Beiträge von DeadPoet

    Schulgarten ... Imkergruppe ... Techniker (machen die Technik bei Schulveranstaltungen, also Sound, Licht usw. - wir sind da fast ausgestattet wie eine internationale Rockband) ... Robotik ... Arbeitsgruppe gegen Rassismus ... Big Band ... Theater ...


    Nur leider wird das Angebot immer weiter zurück gefahren, weil kein Stundenbudget dafür da ist und die Kolleginnen und Kollegen es irgendwann mal satt haben (bei aller Begeisterung für die Sache), ihre Freizeit dafür zu opfern, weil es dem Staat keine Stunde wert ist.


    Die exotischste AG war mal an einer Schule (an der ich leider nur kurz war) eine "Dungeons & Dragons" AG (also Rollenspiel in einer Fantasy Welt) ... da ein Spielleiter (also der Lehrer) beschreibt, was die Spieler sehen, hören usw und was die Figuren in dieser Welt sagen, lernen die SuS zuhören.

    Da die SuS wiederum dann gestellte Probleme in dieser Fantasywelt in ihrer Rolle lösen müssen (und das eben auch nur "verbal" geschieht), lernen sie, miteinander zu reden, zu diskutieren, bestimmte Ideen und Vorgehensweisen zu artikulieren.

    Da ein solches Problem meist so entworfen ist, dass es die Zusammenarbeit, die Fähigkeiten verschiedener Gruppenmitglieder braucht, lernen die SuS auch Teamwork. Man spielt nicht gegeneinander, sondern miteinander.


    Ich hab selbst sowas lange Zeit gespielt und fand daher diese AG ausgesprochen bemerkenswert.

    Läuft's denn nicht an deutschen und dänischen Schulen? Bei allem Disrespekt ggü. dem Zitierten, in der Sache hat er doch zufällig mal Recht.

    Nein, hat er nicht. Die Öffnung der Schulen hat einen engen Zusammenhang mit der Entwicklung der Infektionszahlen - und da sind die USA weit, weit weg von den Zahlen in Deutschland.

    Und: Trump scheint zu implizieren, dass alles an deutschen Schulen wieder normal läuft, ohne Probleme. Und das stimmt nicht (nur halbe Klasse, Mindestabstand, Masken usw.).

    Bargeldrückerstattung halte ich für eine - an den meisten Schulen - absolut realitätsferne Lösung. Die Sekretär*innen haben etwas Anderes zu tun, als 20 mal pro Tag zum Tresor zu rennen, krumme Beträge abzuzählen (und jede Klasse wird eine andere Zahl haben), und alles wieder zu verschliessen. Vom Diebstahlrisiko abgesehen..


    Mit dem Copypaste ist es am Ende doch kein zu unterschätzender Aufwand. Zumal viele doch Zahlendreher einbauen und man noch mal nachfragen muss und so weiter.


    Die Hardcoverüberweisung ist wahrscheinlich die am wenigsten schlimme Möglichkeit für alle Beteiligten...

    Sicherheitsbedenken sehe ich ein (allerdings lagern in Schultresoren häufiger höhere Summen oder wichtige Dokument - wie Abiturprüfungen, die dann auch geklaut werden ...).

    Nur: Warum sollte das Argument "Die Sekretärinnen haben etwas Anderes zu tun" einerseits gelten und andererseits hat der Lehrer / die Lehrerin allem Anschein nach nichts Besseres zu tun (zumindest nach Ansicht der SL, die das Geld auf deren Privatkonto haben will)?

    Anmerkung: Lernen daheim ersetzt "Lernen an der Schule" => es darf daheim durchaus annähernd den gleichen zeitlichen Umfang haben, den ein Schüler in einer normalen Schulwoche hat. Das Denken "2 Stunden täglich konzentriert sollte ausreichend, um das zu schaffen, was wir sonst in der Schule machen" halte ich für in die Irre führend. Denn diese 2 Stunden täglich würden ja sowohl den Unterricht als auch die im Unterricht aufgegebenen Hausaufgaben ersetzen (wobei da durchaus ein Unterschied zwischen Primar- und Sekundarstufe bestehen könnte, ich also eher von der Sekundarstufe aus denke, andere von der Primarstufe aus und dann sieht man es evtl. anders).


    7 Tage die Woche jeden Tag 4 Stunden ... äh ... 28 Stunden ... 30 Unterrichtsstunden die Woche sind 22,5 volle Stunden, da fehlen also "nur" noch knapp 5 Stunden, dann ist man bei den 28 Stunden. Auf die kommt man schon alleine durch pro Tag noch eine Stunde Hausaufgaben und Lernen.

