Beiträge von Bolzbold

    Dann hast Du ein Disziplinarverfahren am Hals - ob das der richtige Weg ist?
    Eine Möglichkeit "nicht mehr hinzugehen" hört sich für mich nach Kindergarten an, nach Vogel-Strauß-Denken. Das kann es als Erwachsener doch nicht sein.

    Bislang lese ich aus den Beiträgen des TE noch nicht heraus, dass es massiv unter der Situation leidet - immerhin hat er es über zehn Jahre in diesem Beruf "ausgehalten". Und "gehen" hätte er auch schon vor der Verbeamtung können.

    samu
    Neles Wissen in diesem Bereich ist uns (leider?) um Längen voraus. Ich lese seine Beiträge seit Jahren - und ich habe selten einen geblideteren und argumentativ nahezu unangreifbaren User hier gesehen. Seine Beiträge mögen mitunter arrogant erscheinen, aber diese als solche empfindbare Arroganz kann er sich neidlos leisten.

    Das ändert nichts daran, es gäbe ggf. aber Alternativen zur Entlassung, um sich dennoch zu sammeln und die objektiv negativen Folgen zu vermeiden.
    Wenn Dein Entschluss feststeht und Du nur die negativen Folgen kennenlernen möchtest bzw. wissen möchtest, was Dich ggf. erwartet, dann würde ich Dir ein Gespräch mit dem Personalrat und mit einem der Lehrerverbände empfehlen.

    Ich kenne mich mit ALG nicht aus, meine mich aber zu erinnern, dass bei einem eigenmächtigen Herbeiführen der Arbeitslosigkeit (Antrag auf Entlassung entspricht ja der Kündigung) erst einmal ein paar Monate gesperrt wird.
    Ob und wie sich im Nachhinein Schulen um Dich reißen werden, wenn Du aus dem System raus bist, dürfte schwer abschätzbar sein - insbesondere, falls Du durchblicken lassen solltest, dass Du nicht (mehr) als Lehrer arbeiten möchtest.

    Ich würde den von Dir angedachten Schritt auch gehen, wenn ich überzeugt wäre, dass dieser Beruf für mich keine Perspektive mehr hätte. Ich würde aber je nach Leidensdruck nicht einfach den Sprung ins Ungewisse wagen sondern vorher ausloten, was es an Alternativen gibt. Von irgendetwas muss man ja auch leben. Mir persönlich wäre ein geordneter Übergang in die Alternative wichtig - und bis ich die habe, würde ich mit "Bordmitteln" (ggf. Stundenreduktion, Beurlaubung ohne Bezüge, Psychotherapie, Coaching etc.) versuchen, diesen Zeitraum bis zum Übergang zu überbrücken.

    Wenn man sich beeilt und es schnell durchziehen will, kann man mit Anfang 40 Schulleiter sein, ggf auch schneller. In NRW ist eine umfangreiche Fortbildung sowie ein Assessment Voraussetzung dafür, sich auf eine Schulleiterstelle zu bewerben.

    Ich finde den Begriff "Multikultikinder" irgendwie doof. Der Begriff "Multikulti" wird gerne von Rechten und Migrationskritikern in abwertender Form verwendet.
    Bin ich eigentlich auch ein Multikulti-Lehrer (obwohl ich nicht in mein "Heimatland" fliege, weil mir die Strecke von Düsseldorf nach Köln mit dem Flieger doch etwas dekadent vorkommt)?

    Ich kann Fossis Aussagen nur dick unterstreichen. In 14 Jahren im aktiven Schuldienst habe ich es noch nie erlebt, dass eine Kollegin oder ein Kollege die Probezeit nicht bestanden hätte. Und gerade außerhalb der Unterrichtsstunden müssten ja in der Tat erhebliche Verfehlungen vorliegen, um ein Gutachten zu erstellen, dass eine Nichtbewährung feststellt. Ich behaupte sogar einmal, dass es weitaus schwieriger ist, ein solches Gutachten bewusst maliziös zu manipulieren, da jeder Schulleiter damit rechen muss, dass das im Anschluss bei der oberen Schulaufsicht liegt und überprüft wird.

    Mit Lieferkettengesetzen bin ich grundsätzlich durchaus einverstanden. Und wenn man einmal sieht, wie viel Wertschöpfung beispielsweise ein Paar Turnschuhe abseits des Ladenpreises von 100 Euro erzielt, dann besteht hier dringend Handlungsbedarf. Dass Material- und Lohnkosten in der reinen Herstellung eines solchen Schuhs im Vergleich zum Ladenpreis so lädcherlich gering sind, erschreckt mich immer wieder.

    Das Konsumverhalten einer Wegwerfgesellschaft mit "größer, höher, weiter" Mentalität ist das nächste große Problem im unmittelbaren Zusammenhang damit. Da müssen wir ran. Im Idealfall aber so, dass der Verzicht nicht einseitig zu Lasten einzelner Bevölkerungsgruppen ausfällt.

    samu
    Ich empfinde Deine Antwort zum Teil herablassend und zu einem gewissen Grad selbstgefällig - das war ja letztlich genau meine Frage, die ich mir gestellt habe. Sind wir in der Position, so etwas zu sagen - vorzugsweise mit dem Argument, dass das bei uns ja auch geklappt habe.

    Ich bin fern davon, das niedrige Einkommen als Legitimation für Billigfleisch und die Zustände in der Fleischindustrie aktiv heranzuziehen. Wir sollten uns als Gutverdiener jedoch dessen bewusst sein, dass uns das von Dir erwähnte Mitgefühl mit Lebewesen weniger abverlangt als Menschen mit niedrigerem Einkommen. Für uns bedeutet das "nur" mehr Geld auszugeben. Für Menschen mit niedrigem Einkommen bedeutet das aktiven Verzicht.
    Haben Letztgenannte jetzt schlicht und ergreifend "Pech" gehabt?

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