Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst oder direkt in Niedersachsen

  • Das freut mich sehr für euch!


    Ich habe dafür - wie seit ca. 10 Jahren - erneut eine Absage erhalten.


    Als Diplom-Handelslehrer (Wirtschaftspädagogik I ohne Unterrichtsfach) wollte ich unbedingt in den Quereinstieg für allgemein bildende Schulen (gerne RS), da ich zuvor als Vertretungslehrkraft an einer Hauptschule tätig war. Eine Berufsschule kommt für mich nicht mehr infrage, da mein zweites Fach Büroberufe bzw. Personalwirtschaft ist. Die Chancen waren damals schon schlecht, heute gibt es diese Ausbildungsmöglichkeit praktisch gar nicht mehr.


    Auf Grund meines "veralteten" Studiums (inhaltlich absolut identisch mit dem eines Diplom-Kaufmannes) habe ich Wirtschaft und Mathematik an der Hauptschule unterrichten dürfen, in der Hoffnung, einen Quereinstieg durchführen zu können. Pustekuchen!


    Die Antwort aus Braunschweig:

    "Die Möglichkeit eines Quereinstiegs in ein anderes Lehramt ist für Ihren Abschluss derzeit nicht gegeben."


    Stattdessen werden lieber Volkswirte und Economics-Absolventen eingestellt.


    Ja, macht total Sinn, nicht wahr?


    Schön, dass wir keinen Lehrermangel in Niedersachsen haben ...


    Danke für nichts!


    Liebe Grüße und euch alles Gute!

  • Ist das so? Kennst du da jemanden persönlich? Ich nicht.

    Nein, ich kenne auch niemanden persönlich.


    Auf dem Bildungsportal wird aber mit einem Beispiel dafür geworben:


    https://bildungsportal-nieders…r-den-vorbereitungsdienst



    In meiner alten APVO stand übrigens:

    "Wer in Niedersachsen den Abschluss Diplom-Handelslehrerin oder Diplom-Handelslehrer der Studienrichtung I erworben

    hat, kann bis zum 31. Dezember 2018 in den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an berufsbildenden Schulen eingestellt werden."


    Das war auch immer mein Kenntnisstand. Deswegen (und vor allem aufgrund der Fächerwahl) habe ich mich auch komplett von der BBS abgewendet. Gut, nun haben die lieben Leute anscheinend alles wieder verlängert bzw. geändert. So, wie damals schon, als z. B. die Diplomer nicht mehr in NRW angenommen wurden (eine Anerkennung des Abschlusses war nicht mehr möglich).


    Inzwischen können die mich alle mal ... im Dunkeln besuchen. 😉

  • Mal abgesehen davon, dass ich selber auch Diplom-Handelslehrerin bin (wir bekamen die Diplom-Urkunde damals an unserer Uni zusätzlich ausgehändigt, hatten aber alle das Lehramt BBS inkl. einem Unterrichtsfach studiert, also nicht "WiPäd I"), sind allein in meinem Kollegium drei KuK, die in Göttingen WiPäd I ohne Unterrichtsfach studiert haben und trotzdem eine Planstelle bei uns erhalten haben. Nun weiß ich allerdings nicht, wann du dein Studium beendet hast; die betreffenden KuK sind alle schon seit mind. 15 Jahren bei uns. Mag sein, dass es mittlerweile nicht mehr möglich oder zumindest sehr schwierig ist, ohne Unterrichtsfach in den Schuldienst an einer BBS in NDS zu kommen. Leute, die VWL o. ä. studiert haben, wurden an den mir bekannten BBSn aber trotzdem bislang nicht eingestellt, da es (noch!) genügend Lehrkräfte, die das Lehramt BBS mit der beruflichen Fachrichtung "Wirtschaftswissenschaften" mitsamt einem Unterrichtsfach studiert haben, "auf dem Markt" gibt.

    Inzwischen können die mich alle mal ... im Dunkeln besuchen.

    Tja, wenn das so ist, kann man dir wohl hier nicht mehr weiterhelfen, oder? :weissnicht:

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Abschluss: 2009


    Viele meiner damaligen WiPäd-I-Absolventen (Richtung: Bank, Versicherungen) arbeiten schon sehr lange im Lehrerberuf, sind teilweise mit A15-Stellen ausgestattet.


