Beiträge von Bolzbold

    Das ist klar, irgendwer schreibt die Lehrpläne und da trifft man bei jedem Inhalt eine Entscheidung. Das ist ja das Problem, deswegen haben viele Angst vor einer rechtsextremen Landesregierung. Weil sie dann Politik machen kann :hammer:

    Da man es offenbar nicht oft genug sagen kann: diese Partei ist rechtsextrem.

    Ich denke, da dürfte es den meisten Konsens geben.

    Hier geht es aber nicht darum, Parteipolitik zu machen. Es geht darum die Werte unserer Grundgesetzes zu verbreiten / zu stärken.

    Was die AfD erinnert mich an die NSDAP. Die Jugend von den eigenen nationalen Vorstellungen zu überzeugen.

    Ja, das erinnert einen an die Vorgehensweise der NSDAP.
    Das Grundprinzip dahinter ist aber immer gleich. Der Geist des Grundgesetzes, der Landesverfassung und des Schulgesetzes wurde bei deren Entstehung von allen demokratischen Parteien getragen. Rein funktional sind sich bei den dargestellten Zielen und Werten von Erziehung diese Parteien einig, so dass es eben nicht wie das Ziel einer einzelnen Partei wirken kann.

    dito. Aber ich finde es auch schon bildungspolitisch eine Katastrophe. Insbesondere den Versuch über die Politik Einfluss auf die politische Erziehung der Schüler zu nehmen.

    Schau Dir das hier mal an:

    (1) Die Schule unterrichtet und erzieht junge Menschen auf der Grundlage des Grundgesetzes und der Landesverfassung. Sie verwirklicht die in Artikel 7 der Landesverfassung bestimmten allgemeinen Bildungs- und Erziehungsziele.

    (2) Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung. Die Jugend soll erzogen werden im Geist der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit, zur Duldsamkeit und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen, zur Verantwortung für Tiere und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, in Liebe zu Volk und Heimat, zur Völkergemeinschaft und zur Friedensgesinnung. Die Schule fördert die europäische Identität. Sie vermittelt Kenntnisse über den europäischen Integrationsprozess und die Bedeutung Europas im Alltag der Menschen.

    (Zitiert nach § 2 Schulgesetz NRW)

    Politik hat immer schon Einfluss auf die politische Erziehung der SchülerInnen genommen.

    Ich denke dass eine Menge Beamte eine aktive Triebfeder bei der Durchsetzung dieser Regelung waren.

    Dass die Zuschläge von mir als ungerecht empfunden werden, ist nicht unsachlich sondern dafür gibt es inhaltliche Gründe.

    Wenn wir uns noch einmal Dein ursprüngliches Posting ansehen, dann schreibst Du, dass die Beamten es übertrieben hätten mit den gierigen und abgedrehten Kinderzuschlägen [sic!].

    Was Du "denkst" oder nicht denkst, ändert nichts daran, dass der Beitrag völlig faktenbefreit ist. Die Mehrheit der betroffenen BeamtInnen mit drei Kindern hat sich zweifellos über das Mehr an Einkommen gefreut, aber aktiv überhaupt keinen Anteil am Zustandekommen der Gesetzesvorlage und der Verabschiedung dieses Gesetzes gehabt. Wenn Du das in der Sache anders siehst und belegen kannst, dann immer her mit den Argumenten.

    Ich will Dir die inhaltlichen Gründe für Dein berührtes Gerechtigkeitsempfinden überhaupt nicht absprechen, würde Dich dann aber bitten, das doch auch entsprechend so zu formulieren und im Idealfall weiter auszuführen - und Dich nicht selbst durch Beiträge wie oben zu disqualifizieren.

    Dass die Kinderzuschläge von kinderlosen oder Angestellten im öffentlichen Dienst als ungerecht empfunden werden können, kann ich im Kern nachvollziehen. Die Diskussion hatten wir hier im Forum ja schon sehr ausschweifend und brauchen sie nicht zu wiederholen.

    Maylin85 : An der "Basis" hat man natürlich die geringsten Chancen, das Schulsystem nachhaltig zu verändern, auch wenn es nicht komplett unmöglich ist. Könntest du dir denn perspektivisch eine Tätigkeit im Bereich Schulleitung/-entwicklung oder auch -politik vorstellen?

    Mit der Grundhaltung, die aus Maylins Beiträgen durchscheint, halte ich eine Führungsposition für keine gute Idee. Schulentwicklung dürfte ebenfalls frustrierend sein, solange die politischen Rahmenbedingungen entsprechend schlecht sind. Und Schulpolitik ist Bildungsideologie, Haushaltspolitik und Machterhalt, wenn ich es einmal ganz zynisch formulieren darf. Auch dort dürfte Maylin nicht glücklich werden.

