Beiträge von Sissymaus

    Du sagst es. Eigentlich müsste das Geld ja da sein, also warum noch mal Gebühren zahlen?

    Das stimmt absolut :( Warum bekommen andere Länder das so hin? Dabei spart Deutschland schon so sehr an der beruflichen Bildung, indem sie 80% der Ausbildung durch die Wirtschaft "erledigen" lässt. Andere Länder ohne duales System müssen da richtig tief in die Tasche greifen und haben ganze Werkstätten mit Maschinenparks da stehen. Ich durfte Finnland und Niederlande sehen und träume von diesen Bedingungen.

    Danke, Kalle, für die Blumen ;)

    Ich würde auch sagen: trau es Dir zu. Die Schüler überleben das wirklich, wenn man einfach vorn steht und erklärt und dann eine Beispielsache rechnet und anschließend weitere Aufgaben dazu.
    Glaube mir: Viele Lehrer unterrichten immer so. Und wir wurden auch so unterrichten. Keiner würde heute von sich behaupten, dass man da nichts gelernt hat.

    Bei uns ist da mittlerweile von der Schulleitungsseite her auch dazugelernt worden: Die OBASler werden lange nicht mehr so eingesetzt wie ich (die Erste an der Schule). Ich hatte da ein bißchen Pech, aber ich habe auch überlebt. Wobei ich das nicht nochmal haben muss, ganz klar. Schöne Zeiten sind das nicht, aber sie gehen vorbei. Und ds recht schnell. Also wage es! Und zwar mit 100%. Je mehr Stunden man hat, desto mehr kann man ausprobieren und das ist ein echter Vorteil!

    Ihr seid mir zu schnell. Ich komme bei den meisten Diskussionen kaum mit.

    Aber ein Senf zu Studiengebühren möchte ich noch loswerden.

    Mein Prof sagte, als wir mit ihm über die geplante Einführen der Studiengebühren redeten:
    Ihr Studium dauert 7 Semester (Diplom). Pro Semester zahlen Sie 500€ Studiengebühren. Das sind in Summe für ein ganzes Studium 3500€. Die meisten brauchen länger als die 7 Semester, sagen wir 9. Das wären dann also 4500€. Ein Ingenieur verdient als Einstiegsgehalt ca. 40000€ (war zu dem Zeitpunkt so). Wenn Die Studiengebühren bewirken, dass Sie statt 9 nur 8 oder sogar die Regelstudienzeit von 7 Semestern benötigen, haben Sie ein plus von ca. 35000/70000€. Klar, wird das noch versteuert, aber unter dem Strich haben Sie Gewinn gemacht.
    Das fand ich ein gutes Argument!

    Nachher habe ich in verschiedenen Gremien als wissenschaftliche MA gesessen und gesehen, was alles an Zusatzhilfen bezahlt wurden (aus Studiengebühren finanziert), damit die Studierenden möglichst schnell und reibungslos durchs Studium kommen. Und ich konnte erfahren, was ein Absolvent, der in REGELSTUDIENZEIT absolviert hat, damals gekostet hat. Es waren 170.000€. Da fand ich es wirklich zumutbar, dass man 3500€ dazugibt.

    Es gab auch Härtefallregelungen. In den Genuss bin ich selber als Mutter gekommen, als ich nochmal an die Uni bin und weiterstudiert habe. Ich hätte trotzdem nichts gegen die 500€ im Semester gehabt. Im Großen und Ganzen finde ich es wenig Geld für eine gute Ausbildung. Die technischen Studiengänge sind sehr teuer und alles, was ich bisher gesehen habe (eine FH, alles neu renoviert und eine TU) war ausnahmslos sehr gut ausgestattet. Davon träumen die Berufsschulen nur. Und die allgemeinbildenden wahrscheinlich auch.

    So, dann diskutiert mal weiter :) Ich lese dann einfach mal mit.

    Naja, versetz dich in die Schulleitung. Wenn sie dich unbedingt haben will und kein anderer Bewerber zur Verfügung steht, wird die SL sicher zustimmen.
    Ist ein anderer da, der auch gut passt und will die Stelle direkt mit 100% machen, wird der wohl auf Platz 1 landen.
    Es gibt einen echten Mangel und zwar an vielen ecken. Und da sind manche SL eben kurzsichtig.


