Beiträge von DeadPoet

    Bisher hab ich noch keine Probleme (Hemd mit kurzärmeligen T-Shirt drunter). Stehe am Lehrerpult eigentlich immer vor dem offenen Fenster. Wenn's dann doch mal kälter wird, Pulli statt Hemd. Im Extremfall hab ich auch kein Problem, in Jacke zu unterrichten - angesichts der momentanen Lage ist "Outfit" bei mir ganz unten auf der Prioritätenliste.

    Wir haben auch einen wöchentlichen Wechsel geplant und für mich halte ich das auch rein persönlich für besser (ich hab drei siebte Klassen in Geschichte, mache also schon bei normalem Unterricht 3x in der Woche den gleichen Stoff ... wenn jetzt täglicher Wechsel ... dann mach ich ja 6x in der Woche das Gleiche (ok, bei wöchentlichem Wechsel auch 6x das Gleiche, aber wenigstens auf zwei Wochen verteilt). Ich find's auch günstig, für die SuS einen Wochenplan zu erstellen und die wissen dann, was sie in der Woche pro Fach alles machen müssen. Da ich ein großer Anhänger davon bin, dass die SuS auch Eigenverantwortung lernen müssen, finde ich das besser, als sie im täglichen Wechsel wieder so eng an die Leine zu nehmen (klar, Grundschule ist da wohl eine andere Baustelle).

    Ich glaube auch, dass es für Eltern leichter ist, wenn sie wochenweise planen können/müssen.

    Vor einem halben Jahr ging ich noch mit Handschuhen einkaufen und achtete bewusst auf Abstände. Zudem achtete ich sehr auf Desinfektion und das ganze Zeug in der Zeit rund um den Lockdown. Schnell wurde mir klar, dass ich mich durch die gesellschaftliche Stimmung beeinflussen ließ und dass manche Aspekte übertrieben waren, wodurch ich sie danach stetig reduzierte.

    Ich vermute, dass viele lange mit der falschen Vorstellung lebten, dass das Leben per se 100% sicher sei - und da brachte Corona das Weltbild ins Wanken. Risiken und Unsicherheiten gibt es aber an vielen Orten und sind stetige Begleiter unseres Lebens. Es gibt Leute, die damit gar nicht umgehen können und sich ihr ganzes Leben durch ihre Ängste diktieren lassen. Ich versuche, das zu vermeiden so gut wie es geht. Vor einem halben Jahr hatte ich einen Autofall. Die Zeit darauf fuhr ich recht vorsichtig, aber in der Zwischenzeit wieder recht normal - wenngleich ich auf waghalsige Überholmanöver eher verzichte ;) . Jedes Jahr gibt es eine neue Krankheit, Grippe oder Pest. Es gibt Herzinfakte, Krebs oder Gehirntumore. Frauen dürften nicht mehr schwanger werden, da es ein Restrisiko gibt, dass man bei der Geburt sterben kann. Es gibt Mütter, die ihr Kind auf Schritt und Tritt bewachen, aus Angst, es könnte etwas passieren und sie wären nicht dabei. Gerade in der Arbeit mit Kindern kann man sich immer an irgendeinem Mist, der gerade herumgeht, anstecken. Es gibt Leute, die nicht in der Nacht vor die Tür gehen, aus Angst, dass der maskierte Mörder wieder herumläuft.

    Man muss nicht leichtsinnig sein und auch mein Alltagsverhalten ist nicht besonders riskant. Aber ich bin bemüht, mein Leben so frei wie möglich von Ängsten zu leben - und das bedeutet, dass ich auch keine Angst vor Corona habe. Wenn ich es bekommen sollte, dann ist das halt so - ich werde es überleben.

    a) Dass das Leben nicht 100% sicher ist, ist eine Plattitüde. Man kann getrost annehmen, dass die User hier im Forum sich dessen bewusst sind.

    b) Du kannst gerne für DICH ALLEINE mehr Risiko in Kauf nehmen, als nötig.

    c) Aber unterlasse es bitte, mit Deiner Risikobereitschaft auch andere zu gefährden. Weder der Herzinfarkt, der Krebs, Schwangerschaft oder Gehirntumor sind ansteckend. Aber von Verkehrsteilnehmern erwarte ich, dass sie - ungeachtet IHRER Bereitschaft zum Risiko - sich so verhalten, dass für die anderen im Straßenverkehr das Risiko möglichst klein bleibt.


    => Es geht nicht nur um DEIN Überleben.


    Und: Zwischen Panik und Respekt vor der Gefahr durch diesen Virus liegen Welten.

    Für Bayern (aus der LDO, §27):


    "(4) 1Die Schulleiterin oder der Schulleiter sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der schriftlichen Aufgaben über das ganze Schuljahr sowie für die Angemessenheit der Aufgabenstellung und der Benotung durch die Lehrkräfte. 2Hält die Schulleiterin oder der Schulleiter die Änderung einer Note für erforderlich, ohne ein Einverständnis mit der Lehrkraft hierüber erzielen zu können, so entscheidet die Lehrerkonferenz. 3Stellt sie bzw. er nach Rücksprache mit der Lehrkraft und gegebenenfalls mit der Fachbetreuerin oder dem Fachbetreuer bzw. der Fachschaftsleiterin oder dem Fachschaftsleiter der Schule fest, dass die Anforderungen in einer Schulaufgabe, Kurzarbeit, Probearbeit oder Stegreifaufgabe für die Jahrgangsstufe nicht angemessen waren oder der Lehrstoff nicht genügend vorbereitet war, so kann sie bzw. er die Aufgabe für ungültig erklären und die Anfertigung einer neuen anordnen."

