@Sissymaus
Völlig in Ordnung dass du mit dieser Lehrmethode zufrieden bist. Ich bevorzuge dagegen klar strukturierten Frontalunterricht. Mit deiner Methode wäre ich nicht authentisch. Mit meiner dagegen gelingt mir die Erfüllung meiner Lehrpflicht und zwar den SuS die notwendigen Kenntnisse für ihre Abschlussprüfungen zu vermitteln.Vielleicht ist es bei deinen Kollegen ähnlich und sie sind nicht einfach nur faul? Demgegenüber könnte ich plakativ zurückwerfen, dass diejenigen, die ständig Gruppenarbeit, Stationenlernen und all die anderen modernen Methoden anwenden, damit fehlendes Fachwissen und fehlende Lehrerpersönlichkeit überspielen. Ein bisschen billig, oder?
Da habe ich eine andere Meinung. In der SekII sind die Kompetenzen Selbstständigkeit und Problemlösungskompetenz eine Basis der Berufsfähigkeit. Die Schüler müssen in hohem Maße ohne Anleitung fachliche Probleme lösen. Dazu gehört natürlich Fachwissen, was sie teilweise auch frontal serviert bekommen, aber zunehmend (und zum Schluss nahezu ausschließlich) selbst erarbeiten müssen. In den Betrieben will der Chef nämlich nicht erst erklären müssen, wie das Problem zu lösen ist, sondern er benötigt Mitarbeiter, die selbstständig wissen, wo und wie sie sich informieren und wie sie an ein Problem herangehen müssen, um es lösen zu können.
Gleiches gilt eigentlich auch für die Studierfähigkeit.
Daher empfinde ich reinen Frontalunterricht in der SekII als überholt und gefährlich, da es die Selbstständigkeit hemmt. Ich bin aber auch nicht der Meinung, dass der Unterricht nur in dieser Form des Selbstlernens / Projektarbeit stattfinden sollte. Wie immer liegt die "Wahrheit" in der goldenen Mitte.