Beiträge von Bolzbold

    Das Konzept war ursprünglich eine reine Wirtschaftsgemeinschaft - und das ist die EU im Wesentlichen zumindest im Geiste vieler ihrer Bewohner immer noch. Das Nationalstaatenprinzip ist noch nicht überwunden.
    In Krisenzeiten haben sich die Menschen immer über die jeweils kleinere Gemeinsamkeit innerhalb eines großen Gebildes definiert bzw. darauf zurückgezogen. "Wir gegen die anderen!"
    Erst ist man Europäer, der aber auf einmal die Grenzen dicht haben will gegenüber Nicht-EU-Bürgern.
    Dann ist man nicht mehr Europäer sondern primär Deutscher, der die Grenzen dicht haben will und die anderen EU-Staaten als Zahlungsempfänger sieht.
    Irgendwann ist man dann Mönchengladbacher, der am liebsten die "Grenze" zum Kreis Heinsberg dicht machen will.
    Das lässt sich dann runterbrechen, bis wir wieder im Geiste - und womöglich auch tatkräftig - Grenzen gegenüber Minderheiten ziehen.

    Und wenn ich mir die italienische Geschichte so ansehe, dann wundere ich mich über Nazi-Vergleiche überhaupt nicht mehr.

    Man müsste noch ergänzen, dass die völkische Ideologie, die von den Rechten nach wie vor transportiert wird, auf Ausgrenzung und Abwertung von Nichtweißen und Nichtdeutschen aus ist - ignorierend, dass es diese klaren Grenzen gerade heute nicht mehr gibt.

    Wenn Integration links ist, wenn das Zusammenleben von Menschen mehrerer ethnischer Hintergründe auf der Basis der gemeinsamen Werte des Grundgesetzes auch links ist, dann kann rechts da in meinen Augen kein konstruktives oder positives Weltbild dagegensetzen - insbesondere, wenn Nichtweiße, Nichtdeutsche und Nichtchristen auf perfide Art und Weise als Bedrohung inszeniert werden.

    Ich habe nicht gesagt, dass die SPD eine NSDAP-Nachfolgepartei war. Ich habe geschrieben, dass sich in den drei großen Parteien der alten Bundesrepublik auch ehemalige NSDAP-Mitglieder befanden. Eine Wertung der drei Parteien war damit nicht verbunden. Es ging mir um Kontinuitäten und Diskontinuitäten. Die Rolle der SPD 1933 und nach 1945, bis 1959 und darüber hinaus ist mir durchaus geläufig.

    Was das die Linke und ihre Vergangenheit angeht und was die AfD angeht, so sind wir da durchaus einer Meinung.

    Feigling. Sag mir nicht, was wir nicht wählen. Sag mir, was wir wählen.

    Es wirkt in der Tat wie ein Beißreflex, bei der Linken immer SED-Nachfolgepartei zu skandieren.
    Genauso wie Politiker oder Funktionäre der SED später bei der Linken gelandet sind, war das zwangsläufig auch so bei den drei wichtigsten westdeutschen Parteien und ehemaligen Parteimitgliedern der NSDAP. Konsequenterweise müsste man dann Union, SPD und FDP also ebenfalls ablehnen.
    Die AfD mag keine Nachfolgepartei der NSDAP sein - wohl aber greift sie das völkische Gedankengut von Letzterer auf.

    Und wen wählen wir jetzt, Plattenspieler?

    @Dead Poet

    Dann haben unsere Begrifflichkeiten wie links und recht sich aber ziemlich unterschiedlich entwickelt.
    In der Geschichte haben die radikalen Linken und die radikalen Rechten durchaus vergleichbare Ziele gehabt. Beiden Extremen ging es um die - in beiden Fällen erwiesenermaßen physische - Eliminierung des politischen Gegeners bzw. des ideologisch auserkorenen Feindes. Auf der Basis beider totalitärer Systeme hätten sich in der Tat beide Ideologien zweifelsfrei nachhaltig diskreditieren müssen.

    Unzweifelhaft ist, dass sich "links" stärker für sozialen Ausgleich und für den Abbau von Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten einsetzt als "rechts" das tut.

    Hallo zusamme,


    ich hätte eine Frage, und zwar:

    Ich bin gerade im letzten Mastersemester als Lehrämter mit den Fächern Mathematik und Sozialwissenschaften in SEK 2 in NRW. Ich will aus persönlichen Gründen nicht verbeamtet werden. Meine Frage ist, was mir das Referendariat bringt in diesem Fall?
    Ich könnte doch ohne Zeit zu verlieren direkt mich für eine Stelle in einer Schule bewerben.
    Also was wären denn noch weitere Vorteile, wenn man Referendariat machen würde, abgesehen davon dass man verbeamtet werden kann?
    Hätte ich dann ohne Referendariat als Angestellter die selben finanziellen Vorteile wie ein Angestellter mit Referendariat?
    Danke im Voraus!

    Ich bin ehrlich gesagt ein wenig erstaunt ob des Umstands, dass ein offenbar studierter Mensch eine solche Sicht auf bzw. ein solches (Nicht)Wissen über das Referendariat hat. Die Fragen, die Du stellst, wirken für mich eher wie ein Trigger, den sonst nur Trolle verwenden.