    Keine Klassenarbeiten, das heißt, das intensive Pauken vor solchen Arbeiten, das zu gewissen Stoßzeiten da noch mit dazu käme, fiel auch weg.


    Ich gebe sofort zu, dass 4 Stunden am Tag eigenständig daheim arbeiten viel für Kinder ist - und sie das freiwillig kaum tun. Dass die Eltern es als Belastung empfinden, den Druck ausüben zu müssen, den sonst die Schule/Lehrer ausüben, kann ich verstehen. Ich würde mir aber wünschen, man würde über obige Rechnung nachdenken, bevor man "zu viel" sagt. Es sind nicht 8 Wochen Corona-Ferien und Online-Unterricht ist die unliebsame Zusatzarbeit, die in den Ferien nebenbei erledigt werden sollte. Online-Unterricht ist der (mehr oder weniger gelungene) Ersatz für den Unterricht, der in diesen Wochen zeitlich eigentlich im Mittelpunkt gestanden wäre.


    Erklärungen sollten nicht von Schüler/Eltern selbst gesucht werden müssen (außer das ist genau das, was ich als Lehrer will: die SuS sollten sich zu bestimmten Fragen selbst Infos beschaffen, das zu Lernen, gehört in bestimmten Jahrgangsstufen einfach dazu ... aber in der Primarstufe wohl eher noch nicht).

    Für Nachfragen sollte man als Lehrkraft auch zur Verfügung stehen - bei mir lief das über die Onlineplatform mebis, über das Elternportal unserer Schule oder über meine Dienstmail, die alle SuS haben.

    Meine (sicher subjektiven) Erfahrungen:


    - ich habe die nötigen Geräte ... ein Teil meiner Schüler nicht (von denen ist im Folgenden nicht mehr die Rede)

    - ich kann mit mebis einigermaßen umgehen, ein Teil meiner Schüler nicht

    - ich stelle jede Woche genügend Material und Aufgaben für die Woche rein, in der die SuS nicht im Präsenzunterricht sind. SuS versichern mir, es wäre nicht zu viel und man würde es durchaus verstehen.


    Und dann? Wenn wir uns die Woche darauf im Klassenzimmer sehen, hat sich ein größerer Teil der SuS gar nicht ernsthaft mit dem Material und den Aufgaben beschäftigt ... je höher die Jahrgangsstufe, desto GRÖßER dieser Teil.


    Digitales Lernen scheitert also nicht (nur) an den Geräten, an den Lehrern ... sondern auch daran, dass manche Schüler gar nicht wollen. Und die, die jetzt "abgehängt" sind, waren vorher zum großen Teil schon abgehängt, weil sie nicht wollten. Das zeigt sich nur jetzt deutlicher.


    Das ist jetzt - wie gesagt - subjektiv und wohl etwas negativer, als meine SuS es verdient haben (ich kriege auch sehr schöne Beiträge zu Aufgaben über mebis von SuS, von denen ich das basierend auf meinen Erfahrungen im Unterricht gar nicht erwartet hätte.)

    Aber ich bin grundsätzlich im Moment etwas genervt von

    - der Darstellung in den Medien

    - der Tatsache, dass ich da schon einige Stunden investiere, um allen den Stoff zu vermitteln

    - und der Tatsache, dass manchen SuS das völlig am Hinterteil vorbei geht und gerade die OberstufenschülerInnen nicht in der Lage sind, zu erkennen, dass es jetzt halt mal Eigenverantwortung braucht und man den inneren Schweinehund überwinden muss (weil die wollen nächstes Jahr Abi und sind nur am Jammern, wie benachteiligt sie nun durch den Unterrichtsausfall sind).


    Ich glaub auch, dass mache Eltern so "negativ" reagiert haben, weil sie plötzlich merkten, dass es nicht an der Schule liegt, wenn ihre Kinder nix machen und wie anstrengend es ist, die Kinderchen nun ständig im Haus zu haben bzw. wie anstrengend es ist, sie dazu zu bewegen, etwas zu tun (und damit meine ich nicht, dass es anstrengend ist, wenn man den Kindern alles erklären muss, das ist grundsätzlich - auch in der Zeit der online-Schule - Sache der Lehrer).

    Mein Ref ist etwas zu lange her, als dass ich auf der Basis jetzt Aussagen in Bezug auf heute treffen würde.