    Klar, 2. FS gibt es noch nicht in Klasse 5/6. Ich bezog mich primär darauf, dass laut deiner Beschreibung selbst sehr leistungsschwache Schüler (m/w/d) kaum schlechter als Note 3 bis 4 in den Fächern Deutsch und Englisch bekommen - aber ja, jetzt verstehe ich, dass du dich hierbei auch primär auf Klasse 5/6 beziehst.

    In Englisch kann ich das aus 20jähriger Erfahrung nicht bestätigen. Wenn ich eine Klassenarbeit auf Gymnasialniveau erstelle und nicht gerade nur Leseverstehen, Sprachmittlung und Hörverstehen abfrage - korrekturfreundlich, aber liefert die Ergebnisse, die Du beschreibst - dann gibt es oft auch "mangelhafte" Leistungen im schriftlichen Bereich. Problematisch ist dann das Zusammenziehen beider Bereiche, also schriftlich und sonstige Mitarbeit. Da kommen dann oft noch so genannte "Gnadenvieren" zustande.

    Aus meiner Erfahrung heraus wird die Erprobungsstufe oft wegen Mathematik nicht erfolgreich abgeschlossen. Es reicht ja schon D/E 4 und M 5, denn in Klasse 6 gibt es in NRW keine Möglichkeit der Nachprüfung.

    Später sind es Mathematik und die 2. Fremdsprache, die dann beide jeweils 5 sind und zur Nichtversetzung bzw. Nachprüfung führen, wenn denn wenigstens ein Ausgleich vorhanden ist.

    Ihr könnt euch bestimmt vorstellen wie sich diese Person fühlt.

    Das habe ich oben versucht darzustellen. Dem wurde damit begegnet, dass es der Person durch die Besoldungsangleichung doch nicht schlechter ginge.

    In diesem Thread klingt jedoch Unverständnis für diese Unwucht durch und mittelbar nicht vorhandene Solidarität.

    Man könnte auch formulieren:


    Wenn jemand anders auf A14 befördert wird geht und dafür eine Aufgabe übernimmt, geht es keiner anderen Person schlechter.
    Was soll also das vergleichen der Schulformen?

    ;)

    Man könnte auch so formulieren:

    Wieso kann man nicht an allen Schulformen gleiche Bedingungen schaffen?
    Wieso kann die Messlatte nicht gleichzeitig sein, dass es einerseits niemandem schlechter geht und dass alle KollegInnen dieselben Möglichkeiten und Chancen auf Weiterentwicklung und Beförderung haben?

    Und du blendest aus, dass es in Förderschulen sehr wohl Sek1 gibt und dass es an Förderschulen auch nie ein Beförderungsamt gab und gibt (außer SL oder Seminarleitung).

    Und zum zweiten: Warum sollte es für den Schuldienst im Sek1-Bereich schlimmer sein, wenn es kein berufliches Weiterkommen gibt als für den Primarbereich?

    Ich habe schlichtweg keine Ahnung vom Förderschulsystem.
    Sek-I gegen Primarstufe auszuspielen halte ich hier nicht für zielführend. Das wirkt sehr missgünstig.

    Was sage ich denn anderes? Jetzt gibt es keine A13-Beförderung mehr, weil alle A13 kriegen. Win win für alle, außer denen, die A13 erst nach Jahren als Beförderung bekommen haben und jetzt sauer sind. Prognose: In 3 Jahren redet darüber kein Mensch mehr.

    Du blendest einen Teil der "Wahrheit" aus und fokussierst Dich auf das Einstiegsamt.
    Der andere Teil der Wahrheit ist, dass es für alle Sek-I Schulformen (an den Grundschulen gab es das ja nie) keine Entwicklungsmöglichkeit unterhalb der Schulleitungsebene geben wird, was faktisch einem Beförderungsausschluss gleichkommt.

    Ich halte es für mittel- bis langfristig wenig motivierend, wenn Du mit Eintritt in den Schuldienst im Sek I-Bereich so überhaupt gar kein berufliches Weiterkommen haben kannst, solange Du nicht in Schulleitung gehst. Das ist in vielen Bereichen im öffentlichen Dienst definitiv anders.

    Das ist korrekt.

    Es geht darum, dass A13 für Alle einfach nicht die Wahrheit darstellt. Ab 1.8.26 bekommen Alle an den Grundschulen, Sekundarschulen, Realschulen und die Sek.1 Lehrer an Gesamtschulen A13. Kollegen an Berufsschulen, Gymnasien oder der Gesamtschule mit der Lehrbefähigung Sek.2 erhalten nämlich A13 mit Zulage. Also gibt es nicht A13 für Alle im Einstiegsamt, sondern für einige A13Z.

    Gleichwohl nehme ich wahr, dass das "Z" für die nach A13 überführten KollegInnen vordergründig kein Stein des Anstoßes ist.

