6.Klasse Geschichte: Mönchtum

  • Hallo Allerseits!


    Nächste Woche halte ich zwei Stunden zum Mönchtum in einer 6. KLasse, wobei die 2. Stunde die Lehrprobe sein wird.


    Die erste Stunde soll einen Überblick über die Anfänge des Mönchtums im Mittelalter geben und in das Thema einsteigen.
    In der zweiten STunde, der LP, möchte ich gerne klösterliches Leben behandeln (Tagesablauf, Wirtschaft im Kloster etc).


    Mein Einstieg ist eine Folie mit einem Bild von einem Mönch darauf.
    Woraufhin die SuS erzählen dürfen, was sie über Mönche wissen.
    DAnach kommt ein TA mit der Erklärung des Wortes monos=alleine.


    Und nun möchte ich darauf kommen, dass Mönche für sich beschlossen haben alleine und ohne Besitz zu leben. Mir fehlt aber die passende Quelle dazu, die das ganze etwas anschaulich macht. Im Buch (Geschichte und Geschehen, Bayern) finde ich leider nichts, was mir zusagt. Es soll also die Lebenseinstellung der Mönche deutlich werden.
    Anschließend möchte ich zur Klostergründung kommen u. evtl das Beispiel St. Gallen hernehmen. Hierzu habe ich schon einen Plan vom Kloster, den die SuS bearbeiten können.


    In meiner LP möchte ich Benedikt von Nursia und die Klosterregeln (ora et labora) sowie den Tagesablauf der Mönche und deren Leben im Kloster (Arbeit, Kulturelle 'Bedeutung, Wirtschaftliche Bedeutung) behandeln.



    Hat jemand evtl einen Tipp für mich, wo ich anschauliches Material finde? Besonders für die erste Stunde?
    Oder eine Idee, wie ich das Ganze noch anschaulicher gestalten könnte?


    Ich bin für jeden Tipp dankbar!


    Grüße, Jassy

  • Zu St.Gallen gibt es im Heiligenlexikon ein paar Infos:
    http://www.heiligenlexikon.de/BiographienG/Gallus.html


    Nachdem du aus Bayern kommst und dort unterrichtest, wäre es imho für die Schüler interessanter, ein bayrisches Kloster zu wählen. Dazu ist es wohl am einfachsten, wenn du nur die Regeln eines Ordens behandelst.
    Dazu bieten sich natürlich
    a) die Benediktiner
    b) die Franziskaner
    an.


    Die Benediktiner gibt es auch in Andechs. Das kennen wohl manche von der Biersorte....

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • Danke für den Link!!


    Ich habe auch schon überlegt, eher ein bayerisches Kloster zu behandeln.
    Jedoch möchte mein Seminarleiter lieber, dass ich St. Gallen behandle.


    Ich habe vor zu Anfang der Stunde die Gregorianischen Gesänge als Einstimmung anzuhören.
    In der Erarbeitungsphase sollen die SuS anhand eines Textes den Tagesablauf eines Mönchs mit ihrem eigenen Tagesablauf vergleichen und dabei die Benediktinerregel "ora et labora" an eben diesem Beispiel nachvollziehen.
    Anschließend habe ich noch einen Grundriss vom Kloster St. Gallen, woran man erkennen kann, welche unterschiedlichen Bereiche es im Kloster gab/gibt. Die SuS sollen daran erkennen, dass die Mönche sozusagen eine Welt für sich hatten und sich auch wirtschaftlich selbst versorgen konnten.
    Danach brauche ich eine Ergebnissicherung an der Tafel mit Hefteintrag.
    Zum Abschluss habe ich noch eine Mönchskutte (Faschingskostüm), die ich den SuS gerne als Veranschaulichung des Aussehens der Mönche zeigen möchte.
    Ich hatte daran gedacht, das im Sitzkreis zu machen.
    Kann man evtl ein Kind die Kutte anziehen lassen?


    Mir fällt irgendwie schwer diese einzelnen Komponenten sinnvoll miteinander zu verbinden. Also warum höre ich am Anfan die Gregorianischen Gesänge an? Was will ich damit bezwecken und wie komme ich dann auf den Tagesablauf der Mönche?


    Irgendwie hab ich momentan ne Denkblokade, mir fällt einfach nichts Sinnvolles ein!! ?(

  • Hi Jassy!


    Als ich Deinen Beitrag las, fielen mir ein paar Fragen und Gedanken zu Deiner Planung ein, die ich jetzt einfach mal stelle. Vielleicht hilft's Dir ja.


