Beiträge von DeadPoet

    Landshut hat 53,9. Wir wissen aber (Stand 11.45) immer noch nicht, wie Stadt und Gesundheitsamt nun entscheiden, würden uns aber sehr bald Infos wünschen, um zu wissen, wie wir nun "planen" sollen.

    So ... einen Tag vor Schulstart in Bayern liegt der Index meiner Stadt bei über 50 / 100 000 Einwohner, was bedeutet, dass der Mindestabstand von 1,50m auch an der Schule wieder verpflichtend wird. Was wiederum bedeutet ... dass wir eigentlich die Klassen wieder teilen müssen und eine Hälfte an der Schule, die andere Hälfte daheim online beschulen.

    Montag (morgen) ist bei uns ab 15 Uhr Lehrerkonferenz, der Chef will den ÖPR aber schon um 9 Uhr an der Schule haben ... bin mal gespannt.

    Meine Tochter hat sich letzten Dienstag freiwillig testen lassen (nach Rückkehr aus Nicht-Risikogebiet) ... sie wartet (heute ist Sonntag) immer noch auf das Ergebnis.

    Mein Jüngster hatte über Jahre auch echte Problem, sich mit seinem Musikgeschmack von dem seines "Alten" abzugrenzen. Inzwischen hat er es fast geschafft...

    Meine Frau und ich gehen immer noch zusammen mit unserem Sohn (19) und unserer Tochter (21) auf Konzerte, die beiden waren sauer, als wir sie vor einigen Jahren mal nicht mitgenommen haben ;)

    Abgrenzen tun sie sich auch - soll heißen, sie haben Musikrichtungen gefunden, die mir nichts geben. Aber es gibt eine riesengroße Schnittmenge, mit der alle hervorragend leben können (Sohnemann kam neulich mit einer SCHALLPLATTE heim ... Woodstock ...)

    Hm ... ehrlich ... ich sehe nicht den großen Unterschied bzgl. Interessen / Ansichten (rein auf Alter bezogen) zwischen 36 und 50 - aus Schülersicht sind beide alt. Ich glaube auch, dass Alter heute keine so große Rolle in Bezug auf diese Aspekte spielt. Ich bin über 50 und durchaus ab und zu auf Konzerten für härtere Musik ... da sehe ich Leute meines Alters und Jugendliche. Gleiches gilt für viele andere Hobbies.

    In Bezug auf traditionelle Ansichten: In der Praxis stelle ich immer wieder fest, dass auch das keine Frage des Alters (mehr) ist.

    Weil die meisten Aufgaben eben nicht so gestellt waren, dass die Kinder sie alleine bearbeiten konnte, dass es also ständig rief, "Mama, ich brauche mal hilfe!", "Papa, das geht nicht!" und das mal drei!

    Liegt das nun daran, dass die Aufgaben tatsächlich unverständlich sind, oder daran, dass viele SuS gewohnt sind, sich nicht lange selbst anzustrengen, sondern gleich um "Hilfe" schreien, die ihnen dann oft bereitwillig gewährt wird, so dass sie es nie lernen, solche "Probleme" selbst zu lösen? (nicht auf Deine Kinder persönlich bezogen, sondern ganz allgemein)

    Wir hatten vor den Sommerferien die eine Hälfte eines Kurses an der Schule, die andere in der gleichen Woche daheim im Online-Unterricht. In der darauf folgenden Woche dann gewechselt. Es ging irgendwie so auf, dass ich die eine Lerngruppe meines Oberstufenkurses vor den Ferien noch eine Doppelstunde mehr hatte, als die andere. Da wollte ich keinen neuen Stoff mehr machen, weil das die andere Gruppe ja nicht mehr mitkriegt. Und so habe ich zu den Themen der letzten Wochen (sowohl zu den Dingen, die sich die SuS online hätten anschauen sollen, als auch zu denen, die wir im Präsenzunterricht besprochen haben) "Erklärvideos" von Youtube gezeigt (einige davon finden sich auch in der Mediathek der bayerischen Mebis-Platform.

    Ich hatte eine recht große Zahl parat und habe meinen SuS gesagt, dass sie, wenn es sie langweilt, wenn sie das Gefühl haben, nichts dabei zu lernen usw. einfach die Hand heben sollten. Sobald ich fünf Hände sah, wurde das aktuelle Video abgebrochen und einen neues gezeigt.

    Resultat: kaum ein (z.T. hochgelobtes) Video konnte meine SuS überzeugen. Wir haben dann hinterher noch besprochen, warum nicht bzw. warum bei den Youtube-Kommentaren so oft steht "Viel besser als mein Geschichtsunterricht" usw.

