"Damals war es Friedrich"

  • Hallo,


    ich habe demnächst eine Lehrprobe zu "Damals war es Friedrich". Vermutlich werde ich das Kapitel "Der Pogrom" behandeln.


    Zurzeit überlege ich noch hin und her, was ich machen könnte - am besten etwas Handlungsorientiertes.


    Klar ist, dass wir das Kapitel nicht erst in der Stunde lesen können. Das müssen die SuS am besten vorher zu Hause erledigen.


    Einer der Kernpunkte dieses Kapitels ist ja - wie ich denke - der Unterschied "Gewalt gegen Fremde" (im jüdischen Wohnheim) und "Gewalt gegen Bekannte" (in der Wohnung der Schneiders).


    Nur: Wie vermittele ich das Kapitel so, dass es weder einer Geschichts- noch einer Ethikstunde ähnelt (also textorientiert ist) und gleichzeitig dieses wichtige Thema angemessen behandelt?


    Außerdem muss ich ja auch Vorsicht walten lassen, da das Thema ja recht schwierig ist (s. andere Diskussionen zum Thema Nationalsozialismus hier im Forum).


    Eine Idee wäre es, Hans Peter einen Tagebucheintrag schreiben zu lassen - oder (vielleicht zu schwierig?) einen Brief/eine Antwort auf die imaginäre Frage Friedrichs, warum er sich an den Ausschreitungen gegen das jüdische Wohnheim beteiligt hätte.


    Was denkt ihr?


    Liebe Grüße,
    Carla-Emilia

  • liebe c-m,


    ich denke, bei diesem thema ist es immer schwer, den grad zwischen historischen/ethischen und literarischen Aspekten richtig zu gewichten, da sie sich ja gegenseitig bedingen...die idee mit dem brief finde ich gut, da die sus sich dann in eine rolle hineinversetzen müssen...und dabei bezug auf die literarische vorlage nehmen müssen, der textbezug also definitv gegeben ist...


    ich habe sowas zum gleichen thema, aber mit einer anderen lektüre schonmal gemacht und das ist gut angekommen...
    wobei ich den schwerpunkt auf den affektiven lernzielen hatte...und meine fachleiterin da extrem drauf steht...


    viel erfolg!


    schnuppe

  • Hallo c-e!


    Ich denke, es ist wichtig, dass dir klar ist, wohin du willst. Für mich als Geschichts- und Deutschlehrerin wäre wichtig, dass der historische Hintergrund im Vorfeld in jedem Fall den Kids präsent ist. In der Stunde selbst würde ich jedoch eher die Emotionen in den Vordergrund stellen und z.B. durch Verfassen eines Briefes (wie du meinst) oder durch Schreiben eines inneren Monologs der Handelnden die Gefühle der Beteiligten versprachlichen lassen. Kennst du die Literatur-Kartei vom Verlag an der Ruhr zu "Damals war es Friedrich?" Dort findest du bestimmt gute Anregungen!!!
    Schreib mal wie du´s machst!
    Lg Cleo

  • Hallo c-e!
    Ich würde die Grenze zwischen Geschichte und Deutsch in dem Fall auch nicht so eng setzen, hätte aber ein bisschen Bedenken beim Briefschreiben - das läuft auf einen Großteil an Stillarbeit hinaus und ist eigentlich etwas, womit sich jeder Schüler individuell auseinandersetzen muss, wär also für mich eher eine Hausaufgabe (außerdem würdest du dann wahrscheinlich nebenher die Briefkonventionen wiederholen müssen, und das würd mir zu weit vom Thema wegführen). Das Material vom V. an der Ruhr bietet für die Stunde ein Arbeitsblatt an, in dem zunächst nach den Einrichtungen gefragt wird, die zerstört werden, dann fragt, was in jedem Fall genau passiert, dann Hans Peters jeweiliges Verhalten in den vier Situationen zusammenfassen lässt und zum Schluss die Schüler die Gründe für die Verhaltensunterschiede in Gruppen diskutieren lässt. Finde ich besser, denn
    1. klare Textarbeit/ Beitrag zum Leseverständnis
    2. Fokussierung auf den Schwerpunkt, auf den du hinaus willst - unterschiedliches Verhalten in unterschiedlichen Beziehungen
    3. möglicher Methodenwechsel (z.B. von Partner- zu Gruppenarbeit).


    Hinführung und die erste/ die ersten beiden Fragen könnten auch im Plenum gemacht werden, damit du deine Lehrerfähigkeiten zeigen kannst, ebenso wie die Ergebnispräsentation. Auf der Basis dieser Ergebnisse fände ich dann eine HA wie z.B. einen Brief sinnvoll.


    Viel Erfolg bei der Lehrprobe,
    w.

    Frölich zärtlich lieplich und klärlich lustlich stille leysejn senffter süsser keuscher sainer weysewach du minnikliches schönes weib

  • Hallo Wolkenstein,


    vielen Dank für deine Antwort! Du hast Recht. Das AB liegt mir auch vor - nur darf ich das einfach so in einer Lehrprobe verwenden? Schließlich hätte ich dann ja nur einen minimalen Arbeitsaufwand und kaum eigene Planung in der Stunde.


    Alternativ könnte ich eine Idee von diesem AB nehmen und etwas Neues hinzuerfinden.


    Was meinst du?


    Liebe Grüße,
    C.-E.

  • Hehe, das kommt ein bisschen auf deinen FL an, aber eigentlich zeigst du gerade damit, dass du nicht jedes Mal das Rad neuerfinden willst, sondern gutes Material vernünftig einsetzen kannst, ohne unbedingt Methodenklamauk veranstalten zu wollen. Ich würde im Stundenentwurf schreiben, dass es dir gerade drum geht, die Unterschiede der Verhaltensweisen klarzumachen, und da bietet sich das Material eben an (Faustregel: Fertigmaterial einsetzen ja, aber didaktisch-methodisch mindestens so gut begründen wie eigenes). Was dem Material auf jeden Fall noch fehlt, ist die Sicherungsphase, irgendwie musst du ja sicher stellen, dass sie die Unterschiede richtig wahrgenommen und eingeordnet haben. Da könntest du noch eigene Kreativität zeigen...


    Gut Holz,
    w.

    Frölich zärtlich lieplich und klärlich lustlich stille leysejn senffter süsser keuscher sainer weysewach du minnikliches schönes weib

  • Hallo zusammen,


    ich lese gerade, dass Ihr Euch auch mit "Damals war es Friedrich" herumgeschlagen habt. Ich muss dazu in meiner UPP etwas zeigen und routiere ziemlich. Eigentlich wollte ich auch Kap. "Pogrom" nehmen, aber soweit werden wir nicht kommen. Also eher " Schlaufe" oder "Schwimmbad".... Wenn jemand eine Idee oder sogar noch Materialien hat... Ich wäre unendlich dankbar,


    Liebe Grüße, Durga

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