Plattenspieler: ich sehe in Religion halt nicht die fundamentalistisch geprägte, umdefinierte, dem "gesellschaftlichen Mainstream" ( Elternschreck) folgende "Kirchenlehre"
Entweder verstehe ich deine Aussage hier nicht oder ich hatte Elternschreck missverstanden: Er meint doch mit der dem gesellschaftlichen Mainstream folgende Lehre nicht die offizielle Doktrin, sondern das, was viele Religionslehrer daraus machen?
- sondern das, auf was die Katholische Religion basiert (wohl wissend, dass es Überlieferungen sind und nicht ein historisch verbrieftes "Wort Gottes": die Menschlichkeit, wie sie vor 2000 Jahren mal ein Mensch gepredigt hat.
Die katholische Kirche hat einen umfangreichen Katechismus, in dem ihr Glaube dargelegt wird. Unterrichtet man im Auftrag der Kirche, hat man sich an diesen Glauben zu halten, was man für die Missio auch verspricht (siehe meine Zitate oben).
Die Lehre Jesu auf die "Menschlichkeit" zu reduzieren, ist auch eine starke Verkürzung. Natürlich sind menschliche Werte (was nicht heißt, dass man jegliches Verhalten von Menschen gutheißt) wichtig, aber auch in der Bibel steht doch noch einiges mehr, was Jesus gesagt hat, oder?
Jesus war übrigens nicht nur Mensch (was du so heraushebst), sondern "wahrer Gott und wahrer Mensch, unwandelbar, ungetrennt, ungeteilt und unvermischt".
Und katholischer Glaube (den du als katholischer Religionslehrer vorgibst zu vertreten) ist eben nicht, dass sich jeder aus der Bibel selbst heraussuchen kann, was ihm gefällt, und es auf seine Weise interpretieren (wie es in gewissen evangelischen Kreisen Konsens ist), sondern dass Gott seiner Kirche als gesamten die Wahrheit anvertraut hat und sie nicht in die Irre gehen lässt (vgl. Mt 16,18f.; 1. Tim 3,15).