Beiträge von Bolzbold

    Nun, letztlich sagt das auch etwas über das Wohlbefinden der Lehrkräften an ihren entsprechenden Schulen aus.

    Das Thema Noten finde ich immer insofern spannend, als dass Noten immer zur Untermauerung des eigenen Standpunkts herangezogen werden - und das auf sehr kreative Weise.

    a) Ich habe gute Noten - das belegt ich kann etwas.

    b) Ich habe schlechte Noten - aber die sagen sowieso nichts aus - in Wirklichkeit kann ich trotzdem etwas.

    c) Du hast gute Noten? Die sagen sowieso nichts über die tatsächlichen Fähigkeiten einer Person aus.
    d) Du hast schlechte Noten? Dann denk mal über Deine Befähigung als Lehrkraft nach.

    ...


    So dreht sich also jede/r die Funktion und Aussagekraft von Noten, wie es ihm/ihr gerade passt. Bei dieser Form des "Fernduells" kann es nur keine GewinnerInnen geben - aber leider eine Menge VerliererInnen.



    PS: Ich hatte keine überragenden (aber auch keine schlechten) Noten, ich weiß, dass es auch an meinen temporären, größtenteils selbst zu verantwortenden Unzulänglichkeiten lag - und ich habe seitdem eine Menge dazugelernt.

    Genau das ist das Problem. Und das ist auch der Grund, warum anderen Usern hier heftiger Gegenwind widerfährt, wenn sie in eben diesem Stil "es war ja nicht alles schlecht bei den Nazis" argumentieren. Mal abgesehen davon, dass die Autobahnen bereits früher begonnen worden waren und das Gros der Autobahnen in den 60er und 70er Jahren entstanden ist.

    Wenn wir uns in NRW den einen oder anderen Ausschuss ansehen, dann trifft es zu, dass auch AfD PolitikerInnen mitunter fachlich etwas sinnvolles beitragen, ja sogar Anträge der Regierungsparteien unterstützen. Im unmittelbaren Anschluss zeigen sie aber aufgrund ihrer Einstellung zu anderen Themen, weswegen sie in eben dieser Partei sind.

    Wer sich in dieser Partei so alles tummelt, kann man regelmäßig anhand der haarsträubenden Aussagen, die von kleinen wie größeren "Lichtern" dieser Partei getätigt werden.

    Und eines steht fest: Je öfter man rassistische, xenophobe oder sonstige hasserfüllte Botschaften artikuliert, publiziert und multipliziert, desto größer ist die Gefahr, dass sie sich etablieren. Man mag auf metakommunikativer Ebene dieses Phänomen analytisch betrachten - aber in der Sache kann man eigentlich nur zu dem Ergebnis kommen, diese Entwicklung abzulehnen.

    Vielen Dank für die nette Begrüßung hier im Forum, die vielen Antworten und die hilfreichen Hinweise!


    Ich werde erstmal versuchen, direkt mit unserer Schulleiterin zu sprechen.

    Gerne. Und es freut mich, dass wir hier im Gegensatz zu vielen anderen "One-Hit-Wondern" der Vergangenheit eine Rückmeldung erhalten haben.

    Das direkte Gespräch wird sicherlich Klärung bringen - ggf. erübrigt sich da dann auch eine schriftliche Stellungnahme.

    Wahnsinn. Einfach wahnsinn. Was bei dir schon menschenverachtend ist, Rechtsaußen. Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber deine Etikettierungen und Vokabular sind das Sinnbild des Problems einer gespaltenen Gesellschaft, die andere runtermacht, diskreditiert und mit schlimmsten Vergleichen überzieht, um Diskussionen unmöglich zu machen

    Tommi

    Ich spiele auch gerne mal den advocatus diaboli und habe in meiner neuen Tätigkeit auch mehrere Menschen kennengelernt, die dies meisterhaft verstanden, ohne damit anzuecken.

    Beim Thema Meinungsfreiheit und deren Grenzen und potenziellen Überschreitungen empfiehlt es sich jedoch ganz besonders, geeignete rhetorische und argumentative Mittel zu finden, wenn man die Rolle des advocatus diaboli unbedingt einnehmen möchte, ohne sich den Vorwurf eines Rechtsaußen einzufangen. Das ist umso schwieriger, wenn man zuvor bereits mit einer entsprechenden Haltung aufgefallen und angeeckt ist.

    Unter Akademikern erwarte ich persönlich eine entsprechende Diskurs- und Reflexionsfähigkeit und vor allem -willigkeit. Unter studierten Pädagogen erwarte ich, dass man eine Grundsensibilität beim Thema Meinungsfreiheit, Rassismus etc. besitzt, denn dieser Bereich ist auch Teil unseres Erziehungsauftrags.


    Es hat nun jeder die Gelegenheit, sich diesbezüglich zu hinterfragen und hoffentlich zu eindeutigen Antworten zu gelangen.

    Mit Verlaub, aber dann ist Deine Wahrnehmung hier recht selektiv. Den Schuh, den Du uns hier darbietest, können sich sicherlich mehrere Teilnehmende dieser Diskussion nicht anziehen. Die Meta-Diskussion führt hier auch nicht sonderlich weit. Wie wäre es, wenn Du stattdessen Deine Position kundtust. Wo sind Deine Schmerzgrenzen und was sind Deine Gründe dafür?