    Man muss hier auch berücksichtigen, dass nicht in Stein gemeißelt ist, dass der Unterricht nach den Osterferien wieder beginnt. Insofern ist das m.E. eine sehr konsequente Entscheidung, die alle Szenarien bis hin zur Schulschließung bis zu den Sommerferien berücksichtigt.

    Wir sollten auch nicht vergessen, dass lediglich eine (!) Minderleistung dann bei der Versetzungsentscheidung nicht berücksichtigt wird. Und bei Abschlüssen zählen alle Minderleistungen, sofern Teil der Abschlussberechnung. So ein großer Vorteil ist das also für die SchülerInnen gar nicht.

    Wir werden Länder haben, in denen das Abitur regulär abgelaufen ist und Länder, in denen das nicht so war. Die Vergleichbarkeit ist damit natürlich nicht mehr gegeben. Es wurde anderenorts schon argumentiert, dass das angesichts dieser Krise egal sei - das kann ich grundsätzlich auch nachvollziehen. Ob das bei der Stiftung Hochschulzulassung genauso gesehen wird...?

    In NRW wurde in der Schulmail Nr. 9 gesagt, dass auf die Schulträger eingewirkt werden soll, dass notwendige Hygienemaßnahmen vor Ort sichergestellt werden. Schutzmasken dürften da wohl nicht drunter fallen, fürchte ich.

    Wer Waffen kauft, muss in einem bis an die Zähne bewaffneten Land im Extremfall dazu bereit sein, diese einzusetzen. Diese Geistesgegenwart und die Entschlossenheit, in unklaren Situationen prophylaktisch als Erster abzudrücken, besitze ich nicht. Und dieses Zögern würde mit einer Waffe in der Hand vermutlich tödlicher sein als ohne.

    Einmal unabhängig von der offensichtlich gewollten Provokation, auf die ich nicht einsteigen werde:

    Wenn man diese Entwicklung einmal als Phänomen betrachtet, dann sollte man entsprechende Reaktionen nicht vom Ende her denken - also Männerquote o.ä. - sondern vom Anfang und die Frage beantworten, wieso das so ist.
    Wenn immer weniger Männer sich für diese Fächer und diesen Beruf entscheiden, muss das ebenso Gründe haben wie der Umstand, dass Deiner These nach immer mehr Frauen sich für diese Fächer und diesen Beruf entscheiden.

    Richtig ist, dass wir langfristig in die Teilzeitfalle an den Schulen rutschen, je mehr Frauen diesen Beruf ergreifen und irgendwann Kinder bekommen und in der Regel ab dann in Teilzeit arbeiten, aber auf eine volle Stelle gebucht sind, so dass die Stundenreduktion nur über Vertretungslehrkräfte, nicht aber über weitere Planstellen ausgeglichen werden kann.
    Lösungen kann man meines Erachtens weniger durch Restriktionen erreichen als durch "Bekämpfung" der Ursachen oder - weniger martialisch ausgedrückt - Veränderung der Ausgangssituationen, die die Menschen zu den von Dir angenommenen Entscheidungen bewegen.

    Statt zu versuchen, einen Shitstorm zu provozieren, könntest Du ja mal selbst einen Brainstorm vornehmen und selbstständig über Gründe und konstruktive (!) Lösungsmöglichkeiten nachdenken. Dann hast Du auch schon keine Corona-Langeweile mehr und brauchst nicht mehr zu versuchen, weitere Shitstorms zu provozieren.

    Welcher Lehrer, der nicht dauerhaft in der Notbetreuung eingesetzt ist, arbeitet gerade wirklich seine 41 Stunden?
    Ferien sind, wie Du weißt, nicht mit Urlaub gleichzusetzen. Und ich frage nochmal: Welcher Lehrer arbeitet in den Ferien, die über seinen Urlaubsanspruch hinaus gehen, wirklich seine 41 Stunden?

    Für diese 41 Wochenstunden werden wir aber bezahlt. Und die ADO ermöglicht es, wenn Unterricht nicht stattfiunden kann, dass wir zu anderen Augaben herangezogen werden dürfen. Das Land bezahlt uns, ganz gleich ob wir inkompetent, lustlos, faul, nachlässig oder engagiert, gewissenhaft und kompetent sind. Es bezahlt uns faktisch, egal wie lange wir krank sind. Es kann uns in der Regel auch nicht entlassen. Wir Beschäftigten im ÖD sind das Rückgrat dieses Landes. Und angesichts der Privilegien, die zumindest ich in Zeiten wie diesen nicht stärker zu schätzen wissen könnte, sollten wir verdammt nochmal auch selbst dieses Rückgrat haben, um das Rückgrat dieses Landes zu sein.

    Was Fürsorgepflicht und Dienstpflicht angeht: Die Realität zeigt, dass diese Pflichten nicht immer zum selben Zeitpunkt zum Tragen kommen - das müssen sie auch nicht. Die Balance muss stimmen.

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