Beiträge von Bolzbold

    Eben, das ist genau mein Gedanke. D.h. die Kollegin müsste für jeden Schüler jede Unterrichtsstunde eine mündliche Note feststellen...


    Ich stelle zweimal im Halbjahr eine mdl. Note fest. Wobei ich es über das gesamte Halbjahr mache wenn es sich eben anbietet und der Schüler sich eh gerade gemeldet und was Schlaues gesagt hat.

    Streng genommen tust Du das in NRW nur einmal, da die Quartalsnoten offiziell gar nicht existieren... Das lässt natürlich einiges an Spielraum zu, um mit den unentschuldigten Fehlzeiten umzugehen. Gleichzeitig erklärt das natürlich, warum in den vielen Fällen, die ich mitbetreuen durfte, selbst bei horrenden Fehlzeiten die Noten noch halbwegs OK waren.

    Man kann dann für jede Stunde die Note "ungenügend" erteilen, wenn die anderen SuS' für die jeweiligen Stunden ebenfalls bewertet werden. Ansonsten würde man für diese "Nicht-Leistung", die ja auch bei den anwesenden SuS' vorkommen kann, aber in der Regel nicht so wahrgenommen wird, strengere Maßstäbe anlegen als bei den anderen SuS. Anteilig, d.h. auf die Gesamtzeit hochgerechnet, ist das natürlich machbar.


    Wie würde man aber eine Handvoll an Zwischeneinschätzungen mit beispielsweise zehn unentschuldigten Fehlstunden zu einer SoMi-Note zusammenziehen?


    Die Antwort auf die Frage ist m.E. also ein "ja", wenn alle anderen SuS' auch für jede Stunde eine Mitarbeitsnote bekommen.

    Danke für die Antworten.

    Eine gute Idee ist es, im gesamten Kollegium zu erfragen, wie die Meinungen dazu sind.

    Es sind wirklich immer bei uns die Lautesten, die meinen, ein "allgemeines Meinungsbild" zu repräsentieren.

    Dann ist das doch das größte Problem, das es "anzupacken" gilt. Allerdings stößt man da dann oft auf individuelle Befindlichkeiten, die sich dann in "subjektiven Notwehrmaßnahmen" äußern können. Eigentlich müsste das eine Sache sein, die das Kollegium selbst für sich zu klären hätte - gerade damit die Lautesten eben nicht für sich in Anspruch nehmen können, das Meinungsbild zu repräsentieren. Auch dafür braucht es seitens der anderen KollegInnen aber einen Ar*** in der Hose.

    Es ist prinzipiell nicht verwerflich und meistens schneller und zielführender, jemanden zu fragen, der sich auskennt, wenn man sich über etwas nicht klar ist. Wir haben da in der Schule genügend Kompetenz, und nachlesen kann ich dann später immer noch.


    Natürlich stimmt "Ein Blick ins Gesetz erspart viel Geschwätz", aber deshalb ist die BASS trotzdem nicht meine Bettlektüre.


    Hier ging es nur darum, ob jemand weiß, ob es da eine BASS-Bestimmung gibt. Ist so ein Forum nicht auch dazu da, diese Information zu bekommen? Ich finde es nicht nötig, deshalb wieder mal einen Rundumschlag zu machen darüber, wie schlecht informiert wir alle sind.

    Zwischen Bettlektüre und Unwissenheit gibt es eine erhebliche Bandbreite und ich stimme Dir generell zu, dass es in der Schule genügend Leute gibt, die entsprechende Kompetenz besitzen. Aber auch bei diesen Leuten fällt eben diese Kompetenz nicht mal eben so vom Himmel - und die BASS war, ist und wird auch bei mir nie Bettlektüre sein.

    Ich möchte Dinge aus gesicherter Quelle wissen, damit ich rechtssicher (und mittelbar damit auch selbstbewusster) handeln kann, weil ich weiß, worauf mein dienstliches Handeln fußt.

    Ich finde ad hoc kein sinnvolles Argument, das die dienstliche Verpflichtung gemäß ADO NRW § 3 Abs. 6 aushebeln könnte, sich über die "für sie [d.h. die Lehrkräfte] maßgebenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften zu informieren. Hierzu gehört insbesondere die Kenntnisnahme der im Amtsblatt (ABl. NRW.) und in der Bereinigten Amtlichen Sammlung der Schulvorschriften des Landes Nordrhein-Westfalen (BASS) veröffentlichten schulbezogenen Vorschriften."

    Das ist in der heutigen Zeit, wo die BASS und das Amtsblatt eben online für alle einsehbar sind, wesentlich leichter als es das noch zu Zeiten war, wo jede Schule zwei gedruckte Exemplare der jährlichen Ausgabe der BASS oder des ABl. erhielt und jede/r KollegIn aktiv danach suchen musste.


    Das setzt natürlich voraus, dass man die ADO auch einmal liest. (Und auch hier finde ich kein sinnvolles Argument, das dem entgegensteht.)

