Abbruch?! Ich brauche Hilfe!

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    • Ich hab mit dem Jugendamt öfter zu tun. Wenn man vom Jugendamt beraten oder unterstützt wird, kommt nicht ein mit "Jugendamt" gekennzeichneter Van vor's Haus gefahren, so dass jeder sieht, dass das Jugendamt da ist, mit zwei besonnenbrillten Mitarbeitern, die vor der Tür stehen und "Aufmachen! Jugendamt!!" rufen. 8_o_)

      Wenn man nicht wegen Vernachlässigung oder Gewalt angezeigt wurde, geht man da hin, schildert seine Situation, bekommt hoffentlich Angebote und kann sich dann überlegen ob die einem weiter helfen.
      Ich kenne Schüler, die schon da waren, und auch Elternteile. Ganz normale Leute. Beispiele für schon erlebte niederschwellige Arbeit des JA ist u.a. Folgendes:
      Elternteil mit schwerer Depression, Schüler muss Haushalt mitführen, packt Abi wegen Überlastung nicht - JA bot Haushaltshilfe an (war natürlich ein längerer Organistaionsprozess, aber ging dann). Akademikerfamilie, wenn auch nicht doll verdienend, Mutter alleinerziehend.
      Oder: Schüler hat Xzig Geschwister, kein Arbeitszimmer, Tohuwabohu da Geschwister klein, Abi gefährdet wegen mangelndem Nachtschlaf und fehlenden Rückzugsräumen, auch Haushaltsüberlastung: Eltern im Schichtdienst, einer immer hundemüde, der andere auf Arbeit. Null asozial, aber eben am Rand der Belastung. Da hat JA dann eine temporäre WG für den Jugendlichen angeboten, mit eigenem Zimmer. Normale Mittelstandsfamilie.
      Ist auch deren täglich Brot.

      Ziel des JA ist es immer, die Familie wieder zum Laufen zu bekommen. Da gibt es dann - wie bei uns Lehrers - natürlich bessere und weniger gute Sachbearbeiter, klar, aber die Zielsetzung bei freiwillig Hilfesuchenden ist immer "muss besser laufen".
      Das Schlimmste, was ich mir beim TE vorstellen könnte, ist, dass sie sagen "Wir sind personell nicht in der Lage, Ihnen bei diesem weniger dramatischen Fall (keine Misshandlungen, Verwahrlosung, schwerste Krankheit des Elternteils oder Gewalt) Hilfe anzubieten." Das kommt vor. Die sind ja auch unterfinanziert.
      Dann muss er sich halt auf dem Markt der Beratungsstellen umgucken. Auch da gibt es diverse caritative Anbieter, die punktuell kostengünstig unterstützen. Pflegegeld ist auch eine Option, usw. Hatten wir ja oben schon.

      Ich frage mich nur, ob der TE noch mitliest?
      WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
      World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
      yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.
    • Meike. schrieb:

      Wenn man vom Jugendamt beraten oder unterstützt wird, kommt nicht ein mit "Jugendamt" gekennzeichneter Van vor's Haus gefahren, so dass jeder sieht, das Jugendamt ist da, wo zwei besonnenbrillte Mitarbeiter vor der Tür stehen und "Aufmachen! Jugendamt!" rufen.
      :rotfl: *lach* schönes Bild.

      Die größte Angst vorm JA ist ja die, dass man Kinder weggenommen bekäme. Was, wie Meike ausführt, schon bei Familien nicht passiert, wo es dringend notwendig wäre. Die Fallmanager haben so dermaßen viele Klienten, dass sie sich nur um akut akute Kindeswohlgefährdung kümmern. Da muss man schon einen langen Atem haben, um überhaupt Hilfen zu erhalten, wenn man das möchte...
    • Da mein Vater als Sozialpädagoge beim Jugendamt gearbeitet hat, weiß ich, dass man da keine Berührungsängste haben muss und dort durchaus einmal nachfragen kann. Mein Vater hatte mit allen Gesellschafts"schichten" zu tun - auch ein "guten" Elternhäusern kann mal Hilfe gebraucht werden.