Beiträge von Sissymaus

    Ich habe auch schon einige ungeeignete Leute erlebt. Da möchte ich so gern, dass sie es einsehen. Tun sie aber nicht.

    Nehmen wir mal an, dass Du hier tatsächlich jemandem krumm gekommen bist und nun irrationaler Kritik ausgesetzt bist: Kommt da bei Dir nicht ein "denen zeige Ichs nun erst Recht" auf? Ich erinnere mich an ähnliche Situationen in meiner Lehrzeit. Mein Chef war eine miese Ratte und hat mich überall als unfähig dargestellt und mich nur kopieren lassen. Ich bin direkt nach meiner Prüfung (Note 1,8) weg und habe Jahre damit gehadert. Ich bin nachher extra zur Diplomarbeit nochmal zu dieser Firma in diese Abteilung. Diesmal saß meinem Chef ein weiterer Abteilungsleiter vor. Hatte nachher eine 1,0 in der Diplomarbeit. Und meinen Frieden.

    Ein Reffi bei uns hat mal das Gespräch mit dem Fachleiter gesucht, weil es da zu Konflikten kam. Die beiden kamen einfach nicht klar. Fachleiter sehr extrovertiert, Reffi genau das Gegenteil. Und der FL wollte immer, dass der Reffi sich so gibt, wie der Fachleiter. Aber das konnte er nicht. Er ist dann samt Mentor hingefahren und hat versucht, die Konflikte zu lösen. So hatte der Ref das Gefühl, aktiv etwas getan zu haben und hat ihm Kraft für den Rest gegeben (war auch nur noch ein halbes Jahr). Er hat es auch am Ende geschafft und ist nun bei uns auf Lebenszeit verbeamtet.

    Mein Tipp: Versuche Dich absolut auf die Sache (auf Deinen Unterricht) zu konzentrieren. Führe Protokolle von Nachbesprechungen, die auch die Fachleiter bekommen (zwecks Abgleich von Ergebnissen und Absprachen). Suche Dir einen Kollegen / eine Kollegin, die unterrichtlich auf Deiner Welle liegt. Wie ist Dir die SL gesonnen? Sehen auch andere Kollegen an der Schule, was da im Seminar los ist?

    Achso und was sind das z.B. für Aufgaben? An der Förderschule gibts da leider nur sehr begrenzte Möglichkeiten. Administrator und co. kriegen ggf. eine Entlastungsstunde Stufenleitungen macht man nebenher...

    Am BK ist das zB das Management eines Bildungsganges oder das Management und die Initiierung von ERASMUS+ Projekten oder die Betreuung von CAD / CNC-Pools und den Inhalten dieser Thematiken oder oder oder.
    Ich fände es auch nicht so prickelnd, dass ich mehr Arbeit machen sollte als andere für das gleiche Geld. Kann daher schon verstehen, dass diese Frage aufkommt. Trotzdem gönne ich den Kollegen das natürlich, aber dann müsste man eben fragen, wie das dann mit den übernommenen Zusatzaufgaben sein wird.

    Als Frau? Willst weiter wegziehen bzgl. der Versetzung?
    Schwanger, Elternzeit und dann läuft das schon.

    Ein Kind bekommen, weil man ein Kind will: Ok! Ist das Kind dann da und man erwirkt damit eine Versetzung: auch ok. Ein Kind bekommen, nur für eine Versetzung: denkbar schlecht! Kinder bedeuten sehr viel mehr als nur ein Versetzungsgrund.


    Mein Tipp wäre auch: auf eine Beförderungsstelle an einer anderen Schule bewerben.

    Erst einmal danke für alle Antworten.

    Ich unterrichte das Fach fachfremd mit 2 Stunden in der Woche. Mir bringt das alles gar nichts.
    Mein Problem damit habe ich schon mal angesprochen, aber ich wurde regelrecht abgewimmelt.. vermutlich ist es wirklich notwendig, den Personalrat mal zu fragen. Auch wenn es „nur“ 1,5-2 Stunden sind...Für mich ist es ein Zeitverlust. Da plane ich lieber im Lehrerzimmer oder Zuhause. Es kann ja nicht sein, dass nur die Biologen dazu verdonnert werden, während die anderen Kollegen, keine Mehrarbeit machen müssen. Wobei ich sowieso mehr oder weniger dazu gezwungen wurde/werde, fachfremd zu unterrichten.