    Der Rundumschlag bezog sich eher stellvertretend auf die Lehrkraft, die der TE anführte. Dass sich der TE informieren möchte, ist völlig OK. Wirklich vertrauen kann er aber auch nur dann auf die entsprechenden Informationen, wenn die Quellen bzw. die entsprechenden Passagen angegeben werden. Ansonsten wären unsere Aussagen hier nicht besser als die des vom TE erwähnten Kollegen.

    Also um es kurz zu machen:

    Die Verpflichtung, bei parallelen Kursen die gleiche Arbeit zu schreiben, existiert auf Gesetzes- oder Verordnungsebene nicht. Es gibt weder im Schulgesetz noch in der APO-SI oder der APO-GOSt oder im Erlass zu den Klassenarbeiten einen solchen Passus.


    Eine solche Entscheidung kann jedoch durch die Fachkonferenz getroffen werden. Diese Fachkonferenzbeschlüsse sind bindend. Sollte die Fachkonferenz das also wirksam beschlossen haben, müssen sich die KollegInnen daran halten.


    Quelle: ADO NRW § 5 Abs. 1 und 2 sowie Schulgesetz § 70 Abs. 4.


    BASS 2022/2023 - 21-02 Nr. 4 Allgemeine Dienstordnung für Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter an öffentlichen Schulen (ADO) (schul-welt.de)

    BASS 2022/2023 - 1-1 Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW - SchulG) (schul-welt.de)


    Und wieder einmal bestätigt sich, dass die Unwissenheit oder das Hörensagen oder das unreflektierte Tradieren von "Vorgaben" Kern des Problems sind. Es empfiehlt sich, als Lehrkraft selbst die grundlegenden Verordnungen und Erlasse zu kennen. Dann gibt man sich in solchen Bereichen nicht der Peinlichkeit preis. (Wie oft habe ich das hier in diesem Forum bereits angemahnt?)

    Bei uns waren es immerhin 3.000 Euro Nachzahlung (drei Kinder, Mietstufe III, Steuerklasse V ).


    Mit der Erhöhung des Kindergeldes, der Erhöhung des Familienzuschlags und der neuen Dienstaltersstufe 11 statt bisher 10 ab Januar 2023 kommt dann tatsächlich künftig regelmäßig ein spürbares Plus zusammen.

    Weil wir hier von Grundschülern sprechen, die nicht unbeaufsichtigt gelassen werden können (Sozialstandort 7). Ich glaube nicht, dass man das mit großen weiterführenden Schulen oder BKs vergleichen kann.

    Ich glaube, darum geht es gar nicht. So wie ich den TE verstehe, geht es darum, dass die KuK' rotierend mal an dem einen, mal an dem anderen Standort unterrichten - ohne dabei im Laufe des Tages den Standort zu wechseln. Das geht dann gegen die Gewohnheiten der jeweiligen Stammbesetzung.

    Kling gut - funktioniert am Gymnasium in der Regel auch so.
    Bei den anderen Schulformen bin ich mir da nicht so sicher. (Quelle: Lehrerforen.de ... :-) )

    Der Umstand, dass wir durch Masken ggf. lange nicht mehr selbst erkrankt waren, führt möglicherweise zu eben diesen Erkrankungen. Im Falle meiner Familie haben wir es mit vier verschiedenen Schulen und an die 3.000+ potenziellen ÜberträgerInnen zu tun. Da hast Du auf Dauer keine Chance. Es sei denn, alle (!) würden Masken tragen. Das ist aber nicht so gewollt - weder von der Politik noch von den einzelnen Menschen.


    Dann müssen wir da eben durch. Offenbar geht es uns allen noch zu gut, als dass wir hier kollektiv Handlungsbedarf sähen.

    Passend zur politisch-moralisch-wirtschaftlichen Schieflage dieser WM werden wir am Sonntag gegen Spanien verlieren oder maximal unentschieden spielen und dann rausfliegen, weil Spanien am Schluss gegen Japan und die Japaner ihrerseits parallel zu unserem Spanienspiel gegen Costa Rica gewinnen werden.


    Dann brauchen wir uns über die WM ohnehin keine weiteren Gedanken mehr zu machen. So gesehen tun uns die DFB-Millionäre damit einen größeren Gefallen als sie selbst jemals erahnen würden.

    Ich bin - und das wird hoffentlich in meinen Beiträgen klar - kein Fan dessen, was da inzwischen aus dem Beamtenrecht und den Besoldungen geworden ist. Von der Föderalismusreform angefangen, über das Ausscheiden Hessens aus dem TV-ÖD, die Auseinanderentwicklung der einzelnen Besoldungsordnungen der Länder und des Bundes, die Janusköpfigkeit beim Lehramt (mal angestellt, mal beamtet im selben Lehrerzimmer), über die spontane und bislang nicht zurückgenommene Erhöhung der Wochenarbeitszeit, die allgemeine Arbeitsverdichtung bis hin zu den merkwürdigen Möglichkeiten, als Lehrer tätig zu sein ohne grundständiges Lehramtsstudium, gehört meinetwegen ganz ganz viel rückabgewickelt. Oder vollkommen neu gedacht. Wäre für mich auch ok.

