Beiträge von alias

    Ich bin raus. Nachdem nun alle möglichen Nachkommastellen-Verfechter meine Schüler besser kennen als ich und ich für den "menschlichen Blick" und den pädagogischen Spielraum bei der Notengebung nun angegangen werde, verabschiede ich mich wieder.

    Gehabt euch wohl.

    Es wäre sinnvoller gewesen, konsequent zu sein, dann wären sie vielleicht nicht (mehrfach) in der Lehre gescheitert.)

    Bei derartiger Glaskugel-Pädagogik kann ich nicht mithalten. Ich habe mich darauf beschränkt, die Auswahl der Praktikaplätze in der Berufsvorbereitung möglichst passgenau mit den Schülern und den Eltern zu planen, sowie die Breite der beruflichen Möglichkeiten (auch für Schüler jenseits der Mathe-4) darzustellen. In ihrem Beruf (als Floristin) benötigt diese Schülerin keine Religionskenntnisse, muss keine Aufsätze verfassen und die notwendige Mathematik erledigt die Registrierkasse - die sowieso von der Chefin bedient wird. Sie macht den Beruf gerne. So what.

    Die Schülerin hatte den Ausführungen nach einen ganzen Stapel Fünfen angesammelt. Da ist es doch nur konsequent, dass sie keinen Abschluss bekommt. Oder hätte sie nach dem neuen Bildungsplan mit vier Fünfen bestanden?

    Ja. Auch nach dem alten. Nach dem neuen Bildungsplan hätte sie nun wieder mehr Möglichkeiten des Ausgleichs - weil wieder der gesamte Fächerkanon jeweils als Einzelnote gewertet wird und die unseligen Fächerverbünde aufgelöst wurden. Nun kann eine 5 in Religion wieder durch eine 2 in Sport ausgeglichen werden. Das ist auch volkswirtschaftlich ein Gewinn. Es bleiben weniger Schüler sitzen, kommen früher ins Berufsleben und zahlen Steuern und ihre Beiträge ins Rentensystem. Auch Beiträge für deine Rente. Egal ob du Beamter oder Angestellter bist.

    Ich weiß, dass auch das eine absurde Argumentation ist, wenn es um die Begründung der Notengebung geht. Aber in diesem Bereich nutze ich bei Grenzfällen meinen pädagogischen Spielraum zum Nutzen des Gemeinwohls - und der Kinder.

    alias: Ich habe selten eine so absurde „Argumentation“ gelesen.

    Nicht die Argumentation ist absurd, sondern der letzte Bildungsplan in Ba-Wü war absurd. Samt Notenverordnung, die solche Blüten und absurde Notenbildungen und Ausgleichsberechnungen hervorgebracht hatte. Das wurde nicht ohne Grund im neuen Bildungsplan wieder revidiert.

    Nebenbei: Das Mädchen hat einen echten, gültigen Hauptschulabschluss. Samt Note 5 in Religion. Es besteht die Möglichkeit des "eingeschränkten Hauptschulabschlusses", bei dem die Fremdsprache Englisch nicht gewertet wird. Sie kann nun keine Fremdsprachensekretärin oder Krankenschwester werden (es sei denn, sie qualifiziert sich nach) aber es ist ein offizieller Schulabschluss.

    Dass hier einige mein Bauchgrimmen im "pädagogischen Begleitverfahren" und der Notenfindung nicht nachfühlen können, ist mir bewusst. Das sind in der Regel KuK, die Noten auf 2 Dezimalstellen berechnen, damit sie "objektiv" sind. :autsch:

    Nein, die geht nicht flöten. Die kriegt dann jemand anders, die sie nicht kriegte, wenn sie jemand mit geschenkten Noten bekommt. Seht’s doch ein. Ihr habt nichts zum Verschenken im Säckl. Die Lehrstelle, die ihr der einen „verschaz“ müsst ihr einer anderen wegnehmen.

