Beiträge von Plattenspieler


    Informationen durch den Schulvertreter des PhV und die Zeitschrift "Profil" des Deutschen Philologenverbandes mit "Gymnasium Baden-Württemberg", der Zeitschrift des PhV Baden-Württemberg;
    regelmäßig das Verzeichnis der Lehrer an Gymnasien;
    regelmäßig die Sammlung "Schulrecht für Lehrer an Gymnasien";
    jährlich den Kalender für Lehrer an Gymnasien

    Diese ominösen Gymnasien scheinen doch eine sehr exklusive Institution zu sein. Haben wohl mal so gar nichts mit den gemeinen Schulen zu tun. Deshalb brauchen sie auch auf jeden Fall einen exklusiven Kalender.


    Ich meine, dass die meisten Gymnasiallehrer gegen die Abschaffung des Gymnasiums sind. Glaubst du nicht?

    Doch, wahrscheinlich hast du schon Recht, der Mensch hält nun mal gerne an Altbekanntem fest ...



    Und das ist am Gymnasium/der Realschule/der Hauptschule nicht möglich? Aus welchem Grund?

    Doch, doch, das ist sicher möglich, aber das ist mit Noten nicht möglich, und das war ja ein Punkt von dir, dass die GEW für die Abschaffung dieser wäre ...

    Dafür, dass "Sprechen" im Bildungsplan einen von vier Bereichen darstellt, ist es in eurer Berechnungsskala mit 1/11 aber doch stark unterrepräsentiert (und "Sprachbewusstsein entwickeln", was definitiv nicht nur 'Grammatik' ist, ebenso), findest du nicht?

    "Rechtschreiben" entsprechend überrepräsentiert.

    Und soll der Unterschied "Lesetechnik" und "Leseverständnis" die beiden Bereiche Vorlesen und sinnentnehmendes Lesen darstellen?

    Wie kommt man auf ein derartiges Berechnungsverfahren? Habt ihr das zusammen entwickelt?

    Auch kann ich die Befürchtung dahingehend nachvollziehen, dass man als Lehrer natürlich inhaltlich immer im Bereich der basics bleib und diese Jahr für Jahr aufs Neue erklären muss. Vergleichbar mit einer Forschungskarriere, wo man Jahr für Jahr immer tiefer und tiefer in die Materie eindringt ist das natürlich nicht. Die Befürchtung eine inhaltliche Routine könnte sich einschleichen ist durchaus nachvollziehbar! Allerdings wird man vielleicht ja auch sehr froh sein, wenn man immer dasselbe macht und so vielleicht späte nach einigen Jahren ein freizeitorientiertes, entspanntes Leben führen kann, weil man die Stunden in und auswendig kennt und sie spontan halten kann.

    Nun ja, sicher spielt sich eine gewisse Routine ein und das ist auch gut so. Aber nur bis zu einem bestimmten Maß.
    Schließlich hast du in jeder Klasse andere Schüler und solltest den Unterricht individuell an diese (und zwar an jeden einzelnen) anpassen. Dass es genug Lehrer gibt, die trotzdem Jahr für Jahr die gleichen Stunden "auswendig" abspulen, ist klar ... Produktiv ist das aber nicht.

    Und natürlich muss man den "Schulstoff" nicht immer tiefer durchdringen. Als Lehrer ist man aber auch nicht Experte für "fachliche" Fragen in z.B. Physik oder Literaturwissenschaft oder sonstwas, sondern Experte für das Arrangement von Lehr-Lern-Prozessen. Und diesbezüglich ist es durchaus wünschenswert und angedacht, dass man sein pädagogisch-didaktisches Know-How sein ganzes Berufsleben lang erweitert.


    Nimm es Plattenspieler nicht übel, heutzutage muss man als angehender Lehrer Smit seiner Terminologie eine gewisse "political correctness" an den Tag legen um in Pädagogenkreisen dazuzugehören.
    (...)
    Auch nennt man heutzutage einen frechen unerzogenen Schüler nicht mehr so beim Namen, sondern verhaltenskreativ oder lebhaft.

    Es geht mitnichten um "political correctness", sondern es geht um einen bestimmten Blick auf die Kinder und ein bestimmtes Menschenbild, das sich in der Terminologie widerspiegelt.

    Ich studiere, wie du vielleicht weißt, Sonderpädagogik, und da beschäftigen wir uns recht intensiv mit Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Problemlagen. Da geht es auch nicht darum, das zu relativieren.Ich habe kein Problem damit, einen Schüler als "vehaltensgestört" oder "psychisch gestört" zu bezeichnen, wenn es denn wirklich der Fall ist. "Frech" und "unerzogen" hingegen sind keine objektiven Beschreibungen und tragen mit Sicherheit nicht zur Professionalisierung im Lehrerberuf bei, die du sonst doch für so wichtig hältst.


    Dass Schüler in die Schule kommen um Dinge zu lernen, die sie vorher nicht wissen macht sie also noch nicht "unwissend". Das wusste ich auch nicht. Vermutlich gibt es dazu einen Pädagogenbegriff, der das Unwissen der Schüler blumiger beschreibt und lobend erwähnt, was sie nicht alles Tolles anderes schon können, ausser der Sache, die sie eben nicht wissen und in der Schule lernen sollen...