    Aber mein Fazit nach dieser (nicht repräsentativen) Stunden: Erklärvideos werden evtl überschätzt und sind sicher nicht das (Allheill-)Mittel, als das manche Eltern / Fachleute sie gerne sehen würden.


    Mit Gamification hab ich mich mal sogar intensiver beschäftigt ... ich halte davon aus vielen Gründen wenig (auch wenn es stark davon abhängt, was und wie man etwas macht).


    Videokonferenz: Habe ich aus (aus meiner Sicht) guten Gründen nicht angeboten:

    - ich habe keine Kamera, die Schule konnte mir keine stellen

    - wenn ich 30 SuS verpflichte, am Montag um 10 Uhr mit mir eine Videokonferenz zu haben, bringe ich Familien evtl. in die Zwickmühle (ist mir auch von Eltern so bestätigt worden): Sohnemann soll eine Videokonferenz bei mir in Englisch "besuchen", Töchterchen (an einer anderen Schule) zur gleichen Zeit eine Konferenz für Mathe und Papi ist im Home-Office. Selbst wenn die Familie drei Endgeräte hat, hält das oft die Leitung nicht aus (und dass die Familien nicht so toll ausgestattet sind, wie wir meinen, hat die Umfrage ja auch ergeben).

    - Datenschutz: erstens war es lange Zeit nicht klar, welches Portal / welche Software für solche Konferenzen genutzt werden darf und zweitens hieß es dann, dass die Lehrkräfte sicher stellen müssten, dass die Kameras der SuS AUS sind - dann kann ich mir so eine Videokonferenz auch sparen.


    Bzgl. der Unzufriedenheit der Eltern: Ja, ich denke, die Schule hat die digitalen Möglichkeiten der SuS/Eltern überschätzt. Da sind doch einige nicht so ausgestattet, wie wir gedacht haben.

    Unverständliche Aufgaben der Lehrer: Haben die Eltern versucht, den Lehrkräften das, gleich als Probleme auftragen, rückzumelden? Ich habe z.B. während der Wochen nichts in der Richtung von Eltern gehört ... und als es dann wieder mit Präsenzunterricht los ging kam eine Mutter und meinte, ihre Tochter hätte doch einige Dinge, die ich hochgeladen hatte, nicht verstanden. Kann man dann nicht erwarten, dass die Schülerin mich über einen von drei möglichen Kommunikationswegen kontaktiert (Dienst-Email - den SuS bekannt, Nachricht über Mebis oder das schuleigene Elternportal)?



    Was mich aber doch etwas umtreibt: Der Erziehungsauftrag meiner Schulart heißt u.a., die SuS zur Selbständigkeit zu erziehen. In den letzten Jahren hatte ich immer mehr das Gefühl, wir (die Lehrkräfte) würden uns alle Beine ausreißen und die SuS lehnen sich entspannt zurück mit der Haltung "Schaut mal zu, dass ich mein Abi kriege".

    Von daher habe ich mir bei Corona gedacht, dass jetzt die Verantwortung wieder mehr bei den SuS liegt (vernünftige Betreuung was Aufgabenstellung und auch Besprechung betrifft voraus gesetzt). Leider muss man aber allem Anschein nach feststellen, dass viele SuS und deren Eltern das nicht mehr wollen und auch nicht mehr können (das finde ich etwas beängstigend). Wenn der Lehrer nicht ständig mit der Peitsche hinter einem steht, wird nichts mehr gemacht. Die Haltung ist mir für SuS ab einer bestimmten Jahrgangsstufe (sagen wir mal 9./10. Klasse) doch etwas unverständlich.

    Die Eltern sind also nicht zufrieden ... äh ... ich bin auch nicht damit zufrieden, wie meine SuS zu großen Teilen während der Online-Zeit gearbeitet haben (nämlich gar nicht ... hochgeladene Aufgabe oder Materialien wurden häufig nicht einmal angeschaut).

    Grundsätzlich finde ich nämlich schon, dass ein Teil des Online-Unterrichts darin bestehen kann (soll?), dass der Lehrer Aufgaben zuschickt und die SuS die erledigen. Natürlich muss dann eine gewisse Kontrolle / Korrektur erfolgen (mindestens im Versenden einer Musterlösung, ggf. auch, indem man die SChülerantworten "einfordert" und korrigiert / kontrolliert und Rückmeldung gibt - was ziemlich arbeitsaufwändig ist).

