Beiträge von DeadPoet

    Das ist alles eine Einschränkung der Grundrechte, beispielsweise Art. 2 GG. Das ist erschreckend, wenn du der Meinung bist, dass hier keine Grundrechte eingeschränkt werden.

    Ich finde es eher erschreckend, wenn man den Unterschied zwischen Einschränkung von Grundrechten (die das GG übrigens ausdrücklich vorsieht) und einer Verletzung des Grundgesetzes nicht erkennt.

    Kann mir erst einmal jemand erklären, wo eine Maskenpflicht genau das Grundgesetz verletzt? Da hätte mein Vater ja klagen können, als die Pflicht eingeführt wurde, im Auto den Sicherheitsgurt anzulegen?

    Oder ich müsste klagen, weil mein Motorradhelm immer die letzten paar Haare auf dem Kopf so verdrückt?

    Verbot vom Handy am Steuer ... sicher eine Verletzung meiner Grundrechte ...?

    Jetzt sag bitte nicht, dass du diese frauenverachtenden Stereotype auch unterstützenswert findest oder- um es mit unserem empathisch hochbegabten ewigen Studenten auszudrücken- man darüber doch einfach mal lachen könne (womit natürlich nur wir Frauen gemeint sind, tangiert dich insofern genau genommen also nicht).

    Ich könnte jetzt

    - enttäuscht sein, dass Du mir das zutraust

    - den alten Spruch "if the shoe fits" raushauen

    - mich etwas ärgern, weil ich doch besser die Beiträge zitieren hätte sollen, die ich meinte

    - darauf hinweisen, dass der/diejenige, der/die etwas schreibt, durch den Beitrag gewisse Schlüsse auf sich zulässt, die wiederum manche Vorurteile bestätigen könnten ...

    Ja, für das Referendariat ist ein dickes Fell mit Sicherheit kein Nachteil. Es kommt drauf an, mit welchen Personen man es zu tun bekommt, das können nette, faire Leute sein, die konstruktive Kritik auch so verpacken können, dass man gut damit umgehen kann.

    Oder eben nicht (Unterrichtsbesuche machen und Lehrer ausbilden schließt nicht aus, dass jemand ein ... Hinterteil mit fünf Buchstaben ... ist).


    Wie ging ich im Ref mit Kritik um? Ich bin damit "gesegnet", selbst einer meiner schärfsten Kritiker zu sein. Konnte ich die Kritik auch nur im Ansatz nachvollziehen, hab ich sie mir zu eigen gemacht (und es dabei wohl das eine oder andere Mal übertrieben).

    Konnte ich die Kritik auch nach ehrlicher Überprüfung nicht nachvollziehen, hab ich versucht, sie einfach abzuhaken (geht nicht immer so einfach).


    Geholfen hat sicher auch, dass ich - was "Lehrer sein" betrifft - ein recht vernünftiges Selbstbewusstsein habe, und das kam schon im Ref (wenn man positive Rückmeldungen kriegt - und da war mir immer wichtiger, dass ich das Gefühl habe, die SchülerInnen zu erreichen, ihnen etwas beizubringen - und auch mit ihnen vernünftig und fair auszukommen - als alles genau so zu machen, wie es sich jemand anderes vorstellt). Es hat auch geholfen, den Unterricht derer zu besuchen, die mich kritisierten ... und zu sehen, dass die auch nur mit Wasser kochen (wenn überhaupt).

    Glückwunsch.


    Erstens: nach dem 1. Staatsexamen kommt das Referendariat - da machen viele Leute eine unheimliche Entwicklung durch. Daher würde ich mir so ein Urteil über jemanden nach dem 1. Stex so gut wie nie erlauben.

    Zweitens: Universitäre Prüfungssituation ist mit Unterricht nicht vergleichbar.

    Drittens: Wenn der Mann so viel Ahnung hätte, hätte er so ein Urteil nie abgegeben.

    Viertens: Mag von Fach zu Fach anders sein, mag heute anders sein, aber von Schulpraxis hatten meine Professoren keine Ahnung - noch nicht einmal die Didaktiker.

    Also ich kenne es nur so (auch Bayern), dass alle Arten von schriftlichen Leistungsnachweisen nach Korrektur, Herausgabe und erneutem Einsammeln an die Fachbetreuer zur Respizienz weiter gegeben werden und dann an der Schule gelagert werden. Ich bin verpflichtet, Notenlisten (auch wegen der mdl. Noten, die ich erteile) einige Zeit bei mir aufzubewahren, aber eben nicht Schulaufgaben.

    Schulgarten ... Imkergruppe ... Techniker (machen die Technik bei Schulveranstaltungen, also Sound, Licht usw. - wir sind da fast ausgestattet wie eine internationale Rockband) ... Robotik ... Arbeitsgruppe gegen Rassismus ... Big Band ... Theater ...