    Schüler pauschal als "unwissend" zu bezeichnen ist etwas anderes als zu sagen, dass sie bestimmes Wissen und bestimmte Kompetenzen noch nicht erworben haben. Das gilt es durchaus differenziert festzustellen.
    Aber eben auch, was sie schon alles gelernt haben, und das ist eine Menge, bis die Kinder in die Schule oder gar in die Sekundarstufe kommen. Und dass es pädagogisch-psychologisch sinnvoll ist, am Vorwissen der Kinder anzusetzen, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben.


    Man darf also z.B. nicht mehr sagen, dass der Lehrer den Schülern im Unterricht Wissen vermittelt, sondern die Schüler erlernen selber Kompetenzen.

    Diese Gleichsetzung von "Wissen" und "Kompetenzen" offenbart nur ein weiteres Mal deine pädagogischen Defizite ...

    Ist es energie-und motivationsraubend ca. alle 2 Jahre den gleichen Stoff mit neuen, unwissenden Schülern durchzuarbeiten?

    Ich bin zwar mitnichten ein "alter Hase", aber diese Frage von dir finde ich schon sehr bedenklich.

    Erstens musst du doch nicht alle 2 Jahre "den gleichen Stoff durcharbeiten". Es gibt so viel, was man in der Schule behandeln kann. Die Bildungspläne heutzutage sind kompetenzorientiert, das heißt, sie lassen dir in der Regel genügend Freiraum, dein ganzes Berufsleben lang immer "neuen Stoff" durchzunehmen.

    Zweitens ist die Vorstellung von Schülern als per se "unwissend" doch schon sehr defizitorientiert und klingt wenig wertschätzend.

    Das hat jetzt mit der juristischen Situation nix zu tun aber argumentativ hilft bei meiner Klasse (Jgst. 7, fast nur Jungs) super, wenn ich sage, dass Ihre großen Vorbilder auf dem Fußballplatz es doch sehr regelmäßig 2x 45 Minuten aushalten ohne auf Toilette zu gehen. Dagegen fällt ihnen sehr oft nix ein, sie wollen ja alle kleine Gomez oder Podolskis sein.

    ... womit sie sich gerade die beiden Schwachstellen in der aktuellen Nationalmannschaft ausgesucht haben. :thumbdown:

    Übrigens würde ich als Schüler hiermit kontern: http://www.youtube.com/watch?v=CfMDNLh7AU0

    (Ganz abgesehen davon, dass ich als aktiver Fußballspieler in jeder Halbzeitpause urinieren war.)

    Ich kann schon zwischen Grundlagenwahl- und -pflichtfach unterscheiden. Ersteres ist in unserer PO nämlich nicht vorgesehen; für das zweitere (2 SWS) ist Theologie/Religionspädagogik vorgesehen, was aber durch Philosophie ersetzt werden darf.
    Mag früher/an anderen PHen anders (gewesen) sein.

    Wer sich wirklich für Fußball interessiert, schaut auch nicht nur die Spiele "seiner" Mannschaft.

    Ihr wisst ja gar nicht, welchen emotionalen Schaden es an meiner kindlichen Seele hinterlassen hat, viele wichtige Spiele 1994, 1996 und 1998 nicht live sehen zu dürfen. :(

    Erstens betrifft das Grundlagenpflichtfach nicht nur die GHS-Studenten.
    Zweitens kann man es, zumindest seit der Zeit meines Studienbeginns, ganz legal durch ein Seminar in Philosophie ersetzen (ganz abgesehen davon, dass die tatsächliche Teilnahme kein Mensch kontrolliert).

    So können nur Frauen reden, die den Stellenwert des Fußballs nicht richtig einordnen ... :(

    M.E. sollte die gesamte EM-Zeit klausuren- und hausaufgabenfrei sein. Kann die Haltung der SuS gut nachvollziehen, weil ich grad selbst genug zu tun hab ...

    Eltern und Schüler sind in Bezug auf pädagogische Entscheidungen nun mal nicht mündig und können es auch gar nicht sein Sehe ich anders: Wenn Eltern in pädagogischen Belange NICHT mündig wären, könnten sie ihre Elternrolle nicht erfüllen und sie bräuchten Beistand vom Amt.

    Nur weil man kochen kann, hat man nicht automatisch Ahnung von Ernährungswissenschaft.
    Nur weil man Sport treibt, hat man nicht automatisch Ahnung von Sportwissenschaft.
    Nur weil man seine Kinder erziehen kann, ...


    Hast du dazu belastbare Quellen?

    Nun ja, dazu gibt es einige religionspädagogische Untersuchungen (z. B. Bernhard Grom), die aber vermutlich von euch nicht als "belastbar" oder objektiv betrachtet werden?

    Aber man kann sich auch ganz einfach selbst fragen, ob man wirklich in einer sogenannten säkularen Gesellschaft leben möchte ... Mit all den Konsequenzen, die sich daraus ergeben: Verfall moralischer Werte, Materialismus und Konsumismus, Egoismus, Aufkommen von ideologischen "Ersatzreligionen" etc. Und ob man möchte, dass die Kinder schon im Geiste einer solchen aufwachsen.

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