicht ganz ausklammern.


    Dann ist Sprachheilschule nach wie vor der entspannteste Ort. Ich finde es zwar hahnebüchen, stotternde Kinder auszusortieren aber das ist ja wieder ein anderes Thema...


    Ähem ...

    Dem möchte ich doch widersprechen. Von allen Förderschultypen dürften wir die größten Klassen haben. Und müssen gnadenlos den Lehrplan der Grundschule durchziehen ... was bei vielen unserer Kinder ein echtes Problem ist, auch wenn der (nonverbale) IQ im Normalbereich ist.

    Über den Zusammenhang von Sprach- und Verhaltensstörungen muss ich dir ja sicher auch nichts erzählen? Leicht ist unsere Klientel sicherlich auch nicht. Das mag vor 30 Jahren noch anders gewesen sein.

    Und damit ein Kind nur wegen Stottern zu uns kommt, muss dieses Stottern schon ziemlich massiv sein mit einem hohen Störungsbewusstsein und sozialen Folgeproblematiken. Bei Stottern besteht aber bekanntlich auch eine hohe Komorbidität mit z. B. Aussprachestörungen.

    Möchte dennoch nicht vom Förderschwerpunkt Sprache abraten. Interessante Inhalte, spannende Tätigkeit. Aber wenn man es wählt, um am "entspanntesten Ort" zu landen, dann wird der Praxisschock wohl unvermeidlich kommen.

    Zuerst muss ich dazu sagen, dass ich eine Mutter bin die täglich den Ranzen kontrolliert ob alles für den nächsten Schultsg gepackt ist.


    Ich finde am ehesten das bedenklich. Wir sagen den Eltern der Erstklässler an der Förderschule, dass das nicht ihre Aufgabe ist und das Kind das selbst machen und Verantwortung übernehmen sollte. Sollte das nicht ein Sechstklässler der Realschule auch können?

    Je nach Ausprägung der Primär- und Sekundärsymptomatik sowie der damit einhergehenden schulisch-akademischen und sozial-kommunikativen Einschränkungen kann bei Stottern auch der mobile Dienst der zuständigen Sprachheilschule/Förderschule Sprache hinzugezogen werden. Zumal wenn noch phonetische und/oder phonologische Auffälligkeiten wie der Rhotazismus vorliegen. Wie alt ist das Kind denn?

    Hallo FüllerFuxi,

    ich verstehe gut, dass du genervt bist und weiß aus eigener Erfahrung, dass die Umsetzungsbedingungen der sogenannten Inklusion oft mehr als fragwürdig sind und es nie gelingen wird, allen Schülern so gerecht zu werden.

    Trotzdem finde ich manches, was du schreibst, ehrlich gesagt ziemlich krass und habe einige Anmerkungen/Rückfragen dazu:

    Der Schüler mit GE bearbeitet sein Klasse 1/2 Heft mit seiner E-Helferin und oft sind sie gar nicht im Klassenraum, sondern bleiben unten in der Bücherei. Ich nehme mittlerweile keine Notiz mehr davon. Er und seine E-Helferin sitzen in einer " eigenen Blase" und teilen Sie Luft im Raum mit den anderen u das wars dann.

    Warum nimmst du davon keine Notiz mehr?
    Das ganze passiert doch unter deiner Verantwortung während der Stunden, in denen du die Klasse unterrichtest.
    Wer wählt denn die Aufgaben für den Schüler aus?
    Warum bleiben sie oft in der Bücherei? Wäre der Schüler zu abgelenkt oder würde die anderen zu sehr ablenken im Klassenzimmer?

    Nun zu den LE- Kindern: Ich kann genauso gut/wenig differenzieren wie die Kollegen...die drei arbeiten im normalen Stoff mit.


    Erhalten bei dir immer alle (Regel-)Schüler dieselben Aufgaben?
    Hier schreibst du, du kannst nicht differenzieren. Weiter unten schreibst du, du willst nicht.
    Zu differenzieren gehört aber zu deinen Aufgaben als Lehrer - nicht nur in der Inklusion. Deine Regelschüler sind doch mit Sicherheit auch nicht alle auf dem gleichen Lern- und Entwicklungsstand?