    Das ist alles eine Einschränkung der Grundrechte, beispielsweise Art. 2 GG. Das ist erschreckend, wenn du der Meinung bist, dass hier keine Grundrechte eingeschränkt werden.

    Ich finde es eher erschreckend, wenn man den Unterschied zwischen Einschränkung von Grundrechten (die das GG übrigens ausdrücklich vorsieht) und einer Verletzung des Grundgesetzes nicht erkennt.

    Kann mir erst einmal jemand erklären, wo eine Maskenpflicht genau das Grundgesetz verletzt? Da hätte mein Vater ja klagen können, als die Pflicht eingeführt wurde, im Auto den Sicherheitsgurt anzulegen?

    Oder ich müsste klagen, weil mein Motorradhelm immer die letzten paar Haare auf dem Kopf so verdrückt?

    Verbot vom Handy am Steuer ... sicher eine Verletzung meiner Grundrechte ...?

    Jetzt sag bitte nicht, dass du diese frauenverachtenden Stereotype auch unterstützenswert findest oder- um es mit unserem empathisch hochbegabten ewigen Studenten auszudrücken- man darüber doch einfach mal lachen könne (womit natürlich nur wir Frauen gemeint sind, tangiert dich insofern genau genommen also nicht).

    Ich könnte jetzt

    - enttäuscht sein, dass Du mir das zutraust

    - den alten Spruch "if the shoe fits" raushauen

    - mich etwas ärgern, weil ich doch besser die Beiträge zitieren hätte sollen, die ich meinte

    - darauf hinweisen, dass der/diejenige, der/die etwas schreibt, durch den Beitrag gewisse Schlüsse auf sich zulässt, die wiederum manche Vorurteile bestätigen könnten ...

    Ja, für das Referendariat ist ein dickes Fell mit Sicherheit kein Nachteil. Es kommt drauf an, mit welchen Personen man es zu tun bekommt, das können nette, faire Leute sein, die konstruktive Kritik auch so verpacken können, dass man gut damit umgehen kann.

    Oder eben nicht (Unterrichtsbesuche machen und Lehrer ausbilden schließt nicht aus, dass jemand ein ... Hinterteil mit fünf Buchstaben ... ist).


    Wie ging ich im Ref mit Kritik um? Ich bin damit "gesegnet", selbst einer meiner schärfsten Kritiker zu sein. Konnte ich die Kritik auch nur im Ansatz nachvollziehen, hab ich sie mir zu eigen gemacht (und es dabei wohl das eine oder andere Mal übertrieben).

    Konnte ich die Kritik auch nach ehrlicher Überprüfung nicht nachvollziehen, hab ich versucht, sie einfach abzuhaken (geht nicht immer so einfach).


    Geholfen hat sicher auch, dass ich - was "Lehrer sein" betrifft - ein recht vernünftiges Selbstbewusstsein habe, und das kam schon im Ref (wenn man positive Rückmeldungen kriegt - und da war mir immer wichtiger, dass ich das Gefühl habe, die SchülerInnen zu erreichen, ihnen etwas beizubringen - und auch mit ihnen vernünftig und fair auszukommen - als alles genau so zu machen, wie es sich jemand anderes vorstellt). Es hat auch geholfen, den Unterricht derer zu besuchen, die mich kritisierten ... und zu sehen, dass die auch nur mit Wasser kochen (wenn überhaupt).

    Glückwunsch.


    Erstens: nach dem 1. Staatsexamen kommt das Referendariat - da machen viele Leute eine unheimliche Entwicklung durch. Daher würde ich mir so ein Urteil über jemanden nach dem 1. Stex so gut wie nie erlauben.

    Zweitens: Universitäre Prüfungssituation ist mit Unterricht nicht vergleichbar.

    Drittens: Wenn der Mann so viel Ahnung hätte, hätte er so ein Urteil nie abgegeben.

    Viertens: Mag von Fach zu Fach anders sein, mag heute anders sein, aber von Schulpraxis hatten meine Professoren keine Ahnung - noch nicht einmal die Didaktiker.

    Also ich kenne es nur so (auch Bayern), dass alle Arten von schriftlichen Leistungsnachweisen nach Korrektur, Herausgabe und erneutem Einsammeln an die Fachbetreuer zur Respizienz weiter gegeben werden und dann an der Schule gelagert werden. Ich bin verpflichtet, Notenlisten (auch wegen der mdl. Noten, die ich erteile) einige Zeit bei mir aufzubewahren, aber eben nicht Schulaufgaben.

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