    1,5 Stunden zusammensetzen für 2 Stunden Unterricht pro Woche? Nicht Dein Ernst. Irgendjemand schrieb hier schon: Damit wäre sämtlich Vor- und Nachbereitungszeit für diese 2 Stunden erschlagen. Anscheinend sitzt ihr ja nicht da und bereitet Unterricht vor oder nach. Also ist das Mehrarbeit.

    Schokolade schrieb: "Im Stundenplan hat er diese Präsenzzeit eingetragen."

    Das ist nicht zulässig.

    Doch! Wenn sie ins Deputat eingerechnet wird. Dann setze ich mich gern jede Woche 1,5 Stunden hin, aber dafür müssen eben an anderer Stelle 2 Unterrichts-Std wegfallen. Wenn die Schule so gut ausgestattet ist: Warum nicht?

    Also: Setz Dich mit den Kollegen zusammen und überlegt, ob ihr gemeinsam der Meinung seid, dass das Unsinn ist. Dann erläutert ihr dem SL, dass diese Art der Zusammenarbeit wenig gewinnbringend ist und Arbeit an anderer Stelle liegen bleiben muss. Wenn sich keiner alleine traut, dann gemeinsam.

    Was ist das denn für ein SL, dass man mit dem nicht sachlich sprechen kann?

    Uns wurde aufgrund der DSGVO extra noch mal gesagt, dass wir besser handschriftliche Notenlisten führen sollen. Von Verschlüsselung war da nicht die Rede.

    Und uns wurde gesagt, dass Daten nicht alleine digital sind, sondern auch analog. Somit ist für mich wesentlich sicherer die digitale Verarbeitung mit ordentlichem Passwortschutz und was sonst noch so für Firewalls und Virenscanner eingesetzt werden kann.

    Ich bin nämlich auch jemand, der gern allen Kram rumliegen lässt.

    Ich muss bei diesen Themen auch immer schmunzeln. Ist es echt so, dass S. von heute blöder sind? Ich selbst hatte wirklich echte Schwierigkeiten in Mathe. Ich hab das bis zur 8. gut kapiert, danach ging bergab. Erst im BK hatte ich einen Mathelehrer, bei dem ich plötzlich alles verstanden habe. Und ich wage zu behaupten, dass ich erst im Studium richtig kapiert habe, wie es geht. Hätte mich in der 10 jemand mit dem Umstellen einer Formel behelligt: ich wäre wohl eine von Plattylus´ erwähnten Schülern gewesen.

    Machen wir uns nichts vor: die Interessen dieser Altersgruppe sind nicht hauptsächlich die Schule, sondern alles andere. So wie bei uns damals auch. Trotzdem müssen basics natürlich beherrscht werden. Wer sich irgendwie durchmogelt, scheitert dann meist an der Uni. Ist dann eben so. Und scheitern sie nicht (an der FH durchaus möglich), dann ist es doch auch ok. Dann müssen sie im Beruf zeigen, was sie können. Und solche Durchmogler aka Lebenskünstler kommen meist sehr weit. Ohne großartig eine Formel umstellen zu können. Trotzdem können sie in ihrem Jon nachher gut sein. Ist das dann so schlimm, dass sie einige Skills in Mathe nicht drauf haben?

    Ja. Hab ihn selbst gemacht. Und bei uns machen viele diesen quereinstieg. Er ist immer wieder geändert worden. Aktuell ist er so wie oben beschrieben.
    Ruf doch mal in Arnsberg an und frag nach, ob das für den Uni-Bachelor auch gilt. Wenn Schulen jemanden haben wollen, ist eigentlich vieles möglich.

    Nein, Zeiten die vor dem 2. Staatsexamens geleistet wurden, werden in NRW weder bei der Einstufung noch beim Stufenaufstieg angerechnet.

    Richtig.
    Es sei denn, Du bist Seiteneinsteiger (OBAS). Mir wurde auch nicht einschlägige Tätigkeiten anerkannt.

    Meine Empfehlung: Bachelor zu Ende machen, auf eine Informatik-Stelle am BK bewerben und in den FH-Erlass rutschen. Dann bekommst Du eine Planstelle und unterrichtest 13 Stunden, während Du an einer Uni (bezahlt!) Deinen Master. ed. nachholst. https://www.schulministerium.nrw.de/BP/LEOTexte/Erlasse/FH_BK.pdf

    Und noch eine Frage zur Versetzung:
    Ich habe immer wieder gelesen, dass es bestimmte Fristen gibt, nach denen ein Schulleiter eine Lehrkraft gehen lassen muss. Kann dazu vielleicht jemand etwas sagen? Heißt das, dass man nach dieser Frist mit Sicherheit "gehen darf"?