    Aber: so knapp 60-Stunden-Wochen habe ich auch jetzt noch ... natürlich nicht regelmäßig, aber gerade hab ich wieder zwei hinter mich gebracht (Abi-Erstkorrektur, Colloquiumsprüfungen und Zweitkorrektur ... "selbstverständlich" muss der normale Unterricht ganz normal weiter laufen und "selbstverständlich" muss in Corona-Zeiten auch der Onlineunterricht über mebis bedient werden).


    Ich kann mich auch daran erinnern, dass das Ref wirklich kein Zuckerschlecken war ... aber ich wollte unbedingt Lehrer werden, also hab ich es durchgestanden ... wenn Du das auch willst, stehen die Chancen gut, dass auch Du das packst.

    Abstandsregel: 1,5m. Aber ich hab gestern Colloquium geprüft - wenn ich mit dem Beisitzer über die Noten rede, halten wir sicher keine 1,5 Meter Abstand ... auch sonst muss man sich ständig immer wieder dran erinnern.

    Wo es nicht eingehalten werden kann: Maskenpflicht (eigentlich grundsätzlich, wenn man seinen Sitzplatz verlässt - Schüler und Lehrer).

    Treppenhäuser sind Einbahnstraßen, so dass es nicht zu eng wird (gerade Kolleginnen und Kollegen halten sich da gerne mal nicht dran).

    Im Klassenzimmer wenn jeder sitzt: Keine Maskenpflicht, weder für Lehrer, noch für SuS.

    Gymnasiale Oberstufe? Eigenverantwortung der SuS. Ich stelle Aufgaben und Materialien, erkläre, korrigiere eingereichte Arbeiten. Aber nachlaufen und jeden Tag "motivieren" tu ich in der Altersstufe an der Schulform nicht mehr (ich hab meinen Pappenheimern einmal eine Nachricht zur Erinnerung geschickt, dass das Material / die Aufgaben bearbeitet werden sollten - die wollen / sollen in ein paar Wochen Abi machen, wer da keine Eigenverantwortung aufbringt, der hat es nicht verdient. Durchfallen wird wohl eh keiner).

    So! Lassen wir die Boulevardzeitung mal weg. Mal was Seriöses

    https://www.msn.com/de-de/nachrichten/coronavirus/s%c3%b6der-bei-politikern-und-beamten-gehaltsverzicht-denkbar/ar-BB12MrnD?li=BBqg6Q9

    Geil die Passage mit "gilt nicht für bayrische Beamte" :schreien: oder eher :staun: oder doch eher :ohh: oder :D


    Comedy pur ^^

    Wenn dann aber ganz zitieren (und Söder kann sich ja auch nur über bayerische Beamte auslassen):


    "Was sich zunächst wie ein möglicherweise drohender Gehaltsverlust für Beamte anhörte, wurde kurzerhand von Söders Regierungssprecher klar gestellt: Dieser beabsichtige «selbstverständlich» keinen Lohnverzicht bei bayerischen Beamten. «Söder erwägt eine Nullrunde für die Mitglieder der Staatsregierung. Die Besoldung der Beamten wird in der Tarifgemeinschaft der Länder entschieden und läuft hiervon unabhängig weiter.»"

    Ok, dann für dich zum Mitschreiben, nur weil ein "Blockwart" einen Häuserblock beaufsichtigt hat und die NSDAP ihre diesbezüglichen Funktionsträger so genannt hat, ist der Begriff damit nicht automatisch nationalsozialistisch vereinnahmt. Das Dritte Reich hat zig Positions- und Rangbezeichnungen in SS und Parteiabteilungen mit dem Suffix "-führer" versehen. Dennoch bist auch du höchstwahrscheinlich im Besitz eines "Führerscheins". Es gab ebenfalls nach dem Führerprinzip zig Block-, Kreis- und Gauleiter. Deswegen ist es aber keine Beleidigung, wenn ich meinen Chef als Dienststellenleiter bezeichne, oder?

    Es gab schon vor Hitler Führer und Leiter. Aber eben keinen Blockwart. Es gab einen Block ... und es gab einen Wart (Torwart ist ja auch kein Problem). Deinen Chef darfst Du gern als Dienststellenleiter bezeichnen ... aber der Landrat würde sich nicht Gauleiter nennen lassen wollen.