    Vom "Lehrstellenmarkt" hast du scheinbar nicht viel Ahnung. Mittlerweile gibt es viele Lehrstellen, die unbesetzt bleiben - weil alle nur noch "Job mit Krawatte" wollen. Diese Lehrstelle wäre unbesetzt geblieben.

    Sie hatte doch deiner Info nach auch noch in Mathe, Englisch und Hauswirtschaft eine 5. Warum wäre sie dann wegen Religion durchgefallen? Scheinbar war sie insgesamt grottenschlecht!

    Religion war die 5 - die den Ausschlag gab. Gut - da könnte man auch Mathe dafür definieren.
    Wenn es um eine Nichtversetzung in einem normalen Schuljahr gegangen wäre - geschenkt.
    Aber wenn wegen Religion die Abschlussprüfung versemmelt wird und die Lehrstelle flöten geht, kann ich schon die Frage nach Recht, Glaube und Gnade stellen - zumal gegenseitige Aversionen (Schülerin-Relifachlehrer) mit Ausschlag gebend waren. :sauer:

    Mich wundert etwas, dass du das so am Reli-Kollegen fest machst, wenn doch die Schülerin auch in vielen anderen Fächern mangelhafte Leistungen hatte. Möglicherweise hat sie dann zu Recht den Abschluss nicht erhalten können.

    Du beurteilst das aus der SEK II-Sicht. Ich beurteile das aus der Sicht des Klassenlehrers einer Hauptschul-Abschlussklasse, der den Job mehr als 30 Jahre macht - und in Zeugnissen SELTENST eine 5 in Religion notieren musste - in einer Abschlussklasse noch nie.

    Die Schülerin hatte auch in Deutsch eine 5 - was sich wohl auch auf die schriftliche Leistung in Religion ausgewirkt hat. Dass Religion als "das Zünglein an der Waage" das Nichtbestehen einer Abschlussprüfung bewirkt - während aus Sport, Musik und Kunst (als Fächerverbund MSG), jeweils nur ein Fach für den Ausgleich und die Schnittberechnung zählt - und im Fächerverbund WAG (aus Technik und Hauswirtschaft) nur die Gesamtnote zählte, war ein Konstruktionsfehler der Versetzungsordnung in Ba-Wü - der in der neuen Versetzungsordnung glücklicherweise geändert wurde.
    In früheren Jahren hatte dieses Fach nicht diesen Stellenwert. Im gesamten Schuljahr mussten ZWEI Tests geschrieben werden. Da hat man als Kollege (bei gutem Willen) durchaus Möglichkeiten, Leistungsnachweise einzufordern, die einen "noch ausreichenden Glauben" bescheinigen.
    Diesen hat er der Schülerin sicherlich ausgetrieben. Eine weitere Kandidatin für den Kirchenaustritt.

    In der Abschlussklasse hätte ich gerade in einem solchen Fach Gnade vor Recht erwartet - und die Schülerin nicht wegen Religion in eine Zusatzrunde geschickt.
    Manches muss, manches muss nicht. Es wäre auch möglich gewesen, eine Zusatzarbeit zum Ausgleich einzufordern. Aber zwischen der Schülerin und dem Kollegen war der "menschliche Graben" zu tief und der Glaube an die Vergebung der Sünden zu schwach.
    Mit anderen Kollegen haben wir einen Weg gefunden, dass die Schülerin den Abschluss geschafft hat und eine Ausbildung beginnen konnte.Die Unerbittlichkeit und Diskussionsverweigerung des Fachkollegen hat jedoch dazu geführt, dass der Graben zwischen uns dem Gran Canyon gleicht.
    Mein Verständnis von Christentum - und Pädagogik - ist anders.

    Leider sind Noten nicht objektiv. Es sind Momentaufnahmen, die zudem jeweils im Verhältnis zum Leistungsspektrum der Gruppe - und zur Lehrkraft - stehen.