    Mit den Fristen im Einzelnen kennen ich mich nicht aus. In NRW sind es 5 Jahre. Hast Du dann die Freigabe, muss eine andere Schule Dich aufnehmen. Also erst eine Stelle zur Verfügung haben. Dabei ist eine Versetzung innerhalb des Regierungsbezirkes einfacher als über die Reg-Bezirke hinaus. Und über die Landesgrenzen ists nochmal schwieriger, wegen der Pensionsansprüche. Aber da habe ich nur laienhaftes Wissen.

    Zitat

    Das heißt es wäre nicht klug, eine Stelle nach dem Ref. anzunehmen, die man nicht gut findet (aus welchen Gründen auch immer), sondern evtl. lieber erstmal eine Vertretungsstelle und dann im nächsten Halbjahr nochmal zu probieren, in der Hoffnung auf eine bessere Planstelle?
    Quasi: lieber noch eine Weile keine sichere Beamtenstelle anstatt eine zwar sichere aber ungünstige Stelle, von der man ewig nicht mehr loskommt.

    Kommt drauf an: Hast Du denn bei Deinen Fächern die riesige Auswahl? Ist arbeitslos (ohne Arbeitslosengeld, wohlgemerkt!) denn eine Option für Dich? Dann ja! Sonst nein!

    Am BK ist das sicher auch nochmal was anderes:
    Ich habe meine immer 3,5 Jahre, also die komplette Lehrzeit. Und ich bin immer Klassenlehrerin.
    Ich komme nicht mit jedem gut aus, aber wir können miteinander arbeiten. Ihren Chef in der Firma können sie sich auch nicht aussuchen. Und die Kollegen auch nicht. Natürlich gibt es Klassen, da funktioniert es wie von Zauberhand und von selbst. Bei anderen muss mal hinsteuern. Und es klappt vielleicht trotzdem nie. Da muss ich durch und die müssen es auch.

    Als ich am Anfang ständig in verschiedene Klassen geworfen wurde (manchmal nur einstündig für ein halbes Jahr), hat mich das viel Kraft gekostet.

    @fossi74,

    hier der versprochene Link, den ich oben nicht einfügen konnte.
    Rund 130 Milliarden ! Das muss wie gesagt von uns erwirtschaftet und als Steuer oder Abgabe an den Staat abgeführt werden. Sonst kann der auch nichts ausgeben (übrigens auch von all jenen, die keine Kinder haben, also niemals in den Genuss dieser Hilfen kommen).

    ach Gott. Ich zahle auch Steuern für Behörden, die ich niemals von innen sehen werde oder mit der ich zu tun habe. Auch für Straßen, die ich nie befahre. Oder für Unis, die ich nie besuche. Oder für Schulen, die meine Kinder nicht besuchen. Oder oder oder.

    So darf man doch nicht argumentieren.
    Wie fossi schon ganz richtig sagte: ohne Kinder wäre hier nach ein paar Jahren zappenduster.

    Ich hatte in der Oberstufe einen Geschichtslehrer bei dem alle Jungs mindestens ne 2 hatten und alle Mädels ne 4 oder schlechter. Einmal habe ich mit meinem damals besten Kumpel Namen getauscht, d.h. ich hab seinen Namen auf meine Klausur geschrieben und er meinen Namen auf seine... Er hatte wieder ne 2 und ich ne 4, obwohl seine Arbeit ja eigentlich meine war und umgedreht. Uns getraut, das aufzudecken haben wir leider nicht...

    Unsere Englisch-Lehrerin hat mit uns damals in der 5. Klasse Braveheart (ab 16) geschaut...

    Hab ich jetzt einen Denkfehler oder ist es dann nicht so, dass die Mädels in Deinem Kurs wirklich alle 4 und schlechter waren? Wenn es nur an den Namen lag, hättest Du doch eigentlich eine 2 haben müssen und er eine 4. Oder sind es die Handschriften gewesen?

    Ich hab auch noch einen: Unser Kunstlehrer (7. Klasse) hat Zuspätkommern richtig die Hölle heiß gemacht. Wer nicht mit dem Klingeln im Raum war, sondern zB gerade die Tür in der Hand hatte, hat er die Tür vor der Nase zugeschlagen, von innen abgeschlossen und 15-20 Min gewartet. Danach durfte man wieder rein, musste aber an der Tafel eine formvollendete Begründung liefern, warum man 20 Minuten zu spät gekommen ist und sich persönlich bei allen Mitschülern dafür entschuldigen. Das war wirklich schlimm für uns 7.-Klässler in den 80ern.