    Nur leider wird das Angebot immer weiter zurück gefahren, weil kein Stundenbudget dafür da ist und die Kolleginnen und Kollegen es irgendwann mal satt haben (bei aller Begeisterung für die Sache), ihre Freizeit dafür zu opfern, weil es dem Staat keine Stunde wert ist.


    Die exotischste AG war mal an einer Schule (an der ich leider nur kurz war) eine "Dungeons & Dragons" AG (also Rollenspiel in einer Fantasy Welt) ... da ein Spielleiter (also der Lehrer) beschreibt, was die Spieler sehen, hören usw und was die Figuren in dieser Welt sagen, lernen die SuS zuhören.

    Da die SuS wiederum dann gestellte Probleme in dieser Fantasywelt in ihrer Rolle lösen müssen (und das eben auch nur "verbal" geschieht), lernen sie, miteinander zu reden, zu diskutieren, bestimmte Ideen und Vorgehensweisen zu artikulieren.

    Da ein solches Problem meist so entworfen ist, dass es die Zusammenarbeit, die Fähigkeiten verschiedener Gruppenmitglieder braucht, lernen die SuS auch Teamwork. Man spielt nicht gegeneinander, sondern miteinander.


    Ich hab selbst sowas lange Zeit gespielt und fand daher diese AG ausgesprochen bemerkenswert.

    Läuft's denn nicht an deutschen und dänischen Schulen? Bei allem Disrespekt ggü. dem Zitierten, in der Sache hat er doch zufällig mal Recht.

    Nein, hat er nicht. Die Öffnung der Schulen hat einen engen Zusammenhang mit der Entwicklung der Infektionszahlen - und da sind die USA weit, weit weg von den Zahlen in Deutschland.

    Und: Trump scheint zu implizieren, dass alles an deutschen Schulen wieder normal läuft, ohne Probleme. Und das stimmt nicht (nur halbe Klasse, Mindestabstand, Masken usw.).

    Bargeldrückerstattung halte ich für eine - an den meisten Schulen - absolut realitätsferne Lösung. Die Sekretär*innen haben etwas Anderes zu tun, als 20 mal pro Tag zum Tresor zu rennen, krumme Beträge abzuzählen (und jede Klasse wird eine andere Zahl haben), und alles wieder zu verschliessen. Vom Diebstahlrisiko abgesehen..


    Mit dem Copypaste ist es am Ende doch kein zu unterschätzender Aufwand. Zumal viele doch Zahlendreher einbauen und man noch mal nachfragen muss und so weiter.


    Die Hardcoverüberweisung ist wahrscheinlich die am wenigsten schlimme Möglichkeit für alle Beteiligten...

    Sicherheitsbedenken sehe ich ein (allerdings lagern in Schultresoren häufiger höhere Summen oder wichtige Dokument - wie Abiturprüfungen, die dann auch geklaut werden ...).

    Nur: Warum sollte das Argument "Die Sekretärinnen haben etwas Anderes zu tun" einerseits gelten und andererseits hat der Lehrer / die Lehrerin allem Anschein nach nichts Besseres zu tun (zumindest nach Ansicht der SL, die das Geld auf deren Privatkonto haben will)?

    Anmerkung: Lernen daheim ersetzt "Lernen an der Schule" => es darf daheim durchaus annähernd den gleichen zeitlichen Umfang haben, den ein Schüler in einer normalen Schulwoche hat. Das Denken "2 Stunden täglich konzentriert sollte ausreichend, um das zu schaffen, was wir sonst in der Schule machen" halte ich für in die Irre führend. Denn diese 2 Stunden täglich würden ja sowohl den Unterricht als auch die im Unterricht aufgegebenen Hausaufgaben ersetzen (wobei da durchaus ein Unterschied zwischen Primar- und Sekundarstufe bestehen könnte, ich also eher von der Sekundarstufe aus denke, andere von der Primarstufe aus und dann sieht man es evtl. anders).


    7 Tage die Woche jeden Tag 4 Stunden ... äh ... 28 Stunden ... 30 Unterrichtsstunden die Woche sind 22,5 volle Stunden, da fehlen also "nur" noch knapp 5 Stunden, dann ist man bei den 28 Stunden. Auf die kommt man schon alleine durch pro Tag noch eine Stunde Hausaufgaben und Lernen.

    Keine Klassenarbeiten, das heißt, das intensive Pauken vor solchen Arbeiten, das zu gewissen Stoßzeiten da noch mit dazu käme, fiel auch weg.


    Ich gebe sofort zu, dass 4 Stunden am Tag eigenständig daheim arbeiten viel für Kinder ist - und sie das freiwillig kaum tun. Dass die Eltern es als Belastung empfinden, den Druck ausüben zu müssen, den sonst die Schule/Lehrer ausüben, kann ich verstehen. Ich würde mir aber wünschen, man würde über obige Rechnung nachdenken, bevor man "zu viel" sagt. Es sind nicht 8 Wochen Corona-Ferien und Online-Unterricht ist die unliebsame Zusatzarbeit, die in den Ferien nebenbei erledigt werden sollte. Online-Unterricht ist der (mehr oder weniger gelungene) Ersatz für den Unterricht, der in diesen Wochen zeitlich eigentlich im Mittelpunkt gestanden wäre.


