Beiträge von Sissymaus

    Interessant. Auf der GLK, ist aber schon 5 Jahre her, wurde nochmal betont, dass der Weg zur Toilette kein Arbeitsunfall ist. Aber wie gesagt, es gab keine Spätolgen und die Kosten des privaten Unfalls wurden natürlich bezahlt.

    Spätfolgen können Jahre später auftreten. Daher ist die Feststellung eines Dienstunfalls wichtig.

    Bis zur Gruppenleitung inklusive sind die meisten Beschäftigten in der Schulabteilung dort ehemalige Lehrkräfte. Ausnahmen sind die SachbearbeiterInnen. Also mangelnde Expertise kann man ihnen nicht vorwerfen. Politische Entscheidungen folgen hingegen selten dem Rat von ExpertInnen...

    Ich bin in diesem Zusammenhang auch vielen ehemaligen Lehrkräften begegnet. Meine Erfahrung mit einigen Personen ist, dass sie sehr schnell die Bedingungen an den Schulen vergessen oder - ich sage mal- verklärt in Erinnerung haben.

    Ich steige ein in den doch schon älteren Thread und komme damit auf die Frage zurück ("Worüber ich mich heute freuen kann..."). Große Freude - und noch mehr Vorfreude - ist tatsächlich angesagt: Ich habe heute gekündigt! Volle Stelle, feste Stelle, unbefristet, lukrativ... am Ende war's alles wurscht. Eine von unzähligen Anekdoten, die es für mich klargemacht haben:

    In der vergangenen Woche hat das Kollegium meiner Schule im Rahmen einer Dienstbesprechung zwei Tagesordnungspunkte abgehandelt:

    Zum einen haben wir für die weitere Gestaltung der im Rahmen der andauernden Flüchtlingskrise eingerichteten DaZ-Klassen und ihre an unserer Schule dringend notwendige konzeptionelle wie ganz praktische Neuausrichtung keine fünf Minuten benötigt. Ein Kollege ist neben dem Schuldienst seit 25 Jahren als Uni-Dozent im Fachbereich „Deutsch als Fremdsprache“ sowie zertifizierter TELC und TestDaF-Prüfer in Integrationsmaßnahmen tätig und hat einmal mehr versucht, hier konstruktiv und sehr professionell Einfluss zu nehmen. Seine Hinweise wurden gehört und wie in der Vergangenheit ohne weitere konkrete Zielsetzung ins Protokoll aufgenommen: Sie bedeuten schlicht, dass zum Wohle der Kinder Personal und Zeit investiert werden müssten. Daran besteht in unserer Einrichtung eher weniger Interesse. Der übliche Textbaustein hier: „Wir nehmen das in den Blick.“ Bedeutet: Alle Flüchtlingskinder, die ihre Erstförderung an unserer Schule absolviert haben (meint: die den Zeitraum ihrer Erstförderung in einem ehemaligen Abstellraum abgesessen haben), werden wie in der Vergangenheit ohne Erreichen eines messbaren Sprachniveaus ans Berufskolleg und/oder die umliegenden Hauptschulen weitergereicht. Hier beginnen die Kinder in den IFK (Int. Förderklassen) wieder bei Null.

    Der zweite TOP, die Planung und sehr lebhafte Diskussion des Lehrerausflugs (in der Sprachregelung der Schule neckisch „digitaler Studientag“ genannt), insbesondere die Organisation des „Squaredance-Workshops“ für das Kollegium – eine teambildende Maßnahme - sowie die launige Kommunikation der Speisekarte einer angemieteten Gastronomie, nahm satte 45 Minuten in Anspruch.

    Also habe ich nach drei Jahrzehnten im Schuldienst quer durch alle Schulformen vor „Dienstbesprechungen“ wie dieser und vor allem anderen final kapituliert: vor hoffnungslos überfüllten Klassen, massivem Unterrichtsausfall, vor kleinen und großen Kindern mit bunten Tablets, vor Eltern, die höchste Ansprüche formulieren und gleichzeitig grundlegende Erziehungsaufgaben bereits delegieren, vor Netflix und Tiktok, vor heute kranken und morgen tanzenden Kolleginnen und Kollegen, vor Fortbildungsstrategen, die von „digitaler Transformation“ reden und keinen Satz mehr sprachlich sauber zu Papier bringen, vor Schulbüchern ohne Text und mit QR-Codes, vor einer Schulverwaltung ohne ansatzweise Ahnung, wie Schulen heute aussehen... Folgerichtig habe ich die Auflösung meines Arbeitsvertrages durchgesetzt. Das Gefühl, in diesem absurden Theater „entbehrlich“ (John Rambo) zu sein, empfinde ich als Kompliment. Ich werde in Kürze an anderer Stelle wieder mit dem anfangen, was einmal bei meiner Berufswahl entscheidend war: Zeit für Menschen und ihre Bildung zur Verfügung zu stellen, hatte ich doch das Glück einen großen Arbeitgeber zu finden, der die Sache ähnlich sieht und für meine altmodischen Vorstellungen vom Lernen und Lehren auch noch deutlich mehr bezahlen will. Wohl, weil ihm mehr am Menschen liegt.