    Am Rande:
    Das "Z" ist ja auch auf A15-Ebene im Vergleich mit den anderen A15-Funktionsstellen eigentlich ein Witz, wenn man überlegt, dass ich im Bedarfsfall alle Befugnisse habe, die eine A16-Schulleitung hat. Da ich aber auch eine Menge an "Erfüllung" aus dieser Tätigkeit ziehe, bin ich fern davon, mich zu beschweren.

    Wie ist es denn jetzt für Primarstufe und Sek I?

    Ich dachte es läuft bislang so: A12, nach ein paar Jahren automatisch A13, wer Glück hat, noch eine Zulage für die Zusatzaufgaben.

    Oder gab es bis jetzt mehr Beförderungsämter A14 für die Kolleg*innen an Grund- und Gesamtschulen?

    Bis zur Angleichung wurden die Lehrkräfte im Sek I-Bereich mit A12 besoldet. Eine Regelbeförderung gibt es in NRW nicht. Man konnte sich dann auf eine der recht wenigen A13-Beförderungsstellen bewerben.

    Man könnte jetzt einwenden, dass sich im Primarbereich bis auf die Angleichung tatsächlich nichts ändern wird, da es im Primarbereich nie Beförderungsstellen gab. A13 war bereits die Konrektorenstelle und wird sie weiterhin sein.

    Weder im Primar- noch im Sek I-Bereich hat es jemals Beförderungsämter A14 außerhalb der Schulleitungsebene gegeben. Alles das sind handfeste Gründe für meine These, dass die Beseitigung einer Unwucht eine weitere schafft bzw. die grundsätzliche Unwucht im System nicht beheben wird (und will.)

    Weil? Ich kapiere es wirklich nicht. Alle starten mit A13, dann gibt es ein paar A14-Stellen, auf die man sich bewerben kann, und gut ist's.

    Die Grundschulen sind doch die Benachteiligten, sie bekommen keine A14-Beförderungen, die Gymnasien behalten ja ihre Ämter. Einziger Unterschied: Berufseinsteigende verdienen besser, was gefühlt blöd ist für die, die darauf warten mussten. Die ärgern sich womöglich insgeheim oder auch lautstark, sie haben aber keinen Cent weniger dadurch?

    Alle nicht-gymnasialen Schulformen sind benachteiligt hinsichtlich der Entwicklungsmöglichkeiten unterhalb der Schulleitungsebene. Wenn Du künftig eine Beförderung haben willst, musst Du dort automatisch in die Schulleitungsebene wechseln.

    Die typische Karriere am Gymnasium sieht so aus:
    Eingangsamt A13Z
    Erstes Beförderungsamt A14
    Erstes Funktionsamt A15
    Stv. SL A15Z
    Schulleitung A16

    Die typische Karriere an der Grundschule sieht so aus:
    Eingangsamt A13
    Stv. SL A13Z
    SL A14

    Die typische Karriere an der Realschule sieht so aus:
    Eingangsamt A13
    Zweites Konrektorenamt A14
    Erstes Konrektorenamt A14Z
    Schulleitung A15

    Entsprechend an Sekundarschulen, wobei bei großen Systemen die Schulleitung A15Z erhält. Bei Gesamtschulen richtet sich das ebenfalls nach der Größe.

    Was wir hier sehen, ist, dass es abseits der Schulform Gymnasien keine Beförderungsämter unterhalb der Schulleitungsebene gibt und dass die Wertigkeit der Schulformen oberhalb des Einstiegsamts damit sehr wohl sehr unterschiedlich bleiben wird, sofern hier nicht noch eine Gesetzesänderung kommt.

    Wir reden hier also schon lange nicht mehr über die Gerechtigkeit beim Einstiegsamt oder darüber, ob jemand etwas verliert. Wir reden hier über Entwicklungsmöglichkeiten und fehlende Perspektiven an nicht-gymnasialen Schulformen, da die Anzahl der ersten Beförderungsämter an Gymnasien schon Dutzende Stellen an einer (!) Schule ausmachen kann. An den nicht-gymnasialen Schulformen wird es künftig damit maximal vier (!) Beförderungsstellen geben - und das sind allesamt Schulleitungsposten. So much for Gerechtigkeit.

    In SN bekommen alle A13, das ist eigentlich keine Unwucht. Oder geht es dir darum, dass sich welche benachteiligt fühlen, die am Ende aber gar keine Nachteile haben, weil sie nichts abgeben müssen?

    Wenn es in NRW im Sek I- und im Primarbereich künftig keine funktionslosen Beförderungsstellen geben soll, ist das im Vergleich zum Gymnasium keine gefühlte sondern eine echte Unwucht. Es geht hier ja auch um Entwicklungsperspektiven von KollegInnen unterhalb der Schulleitungsebene.
    Die gibt es am Gymnasium, aber eben künftig nicht mehr an den anderen Schulformen. (Die Gesamtschule ist eine Mischform, an der die Unwucht sogar noch stärker an den Tag tritt.)

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