    An den Berufsschulen gibt es Lehrkräfte, die mit ihren 25 Stunden 25 Klassen haben. Oft genug nur für ein Halbjahr. Da merkt man sich weder die Namen noch die Gesichter. Dass jemand gar nicht abgibt, ist auch oft der Fall. Und die Schülerzahlen in den Klassen wechseln nahezu täglich.
    Es passiert daher am Anfang jedem mal, dass zuhause eine Arbeit fehlt. Und dann gerät man in Panik.

    Ich jedenfalls habe auch schon mal nach einem klassensatz gesucht. Ich packe die immer in solche Eckspannmappen. Und da ich ein Büro in der Schule und zuhause habe, bleibt da auch schon mal was liegen.

    Und auch nach Arbeiten hab ich gesucht, weil sie die Schülerin einfach nicht abgegeben hatte. Jetzt zähle ich nach. Aber da musste ich erstmal hinkommen.

    Die "Abwertung" der Grundschule getreu dem Motto, man könne da ja jeden hinschicken, da könne man ja nicht viel falsch machen und fachlich ist es auch kein Problem, sehe ich mehr als kritisch.

    Absolut! Das finde ich auch wirklich schlimm. Ich bin froh, dass so etwas meinen Kindern erspart geblieben ist.

    Ansonsten: Jeder von uns hatte mal schlechte Lehrer. Alle haben es überlebt. Ich hatte einen Quereinsteiger am Gymnasium in Chemie. Der war sowas von ätzend und hatte auch (mMn) keinen Spass an seinem Job. Aber da muss man dann durch. Ich hatte auch aber einen "echten" Lehrer in Mathe, der war so ätzend, dass ich in Mathe vollkommen abgesackt bin (keiner hat mir danach geglaubt, dass ich nach dem Abi noch Maschinenbau studiert habe, weil ich immer so schlecht in Mathe war).

    Also: keiner der beiden schlechten Lehrer hat mir mein Berufsziel verhagelt. Ich habs überlebt. Und das werden andere auch. Egal ob Quereinsteiger oder nicht!

    Halten wir mal fest:
    - der Quereinstieg rettet die Berufskollegs und zwar das eigentlich schon immer, nicht erst seit neuestem. Es erschließt mir auch nicht, warum am BK überhaupt ein Lehramtler unterrichten muss. Da sollte Fachwissenschaft studiert und didaktisch/pädagogisch weiterqualifiziert werden (ist aber ein anders Thema)
    - Ohne Quereinstieg gäbe es das BK nicht mehr und auch unseren Wohlstand nicht, der maßgeblich aus den hohen Exporten resultiert, die unsere Industrie so leistet.
    - Quereinsteiger sind nicht per se die schlechtesten Lehrer. Die Lehrämter aber auch nicht per se die Besten.
    - Es gibt Quereinsteiger, die wollen an Schule, weil sie in ihrem alten Job gescheitert sind --> schlecht
    - Es gibt aber auch Quereinsteiger, die aus einer gefestigten Position kommen, viel Wissen und Erfahrung mitbringen und den Schulalltag super meistern --> gut
    - Quereinstieg in NRW läuft m.E. völlig ok und gerecht ab. (von Einzelfällen mal abgesehen)
    - Quereinstieg an der Grundschule finde ich nur für Musik, Sport, Religion ok, alles andere empfinde ich als gefährlich. Das ist einfach eine andere Hausnummer, als Sek I und Sek II
    - in vielen Bundesländer läuft der Quereinstieg schlecht, da müsste was getan werden. In NRW ist dafür OBAS geschaffen worden. Wie ich oben schon schrieb: ein Modell, das absolut ok ist.
    - Das Lehramtsstudium müsste mal reformiert werden. Aber solange es das nicht ist, ist es müßig, sich darüber aufzuregen.
    - Auch die Bedingungen an Schule müssen verbessert werden, um den Beruf attraktiver zu machen. Jahrelang nichts zu tun und nun massig Leute ohne Qualifikation einzustellen ist nicht die Lösung. Blöd, wenn das in Berlin so gelaufen ist. In NRW ist es zum Glück eher erkannt worden.

    Fazit: Quereinstieg kann gelingen. Quereinstieg kann bereichernd wirken. Ich finde es schlimm, dass es Lehrer gibt, die außer Schule und Uni nichts anderes gesehen haben. Quereinstieg kann aber auch schlecht sein, wenn er Hals über Kopf und aus einer Entwicklung entsteht, die man jahrelang verpennt hat.

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