    Grundsätzlich gebe ich dir recht: die Ausbildung gut und entspannt hinter sich zu bringen, kann von Vorteil sein. Aber es haben auch sehr viele ohne Reduzierung geschafft. Ich mit 2 Kindern, eins davon klein. Und ohne Mann, da der berufsbedingt immer wieder wochenlang im Ausland war. Geht also alles.

    Wie gesagt: Einarbeitung gibt es quasi nicht, da es dafür keine Substanz an den Schulen gibt. Du bist da schon schnell auf Dich alleine gestellt.
    Aber ganz im Ernst: Die Schüler bekommen auch von "echten" Lehrern nicht immer mega-brillante Stunde. Die gibts überall und hattest Du auch. Die überleben das und Du kommst erstmal rein. Und wenn Du am Anfang nach dem klassischen Muster: Lehrer zeigt wie es geht, Schüler machen nach. unterrichtest: So what. So sah meine Schulzeit zu 100% aus. Und einige Klassen können das auch gar nicht anders, denen muss man erst zeigen, wie man selbstständig arbeitet (aber das muss nicht DEIN Job der ersten Wochen sein).


    Leverkusen gehört zu NRW und wie wir ja wissen, ist NRW nicht gerade Spitzenreiter in Sachen Bild
    Gute Nachrichten aus meinem Bundesland: Die Kindergartengebühren sollen ab nächstem Jahr in den meisten Einrichtungen gänzlich entfallen. Vlt. bewegen die Einsparungen das eine oder andere Paar dazu, über ein zweites oder drittes Kind nachzudenken - langfristig hätte nicht nur unser ohnehin geburtenschwaches Land etwas davon, wir (angehende) Lehrer hätten auch weiterhin einen sicheren Job :) .

    Als würde man sich FÜR ein Kind entscheiden, weil es keine KiTa-Gebühren mehr gibt! *lach*


    Kostenlose Bildung: Da gibt es ein Problem. Viele haben die Meinung, was nichts kostet, taugt auch nichts. Ich war in den Niederlanden und habe ein BK besucht. Dort kostet für volljährige Schüler ein Besuch der Schule ca. 6000€ im Jahr. Dafür gibt es mehr Möglichkeiten für die Lehrer und die Verwaltung. Insgesamt wird man dort stark unterstützt, wenn was schief läuft. Disziplinprobleme haben die auch selten und alle gehen pfleglich mit dem Inventar etc um, weil man dafür ja auch erheblich latzen muss. Ausstattung ist so gut, davon können wir hier wirklich nur träumen.

    Von den Einnahmen und dem Zuschuss des Landes ist es tatsächlich so, dass die Lehrer nur unterrichten. Für alles andere gibt es Angestellte. Schlüssel: 70% Lehrer, 30% Verwaltung. Da wird für Dich kopiert und aller Verwaltungskram abgenommen. SO kann man ordentlich unterrichten.
    Ich finde das System gut. Die Schule verfügt über ein Budget, das sie auch komplett selbst verwaltet (Controllingabsteilung inklusive).

    Ich glaube auch, dass S. sicher was bezahlen würden, wenn sich dann die Bedingungen erheblich verbessern.

    Was mich aber immer noch stutzig macht ist die Tatsache, dass Seiteneinsteiger vom ersten Tag an Unterricht übernehmen. Irgendwie liegt das immer noch außerhalb meiner Vorstellungskraft. Denn man hat doch zu diesem Zeitpunkt noch nie einen Blick in das Curriculum werfen können, kennt auch sonst die feineren Inhalte nicht und hat auch gar keine Ahnung von Dokumentation und Notengebung.
    Ich soll direkt mit 18,5 Stunden unterrichten und das ist ja mit Vor- und Nachbereitung sowie Besuch des Seminars dann doch ein ordentlicher Batzen.
    Ich sehe die Gefahr, durch anfängliche Überforderung schnell wieder hinzuschmeißen, obwohl ich es mir durchaus zutraue.

    Die Gefahr ist da, absolut! Wenn ich dran denke, wie ich die ersten Woche vor den Klassen stand....Aber sie und ich haben es beide überlebt.

    Trotzdem solltest Du ruhig eine Unterstützung fordern (vieles an Schule passiert nur, wenn man konkret fordert, ohne gleich Unrealistisches einzufordern). Also Unterstützung durch einen Mentor sollte da sein, aber Du wirst trotzdem den größten Teil deiner Stunden alleine machen müssen, denn Du bist aufgrund eines akuten Mangels eingestellt worden. Somit ist wenig Kapazität für begleiteten Unterricht o.ä. da.