    Weiterhelfen konnte mir bisher niemand. Ich hatte mich auch in den letzten ca. 13 Jahren komplett vom Beruf verabschiedet und als "Pädagoge" in der Erwachsenenbildung und an Schulen (Berufsvorbereitung etc.) gearbeitet.


    Dass ich nach so langer Zeit wieder in den Lehrerberuf als Vertretungskraft gelangte, war reiner Zufall. Ein Schulleiter einer Hauptschule rief mich in der Corona-Hochphase an und fragte, ob ich interessiert sei. Da habe ich mich doch noch einmal dazu entschieden (sozusagen als allerletzte Möglichkeit), mit dem Ziel, als Quereinsteiger an eine allgemein bildende Schule gehen zu können. Alten Job sofort gekündigt und ab in die Schule ...


    Anfragen kamen dann sogar von anderen HS und Grundschulen. Auf eine Vertretungstätigkeit als Feuerwehrmann habe ich auf Dauer aber keine Lust. Die Bezahlung ist zudem nicht das Gelbe vom Ei, so dass ich alles wieder über den Haufen geworfen habe.


    Anscheinend kann ich mit meinem Abschluss "nur" noch Vertretungsverträge annehmen. Schade.


    Die einzige Möglichkeit wäre wirklich nur, wieder dort einzusteigen, wo ich vor zwölf Jahren aufgehört habe: Studienseminar Hildesheim mit meinen wenigen "Restmonaten" im Bereich "Büro", für den es eh keinen Mangel gibt. Nein, danke. Mir wurde seitens des Studienseminars auch vor ca. zwei Jahren davon abgeraten, als ich mich "aus Spaß" mal wieder dort beworben hatte, nur um zu sehen, was passiert (schließlich wurde schon 2011 prophezeit, dass der Bereich "Büro" bald eingestellt werden würde).


    Wenn überhaupt, dann käme für mich nur der allgemein bildende Bereich infrage.


    Liebe Grüße 🙂

  • Ja, nun habe ich die Absage auch noch schriftlich erhalten: Sondermaßnahmen zur Gewinnung von Lehrkräften.


    "Sie haben WiPäd I studiert und mit einem Diplom als Handelslehrer abgeschlossen. Dieser Abschluss berechtigt Sie in Nds. zur Absolvierung des Vorbereitungsdienstes an BBS. Den Abschluss eines anderen Studiums auf Masterniveau haben Sie nicht nachgewiesen. Damit verfügen Sie nicht über den erforderlichen akademischen Abschluss."


    Heißt also, ich müsste den Master nachholen, um in den VD an HS- und RS eingestellt werden zu können?


    Lehrkräfte-Gewinnungspaket Nds.:

    "Öffnung des Vorbereitungsdiensts für das Lehramt an Haupt- und Realschulen für Studienabsolventinnen und -absolventen des Lehramts an Grundschulen und des Lehramts an Gymnasien."


    Ich als blöder BBS-Absolvent muss leider draußen bleiben. Finde ich nicht gerecht.


    Da Oldenburg ja gerade in aller Munde ist, überlege ich mir, eine Klage beim Verwaltungsgericht einzureichen. 😉


    Munter bleiben!

  • Das hat nichts zu tun mit „ blöder BBS- Absolvent“ sondern a) mit einem Studienabschluss, der dich nicht für die SEK.I direkt qualifiziert, b) einem fehlenden Zweitfach, welches man aus deinem Studium ableiten könnte (Wirtschaft vermag ich darin noch zu erkennen, ohne Zweitfach wärst du aber auch in allen anderen Bundesländern jenseits der Gymnasien und Musik oder Kunst raus) und c) der aktuell in NDS gültigen Rechtslage für den Quer- bzw. Seiteneinstieg.


    Wogegen genau intendierst du an dieser Stelle basierend auf welcher rechtlichen Grundlage zu klagen und was genau soll das Seminar Oldenburg damit zu tun haben, bzw. inwiefern sollen Zeitungsartikel darüber Dir im Klagefall weiterhelfen?

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • "Gegen diesen Bescheid kann ... Klage beim Verwaltungsgericht Oldenburg ... erhoben werden."

    "Die Klage ist gegen das Regionale Landesamt ... Braunschweig zu richten."


