Zitieren bei Hausarbeiten

  • Ich habe bis jetzt immer bei sinngemäßem Wiedergeben in Klammern vgl. Buch usw.. Einie meiner Mitkommilitonen haben mit Fußnoten gearbeitet. Eine Professorin meinte letztens, ich verwende zuviel vgl.
    Wie macht ihr das? Und was findet ihr besser: Fußnoten oder Klammern?


    gruß Julchen

  • wenn du zitierst ist ein "vgl." auch nicht richtig, denn "vergleiche" heißt - so habe ich es an der Uni gelernt -, dass das, was du geschrieben hast, in einem gewissen Gegensatz zu dem steht, was die Person von "vgl." sagt. Wenn man etwas sinngemäß entnommen hat, schreibt man meines Wissens nach "s." (also "siehe"). Wenn man zitiert, kommt hinter das Zitat (bei der amerikanischen Zitierweise) "Name Jahr, Seitenzahl" oder an die Anführungszeichen eben die Fußnotenzahl.


    Wie du nun zitierst, bleibt wohl deine Sache, hauptsache, es ist einheitlich. Ich habe es nach der Harvard-Weise gemacht und Kommentare, die den Textfluss gestört hätten, in die Fußnoten gepackt.

  • Ich habe es genau anders herum gelernt: Bei vgl. handelt es sich um sinngemäße Wiedergabe, bei siehe um eine wörtliche Wiedergabe. Das siehe kann dann aber auch weggelassen werden. Hm, ist ja merkwürdig.


    LG
    Britta ?(

  • Bei Teachsam steht Folgendes:


    Wörtliches Zitieren
    Wörtliche Übernahme oder Wiedergabe schriftlicher oder mündlicher Äußerungen von anderen - vgl. Zitieren, sinngemäßes Zitieren, Exzerpieren, Redewiedergabe, direkte Rede, Anführungszeichen,
    Beispiel: "Gestern in Davos. Es ist genau so, wie Thomas Mann es beschrieben hat. Dazu regnet es jeden Tag." (Frisch, Stiller, 1973, S.67)


    Sinngemäßes Zitieren
    Form der Übernahme oder Wiedergabe schriftlicher oder mündlicher Äußerungen von anderen - vgl. Zitieren, wörtliches Zitieren, paraphrasieren,
    Beispiel: Corneille und Racine haben sich als Autoren der geschlossenen Form des Dramas einer im Großen und Ganzen zutreffenden Auslegung der so genannten aristotelischen Regeln (drei Einheiten) unterworfen. (vgl. Klotz, 1969, S.38)

  • Hallo Julchen,


    ich schreibe gerade meine Examensarbeit und habe wegen der Zitierweise meine Betreuerin gefragt. Sie persönlich findet Fußnoten besser, und die verwende ich jetzt auch, obwohl ich sonst immer in Klammern zitiert habe.


    Ich mache es dann so:
    - wenn ich wörtlich zitiere schreibe ich z.B. in Meyer 2001, S. 25
    - wenn ich nur sinngemäß zitiere, schreibe ich vgl. Meyer 2001, S. 25


    Aber am besten besprichst du das auch mit deinen jeweiligen Profs.


    Susanne

  • Hallo!


    Was über vgl. gesagt wurde, kann ich nur unterstreichen (sinngemäße Übernahme von Gedanken).


    Die Frage "Klammer oder Fußnote?" ist Geschmackssache, bei der ersten Arbeit sollte man sich an die Vorgaben des Prüfers halten, sofern er auf Wert drauf legt, danach kann man es machen, wie es sinnvoll ist.


    Ich nutze meistens Klammern für die Quellenangaben und Fußnoten für ergänzende Hinweise, Anmerkungen, etc. Ich bin übrigens auch kein Freund von "ebd." bzw. "ibid." bei Vorerwähnung des Namens in der vorherigen Fußnote, sondern ich schreibe den Namen einfach noch mal, das führt auch zu weniger Problemen beim Überarbeiten des Textes.


    Es kommt aber auch ein bisschen auf den Text an: Wenn ich wirklich fast hinter jedem zweiten Wort eine Quellenangabe hätte, würde ich sie auch in die Fußnoten auslagern, um den Lesefluss nicht zu stören. Und je weniger der Text im streng wissenschaftlichen Umfeld publiziert wird (z.B. Verlag an der Ruhr), desto mehr würde ich von Klammern Abstand nehmen und "störende Theorie" in die Fußnoten packen.

    Gruß, Piotr

    Einmal editiert, zuletzt von Piotr ()

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