    An unserer Schule dürfen die SEs mittlerweile einige Stunden hospitieren und bekommen zusätzlich angeleiteten Unterricht. Außerdem gibt es Tandem-Lösungen wie: die Klasse wird durch 2 Lehrer betreut. Dabei geht einer mit einer Hälfte ins Labor Steuerungstechnik während der andere im Labor CNC unterrichtet. Das entspannt die Situation, wenn man 16 statt 32 SuS hat.

    Bis dahin gabs aber einen langen Weg und viel Anregung von mir. Ich stand ab Tag 1 mit Klassenleitung und völlig alleine vor den Klassen. Wenn ich zwischendurch Zeit hatte, habe ich zusätzlich bei einem Kollegen hospitiert. Das kam aber auf das Deputat oben drauf. Das ist sicher nicht der ideal-Zustand sondern eher der Super-GAU. Aber ich wusste eben nicht, wie man in Schule so agiert. Heute bin ich da schlauer und die SL mittlerweile auch ein Stück weit verständnisvoller.

    Bei mir laufen gerade die Schüler dagegen Sturm. War heute das erste Mal wieder in der Schule. Ist ja die letzte Woche vor dem Ende der Sommerferien in NRW, wir müssen in der letzten Woche für die Schule zur Verfügung stehen (dürfen also nicht verreist sein) und ich wollte nur mal gucken, ob ich vielleicht doch noch übermorgen zu einer Nachprüfung muß, ob noch eine zusätzliche Konferenz angesetzt wurde oder was sonst noch so im Fach liegt.
    Im Fach liegt ein schriftlicher Widerspruch einer meiner Schüler zu den von mir berechneten und auf dem Zeugnis ausgewiesenen Fehlstunden. Die Fehlstunden wären alle entschuldigt. Ja klar waren die aus Sicht des Schülers entschuldigt. Nur blöd, daß ich Entschuldigungen zur eigenmächtigen Pausenverlängerung a la "Wir waren noch im Netto (Supermarkt)" nicht akzeptiere. :zungeraus:

    OT: Arbeiten wir am gleichen BK mit dem Netto nebenan?
    Ist bei mir auch ne beliebte "Entschuldigung". Genauso wie: Die Schlange am Kiosk war so lang.

    Ne, sowas hatte ich noch nie. Und ich stehe vor reinen Jungs (Metaller)-Klassen. Und bin auch nicht besonders groß. Man muss eben gut vorbereitet in den Unterricht kommen und wenn man mal keine Antwort weiß, den Schülern das auch sagen und nachliefern. Das bringt es unheimlich fürs Standing und damit hat man mit sowas schon mal weniger Probleme. Musste ich aber auch erst lernen.

    In NRW ist Metalltechnik ein Mangelfach und wird es noch lange bleiben. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das in anderen Bundesländern anders ist.
    E-Technik ebenfalls, ist aber nicht an jeder Berufsschule vertreten. Da gehen die Schülerzahlen etwas runter.

    Und wie soll ich jetzt meinen Wunsch ändern zb Deutsch nehmen,wenn ich den Zulassungsbescheid schon habe..

    Üblicherweise überlegt man VOR der Bewerbung, welche Studiengänge in Frage kommen.

    Ich würde auch anfangen und nach einem Semester den Wechsel beantragen.

    Nicht nur deren Kinder, auch Lehrer selber. Beamter und dann in der GKV. Was meinst, wie sie mich da alle schief angucken, egal ob beim Arzt oder beim Schulleiter. :ohh:

    Ist ja auch in der Regel wesentlich teurer. Ich hatte eigentlich auch überlegt, in der GKV zu bleiben. Bis ich die erste Rechnung bekam.

    @immergut: Ich habe beide Kinder in der PKV-Versichert. Die Große ist ohnehin nicht mehr lange drin und der Kleine kostet mich 20€. Dafür warte ich bei meinem Kinderarzt nicht mehr. Das ist für mich als gestresste Vollzeit-Mutti schon oft Gold wert gewesen. Allerdings muss man bei der PKV auch wirklich vorsichtig sein, wie Karl-Dieter schon sagt: Es werden auch unnötige Sachen gemacht. Aber ich bilde mir dann meine eigene Meinung und sage, dass ich das nicht möchte. Insgesamt habe ich ein größeres Kostenbewusstsein für die Arzt-Leistungen bekommen.

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