    Über die Jahre als Klassenlehrer habe ich schon einiges erlebt. Weil an der Werkrealschule in den vergangenen Jahren Sport, Musik und Kunst als Fächerverbund "MSG" am Jahresende zu einer Note zusammengefasst werden mussten (sic!) hatte mir eine Kollegin die Sportnoten (um das besser ausrechnen zu können) immer auf 2 Dezimalstellen genau (sic !!!) übermittelt. Ich musste das dann mit den Kunstnoten (die im 4-Haufen-Verfahren + Mitarbeit) entstanden waren, den Musiknoten (die aus Referaten und Tests resultierten) im Verhältnis der unterrichteten Stunden zusammenwursteln. Dass von 3 Sportstunden pro Woche jeweils eine Stunde durch den Spaziergang zur Sporthalle und das Umkleiden bestand, war unerheblich. Absurdistan in Reinkultur - im Nebenfach hinnehmbar, denn die meisten Schüler erhielten am Ende in MSG sowieso die Ratatouille-Note "befriedigend".


    In der Abschlussklasse bestand ein Kollege (kein Pfarrer) im Fach Katholischer Religion darauf, einer Schülerin die Note 5 zu geben (IMHO eine Verhaltensnote). Weil die Schülerin in Mathematik, Englisch sowie in Hauswirtschaft ebenfalls auf 5 stand, hätte eine Wiederholung des Schuljahres erfolgen müssen - was bei dieser Schülerin sinnlos vertane Lebenszeit gewesen wäre. Es wurde dann möglich, durch Abwahl der Fremdsprache den eingeschränkten Hauptschulabschluss zu erteilen. Ein Austritt aus der Kirche hätte die Religionsnote nicht getilgt. Wäre ich katholisch, wäre ICH - mit Verweis auf diesen menschlichen Gnadenbeweis des Kollegen - ausgetreten. :sauer:

    Slightly off-topic:
    Ich hatte keine Tintenstrahler-OHP-Folie zur Hand und gedacht - try it.

    Laminierfolien sind innen angeraut. Also Laminierfolien getrennt, am oberen Rand mit Tesa-Krepp quer auf ein Schreibmaschinenpapier fixiert, mit dem Cuttermesser auf Format geschnitten und bedruckt.
    Funzt ;-) Beim Fotodruck gibt es ein paar Stellen, an denen die Farbe leicht abperlt. Vielleicht habe ich an dieser Stelle Fingerabdrücke hinterlassen. Den nächsten Versuch starte ich mit Handschuhen.

    BTW: Ich habe einen Brother MFC J5335DW und auf A3 ausgedruckt, weil ich große Negative für die Herstellung von Cyanotypien machen will.

    Mich verunsichert die Tatsache, dass es einerseits wirklich sehr wenige Fälle bei sehr vielen Impfungen sind, aber andererseits ein Land nach dem anderen die Vergabe an jüngere Menschen einstellt. Machen die das WIRKLICH wegen 30 Fällen auf mehrere Millionen Impfungen? Oder gibt es da noch mehr, was wir nicht wissen?

    Wie hier auch viele argumentieren, sind es so wenig Betroffene, dass es übertriben klingt, den Impfstoff nicht mehr zu geben. Daher glaube ich, dass es dafür Gründe geben muss...

    Das Hauptproblem liegt darin, dass hier Politiker entscheiden - und keine Mediziner. Politiker, die auch Mediziner sind (wie Lauterbach oder Braun), sprechen sich dafür aus, weiterhin mit Astra zu impfen.

    Aktuelle Zahlen von gestern:
    2.847.585 Erstimpfungen mit Astra
    Bei 31 Fällen von Hirnvenenthrombosen trifft es 1 von 91.858
    - positiv ausgedrückt: 2.847.554 Menschen haben die Möglichkeit erhalten, keine schweren Komplikationen durch Covid zu bekommen.
    https://www.rki.de/DE/Content/…Impfquotenmonitoring.html

    Zu den Nebenwirkungen:
    Meine Frau hat sich gegen Gürtelrose impfen lassen und lag danach 3 Tage flach. JEDE Impfung verursacht mehr oder weniger heftige Nebenwirkungen. Schließlich wird hier kein Gegengift injiziert, sondern eine Immunantwort des Körpers ausgelöst, der die "Abwehrarmee" produzieren muss.

