Hallo zusammen,
ich habe eine Frage im Hinblick auf meinen nächsten Unterrichtsbesuch im Fach Geschichte (11. Klasse, Thema: Französische Revolution – Sturm auf die Bastille).
Meine Leitfrage für die Stunde lautet:
„Der Sturm auf die Bastille – ein Tag zum Feiern?“
Als Einstieg plane ich, zwei kontrastierende Bilddarstellungen zu zeigen:
Eines stellt den Sturm auf die Bastille als brutales und gewaltsames Ereignis dar (mit verletzten bzw. getöteten Menschen), ein anderes zeigt eine eher positive, feierliche bzw. heroische Darstellung. Auf dieser Grundlage möchte ich gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern die Problemfrage entwickeln.
Ergänzend überlege ich, zwei kurze Zitate einzublenden und diese von den Lernenden zuordnen zu lassen:
Zitat 1: „Der Sturm auf die Bastille wurde zu einem kraftvollen Symbol dafür, dass gewöhnliche Menschen politische Macht beanspruchen können.“
Zitat 2: „Ein Nationalfeiertag, der auf einem blutigen Volksaufstand basiert, sollte nicht unkritisch gefeiert werden.“
In der anschließenden Arbeitsphase sollen die Schülerinnen und Schüler arbeitsteilig in Tandems mit zwei zeitgenössischen Quellen arbeiten:
– Quelle 1: Brief von Camille Desmoulins
– Quelle 2: Bericht von Antoine de Rivarol
Jeweils eine Person im Tandem bearbeitet eine Quelle, anschließend tauschen sich die Partner aus und vergleichen ihre Ergebnisse. Zur Strukturierung möchte ich eine Vergleichstabelle einsetzen. Bisher habe ich folgende Kategorien vorgesehen:
• Bewertung des Sturms (positiv / negativ)
• Legitimität der Gewalt bzw. des Handelns des Volkes
Zur Sicherung plane ich, ausgewählte Tandems ihre Ergebnisse mithilfe der Dokumentenkamera vorstellen zu lassen. Daran anschließend soll – sofern es die Zeit erlaubt – eine Urteilsphase folgen mit der Frage:
„Ist der Sturm auf die Bastille als Nationalfeiertag gerechtfertigt?“
Die Schülerinnen und Schüler könnten ihre Argumente auf Post-its festhalten und diese an einer Argumentationslinie („Ja“ / „Nein“) positionieren und anschließend begründen.
In vorangegangenen Stunden wurden bereits zentrale Ursachen der Revolution (z. B. Ständegesellschaft, Absolutismus, Ideen der Aufklärung, Finanzkrise) in Form einer Mindmap erarbeitet, auf die ich zu Beginn der Stunde kurz zurückgreifen würde.
Meine offenen Fragen sind nun:
Sind die gewählten Kategorien für die Quellenanalyse aus Ihrer Sicht sinnvoll und ausreichend oder sollte ich noch eine weitere Kategorie ergänzen (z. B. Bedeutung bzw. Symbolwirkung des Ereignisses)?
• Wäre es didaktisch sinnvoll, zusätzlich eine dritte Quelle einzubringen, oder ist eine klare Gegenüberstellung von zwei Positionen eher zielführend?
• Sollte ich im Hinblick auf die Leitfrage mit den Schülerinnen und Schülern zuvor Kriterien dafür entwickeln, was ein Nationalfeiertag leisten bzw. erfüllen muss, um anschließend ein begründetes Urteil zu ermöglichen?
Ich freue mich sehr über Rückmeldungen und Anregungen.
Vielen Dank ![]()