    Warum wird nicht einfach mehr und früher geheizt, wenn so viel gelüftet wird? Das ist zwar umweltschädlich, aber meiner Meinung nach die beste Option. Noch mehr Ausfall (selbst wenn dann ändere Ferien verkürzt werden) ist doch keine Lösung.

    Weil das die Heizungen nicht schaffen, wenn alle 20 Minuten gelüftet wird.


    Ich habe, als ich die Nachricht das erste Mal hörte, gedacht, dass das vorgeschlagen wird, weil man um Weihnachten rum mit noch höheren Infektionszahlen rechnet. Aber wenn es um die Kälte durch Lüften im Klassenzimmer geht, muss ich anmerken, dass dann von Mitte November bis Mitte März Ferien sein müssten (jedenfalls in meiner Gegend).

    Kann man die fehlenden Eigenschaften / Werte nicht gerade ganz gut mit Fußball vermitteln ... Regeln einhalten, Respekt, wer mault kriegt gelb usw.

    Auch in Verbindung mit schriftlichen Tests über diese Regeln.

    Da würde ich ansetzen, um erst einmal die Klasse in den Griff zu kriegen.

    Ich halte so viel Abstand, wie ich kann. Bei Klassen von ca 30 SuS sind 1,5m allerdings kaum möglich (erste Bank mit SuS steht fast direkt vor mir). Manchmal muss ich auch näher an die SuS, weil ich sie sonst gar nicht verstehe (manche tragen noch Maske, siehe oben ... oder der Lärmpegel ist so hoch, siehe unten) ... oder ich will mal einen Blick in ihr Heft werfen.


    Lüften: ich versuche im Moment noch, die Fenster offen zu lassen ... aber ... es wird kälter, am Freitag hat es so geregnet, dass wir die Fenster schließen mussten, da sonst wirklich Überschwemmungen im Raum entstanden wären. Und: Wir haben einerseits "entzerrte" Pausen (bedeutet, dass von 9.30 bis 11.00 immer Klassen in der Pause sind) und dadurch auch mehr Lärm vor den Klassenzimmern (und noch mehr, wenn die Fenster offen sind) ... andererseits haben wir auch Baustelle an/in der Schule (Sanierung) und oft muss ich die Fenster schließen, weil direkt vor den Fenstern lärmintensive Arbeiten durchgeführt werden.

    Ganz persönlich (und sicher nicht für alle gleich): Ich bin mit meinem Gehalt absolut zufrieden, auch wenn ich viele Arbeitsmaterialien selbst finanzieren muss. Man darf nicht vergessen, dass man - anders als manche vergleichbare Jobs in der Wirtschaft, die evtl. besser bezahlt werden - keinen "Knick" durch (mehr oder weniger kurze) Arbeitslosigkeit fürchten muss und im Ruhestand mit der Pension auch nicht so schlecht da steht.

    Gerade jetzt ... ich muss nicht in Kurzarbeit, krieg mein volles Gehalt, muss nicht um meinen Job fürchten. Zusatzbelastung durch Präsenz- und Online-Unterricht? Ja, aber wenn ich ehrlich bin weniger als man erst denken würde.

    Die Studie ist zwar nett, wurde aber von der GEW finanziert. Zudem sollten Lehrer selbst ihre Arbeitszeit protokollieren, was das Ergebnis natürlich extrem verzerren dürfte. (Das ist jetzt keine Kritik an dem Ergebnis sondern eine Kritik an der Methodik, welche das Ergebnis verfälscht).

    Nur kommen im Prinzip alle Studien zu diesem Ergebnis, egal, wer finanziert (und der Staat finanziert keine - warum wohl?).

    Ich habe z.B. nicht das Gefühl, dass alleine die fachlichen Aspekte eine Rolle spielen. Ich möchte aber im Internet diesmal nicht darauf eingehen, wieso ich zu diesem Gefühl komme (und denke, dass ich bisher nicht als Hysteriker in Erscheinung getreten bin). Übrigens: zwischen "verunsichert" und "Panik" besteht doch ein Unterschied.

    Ja, wenn man alles im Umkreis von gefühlt 10 km um eine infizierte Person herum in Quarantäne schickt, kann das wohl so sein. Ob das sinnvoll ist, ist natürlich eine andere Frage.

    Die Aussage ist jetzt extrem undifferenziert - siehe mein Zitat aus der Presse weiter oben.

    Ich lese gerade:

    "Nach einem positiven Corona-Test müssen zwei Lehrer des xxx- Gymnasiums in xxx die kommenden Tage in häuslicher Quarantäne verbringen. Beide zeigen keine Symptome. “Da das geltende Hygienekonzept konsequent umgesetzt wurde, können die von ihnen unterrichteten Klassen weiter am Präsenzunterricht teilnehmen”, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes xxx.

    Das Gesundheitsamt kontaktiert nun das weitere Umfeld der Betroffenen und leitet im Bedarfsfall weitere Maßnahmen ein. Das restliche Lehrerkollegium soll Anfang kommender Woche im Zuge einer Reihentestung routinemäßig untersucht werden."


    Also zwei Lehrer infiziert, die Klassen, die sie unterrichtet haben, gehen weiter zur Schule, ebenso alle Kolleginnen und Kollegen. Nächsten Montag (im günstigsten Fall) neue Reihentestung und dann nach einigen Tagen ein Ergebnis. Erscheint das jetzt nur mir etwas optimistisch? Zu glauben, die beiden Lehrer hätten niemanden angesteckt / man hätte jetzt noch eine Woche Zeit, neu zu testen und das Ergebnis abzuwarten?

    Ich hätte eigentlich gedacht, dass man in so einem Fall zumindest die unterrichteten Klassen in Quarantäne schickt?

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