    Beileidsbekundungen und - wie in diesem Forum oft zu finden - kluge Ratschläge gerne, aber ich werde sie nicht mehr lesen, sondern meine Zeit der neuen (alten i.S. von eigentlichen) Aufgabe widmen. Euch ebenfalls viel Glück!

    Alles Gute!

    Ich fahre auch nur mit Klassen, mit denen ich mir das vorstellen kann, weil der Draht stimmt. Schließlich verbringe ich einen Großteil meiner privaten Zeit dann fremdbestimmt. Und dann fahre auch nur, wenn die das komplett alleine organisieren und ich nur noch unterschreiben muss. Das kommt nur alle Jubeljahre mal vor. Zuletzt 2016.

    Ansonsten begleite ich jährlich eine Skifreizeit. Das mache ich total gern, weil mir das selbst so gut tut. Ich leihe mir da auch immer gutes Material der Topklasse aus und natürlich bezahlt das alles der Dienstherr. Nur die Erstattung dauert immer ein bißchen. Aber sie kommt lückenlos. Ansonsten würd ich mir das Schenken.

    Ach ja, die liebe UPP und das Ref. Das ist ein so kleiner Anteil am Berufsleben, dass es sich eigentlich nicht lohnt darüber zu nachzudenken. Hake es ab und freue Dich darauf, dass Du bald siehst, wie der Beruf WIRKLICH ist.

    Mir ging's übrigens Genauso wie Dir. Die 3 in der einen Stunde hat zu einer 1,57 insgesamt geführt, also eine 2. Ich habe mich genau einen Tag geärgert, danach wars mir egal. Nie wieder wollte jemand diese Note von mir sehen oder war sie irgendwo relevant.

    Wenn Du selber Noten gibst, stellst Du ja auch fest, dass Deine Benotung nicht objektiv ist. Und so gehts Deinen Prüfern auch.

    Ich weiß nicht, ob ich quer-oder seitlich eingestiegen bin. Aber auch ich bereue nichts.

    Manchmal bin ich vom System frustriert, aber der Job als solches macht mir schon Spaß.

    Ich hab keine Ahnung von dem verfahren in deinem Bundesland. Mich wundert, dass man Leute aus der freien Wirtschaft mit einjährigen Verträgen locken will. Oder wie geht das bei dir?

    Wegen deiner Kinder: ja, man benötigt ein gutes Netzwerk. Kinder werden krank. Es gibt Abendveranstaltungen. Die Kids haben ja einen Vater. Was ist mit dem?

    Ich spoilere mal: der nächste Kommentar wird sein, dass der Vater einen richtigen Job hat.

    Danke Quittengelee

    So meine ich es: Du findest, es sei kein Problem und sagst das auch so. Jemand aus Deinem Kollegium hört das und fühlt sich unter Druck gesetzt. Sogar der SL macht das so, dann kann ich mich ja nicht so anstellen.

    Es mag sein, dass in Deinem Kollegium alles klar geht, aber es gibt Schulen, da wird genauso und damit sehr subtil Druck aufgebaut.

    Oh, wo habe ich das so in der Schule gesagt? Da weißt du mehr als ich.

    Wenn in der Schule jemand nach einem Telefon fragt, sage ich ihm, wo die schnurlosem Telefon steht.

    Und wenn er ankäme, und sagt "ich nutze aus Prinzip mein Handy nicht" sage ich ihm, wo die schnurlosen Telefone stehen. Okay, ich würde mir meinen Teil denken (und, da wir hier in einem Diskussionsforum sind, hier auch schreiben). Aber wie s3g4 ganz richtig sagt: ich kann es nicht einfordern, dass man sein Privatgerät nutzt.

    Genauso wie du mit deinem subtilen Vorwurf auch nicht einfordern kannst, dass ich nicht meins nutze. Oder andere.

    Ich hab nicht behauptet, dass Du das in Deiner Schule gesagt hast. Das ist hier im Forum so gefallen. Bei mir übt das keinen Druck aus, aber im echten Leben bei KoK durchaus schon. Darüber sollte man sich im Klaren sein, wenn man das so sagt.

    Ich kann natürlich auch nicht bei anderen fordern, dass sie sich weigern sollen, aber je mehr es tun, desto eher wird sich etwas ändern.

    Genau, ich weiß. Ich bin in NRW.

    Mir ist nicht ganz klar, warum du dich über die Schulform Gesamtschule beschwerst bzw. damit nicht zufrieden bist, aber damals das Lehramt dafür studiert hast. Hättest du das nicht gewollt, hättest du es gar nicht studieren dürfen.