    Natürlich werde ich keine Klage einreichen, sondern meinen Master nachholen, da mein Abschluss ja leider nur für Vertetungsverträge reicht. 😉


    Na, vor 10 Jahren hätte ich noch für "Wirtschaft und Politik" einen Platz erhalten (in NRW und Hessen). Die Zusagen habe ich sogar noch.


    Das Seminar Oldenburg war nur mein Wunsch-Seminar-Ort, mehr nicht.

  • Vertretungsverträge sind Notnagelverträge, wo im Zweifelsfall auch Studierende vor dem Bachelor eingesetzt werden, wenn es keine besser qualifizierten Lehrkräfte auf dem Markt gibt. Für eine Planstelle wird eben trotz allen Lehrermangels immer noch etwas mehr formale Passung und Qualifikation erwartet. Ich halte das für keine Schwäche, sondern eine Stärke des Systems. Einfachlehrkräfte braucht man nun einmal in der Sek. I nicht und das Ausmaß des fachfremden Unterrichts muss gerade bei uns in der SEK.I in Maßen gehalten werden, damit die Fachlichkeit nicht am Ende gänzlich flöten geht. Schließlich wird zumindest bei uns an der Realschule am Ende mindestens ein Drittel unserer ehemaligen SuS im Anschluss ein berufliches Gymnasium besuchen, um ein Abitur zu erzielen. Darauf müssen wir fachlich vorbereiten können, damit dieser Übergang gelingen kann.

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  • Das magst du traurig finden Nordlicht, aber ich halte es nun einmal für erstrebenswert, dass auch wir in der Sek. I Lehrkräfte haben, die für mehr als ein Unterrichtsfach ausreichend qualifiziert sind. Tatsächlich halte ich es auch für falsch, dass die jungen KuK bei uns aktuell nur noch mit zwei Fächern aufschlagen, statt mit drei bis vier Fächern. Das erhöht ebenfalls den Anteil fachfremden Unterrichts enorm, der eigentlich in der Sek. I zumindest hier in BW reduziert werden sollte ab dem Bildungsplan 2016, weshalb bestimmte Fächergruppen aufgelöst wurden, um jeweils als Einzelfach unterrichtet zu werden.

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  • Ich finde es übrigens traurig Nordlicht, dass es dich traurig macht, wenn jemand fordert, SuS sollten qualifizierten Fachunterricht erhalten, nicht nur fachfremden Unterricht. Ich verstehe natürlich, dass es deinen persönlichen Interessen entsprechen würde, wenn man an dieser Stelle einfach den Anspruch zumindest so weit herunterschrauben würde für Planstellen, wie für Vertretungsstellen bereits geschehen, damit du einfach eine Planstelle ergattern könntest, finde es auch ein Stück weit absurd, dass man Leuten, die qualifiziert genug sein sollen als Vertretungskräfte tätig zu werden nicht zumindest einen Einstieg auf dem Besoldungsniveau von Fachlehrern/ Werkstattlehrern ermöglicht bei abgeschlossenem Studium in passendem Fach. Abgesehen von deinem persönlichen Interesse solltest du als Lehrkraft aber doch reflektiert genug sein, um anerkennen zu können, dass fachlich kompetenter Unterricht das Ziel sein sollte.

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  • Alles gut. Es kann ja leider nicht jeder so ein allwissender Pädagoge wie du sein, der alles kann und weiß und dazu auch noch fünf Sprachen fließend spricht.


    Ich finde es nur sehr traurig, dass z. B. eine langjährige Berufserfahrung im pädogischen (außerschulischen) Bereich nicht miteinbezogen wird. Gerade beim Thema "Berufsorientierung" in der Sek. I waren große Defizite vorhanden.


    Dass ich mit nur einem Fach kaum Chancen besitze, wurde mir schon 2009 erzählt.


    Aber, du hast natürlich in allen Punkten recht. Keine Frage (ja, das meine ich im Ernst). :)


    Liebe Grüße

  • Ich spreche leider nur drei Sprachen fließend, sorry, aber zwei weitere auf überlebensfähigem Niveau und bin selbstredend quasi allwissend und allkönnend damit- oder gab es am Ende mehr als fünf Sprachen, oder gar weitere Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die man im Leben erlernen könnte?