    Gegen Thrombosen gibt es 2 probate, unschädliche Mittel:
    - Bewegung
    - Flüssigkeitszufuhr (mind. 1-2 Liter Flüssigkeit pro Tag trinken)
    Diese Empfehlungen werden auch für jeden Langstreckenflug ausgesprochen - wobei hier schon das Wackeln mit den Beinen genügt - Hauptsache, die Durchblutung wird angeregt.

    Wer hat Angst vor AstraZeneca? Etwas Wissen um Mathematik hilft, Gefahren einzuschätzen. Gestern starben in Deutschland 232 Menschen an Covid.
    Bei knapp 2 Mio Impfungen mit Astra gab es um 20 Fälle mit Hirnvenenthrombosen. Aus GB liegen keine Meldungen vor.
    100 Reiskörner wiegen etwa 1 Gramm. Nimm 40 Pfundpäckchen Reis, schütte das aus und such die 20 Körner raus.

    Ich nehme, was ich an Schutz bekommen kann. Die Alternative ist wenig erfreulich:
    Vorgestern kam ein Bericht über die Covid-Intensivstation von Freiburg.
    https://www.ardmediathek.de/vi…3ci5kZS9hZXgvbzE0MzY2MjI/

    Warum sollten Politiker lieber Russisches Roulette spielen als ihr Wahlvolk?

    Beim Russischen Roulette steht die Wahrscheinlichkeit 1:6, dass es dich trifft. Bei 6 Versuchen kann - aber muss es dich nicht treffen.
    Beim Roulette steht die Wahrscheinlichkeit auf den Haupttreffer 1:36. Aus diesem Grund laufen viele Menschen relativ verarmt aus dem Casino - weil 35 von 36 Kugeln gegen sie stehen.

    Bei AstraZeneca waren bis 23.März 12 Fälle mit Hirnvenenthrombosen aktenkundig - nach 1,6 Mio. Impfungen.
    Die Wahrscheinlichkeit liegt so bei 12:1.600.000 - oder ca. 1:133.333

    In 133.332 Fällen macht der Impfstoff, was er soll.

    Mathematische Nebenbemerkung:
    Gestern sind - an einem Tag - 201 Menschen an Covid verstorben.
    https://experience.arcgis.com/…17327b2bf1d4/page/page_1/


    edit:Korrektur: Im Roulette befinden sich 36 Kugeln. Hat jedoch für die eigentliche Aussage keine Bewandnis ;-)

    Die Rechnung ist nicht so einfach ....

    Laut Focus zählt man mit mehr als 5866 € Brutto-Monatslohn zu den 10% der höchsten Einkommensgruppe.
    In dieser Gruppe befinden sich jedoch keine Selbstständigen - weil hier nur Gehaltsempfänger berücksichtigt werden.


    https://www.focus.de/finanzen/…-als-sie_id_10552510.html

    Gleichzeitig erzielt wohl nur 1% der Selbstständigen ein Einkommen über 10.000 € - wobei damit kein Prozentsatz der Gesamtbevölkerung definiert ist - und 10.000 € weit über den 5866 € Brutto liegen.

    Die Rechnung mit den 10% bezieht sich nur auf die Gehaltsempfänger - der gesamte Bereich der Selbstständigen und die Gruppe der freiberuflichen Berater, Kapitalverschieber und Freelancer sind hier nicht inkludiert.

    Ich vermute, dass sich in der gesamten Einkommen-Skala die angesprochenen 10% weit vom Lehrerdasein abheben...

    Falls jemand valide Daten präsentieren kann - gerne.

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