    Erklärungen sollten nicht von Schüler/Eltern selbst gesucht werden müssen (außer das ist genau das, was ich als Lehrer will: die SuS sollten sich zu bestimmten Fragen selbst Infos beschaffen, das zu Lernen, gehört in bestimmten Jahrgangsstufen einfach dazu ... aber in der Primarstufe wohl eher noch nicht).

    Für Nachfragen sollte man als Lehrkraft auch zur Verfügung stehen - bei mir lief das über die Onlineplatform mebis, über das Elternportal unserer Schule oder über meine Dienstmail, die alle SuS haben.

    Meine (sicher subjektiven) Erfahrungen:


    - ich habe die nötigen Geräte ... ein Teil meiner Schüler nicht (von denen ist im Folgenden nicht mehr die Rede)

    - ich kann mit mebis einigermaßen umgehen, ein Teil meiner Schüler nicht

    - ich stelle jede Woche genügend Material und Aufgaben für die Woche rein, in der die SuS nicht im Präsenzunterricht sind. SuS versichern mir, es wäre nicht zu viel und man würde es durchaus verstehen.


    Und dann? Wenn wir uns die Woche darauf im Klassenzimmer sehen, hat sich ein größerer Teil der SuS gar nicht ernsthaft mit dem Material und den Aufgaben beschäftigt ... je höher die Jahrgangsstufe, desto GRÖßER dieser Teil.


    Digitales Lernen scheitert also nicht (nur) an den Geräten, an den Lehrern ... sondern auch daran, dass manche Schüler gar nicht wollen. Und die, die jetzt "abgehängt" sind, waren vorher zum großen Teil schon abgehängt, weil sie nicht wollten. Das zeigt sich nur jetzt deutlicher.


    Das ist jetzt - wie gesagt - subjektiv und wohl etwas negativer, als meine SuS es verdient haben (ich kriege auch sehr schöne Beiträge zu Aufgaben über mebis von SuS, von denen ich das basierend auf meinen Erfahrungen im Unterricht gar nicht erwartet hätte.)

    Aber ich bin grundsätzlich im Moment etwas genervt von

    - der Darstellung in den Medien

    - der Tatsache, dass ich da schon einige Stunden investiere, um allen den Stoff zu vermitteln

    - und der Tatsache, dass manchen SuS das völlig am Hinterteil vorbei geht und gerade die OberstufenschülerInnen nicht in der Lage sind, zu erkennen, dass es jetzt halt mal Eigenverantwortung braucht und man den inneren Schweinehund überwinden muss (weil die wollen nächstes Jahr Abi und sind nur am Jammern, wie benachteiligt sie nun durch den Unterrichtsausfall sind).


    Ich glaub auch, dass mache Eltern so "negativ" reagiert haben, weil sie plötzlich merkten, dass es nicht an der Schule liegt, wenn ihre Kinder nix machen und wie anstrengend es ist, die Kinderchen nun ständig im Haus zu haben bzw. wie anstrengend es ist, sie dazu zu bewegen, etwas zu tun (und damit meine ich nicht, dass es anstrengend ist, wenn man den Kindern alles erklären muss, das ist grundsätzlich - auch in der Zeit der online-Schule - Sache der Lehrer).

    Mein Ref ist etwas zu lange her, als dass ich auf der Basis jetzt Aussagen in Bezug auf heute treffen würde.

    Aber: so knapp 60-Stunden-Wochen habe ich auch jetzt noch ... natürlich nicht regelmäßig, aber gerade hab ich wieder zwei hinter mich gebracht (Abi-Erstkorrektur, Colloquiumsprüfungen und Zweitkorrektur ... "selbstverständlich" muss der normale Unterricht ganz normal weiter laufen und "selbstverständlich" muss in Corona-Zeiten auch der Onlineunterricht über mebis bedient werden).


    Ich kann mich auch daran erinnern, dass das Ref wirklich kein Zuckerschlecken war ... aber ich wollte unbedingt Lehrer werden, also hab ich es durchgestanden ... wenn Du das auch willst, stehen die Chancen gut, dass auch Du das packst.

    Abstandsregel: 1,5m. Aber ich hab gestern Colloquium geprüft - wenn ich mit dem Beisitzer über die Noten rede, halten wir sicher keine 1,5 Meter Abstand ... auch sonst muss man sich ständig immer wieder dran erinnern.

    Wo es nicht eingehalten werden kann: Maskenpflicht (eigentlich grundsätzlich, wenn man seinen Sitzplatz verlässt - Schüler und Lehrer).

    Treppenhäuser sind Einbahnstraßen, so dass es nicht zu eng wird (gerade Kolleginnen und Kollegen halten sich da gerne mal nicht dran).

    Im Klassenzimmer wenn jeder sitzt: Keine Maskenpflicht, weder für Lehrer, noch für SuS.

Werbung