Beiträge von DeadPoet

    Soweit ich weiß, muss man das nicht; zumindest muss man überhaupt keinen Wandertag haben. Früher waren zwei davon verpflichtend, seit der letzten größeren GSO-Änderung ist das zumindest am Gymnasium nicht mehr so. Dazwischen gab es so Regelungen (waren das Modusmaßnahmen?), dass ein Wandertag durch eine Fachexkursion ersetzt werden kann, aber das scheint mir hinfällig, eben weil jetzt das Kollegium über Art und Anzahl der Wandertage entscheidet.

    Natürlich macht wohl trotzdem noch jede Schule zwei solche Wandertage, weil schon immer so gewesen. :-)

    Stimmt ;)

    Da ich in Bayern aber an einem Wandertag tatsächlich wandern muss ... überlege ich mir schon gut vorher, ab welchem Punkt mit dem Zusammenbrechen der SuS zu rechnen ist und bin da sehr vorsichtig.

    Mir bleibt noch ein Erlebnis im Gedächnis: Es war für einen grundsätzlich schönen Tag auch kurzzeitig leichter Regen vorher gesagt worden, so dass ich den SuS sagte (10. Klasse!), sie sollten wetterfestes Schuhwerk anziehen (oder wenigstens Schuhwerk das für Wanderungen (2-3 Km gerade aus auf Kiesweg) geeignet ist. Von den Badeschlappen über Espandrillos war da alles dann zu sehen.

    Bei uns wäre die Oberstufenkoordinatorin auch nicht weisungsbefugt, so dass man argumentieren könnte, dass man ihrer Empfehlung auch nicht folgen muss und damit natürlich die Verantwortung trägt (selbstverständlich machen solche schulinternen Regelungen aber meist Sinn).


    Andererseits ist die Anhörung der betroffenen Lehrkraft bei allen Beschwerden Standard. Wir hatten mal eine SL, die über Beschwerden immer entschied, ohne die Lehrkraft zu hören. Das war wenig erfreulich und hat zu mehreren größeren Konflikten mit dem ÖPR geführt.

    • Referendare werden wie dumme Schüler behandelt, von denen man die Schwächlinge hinausprüfen will, anstatt diese als zukünftige Mitarbeiter zu sehen, die man bestmöglich ausbildet. Das Prüfen steht im Vordergrund. Das ist Preußen 1800.

    Gäb viel zu sagen (und in einzelnen Punkten entspricht das auch dem, was ich vor 25 Jahren erlebt habe) ... aber der Lehrberuf ist auch definitiv nichts für "Schwächlinge". Wenn man mit Stress, Undankbarkeit, Ungerechtigkeit, hohen (überzogenen) Anforderungen (die kommen dann später von Eltern und z.T. Schülern), genauestem Arbeiten (immerhin erstellt und korrigiert man Prüfungen, die über Zukunftschancen entscheiden ... was meinst Du, wie genau Eltern, die schulischen Erfolg für ihre Kinder wollen, alles begutachten, was auch nur der kleinste Fehler von Dir sein könnte?), Formalismus (die Formalia schützen übrigens auch die Lehrkraft; die aufgestellten Regeln, die der Staat dann auch vertritt, puffern so einige Dinge ab) nicht klar kommt, wird man in dem Beruf kaputt gehen. Evtl. wird vor diesem Hintergrund "ausgesiebt".


    Wobei es schon auch die Tendenz gibt / geben kann, sich selbst Regeln einzureden und deren Einhaltung vehement einzufordern, obwohl diese Regeln nirgends stehen ... (vgl. in einem anderen Thread die Zahl der geforderten Tests ... bei mir war das vor Jahren mal, dass man mir die Punkteverteilung bei Tests vorschreiben wollte, die unsere Schulordnung aber klar in die pädagogische Verantwortung der Lehrer legt).

