an welcher Uni soll ich studieren?

  • Hallo Katta,
    das hört sich ja echt witzig an, was du so aus deiner "Wohnheimzeit" erzählst. Bin mal gespannt, was ich so erleben werde... :D War gestern Abend ziemlich verwirrt, weil ich eine Email von Jemandem bekommen habe, die genau meinen Studiengang und auch meine Fächer in mainz studiert hat. Sie hat mir stark von dem Cursus intégré abgeraten und gemeint dass die Uni Mz nicht gerade sehr gut fürs Lehramt ist. Außerdem meinte sie, dass es sinnvoller ist, als assistant teacher ins Ausland zu gehen, weil hinterher niemanden interessiert, wie lange man im Ausland war, sondern nur die Noten zählen. AM Schluss hat sie noch geschrieben, dass sie den Studiengang nicht noch mal machen würde... Diese Antwort hat mich doch ziemlich geschockt! Ich dachte immer, dass wäre so eine tolle Sache... und dann so ein Feedback! Ich bin mir jetzt ziemlich unsicher, was ich machen soll. Einfach erstmal in Mainz anfangen? Das ist zwar nur die subjektive Meinung einer einzelnen Person, aber ich hätte natürlich lieber was Positives gehört...

  • Nicht zu sehr schocken lassen.
    Kleines Gegenbeispiel, einer meiner Prüfer ist bei einem nicht unerheblichen Teil der Studierenden reichlich unbeliebt, was ich mir ehrlich gesagt überhaupt gar nicht erklären kann, woher das kommen soll, denn ich erlebe ihn als sehr hilfsbereit - klar, auch fordernd, aber das ist schließlich eine Uni - und vor allem einer der wenigen, der sich bemüht (sehr erfolgreich) sich die Namen seiner Studierenden zu merken - so kann's gehen.


    Ob eine andere Uni viel mehr für die Lehrerausbildung bringt, weiß ich auch nicht so genau, nach dem, was ich hier so gelesen und sonst so gehört habe, bringt ein Studium, das nicht deutlich enger mit dem Schulbetrieb verzahnt wäre, auch nicht mehr. Meine subjektive Meinung.
    Außerdem soll und will man ja auch mal was anderes sehen - und sich die Option offen halten, vielleicht doch einen anderen Weg einzuschlagen (selbst wenn man den Lehramtsabschluss hat, kann man ja immer noch andere Wege gehen, das ist ja keine Einbahnstraße, sondern durchaus auch eine fundierte fachwissenschaftliche Ausbildung - an meiner Uni unterscheidet es sich von den Anforderungen her jedenfalls nicht allzu sehr von den Magisterstudiengängen).


    Natürlich gibt es die Möglichkeit, nach dem Examen als Assistant Teacher weg zu gehen. Kannst du dir ja möglicherweise für eine deiner beiden Sprachen immer noch offen halten.
    Ich würde aber eben schon versuchen, möglichst in beide Länder zu reisen, also sowohl die Alltagserfahrungen im Umgang mit Französisch als auch Englisch zu machen.
    Nicht zu unterschlagen ist auch, dass das wahnsinnig viel für die Persönlichkeit (für's Selbstbewusstsein gibt, ein ganzes Jahr woanders klar gekommen zu sein!!).
    Meine Französisch-Kenntnisse reichten nicht mehr (bzw. auch nicht der Mut), der Au-Pair-Aufenthalt in Paris ist im letzten Moment geplatzt, so blieb mir bislang nur die Kanada-Erfahrung vor nunmehr 9 Jahren (bzw. nächste Woche Dienstag vor zehn 8o Jahren bin ich abgefolgen...).
    Und das Fernweh ist noch da: nächstes Jahr geht's nach Südafrika (zwar auch überwiegend englisch-sprachig, aber mal schauen, was ich bei einem Land mit elf offiziellen Sprachen noch so mitnehme :D ).