    Ich bitte dich: Dein konstruiertes Beispiel des Begriffs Blockwart zum dritten Reich ist das deine. Den Blockwart hat Hitler nicht erfunden und nach Nazideutschland ist dieser Zeitgenosse auch nicht ausgestorben sondern im Gegensatz weiterhin ausgiebigst genutzt worden, bis zum heutigen Tag.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Blockleiter


    Falls es nicht deutlich wurde: mir gefällt vor allem nicht die Verwendung des Begriffs. Wenn Du es als ungehörig findest, dass Leute bestimmte Regelbrüche melden, ist das für mich ok. Aber den "Blockwart" als Begriff, hat halt schon Hitler erfunden, auch wenn mir klar ist, dass der Begriff auch heute verwendet wird (oft evtl. etwas gedankenlos).

    Irgendwie wird mir die Diskussion jetzt zu wortklauberisch und daher letzte Antwort:

    Bzgl. Sanktion eines Regelverstoßes: man beachte mein "meist" geringere Konsequenzen (und mir war schon klar, auf was das rausläuft, deshalb auch der Satz: "Man kann immer ein Beispiel konstruieren"). Was passiert Dir denn hier, wenn Du gegen die Ausgangsbeschränkung verstößt? Was ist Dir 1944 passiert, wenn Du gegen Ausgangsbeschränkungen verstoßen hast? Was passiert Dir hier, wenn Du die Meinung frei äußerst, sogar jemanden ein "A...loch" nennst? Was passierte dir ab 1933, wenn Du Hitler so genannt hast?

    Der entscheidende Punkt bei Dir ist "AUCH" von der Art des Regelverstoßes ... natürlich. Du wirst in der Demokratie mit Mord nicht besser weg kommen (ist der Zeuge da auch ein "Blockwart"?) als in der Diktatur mit Falschparken. Aber man sollte schon bei vergleichbaren Regelverstößen bleiben.

    Ich denke schon, dass wir durch Covid 19 Gefahr laufen, mehr Tote als im Straßenverkehr zu haben, wenn wir die Einschränkungen nicht hätten (Straßenverkehr 2019 in Deutschland 3059 Tote, Covid 19 im Moment: 1590). Und: Der Straßenverkehr ist bereits (massiv) eingeschränkt ... nennt sich Verkehrsregeln.

    Italien liegt jetzt schon weit über den Toten des Straßenverkehrs von 2019 (waren nämlich in Italien ca. 3300 Tote im Straßenverkehr) ...

    Du hast mich vielleicht nicht ganz verstanden: Ich sehe keinen Unterschied bei jemandem, der petzt oder jemadem, der jemand anderen blockwartmäßig meldet. Weiterhin sehe ich die Unterscheidung in jemandem, der gegen irgendwelche Regeln verstösst (selbst wenn diese demokratisch legitimiert sind) und jemandem, der Grundrechte aufrecht erhalten will (auch wenn sie von einer Diktatur eingeschränkt wurden), als nicht trennscharf:


    Demokratisch legitimierte "Regeln" können auch Grundrechte einschränken (das ist gerade bei uns Diskussion) und Diktaturen müssen Grundrechte nicht per se abschaffen (auch das ist aktuelle Diskussion, nämlich bzgl. den Notstandsverordnungen in Ungarn). Ich finde diese Grenze ist fließend. Three waters lässt grüßen.

    Tja, dann haben wir da unterschiedliche Auffassungen. Ich sehe da sehr wohl einen Unterschied zwischen einen Regelverstoß in einer Demokratie melden (bei der die Regeln eben eine andere Legitimation haben, als in einer Diktatur und wo der Regelverstoß meist geringere Konsequenzen hat) und in der Diktatur den Blockwart machen. Nein, absolute Trennschärfe gibt es da vielleicht nicht, man kann immer ein Beispiel konstruieren, wo's so oder so ausgeht.

    Ja, natürlich können demokratisch legitimierte Regeln Grundrechte einschränken und natürlich passiert das gerade. Nur: in der Demokratie gibt es dafür nachvollziehbare Gründe (z.B., dass der Schutz des Lebens Vorrang hat vor der Freizügigkeit) und auch eine klare Aussage, dass das nur vorübergehend ist.

    So alt wie die Grundrechte ist übrigens auch die Überzeugung, dass mein Grundrecht auf etwas (z.B. freie Meinungsäußerung) da aufhört, wo ich Grundrechte anderer (Würde des Menschen) verletzte.

    Die Grenze mag fließend sein ... bei mir fließt sie halt anders. Ich finde es nicht in Ordnung, hier und heute von "Blockwart" zu sprechen.

Werbung