    Deswegen finde ich es enorm wichtig, sich bgzl. des Schulrechts auszukennen. Im Referendariat wirst Du da mehr schlucken müssen, weil man halt schon von den Ansichten betimmter Vorgesetzter abhängig ist und ja eine Stelle möchte. Wenn man die Stelle mal hat, sich im Schulrecht auskennt und keine großen Beförderungen mehr anstrebt, lebt man deutlich entspannter.


    Bzgl. der Materialien:

    - erstens gibt es genügend Materialien (kostenlos) im Internet oder von Verlagen

    - zweitens müssen Materialien, die bei meinem Unterrichtsstil funktionieren, bei Dir noch lange nicht klappen ... daher ist es tatsächlich gut, wenn man lernt, seine eigenen, auf seinen Stil abgestimmten Materialien zu erstellen.


    Ich hatte im Ref einen Betreuungslehrer, der gerade mal zwei Jahre älter war als ich und deutlich zeigen "musste", dass er eben schon fertiger Lehrer war und ich nicht (wohl gemerkt, Betreuungslehrer ... das sind die, die in Bayern keine Noten vergeben, sondern wirklich beratend und helfend zur Seite stehen sollen ... "Ratschläge" begannen immer mit dem Satz "Wer eine gute Note will, muss das so machen ..."). Er verfuhr nach der Maximie "nach unten treten und nach oben buckeln" ... fast hätte ich das Ref wegen ihm geworfen (und das im letzten halben Jahr, wobei bis dahin alles so verlaufen war, dass ich mir Hoffnung auf eine Anstellung machen konnte). Solche Geschichten werden Dir viele erzählen können ... man muss sich da durchbeißen.

    Schön, dass Du das Arbeitsklima außerhalb der Schule besser empfunden hast ... mein Sohn (Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann) hat das Gegenteil erlebt - soll heißen, sowas kommt nicht nur an der Schule vor, sondern überall dort, wo Menschen andere ausbilden (und damit irgendwie Macht ausüben).


    Bei meinen Lehrproben wurde nie erwartet, dass ich da auch noch einen Imbiss mitbringe.

    Warum müssen wir eigentlich immer über jedes Stöckchen springen, das man uns hinhält? Ich mein ... wenn dagegen argumentieren etwas bringen würde, würde es ja Sinn machen ... aber hier? Ja, und mit diesem Beitrag bin ich jetzt auch gehüpft ...

    Gleich macht uns die Bindung an den Lehrplan natürlich nicht (Gott sei Dank!), aber diese Bindung befähigt unsere Schüler, eine Matura zu bestehen! Und selbst, wenn ich als Lehrer "schlecht" sein sollte (wobei: wer entscheidet nach welchen Gesichtspunkten, was oder wer "schlecht" ist) - sofern meine Schüler die Matura bestehen, kann es ja wohl keine prinzipielle Kritik an mir oder meinem Unterricht geben. Und wenn Kritik an einem Lehrer berechtigt ist, dann läuft das eh meist gleich über höhere Instanzen.

    Ich kann nur auf der Basis meiner Erfahrung reden ... ich erlebe, dass es eine Riesenunterschied macht, wen eine Klasse in dem einen oder anderen Fach hat. Bestehen tun die meisten das Abitur. Aber wie bzw. mit wie viel Schweiß, Tränen und Ärger ... da gibt es Unterschiede und die liegen nicht nur an den SuS.

    Ich habe übrigens nicht von "schlecht" gesprochen, das ist eine Vokabel, die Du hier einführst. Ich war da deutlich spezifischer (Fähigkeit zur Motivation und Erklärung ... und das ist nicht beliebig).


    Und wenn es den Leistungsabfall, wie Du direkt oben schreibst, dann gibt und der Schulleiter dahinter ist, das "ins rechte Lot" zu bringen ... kann ein Wechsel der Lehrkraft auch angezeigt sein. Es kann nämlich auch sein, dass die Lehrkraft auf Klasse A eben nicht motivierend wirkt, auf Klasse B aber schon. Das wäre nun ein Argument dafür, die Lehrkraft 4 Jahre bei Klasse B zu lassen, wobei das ja nicht alle Gesichtspunkte, die ich oben aufgezählt habe, entkräftet.