    Ja, da schließe ich mich an. Das wäre aber in der Tat mal ein Mammutwerk... Vielleicht erleben das meine EnkelInnen...

    Das ist wahr.

    Aus meiner Erfahrung werden aber nicht unbedingt die Drückeberger A14, sondern es entstand während der Tätigkeit eine Überforderungssituation privater oder beruflicher Art, wenn die Arbeit in diesem Bereich einschläft.

    Eine halbwegs empathische Schulleitung (Empathie gehört für mich auch zur Führungskompetenz) sollte hier sicherlich dazu in der Lage sein, in solchen Fällen durch eine temporär angepasste Unterrichtsverteilung oder einen entsprechenden Stundenplan "gegenwirken" zu können. Natürlich steht vor jeder Maßnahme ein offenes Gespräch mit der betroffenen Lehrkraft.

    Flupp


    Das wäre eine Extremvariante, die ich so nicht im Sinn hatte. Natürlich würde eine "gute" Schulleitung hier ganz anders ansetzen und erst einmal nach den Ursachen forschen und die/den Kollegen/Kollegin dazu motivieren, seine Zusatzaufgabe pflichtgemäß zu übernehmen. Wenn sich die Person aber hartnäckig weigert, würde ich nicht einfach so klein bei geben. Das schafft nämlich auch Unzufriedenheit im Kollegium und zieht NachahmerInnen nach sich.

    Nicht, dass es nicht bereits jede/r wüsste, aber bei drei Kindern sind ja nicht nur die Lebenshaltungskosten höher sondern natürlich auch die Betreuungskosten sowie der Verdienstausfall für das Elternteil (oder wahlweise beide), das sich um die Kinder kümmert und deshalb oft in TZ arbeitet.

    Papier ist geduldig.

    Die Praxis sieht leider anders aus. Du hast keine Rückendeckung aus der Rechtsabteilung der Bezirksregierung oder vom Ministerium.

    Defakto greift das alles nur im Straftatbereich.


    Vielleicht arbeite ich auch nur im Regierungsbezirk der Hinterwäldler. Das wurde mir zumindest dezent von meinen rheinländischen Kollegen gesagt, als ich dort weg und hierhin gewechselt bin. :D

    Hmm, also das kann ich auf der Basis anekdotischer Evidenz nicht bestätigen. Da konnte die BR auch durchaus anders.

    Die Zurückstufung stellt eine solche disziplinarische Maßnahme dar. ABER das liegt ganz sicherlich nicht im Vermögen einer Schulleitung. Da ist mindestens die Mittelbehörde im Boot. Die dafür notwendigen Verfehlungen müssen allerdings gravierend sein. Ein einfaches Nichterfüllen bestimmter Funktionsaufgaben erfüllt das m.E. nicht.

    Natürlich ist die obere Behörde mit im Boot. Und bis eine solche Maßnahme der Zurückstufung greift, kann man auch niedrigschwelliger intervenieren.

    Der Hybrid-LehrerJurist Hoegg widmet in seinem Buch "Schulrecht! für schulische Führungskräfte" ab Seite 100 gut 20 Seiten dem Umgang mit "schwierigen Kollegen". Man hat also auch weit unterhalb der Schwelle des Disziplinarverfahrens durchaus die Möglichkeiten, als SchulleiterIn auf entsprechendes Verhalten zu reagieren. Man muss es eben nur wollen und das Ganze dann konsequent durchziehen.

    KollegInnen, die die Zusatzaufgabe bewusst nicht wahrnehmen, finden für sich in der Regel eine Art "Notwehr"-Begründung wegen des "bösen Systems". Einige gehen dann soweit, sich mehrere Wochen dienstunfähig schreiben zu lassen. Das nimmt dann irgendwann pathologische Züge an - da kann man dann nicht mehr viel machen. Aber zum Glück sind ja nicht alle KollegInnen so...

    Ausgangspunkt für Disziplinarmaßnahmen wäre das Beamtenstatusgesetz - hier § 47.


    § 47 BeamtStG - Einzelnorm (gesetze-im-internet.de)


    Den Grundkatalog der Maßnahmen findest Du hier:

    SGV § 5 (Fn 2) Arten der Disziplinarmaßnahmen | RECHT.NRW.DE


    In Verbindung mit:

    SGV § 17 (Fn 4) Einleitung von Amtswegen | RECHT.NRW.DE


    Das Nichterfüllen einer übertragenen Zusatzaufgabe im Zuge einer Beförderung dürfte meines Erachtens mittelfristig als eine solche Pflichtverletzung zu erachten sein.

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