Beiträge von DeadPoet

    Die allermeisten meiner SchülerInnen haben ein gutes Gespür dafür, was man da anzieht. In Jogginghosen habe ich noch keine(n) gesehen. Es gibt aber zwischen Anzug und Schlabberlook eine große Bandbreite an Kleidung, die für mich völlig ok ist. Ich hatte weder im Staatsexamen an der Uni noch bei Lehrproben einen Anzug an.

    Ich denke, 40 Stunden beträgt meine Arbeitszeit tatsächlich in der Woche, wenn ich die Ferien und die 30 Tage Urlaub mit einrechne. Von daher ist das ok ... das Problem ist die ungleiche Verteilung der Stunden auf die Wochen. Es gibt Wochen, da komme ich evtl. auf nur 15-20 Stunden (Weihnachts"ferien" wenn ich eine Schulaufgabe korrigieren muss ... oder zwei). Auch während der Unterrichtszeit gibt es Wochen mit nur ca. 30 Stunden (oder sogar weniger).

    Und dagegen stehen dann Abiturprüfungswochen (Colloquium, Korrektur schriftlich), Wochen, in denen Zeugnisse erstellt werden usw. mit z.T. weit über 50 Stunden.

    Ich hatte früher auch immer die erste Schulwoche als locker gesehen, inzwischen sind wir aber bei fast vollem Unterricht, 5 Stunden Gesamtkonferenz und zwei Fachsitzungen mit je 2-3 Stunden. Wenn man dann noch Klassleitung hat, ist die erste Woche auch schon bei 40+ Stunden.

    Schön, wenn es so wäre. Wenn einfach die führen, die fahren wollen, braucht man aber nicht aber höherer Ebene etwas beschließen. Solche Beschlüsse führen dann eben dazu, dass auch die, die nicht von dem Konzept überzeugt sind, die Arbeit. Insofern muss ich zitierten Aussage auch ein Stückchen Naivität attestieren.

    Könnte aber auch sein, dass unser Kollegium halt zum großen Teil auch für das einsteht, was es beschließt und die, die "Ja" stimmen dann halt mitfahren ... das "bei uns" und den Konjunktiv "müssten" sollte man schon erkennen, bevor man Naivität attestiert. Und wenn wir Wortklauberei betreiben wollen, kauf ich Dir ein "machen" und ein "der".

    Bekomme ich die Kosten erstattet? Ja, aber erst seit einigen Jahren.

    Ist es Mehrarbeit? Meiner Meinung nach schon.

    Wusste ich, dass das zu den Dienstpflichten gehört? Ja.

    Fahre ich freiwillig? Unter gewissen Umständen ja (wie geht es mir grad selbst (Stressfaktor), halte ich die Fahrt für sinnvoll, usw).

    Würde ich ohne großen Aufstand auch fahren, wenn mein Chef es anordnen würde? Ja.


    Ein guter (kluger) Chef wird sowas allerdings nur im äußersten Notfall anordnen. Übrigens beschließt bei uns die Gesamtkonferenz das Fahrtenprogramm (welche Schullandheim-, Skilager- und Abiturfahrten ... wann ... wohin?). Von daher müssten sich ja auch immer genügend "Freiwillige" finden, sonst würden die Fahrten ja auch gar nicht beschlossen.

    Unsere SL hat gerade "bestimmt", dass Lehrkräfte keine Bücher, die im Unterricht benutzt werden, mehr von der Schule gestellt bekommen (also die eingeführten Bücher, die auch die SuS bekommen). Der Sachaufwandsträger wäre knapp bei Kasse und seine Aussage wäre gewesen, Lehrer würden ja gut verdienen und könnten von der Steuer absetzen.


    Ich hab mir jetzt das einschlägige Gerichtsurteil rausgesucht und leg der SL das nächste Woche auf den Tisch (oder gilt das Urteil des Bundesarbeitsgerichts von 2013 nicht mehr?).


    Zur Not unterrichte ich dann ohne Buch ... das geht mMn in Geschichte durchaus in vielen Fällen ... Englisch wird (wegen den Vokabeln) dann schwieriger.

    Ich sehe durchaus den Sinn von Klassenfahrten. Aber es ist auch eine Frage der Prioritäten, der Kernaufgaben. Was müssen Kinder an der Schule lernen ... was sollten sie an der Schule lernen ... und was können/sollten/müssen sie außerhalb der Schule (besser) lernen?

    Was muss Schule leisten? Was sollte Schule leisten? Was könnte Schule noch alles leisten?

    Ist man bereit, die Schulen dafür finanziell und personell entsprechend auszustatten?

    Oder fordert man nur immer, appelliert an den Pädagogen, doch den Kinder das zu ermöglichen, weil ja sonst ...?

    Interessant, das alles so zu lesen. In Bayern gehören Klassenfahrten zu den Dienstpflichten der Lehrkräfte. Allerdings müssen seit einigen Jahren den Lehrkräften die vollen Kosten ersetzt werden. Da die Budgets recht knapp sind, wird kaum eine Lehrkraft gezwungen, zu fahren.

    Bei mir dürfen sie zunächst die Kappen aufhaben. Ich möchte aber die Gesichter sehen können, wenn die Kappen also zu tief ins Gesicht gezogen werden, so dass ich nicht mehr sehen kann, ob jemand die Augen offen hat, müssen sie runter.

    Ich thematisiere auch durchaus, dass es Gründe gibt, die Kappen abzunehmen, überlasse die endgültige Entscheidung dann aber den Schüler(Innen).

    Ich wundere mich etwas ... nach zwei Wochen Schule gab es bei uns noch keinen positiven Schnelltest (also nicht einmal falsch positiv) ... an anderen Schulen im Umkreis schon 3-4 (auch tatsächlich positiv, durch PCR-Test bestätigt). Entweder haben wir Glück ... oder unsere SuS schlampen beim Testen ... Aber ich kann mich halt nicht neben alle stellen und schauen, wie weit sie das Stäbchen in die Nase stecken ... die SL hat mir auch den Spruch "Ich will Blut sehen" verboten ;)

    Ähnliches Problem sehe ich auch grad in einer Klasse. Die waren immer schon nicht gut, weil sie einfach keine Vokabeln lernen wollten. Einige von ihnen haben jetzt das Lernen völlig eingestellt, weil Corona/Distanzunterricht eine willkommene Entschuldigung war, nichts zu tun (aber der Distanzunterricht war ja sooooo schlecht).

    Ich finde die Analogie durchaus passend da für einen Forscher das aktuelle Fachwissen zum Arbeitsmaterial gehört. Und sie passen auch wesentlich besser was das Verhältnis aus Einkommen und möglichen beruflichen Ausgaben angeht.

    Ich lass mich jetzt mal darauf ein und akzeptiere, dass Fachwissen für einen Forscher zum "Arbeitsmaterial" gehört. Das tut es aber für eine Lehrkraft auch (siehe auch Verpflichtung zur Fortbildung). Allerdings zweifle ich, dass der Forscher seine Laborausstattung, sein Büromaterial, seine Verbrauchsmaterialien usw. selbst zahlt.

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