    Das Problem mit den Vor- und Nachteilen bzgl. didaktischer Fähigkeiten des jeweiligen Lehrers sehe ich nur bedingt, zumal wir ja alle an einen Lehrplan gebunden sind;

    Echt ... die Bindung an den Lehrplan macht uns alle gleich? Merkwürdig ... das habe ich weder als Schüler so empfunden bzgl. meiner Lehrer noch sehe ich das bzgl. meiner Kolleginnen und Kollegen so.


    Auch bzgl. der Lebensumstände / Arbeitsplatz: Mir kann es grundsätzlich dort gefallen, dennoch muss ich mit bestimmten Personen klar kommen, die mir evtl. nicht so liegen ... oder mit bestimmten Situationen, wie der Ersteller des Themas.

    Interessant...ganz anders, als bei uns: Ich übernehme die Klasse in der 3., bzw. 5. und führe sie dann sechs, bzw. vier Jahre bis zur Matura. So wahrt man Kontinuität und die Schüler müssen sich nicht jedes Jahr auf einen neuen Lehrer einstellen; auch der Klassenvorstand hat seine Klasse zumindest von der 5. an, also vier Jahre mindestens. Anders könnte sich ja auch wohl nur schwer ein esprit de corps bilden, und die Schüler würden ihren Klassenvorstand vielleicht nur als "Lehrer mit Verwaltungsaufgaben" wahrnehmen, was er ja nun doch nicht (nur) ist....

    Ich denke, da kommen verschiedene Ideen zum Tragen. Bei uns ist - wenigstens ab der Mittelstufe - das "Einstellen auf neue Lehrer" Teil der Grundidee.

    a) Gehört das zur Vorbereitung "aufs Leben"

    b) gleichen sich dadurch bestimmte Vor- und Nachteile aus (Klasse A hat einen herausragenden Mathelehrer, der gut erklärt und motivieren kann, Klasse B nicht ... über vier (oder gar 6) Jahre hinweg ist das ein riesiger Vor- bzw. Nachteil und Rückstände werden immer größer). Ähnliches gilt für den Klassleiter (4 Jahre mit einem "Dienst nach Vorschrift" Klassleiter? Klar, die Klasse, die 4 Jahre den tollen Pädagogen hat, hat gut lachen).

    c) ganz davon abgesehen, dass man einfach mit dem "Menschen" mal nicht kann ... ein oder zwei Jahre muss man das als SchülerIn durchstehen, das gehört zum Leben (siehe a)) ... aber 6 Jahre? Auch eine Lehrkraft kann mal mit der einen Klasse besser als mit der andern ... das muss man ein oder zwei Jahre aushalten können, dann ist es aber gut, wenn's wechselt.

    d) mag das dazu führen, dass Eltern sich gar nicht mehr trauen, selbst gerechtfertigte Beschwerden zu führen, weil man das Kind ja nicht auf Jahre hinweg der möglichen "Rache" dieser Lehrkraft aussetzen will.

    e) Nutzt sich ein Lehrer in der gleichen Klasse über Jahre hinweg schon ab. Da schleifen sich Dinge ein, die man evtl. nicht haben will. Manchmal wirken auch bestimmte Verfahren der Lehrkraft nicht mehr, weil die SuS das eben schon seit Jahren kennen und nun plötzlich langweilig finden, was sie vor 4 Jahren noch begeistert hat (nicht Inhalte ... Vorgehensweisen).


    usw.


    Wie gesagt, unterschiedliche Grundideen.

    Hatten Sie noch nie eine eigene Klasse, mit der Sie 3 Jahre wunderbar zusammengearbeitet haben? Mir ein Rätsel wie man so eine Frage stellen kann.....