    Warum willst Du gregorianische Gesänge als Einstimmung hören?
    Der Vergleich des eigenen Tagesablaufs mit dem eines Mönchs ist klassisch und m.E. sinnvoll, aber wann erstellen die S ihren Tagesablauf? Als HA? Bevor sie den Text (was für'n Text? Quelle oder darstellender Text?) gelesen haben oder danach? Was soll ihnen dieser Vergleich zeigen?
    Wie bindest Du diese Phase an den Grundriss an? So ein Grundriss ist nicht ohne, rein methodisch. Der von St. Gallen schon gar nicht.
    Welche Ergebnisse willst Du anschließend sichern? Die Ergebnisse von Erarbeitung 1 oder 2 oder beide?
    Bei dem Faschingskostüm bekomme ich fachwissenschaftlich Bauchweh, auch wenns natürlich nett anschaulich ist. Die Schüler wissen aber ganz bestimmt, wie als Mönche verkleidete Leute heute aussehen. Was sollen sie dabei genau lernen?
    Wie lautet die übergeordnete Fragestellung oder/und das genaue Thema der Stunde?
    Und: wie willst Du das alles in 45 Minuten machen?


    Liebe Grüße,
    Dudel

  • Die gregorianischen Gesänge finde ich als Einstieg gar nicht so übel - denn auf diese Weise beginnt für die Benediktiner der Tagesablauf: Mit dem ersten Gottesdienst (je nach Kloster zwischen - 4 Uhr und 7 Uhr ... schauder!!)
    http://www.andechs.de/kloster/benediktiner/Tagesablauf.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Benediktiner
    http://atlas.osb-international.info/index/de.html
    http://www.rsw.schule.ulm.de/projektw/bened_2.htm

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • Danke, für die Denkanregungen, Dudelhuhn!!
    Einige deiner Fragen stelle ich mir selber auch schon die ganze Zeit! Die Planung gestaltet sich irgendwie echt als schwierig! :evil:


    Warum willst Du gregorianische Gesänge als Einstimmung hören?
    -> Darauf hat mich mein Seminarlehrer hingewiesen. Er meinte, das sei als Einstimmung ganz gut, genau aus dem Grund, den auch Alias genannt hat. Außerdem schafft es durch die ruhigen Gesänge sozusagen die richtige Stimmung.


    Der Vergleich des eigenen Tagesablaufs mit dem eines Mönchs ist klassisch und m.E. sinnvoll, aber wann erstellen die S ihren Tagesablauf? Als HA?
    -> gute Frage! Ich hatte vor, das nachdem sie denTagesablauf der Mönche erarbeitet haben, erstellen zu lassen.



    Bevor sie den Text (was für'n Text? Quelle oder darstellender Text?) gelesen haben oder danach? Was soll ihnen dieser Vergleich zeigen?
    -> Ich habe dazu einen darstellenden TExt, den ich durch Anregungen aus anderen Texten selbst erstellt habe. In diesem Text erzählt ein Mönch im kloster St. Gallen von seinem Tagesablauf. Er nennt darin auch die relevanten BEreiche, zb dass in der Kirche gebetet wird, dass einige Mönche in der Gärtnerei arbeiten etc.
    Dieser TExt soll in 4 Gruppen in Einzelarbeit bearbeitet werden: Fragestellung: Wann machen die Mönche was? Uhrzeiten sind angegeben. Die SuS sollen das unterstreichen und in STichpunkten sammeln.
    DAnach möchte ich die ERgebnisse sammeln. Ich habe dazu eine Abbildung von einem Kreis, wo sie teils die Uhrzeiten und teils die Tätigkeiten der Mönche eintragen (schwer zu beschreiben).
    Ich mache das gleichzeitig auch an der Folie.
    Danach hatte ich vor, dass die Sus überlegen, was sie um diese Tageszeiten machen und das in den Kreis mit anderer Farbe (oder so??) eintragen.
    Sie sollen dadurch sehen, wie anders das mönchische Leben ist, als ihr eigenes.


    Wie bindest Du diese Phase an den Grundriss an? So ein Grundriss ist nicht ohne, rein methodisch. Der von St. Gallen schon gar nicht.
    -> Das weiß ich selber nicht genau, ehrlich gesagt. Das bereitet mir schon die ganze ZEit Kopfschmerzen! Ich dachte evtl ichnehme den Grundriss, wo ja alle Räume eingezeichnet und beschriftet sind, und lasse sie einfach nur farbig unterscheiden, welche Bereiche öffentlich sind, welche nur den Mönchen zugänglich und welche Bereiche der eigenen Versorgung dienen. Die SuS sollen nämlcih erkennen, dass die Mönche im Kloster sich wirtschaftlich selbst versorgen konnten. Wer wo arbeitet und zur Versorgung beiträgt (und zu anderen Aufgaben, wie Seelsorge etc) steht auch im TExt und wird vorher erarbeitet. Das würde dann nicht in dem Kreisschema gesichert werden, sondern irgendwie anders. Ich weiß aber noch nicht wie genau. Jedenfalls könnten sie dann die Bereiche an der Skizze nachvollziehen und ausmalen.


