Zauberkunststücke

  • Unser kleines Kind kann zaubern. Nun gehöre ich nicht unbedingt zur Eiskunstlaufmuttergeneration, aber Ehre, wem Ehre gebührt.


    Beispielsweise gelingt es diesem Kind - und das bereits mit knapp drei Jahren - sämtliche Gegenstände unseres Haushaltes zum Fliegen zu bringen.


    Selbstverständlich bedarf das einiger Übung - wie sich jedermann wohl vorstellen kann - und natürlich unterstützen wir dieses Talent hinreichend und kommen so immer wieder, sozusagen täglich, in den Genuss kleinerer bis größerer, angenehmer bis unangehnemerer Vorstellungen.


    Heute Abend beispielsweise hieß es: Manege frei für das fliegende Eis.


    So ein Eis am Stil ist ja auch, mal realistisch betrachtet, an und für sich eine recht langweilige Angelegenheit. Schön, wenn man eine Tochter im Hause hat, die den Eisgenuss durch eine private Vorstellung krönt.


    Das mit dem hysterischen Gebrüll, weil das Eis Haselnüsse im Schokoguss aufweist, gehört mehr so zum Vorspann der eigentlichen Vorführung.
    Ist wahrscheinlich eher als Hinführung zum Höhepunkt gedacht - obwohl, das muss ich gestehen - wir an dieser Performance noch ein wenig arbeiten müssen.


    Das eigentliche Highlight aber, der Trick des fliegendes Eises, der klappt bereits perfekt.
    Man stelle sich ein kleines, zartes Persönchen vor, das geziert am Eis leckend auf einer Sofakante sitzt. Mit einem Male - sehr dramatisch - überkommt sie ein hysterischer Anfall, in der Gewissheit, die Augen des Publikums nun auf sie gerichtet zu wissen.


    Es folgt ein theatralischer Abgang vom Sofa, dabei werden Beine und Arme kunstvoll durch die Gegend geschleudert, ehe das Eis - Achtung, nun kommt der eigentliche Trick - währenddessen in einer Art Rechtsdrehung und mit sehr viel Schwung durch das gesamte Wohnzimmer geworfen wird.


    Dabei ergießen sich kunstvoll hier und da einige wenige Tropfen Vanille Eiscreme auf den Boden und Fetzchen des Übergusses bröckeln hier und da die Fliesen entlang. Die Flugbahn des Eises ist beachtlich und sehr eindrucksvoll auch das Anklatschen an den Fernsehapparat und das darauf folgende, schmierige Abgleiten am selbigen.


    Auf Applaus wartend schaut sich das zarte Persönchen im Raume um. Allerdings müssen wir - ehe wir vor größerem Publikum auftreten - noch ein wenig am Abgang des Persönchens feilen. Es macht sich nicht ganz so gut, wenn die Künstlerin mit einem Lappen bewaffnet ihr Kunstobjekt von Boden und Fernseher kratzt.


    Doch wie heißt es so schön: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!


    Es grüßt euch geschafft
    strubbelsuse


    P.S. Und ja, ich kenne den Spruch mit den Lehrer Kindern....
    ;-))

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