    Hm ... bei uns würde sogar darauf geachtet, dass man die gleiche Klasse nicht 3 Jahre lang als Klassleiter hat. Genausowenig, wie man die gleiche Klasse 3 oder mehr Jahre hintereinander in Mathe, Deutsch, Englisch etc. haben sollte (klar gibt es die Fälle und klar wollen manche Lehrkräfte das, aber die Schulleitung findet, da sollten Wechsel rein).

    Danke für die Worte.


    Das ist das Problem an unserer Schule. Es gibt etliche Kollegen, die glauben, ALLES ginge sie etwas an. Vor allem die KLASSENLEHRER, die ihre Schüler als "Söhne und Töchter" definieren.


    Wir sind in Mathe teilweise schon so weit, dass ein Kollege sinngemäß einmal sagte: "Wir arbeiten hier parallel. Wenn ich 20 Tests schreibe, dann musst du das auch. Denn sonst wäre es ja keine Parallelarbeit mehr."

    Das kann man umdrehen: Wenn ich 10 Tests schreibe und du 20 ist das auch keine Parallelarbeit mehr ... also musst Du auf 10 Tests runter.

    , wenn es entsprechende Fachschaftsbeschlüsse gibt. Aber doch nicht jede Woche, sondern 3-4 mal pro Schuljahr.

    Und soweit ich weiß, sind in Bayern Fachschaftsbeschlüsse nicht einmal verbindlich.

    Die Schulordnung in Bayern sagt, dass man schriftliche Leistungsnachweise braucht. In Schulaufgabenfächern sind das die Schulaufgaben, da müssen also gar keine Stegreifaufgaben geschrieben werden. In Fächern ohne Schulaufgaben genügt man mit EINER Stegreifaufgabe im Schuljahr dieser Anforderung - die restliche Zahl von Noten, die man braucht (pro Halbjahr insgesamt zwei!) kann man durch Referate, Abfrage oder Mitarbeit einholen. Natürlich DARF man mehr schriftliche Leistungsnachweise schreiben, aber man muss nicht ... Huch ... pädagogische Eigenverantwortung.

    Bayern scheint doch gar nicht sooooo schlimm ;)

    Zum zweiten Teil (Interviews mit Menschen der besetzten Gebiete): Hab ich gesehen, nicht so zahlreich, aber die gab es.

    Nein, es gibt nicht nur schwarz und weiß ... aber es ist auch nicht alles gleich grau.


    Und zu dem Journalisten, der nichts pro Russland berichtet ... liegt das nun daran, dass eine bestimmte Meinung aufoktroyiert werden soll ... oder daran, dass es hier bei fairer Berichterstattung keine zwei Meinungen, keine Meinung "pro Russland" geben kann?

    Jein. Deshalb schrieb ich oben ja "Im Prinzip im Normalfall". Die Schüler schreiben in Deutsch Abi - Deutschklausuren dauern länger als 90 Minuten. Schüler schreiben in Mathe Abi ... und dann in einem frei gewählten dritten Fach (meist Englisch). Es ist durchaus üblich, eine Klausur in diesen Fächern dann auch mal länger anzusetzen, damit sie ein Gefühl dafür bekommen.

    Im Prinzip im Normalfall alles außer Deutsch. Englisch, Geschichte usw. Das liegt schon daran, dass es meist keine Doppelstunden sind, sondern einzelne 45 Minuten Einheiten und man dann ständig ein anderes Fach "verdrängen" müsste bzw. ggf. auch Vertretungen anfallen. Die zeitliche Länge einer Klausur ist nicht definitiv geregelt (in der Unter- und Mittelstufe sind Schulaufgaben gegenüber dem Schnitt der kleinen Leistungsnachweise doppelt gewichtet, da sollte dann mMn eine SChulaufgabe auch mindestens doppelt so umfangreich sein - und eine Stegreifaufgabe (kleiner Leistungsnachweis) wiederum dauert maximal 20 Minuten, das ist geregelt). In der Oberstufe zählt die Klausurnote mit den kleinen Leistungsnachweisen (das sind vorwiegend mdl. Noten) sogar 1:1 ...

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