    Die VV ist nach wie vor gültig - daran kann auch eine BR nichts ändern. Da dies eine Ermessensentscheidung der Schulleitung ist, kann man natürlich als BR den OberstufenkoordinatorInnen diesbezüglich "Anhaltspunkte" für das Ausüben dieses Ermessens mit auf den Weg geben. Vorgehensweisen, die generell erlaubt sind, müssen ja nicht zwingend so gehandhabt werden.

    Würde die zeitliche Realität nicht eine solch deutliche Sprache sprechen, könnten auch Schulen hingehen und in der EPh auf dem Schreiben von zwei Klausuren in den Kernfächern und der neu einsetzenden Fremdsprache bestehen...

    Weil es immer wieder ein bisschen Spass macht, zu zeigen, wie der Irrsinn in NRW nie kleiner wird:
    in NRW ist es verboten, nachmittags eine Klassenarbeit oder eine Klausur zu schreiben.
    Jaja, auch Klausuren.
    Also auch den 18jährigen Abiturient*innen ist es nicht zuzumuten, um 15 Uhr eine Klausur zu schreiben.

    Das ist richtig. Die Ausnahme sind Nachschreibtermine (vgl. VV 14.6 zu Abs. 6 APO-GOSt)

    In der Behörde habe ich es auch oft mit verärgerten oder frustrierten Anrufern zu tun. Da höre ich zunächst nur zu, lasse die Menschen ausreden (das führt dann dazu, dass sie zwischendurch fragen, ob ich noch dran wäre) und antworte ihnen dann sachlich auf der Basis der Rechtslage und der Schulpraxis. Manchmal streue ich noch ein, dass ich selbst Vater, Lehrer, Stufenberater oder was auch immer bin, um die Seriosität meiner Aussagen zu untermauern. Das funktioniert meistens sehr gut.

    Als Lehrer war ich immer betont freundlich und höflich (begrüßen vor der Tür, Hand geben, Platz anbieten, fragen, was man für die Eltern tun kann). In den allermeisten Fällen hat das die ursprüngliche Konfliktbereitschaft der Eltern sehr schnell deutlich reduziert. Freundlichkeit und Höflichkeit ist eine Keule, mit der sich jeder, der konfliktfreudig ist oder aufgeregt ist, moralisch ins Abseits stellt, wenn er dies übergeht und lospoltert. Es ist mithin die beste "Waffe", die man als Lehrer verwenden kann - und sie trägt auch ungemein zur Außenwahrnehmung der eigenen Professionalität bei.

    Und auch hier gilt stets: Wisse was Du tust, kenne die Rechtslage und handle danach. So wirst Du nur selten Probleme bekommen.

    Ich würde nie Geld dafür ausgeben, dass ich meinen Beruf ausübe. Wenn etwas anwaltlich zu klären ist, dann soll bitte der Dienstherr einen Anwalt stellen.

    Soweit kommt es noch, dass man zu einer schriftlichen Aussage genötigt wird und sich dann auch noch mit einem Anwalt auf eigene Kosten absichern muss.

    Never ever.

    Ich finde Bolzbolds Vorschlag der Formulierung passend. Abtippen, Deinen Namen einfügen, fertig. Es bezahlt dir niemand, wenn du da noch viel Zeit darauf verwendest.

    Bitten den Grammatikfehler in meinem Briefvorschlag noch ausbessern - ich habe es eben erst bemerkt und verbessert. ErhobenEN, nicht erhoben.

    Update:

    Ich habe mir die Urteilsbegründung bei Juris einmal angesehen.

    Der Mann hat die Tattoos mehrmals freiwillig öffentlich gezeigt. Er ist seitens der Schule darauf hingewiesen worden, diese Tattoos bedeckt zu halten und hat sich wiederholt nicht daran gehalten. Er war im berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst, somit also auf Widerruf beschäftigt.

    Meiner Wahrnehmung nach handelt es sich um einen "Überzeugungstäter", der trotz der deutlichen Rückmeldungen offenbar nicht einlenken wollte. Dann kann man ihm auch nicht helfen.

    Also wir reden über eine innerschulische Angelegenheit, in der der Schulleiter in seiner Funktion als Dienstvorgesetzter tätig wurde. Wer hier direkt mit dem Anwalt ankommen möchte - und sei es nur in Form einer Beratung - schießt in meinen Augen deutlich übers Ziel hinaus. Solche Konflikte sind doch nun wirklich alltäglich und genauso sollte man sie behandeln - und lösen.

    Der Kommentar in der FAZ beschreibt eine Entwicklung, die ich auch so wahrnehme, bis jetzt aber noch nicht so konkret in Worte fassen konnte.

    Im Grunde haben wir zwei Grenzüberschreitungen. Das eine sind die "unklugen Äußerungen", das andere die "Hexenjagd" und die "mediale Vernichtung" des/der Übertäters/-täterin. Pranger und "Zorn des Volks" hatten wir auch schon im Mittelalter - die (a)sozialen Netzwerke haben dieses Verhalten wiederbelebt.

    Ich frage mich, wie weit es noch bis zur physischen Vernichtung wie im alten Rom oder wie im Film "Running Man" ist.

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