    Und ich kann mir durchaus auch vorstellen, dass das für Schulen interessant ist - gerade für Sprachenlehrer. Es werden ja immer mehr Stellen über Berwerbungsgespräche vergeben, da macht sich sowas auf dem Lebenslauf bestimmt gut.
    Meiner Erfahrung nach ist es halt einfacher einen Auslandsaufenthalt zu organisieren, wenn es gute (bezahlbare) Angebote gibt (die Leute machen's dann auch eher).
    Ich würd da vielleicht auch nicht so drauf gucken, ob man da jetzt so wahnsinnig viele Scheine anerkannt bekommt. Was viele nämlich vergessen ist, dass dir die verbesserten Sprachkenntnisse natürlich auch im Studium zugute kommen. Du kannst fremdsprachliche Texte schneller lesen, das passive Vokabular erhöht sich, du kannst fließend reden und schreiben und das alles braucht man während des Studiums und im Examen.
    Meine Vermutung ist, dass eine Uni mit einem solchen Sprachprofil da auch sehr großen Wert drauf legen wird, dass du das spätestens in der Abschlussprüfung vorweisen kannst, was dann natürlich wieder für die Note gut ist.
    Die Note ist natürlich für die Einstellung wichtig, teilweise bereits für die Einstellung ins Referendariat und für die Gesamtnote nach dem Zweiten Staatsexamen, das wird aber von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gewichtet.


    Aber auch wenn es nicht schlecht ist, diese Dinge zu wissen, würde ich mich jetzt erst mal auf das Studium konzentrieren und mich drauf freuen!
    Ja, ich geb's zu, bei mir kommt Nostalgie und Abschiedsschmerz hinzu - ich fand die Uni phasenweise auch extrem blöd, für den späteren Beruf doch vollkommen nutzlos und überhaupt blöd! Aber das legt sich auch wieder, wenn du auf einmal auf was interessantes stößt, einen guten Dozenten vorne stehen hast, nette Kommilitonen oder dich im Sommer auf der Campus Wiese flezt und dich darüber wunderst, dass die Ersties immer jünger werden - bis du verstehst, dass du älter wirst. Klingt so einleuchtend, ist dennoch eine überraschende Erkenntnis... :D


    Und wer weiß, vielleicht kann ich ja doch später mehr gebrauchen als ich jetzt glaube.
    Und selbst wenn nicht, es war eine sehr schöne, selbstbestimmte Zeit, ohne allzuviel Verantwortung aber mit allen Freiheiten (erst recht, wenn die Eltern nicht alles mitkriegen, was du so machst - oder eben nicht machst, kein, solltest du nicht am SChreibtisch sitzen und lernen, wieso bist du denn schon wieder da usw. :D ) und du lernst einfach viel neues kennen (u.a. eben auch, welchem Dozenten gehe ich lieber aus dem Weg, weil dessen Veranstaltungen totaler Käse sind - aber auch da gilt, nicht zu sehr auf Hörensagen verlassen, selber hingehen und gucken und eigene Meinung bilden ).


    So, genug in Nostalgie geschwelgt, wieder ran an den SChreibtisch und das letzte bisschen Motivation für die Klausur übermorgen zusammenkratzen... :rolleyes:
    (P.S.: Falls das ein Uni-System sein sollte, wo die Leistungen aus dem Studium in die Endnote einfließen: aus meiner momentanen Sicht kann ich so etwas nur sehr empfehlen!! Es ist sehr ätzend, wenn man sich klar macht, dass alles, was ich die letzten Jahre geleistet habe, völlig wurscht ist und es nur auf dieses halbe Jahr ankommt, darauf, was ich mir in kurzer Zeit in den Kopf hämmern kann ... ist doch'n blödes System...
    )


    Liebe Grüße
    Katta


    (Mann, schon wieder einen halben Aufsatz geschrieben... :D )

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

  • Hallo Moni,
    die Tochter einer Bekannten studiert auch in Mainz und macht diesen integrierten Studiengang, allerdings mit den Fächern Franz. und Geschichte. Sie war zwei Jahre an der Partneruni in Dijon. Dort war sie in beiden Fächern oft als einzige Ausländerin ohne Gnade mit französischen Kommilitonen zusammen und musste sich durchbeißen, viele Bücher lesen und harte Klausuren schreiben. Sie war auch nicht sonderlich begeistert - obwohl es natürlich Erfahrungen "für's Leben" sind, das ist klar.
    Aber bis zu dem Abschluss dauert es eben zwei Jahre, und da wärst du nur mit Französisch zugange.
    Informiere dich gut, und dann wünsche ich dir, dass du die richtige Entscheidung triffst!
    Gruß venti :)