    Welche Ergebnisse willst Du anschließend sichern? Die Ergebnisse von Erarbeitung 1 oder 2 oder beide?
    -> Beide wie gesagt. Aber die von 1 in dem Kreisschema, die von 2 weiß ich noch nicht wie genau.


    Bei dem Faschingskostüm bekomme ich fachwissenschaftlich Bauchweh, auch wenns natürlich nett anschaulich ist. Die Schüler wissen aber ganz bestimmt, wie als Mönche verkleidete Leute heute aussehen. Was sollen sie dabei genau lernen?
    -> Das Kostüm will ich ihnen nur zur Anschaulichkeit zeigen. Mein Text beinhaltet auch, wie Mönche ausgesehen haben. Beim Vortragen der Ergebnisse möchte ich das Kostüm gerne zeigen, einfach damit sie sich vorstellen können, wie Mönche ausgesehen haben bzw aussehen. Mein Fachleiter fand, das ginge wohl schon ganz gut. Man muss eben sagen, dass es keine "echte" Mönchskutte ist. Denke ich.



    Wie lautet die übergeordnete Fragestellung oder/und das genaue Thema der Stunde?
    -> Das genaue Thema lautet: Mönchisches Leben - bete und arbeite.
    Die SuS haben bereits das Mönchtum (erste Klöster, Mönche als Missionare u. Kulturträger) durchgenommen und von der benediktinerregel erfahren. Die STunde wird eine Vertiefung dazu sein (steht im LP als Vertiefung). Nun sollen sie Anschauung zum täglichen LEben der Mönche erhalten, wie sie die Benediktinerregel einhalten müssen und dass die Mönche autark lebten.



    Und: wie willst Du das alles in 45 Minuten machen?
    -> Das weiß ich selber nicht, ich denke auch, dass es zu viel werden könnte. :(



    alias,
    dankeschön für die informativen Links!! :)

  • Zitat

    Die gregorianischen Gesänge finde ich als Einstieg gar nicht so übel - denn auf diese Weise beginnt für die Benediktiner der Tagesablauf: Mit dem ersten Gottesdienst (je nach Kloster zwischen - 4 Uhr und 7 Uhr ... schauder!!)


    alias: Ich find's auch nicht schlecht, habe ich sogar genauso mal selber gemacht, aber dann muss das, was Du gesagt hast, eben auch im UG oder wie auch immer thematisiert werden. Aus dem Ausgangsgposting ging das nicht hervor.


    Jassy: Ich kenne diesen Tagesablauf-Kreis. Wenn es der gleiche ist, den ich hab, dann sieh Dir genau die Zeiten an, an denen die einzelnen Abschnitte beginnen und enden. Das kann im UG kniffelig werden.


    Was heißt in vier Gruppen in Einzelarbeit?N Gibt es unterschiedliche Fragen für die verschiedenen Gruppen? Wenn nicht, würde ich einfach EA machen. Oder willst Du unbedingt eine GA drin haben? Warum machst Du das gleichzeitig an der Folie? Als Kontrolle?


    Das mit dem Kostüm find ich persönlich immer noch schräg, aber wenn Dein FL das in Ordnung findet, dann mach es natürlich so....


    Viel Erfolg!


    Dudel

  • Oh je, ich habe jetzt alles noch mal überarbeitet.
    Exposé ist geschrieben, ich hoffe nun, dass es so passt!


    Ich denke, ich habe den gleichen Kreis, den du auch meinst.
    Der ist gar nciht so leicht zu verstehen, deswegen habe ich auch die TExte mit genauen Uhrzeiten erstellt und mache die Folie zur Kontrolle dazu, damit die Kinder wissen, wo sie was eintragen müssen.


    Es gibt 4 unterschiedliche Texte. JE nach Bankreihe machen die Kinder dann einen der Texte in EA. GA geht bei der Klasse nicht so besonders gut. Die ERgebnisse sammle ich dann im Plenum .


    Naja, jedenfalls ist die Stunde jetzt fertig geplant und ich hoffe es klappt alles so, wie ich mir das vorstelle!


    Den Plan vom Kloster St. Gallen gibts jetzt übrigens als Hausaufgabe. Die Kinder sollen die Bereiche in denen gearbeitet wird und in denen gebetet wird in verschiedenen Farben anmalen.



    Vielen Dank für eure Hilfe!!! Ihr habt mir gute Denkanstöße gegeben! :)

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