    Wenn du seit 2009 weißt, dass es mit einem Fach in der SEK.I schwierig bis unmöglich ist eine Planstelle zu ergattern, wieso hast du dann nicht noch ein Zweitfach berufsbegleitend nachstudiert in dieser Zeit, um dir die fehlende Eintrittskarte zu beschaffen?

    Wie gesagt, ich finde es durchaus absurd, wenn Leute zwar als langjährige Vertretungskräfte gut genug sein sollen, aber noch nicht einmal eine Perspektive als Fachlehrkräfte/ Werkstattlehrer erhalten, um eine Festanstellung zu erlangen. Ich habe mehrere KuK die als Fachlehrkräfte bei uns tätig sind, einer davon holt gerade berufsbegleitend das fehlende Zweitfachstudium nach, um E13 bekommen zu können künftig. Eine andere Kollegin mit Einfachabschluss überlegt ebenfalls, das fehlende Zweitfach berufsbegleitend nachzuholen.

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  • Besten Dank für deine Antwort(en)!


    Drei Sprachen? Herzlichen Glückwunsch! Ich kann nicht einmal eine fließend ...


    Mein Ziel war es damals nicht, in der Sek I. zu unterrichten, sondern an einer Berufsschule tätig zu werden, um angehende Verwaltungs- und Büroleute in ihrer Ausbildung zu begleiten, da ich selbst eine Berufsausbildung in der Verwaltung durchlaufen habe.


    Hochschulstudium Wirtschaftspädagogik, Schwerpunkt Büro: Im Ref. wurde mir aber schon damals nahegelegt, mich bitte neu zu orientieren, da diese Fächerkombination wenig Bedarf vorweisen würde. Daraufhin habe ich das Ref. abgebrochen und mich in NRW für die Fächer "Wirtschaft" und "Politik" beworben. Ich wurde dort auch angenommen (kannst du alles in meinen alten Beiträgen nachlesen, wenn du mal Lust hast), jedoch kam mir die Umstellung auf den Master dazwischen, so dass eine Anerkennung meines Diploms in NRW nicht mehr möglich war. Ich hätte noch einmal nachstudieren müssen, obwohl uns immer versichert wurde, dass das alte Diplom einen gleichwertigen Abschluss mit dem Master darstellen würde.


    Ich hätte noch zwei Semester studieren müssen (nach einem abgeschlossenen Diplom-Lehramtsstudium für die Sek. II). Nein, danke! Warum? Keine Lust mehr nach über zehn Semestern Wirtschaftspädagogik ... und (vor allem) keine finanziellen Mittel mehr + Kreditschulden.


    Daraufhin habe ich mich komplett von der Schule verabschiedet. Nein, stimmt nicht ganz. Habe ein tolles Büro "in" zwei Schulen gehabt (Berufsorientierung und -begleitung für Haupt- und Realschüler).


    Daneben habe ich als Pädagoge und "Sozialpädagoge" mit Schulabgängern gearbeitet und diese auch unterrichtet, die u. a. einen Hauptschulabschluss nachhholen wollten. Das Gleiche mit älteren Langzeitarbeitslosen auf einer anderen Ebene.



    Dank des "Lehrermangels" - und einigen Anfragen von Schulen - habe ich mich dann nach so langer Zeit doch noch einmal dazu entschieden, eine Vertretungsstelle anzunehmen, in der Hoffnung, vielleicht in der Sek. I, längerfristig "glücklich" zu werden.


    Mir gefällt die Arbeit an der Sek. I sehr gut - auch wenn ich fachlich leider anders ausgebildet bin. Ich würde sogar eine längerfristige Stelle an einer Sek. I der Sek. II vorziehen, obwohl man in Nds. an einer Berufsschule (noch) höher eingruppiert wird.


    Die Einstellungschancen haben sich an der BS in meinem Bereich aber nicht viel verändert in den letzten zehn Jahren.



    Dass deine Fachlehrkräfte sogar einen Sprung vom gehobenen Dienst nach E13 durchlaufen können, wusste ich zum Beispiel nicht.


    Ob man ein fehlendes Zweitfach auch in Nds. berufsbegleitend nachholen kann, weiß ich ehrlich gesagt gerade nicht.


    Wäre vielleicht eine Option ...



    Danke!

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