    Erst heute habe ich wieder festgestellt, dass einer der drei LE sehr schlecht liest.
    Was kann ich daran ändern? Nichts.

    Als Deutschlehrer solltest du meines Erachtens schon etwas tun können, wenn Kinder in dem Fach Lernschwierigkeiten haben.
    Was machst du denn mit Regelschülern, die schlecht lesen?

    Die anderen haben erste Pärchenbildung, die ersten Zigaretten werden geraucht, dick Pubertät halt...da gibt es null Schnittmenge zwischen GE Schüler und den anderen.


    Die Pubertät findet bei Jugendlichen mit Behinderung - im Gegensatz zur kognitiven Entwicklung - oft nicht verzögert statt. Freilich spielt sie sich - v.a. kognitiv - in einem anderen Rahmen ab. Aber "null Schnittmenge" - wirklich?

    Der GE Junge hat das Down Syndrom. Er ist immer mit der E-Helferin zusammen.

    Benötigt er die E-Helferin (Was heißt das eigentlich? Ich kenne nur die Bezeichnung I-Helfer) denn die ganze Zeit?
    Möglicherweise kann man ja mit ihr absprechen, dass sie ihm auch etwas Freiraum lässt, damit er mehr Kontakt zu anderen Schülern aufbauen und seine Selbstständigkeit verbessern kann?

    Ich bin mittlerweile der Meinung, man sollte nicht so viel " Gewese" um ein paar einzelne Schüler machen. Das geht in der Zeit, Aufwand u Energie den Regelschülern verloren!
    Und die streben einen vernünftigen Schulabschluss an und sollten im Berufsleben zurecht kommen können.

    Ein Förderschulabschluss ist demnach "unvernünftig"? Und die Schüler mit [lexicon='SPF',''][/lexicon] sollen nicht im Berufsleben zurechtkommen können?
    Was glaubst du, was gerade an der Förderschule (L) für ein Aufwand für Berufsvorbereitung betrieben wird, weil diese Schüler es in der Gesellschaft sehr schwer haben. Und auch G-Schüler, die später überwiegend im geschützten Rahmen arbeiten werden, müssen darauf vorbereitet werden.
    Außerdem schreibst du doch selbst, dass die L-Schüler unter Umständen zu einem Hauptschulabschluss gebracht werden könnten. Gerade das wäre doch ein Ziel, darauf hinzuarbeiten?

    Eine Methode gibt es. IntraAct. Ich mag sie gar nicht. In meiner alten Schule wurde sie erst nur für Förderschüler angewendet, da macht sie für mich auch Sinn.


    Warum denkst du, sie mache für Förderschüler Sinn?

    Gerade diese Schüler brauchen doch oft früh eine Motivation, um überhaupt zu sehen, warum sie lesen und schreiben lernen sollen.

    Mit dem reinen Lesen von Silben kommt man da nicht weit.

    Also Ergänzung mögen solche Aufgabenformate (kenne Intra Act jetzt nicht im Detail) sinnvoll sein, aber als alleinige Methode bitte auch für Förderschüler nicht.

    Edit: Ich sehe gerade, dass in dem von dir verlinkten Artikel sich ausgerechnet die Rektorin einer Sprachheilschule befürwortend äußert.

    @Plattenspieler
    Ein Schüler kann z.B. in Physik die Formel zur Berechnung der (physikalischen) Leistung auswendig lernen, die richtigen Variablen einsetzen und das exakte Ergebnis erhalten. Das muss nicht bedeuten, dass er eine Ahnung von den physikalischen Vorgängen und Źusammenhängen besitzt - also eigentlich nichts verstanden hat.


    Wenn ein Schüler die für die Aufgabe passende Formel wählt, die richtigen Variablen einsetzt und korrekt rechnet, dann hat er doch nicht nichts verstanden?