  • Hallo Katta!
    Vielen lieben Dank für deine aufmunternden Worte!! Ich glaube du hast Recht,... es ist immer besser sich seine eigene Meinung zu bilden als sich nur auf die Aussagen der Anderen zu stützen. Und wenn man diejenige Person dann auch noch nicht einmal persönlich kennt, ist das noch ein Grund mehr dafür selbst zu schauen, ob das alles so stimmt
    Ich habe in den letzten Tagen mit mehreren Leuten über meine Uni-Wahl gesprochen und mir haben eigentlich alle zu Mainz geraten. Selbst wenn da das Studium schwieriger und anspruchsvoller ist, sollte mich das nicht abschrecken. In der Schule war ich eigentlich immer sehr gut in Fremdsprachen und hab auch schon "unangenehmere Literatur" wie Sartre, Camus, Shakespeare etc. überlebt :D Und wenn mir die Pflichpraktika nicht reichen, kann ich das ja irgendwie selbst organisieren.Außerdem plant das Land RLP ja eine Reform der Lehrerbildung, nach der alles viiiiiiiiiiiiel besser wird :D Ich habe zumindest heute erstmal für mich beschlossen, es in Mainz zu versuchen. Wenn es mir partout nicht gefällt und es wirklich ganz furchtbar schrecklich ist (was ich aber nicht glaube), kann ich ja immer noch in einen "normalen" Studiengang und an eine andere Uni wechseln. Aber ich will mir später nicht vorwerfen müssen, es nicht wenigstens versucht zu haben :)
    ... Ausserdem will ich ja nach deinem Bericht über das Wohnheimleben so was auch mal selbst miterleben
    Ich wünsche dir erstmal ganz, ganz viel Glück für deine Klausur morgen... toi, toi, toi!!!Worüber schreibst du denn?
    Ich würd mich freuen, ab und zu mal wieder was von dir zu hören, hat echt immer Spaß gemacht, deine Mails zu lesen!!!
    Ganz viele liebe Grüße,
    Moni

  • Dann drück ich dir mal die Daumen, dass alles klappt und du dann auch alles schaffst!
    Wechseln kann man natürlich immer noch (wobei du dich geistig darauf einstellen solltest, dass das mit sehr viel Rennerei verbunden ist...), aber hoffen wir doch einfach mal, dass das gar nicht nötig sein wird.


    Vielen Dank fürs Daumenhalten für meine Klausur!
    Wenigstens ist es die letzte, dann "nur noch" drei mündliche und ich hab's überstanden...


    Morgen geht's um Corpus Linguistics (Englisch), nicht so übermäßig schwierig, aber laaaaangweilig!!!!
    Da war letzte Woche doch interessanter (Unterschiede und Wechselbeziehungen von Schriftlichkeit und Mündlichkeit), da hatte ich wenigstens Spaß bei (erstaunlicherweise, war eigentlich nie der Typ für Linguistik - or so I thought...).


    Na ja, ich quäl mich hier mal weiter voran (und lass mich nicht zu lange von diesem Forum ablenken - obwohl ich inzwischen teilweise zwei bis drei mal täglich vorbei schaue... ist mir lieber als Fenster putzen... :D ).


    Lass mal von dir hören, ob alles geklappt hat, wie dein Studentenwohnheimleben so wird und wie das mit der Uni so klappt!


    Liebe Grüße
    Katta

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

  • Hallo Katta!
    Ich hoffe deine Klausur ist gut verlaufen. Nur noch drei mündliche Prüfungen... davon bin ich noch weit entfernt :D
    Du wirst bestimmt eine gute Lehrerin!!! Andere gut beraten kannst du auf jeden Fall und das ist ja eine der vielen wichtigen Eigenschaften, die ein Lehrer haben sollte. Bei mir gibts leider noch nix Neues zu berichten... muss mich noch einige Tage gedulden. Ich schreib dir aber sobald es Neuigkeiten gibt.
    LG, Moni

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