    Das ist doch jetzt hier nicht das Thema. Und ist nicht hilfreich für die TE, um das aktuelle Problem zu lösen.

    (ihrer Meinung nach muss man als Lehrer/in damit leben, übel beschimpft zu werden. "Sie werden schon sehen, was Sie davon haben" und "Sie stehen ganz oben auf meiner Abschussliste" seien zudem keine Drohungen).

    Es kann auch sein, dass ich da sehr weich bin. Ich kann Beschimpfungen und (wahrgenommene?) Drohungen schlecht aushalten. Daran arbeite ich.

    Nein, daran muss keiner arbeiten. Und das muss auch keiner aushalten. Keiner muss sich beschimpfen lassen oder Drohungen aushalten. Egal wer und egal in welchem Beruf oder in welcher Situation.

    Und Deine Schule sollte sich wirklich kollektiv schämen. Unfassbar, echt!

    In Bezug aufs Telefon: wir haben 5 Geräte im Lehrerzimmer-Bereich, außerdem 2 Festnetz-Telefone in anderen Bereichen der Schule (z.B. der Turnhalle). Natürlich sind wir gut ausgestattet. Ich weiß aber auch, dass meine Kolleginnen vielfach ihr Handy nehmen, weil es für sie praktischer ist.

    Es macht durchaus einen Unterscheid wie die Situation vor Ort ist:

    Es stehen ausreichend Geräte zum Telefonieren zur Verfügung. Die Lehrkraft entscheidet sich trotzdem aus welchen Gründen auch immer dafür, das Gespräch mit seinem privaten Telefon zu tätigen

    vs

    Es gibt nur ein Telefon im Sekretariat, das nicht für alle zugänglich ist und der Dienstherr sagt: dann nimm Dein privates Telefon.

    Es ist dann auch ein Unterschied, in welcher Situation die SL sagt: Entspann Dich mal.

    Wobei ich diesen Anspruch generell auch daneben finde. Es impliziert immer, dass man sich nicht so anstellen möge.

    Ich habe leider Anfang dieses Jahres einen derart "unschönen" Dienstunfall im Unterricht erlitten, dass ich seitdem dienstunfähig/krankgeschrieben bin.

    Noch eine Frage: reden wir von Anfang des Jahres oder des Schuljahres? Wie lange ist der Vorfall her?

    EDIT: Habs gefunden. Anscheinend Anfang des Jahres.

    Unfassbar, dass damit so lasch umgegangen wird, wenn jemand Monate ausfällt.

    Meine AU besteht seit mehreren Monaten und meine Schule hat mir für dieses Schuljahr keinen Stundenplan erstellt bzw keine Lerngruppen zugeteilt.

    Es gab eine Ordnungsmaßnahmen-Konferenz. Dort wurde vor Wochen/Monaten entschieden, dass die Konsequenz für den Schüler eben die Androhung der Parallelisierung (von Klasse 8y in Klasse 8z) ist. Es war ja auch ein Schulleitungsmitglied, vermutlich die Abteilungsleitung, anwesend. Die Anwesenden haben diese Konsequenz also als angemessen empfunden bzw so entschieden.

    Ich als "kleines, einzelnes Licht" mit nur einer Stimme hätte da, selbst wenn ich eingeladen worden wäre, nicht ändern können.

    Also, Du bist kein "kleines, einzelnes Licht", sondern die Betroffene und daher als Zeugin doch unbedingt in einem solchen Verfahren anzuhören. Unglaublich, dass das nicht passiert ist. Es wäre mMn auch angemessen gewesen, Dir diese Möglichkeit einzuräumen, egal ob krankgeschrieben oder nicht. Zumindest wäre mein Weg gewesen, Dich anzusprechen und zu fragen, ob es Dir möglich ist, Deine Empfindungen und Folgen dieser Tat schriftlich der Konferenz mitzugeben, damit die Anwesenden begreifen, was der Vorfall ausgelöst hat.

    Ich empfinde das wirklich als eine merkwürdige Art der Schulleitung, mit solchen Fällen umzugehen. Eine Lehrkraft ist längerfristig erkrankt und dann wird eine Parallelisierung "angedroht"? Das ist keine Konsequenz, sondern ein Scherz!

    Es tut mir wirklich leid, dass Du so behandelt wurdest. Das darf in meinen Augen so nicht passieren.

    Ich weiß auch nicht genau, welchen "Vorteil" ich dadurch hätte.

    Es ist auch durchaus möglich, dass du auch an einer anderen Schule nicht unbeschwert arbeiten kannst. Und dass du womöglich dauerhaft dienstunfähig wirst. Das ist schon sinnvoll, wenn es ein Dienstunfall ist.

    Auch kann es sein, dass Sitzungen nach einiger Zeit nicht mehr ohne weiteres übernommen werden und du dann womöglich auf Kosten sitzen bleibst.

    Ich würde das noch angehen.

    Alles Gute für dich. Ist eine schlimme Situation.

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