    An euch beide:

    Wenn ich nichts verstanden habe, dann kann ich doch auch gar keine Leistung bringen. Oder? Wie soll das gehen?

    Allenfalls bei irgendwelchen Mutiple-Choice-Tests per Zufallsprinzip.

    Insofern ging es mir, Wollsocken, auch nicht darum, wie welche Note in welchem System bezeichnet wird, sondern um die für mich logische Folgerung:
    nichts verstanden -> keine Leistung möglich -> schlechteste Note des Systems

    Indem ich mir z. B. beim Aufsetzen einer Prüfung überlege, welche Fragen ein Schüler beantworten kann, der zwar einigermassen gut gelernt aber nichts verstanden hat. Der sollte nach einer in unserem Kollegium allgemein akzeptierten Faustregel in etwa auf eine 3.5 kommen.


    Jetzt muss auch ich mich hier einmischen:


    nichts verstanden = 3,5 ?

    Ich meine, es war neleabels, der hier die Definitionen der verschiedenen Notenstufen postete. Nichts zu verstehen entspricht also bei euch "im Allgemeinen"/"im Ganzen" den Anforderungen?

    Meines Erachtens ist es ungenügend, wenn ein Schüler nichts verstanden hat.

    Es sei denn, du hast entweder eine andere Definition von "nichts" oder von "verstehen" als ich.

    Sonderpädagogik ist ein eigener Studiengang. Sonderschullehrer/ Förderschullehrer sind Lehramtsstudenten gewesen.


    "Sonderpädagoge" ist meines Wissens kein geschützter Begriff. Wenn sonderpädagogische Inhalte den Großteil meines Studiums ausgemacht haben, warum sollte ich mich dann nicht so nennen, nur weil ich ein Staatsexamen und keinen Master habe?

    Ich "bin" - je nachdem, wem ich mich vorstelle - Sonderpädagoge, Sprachheilpädagoge, angehender Sonderschullehrer usw.

    Pausenbrot:
    Hier werden die IQ-Testungen ganz normal von Sonderschullehrern im Rahmen der Feststellung des [lexicon='SPF',''][/lexicon] durchgeführt (und zwar, soweit ich Einblick habe, in allen Förderschwerpunkten). Und von älteren Kollegen weiß ich, dass das auch schon vor 30 Jahren so war.
    Psychologen haben mit dem Verfahren ja an sich nichts zu tun; ihre Berichte oder Meinungen können in die Diagnostik einfließen, sofern sie mit dem Kind schon gearbeitet haben.

    Seph:
    Dass sich Intelligenz nicht auf einen IQ-Test verkürzen lässt, ist, denke ich, allen klar, die sich damit einmal beschäftigt haben.
    Ich fände es erfreulich, wenn du auch bezüglich "Legasthenie" eine ein bisschen breitere Perspektive einnehmen und es nicht nur als medizinisches Problem betrachten würdest. Denn auch das Konzept einer "Krankheit Legasthenie" ist bei weitem nicht unumstritten. Google doch mal nach Renate Valtin: Brauchen wie die Legasthenie?

    Eine medizinische Diagnostik könne wir natürlich nicht durchführen, klar. Wir werden auch keine Darmspiegelung oder ähnliches als Diagnoseverfahren verwenden, keine Sorge. :_o_)

    Inwiefern allerdings LRS (für einen Nachteilsausgleich) nur von Medizinern (oder auch Psychologen, (Sonder-)Pädagogen) diagnostiziert werden kann, ist bundeslandabhängig. Und innerhalb der Bundesländer hängt es dann teilweise wieder von der Schulform/Klassenstufe ab. Ich persönliche würde mich gegen ein rein medizinisches Verständnis von LRS wenden.

    Und natürlich werden von uns teilweise Tests durchgeführt, die auch in der medizinischen Diagnostik eingesetzt werden (mir fällt da zum Beispiel der Bereich der Audiometrie ein, aber auch Sprachentwicklungstests etc.) - was für eine Diagnose mit welchen Konsequenzen daraus abgeleitet wird, ist natürlich eine andere Frage.

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