Beiträge von Bolzbold

    Damals war das tatsächlich so. An meiner letzten wie an meiner aktuellen Schule ist das nicht so - da kommt man nur mit Schlüssel rein. Gleichwohl wird ja auch ab und an gelüftet oder die Tür festgekeilt, damit man irgendetwas rein- oder rausbringen kann.

    Leider gibt es in der Tat auch KollegInnen, die ihre SuS' mit Schlüssel ins Lehrerzimmer schicken, um etwas zu holen. Das erweist der Sicherheit natürlich einen Bärendienst.

    Ich habe nun eine Diebstahlsanzeige bei der Polizei gemacht. Haltet ihr es für möglich, dass Kolleginnen so etwas tun?

    Ich halte diese Möglichkeit zwar für nicht per se ausgeschlossen, aber in der Tat ist ein Lehrerzimmer ein idealer Ort, um Beute zu machen. Während des Unterrichts ist mitunter niemand im Lehrerzimmer, so dass wer auch immer dort schnell und sicherlich auch reichlich Beute machen kann. An meiner ganz alten Schule hatten wir das auch schon.
    Den KollegInnen das zu unterstellen, finde ich schwierig.

    In den Grundschulen werden doch auch kaum 5 und 6 vergeben, durchfallen ist nahezu unmöglich - erzählen zumindestens befreundete GS-Lehrkräfte. Und auch die GS verlassen Schüler ohne grundlegende Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen. Oder ist das nur an meinen Zulieferschulen so?

    Nicht zuletzt, weil die GS überhaupt der einzige Ort ist, wo das aktiv gemacht wird. Wer von den Kindern schreibt aktiv von Hand noch zu Hause? Wer rechnet aktiv von Hand zu Hause? Und wer liest wirklich noch längere Texte? Das kommt nicht von ungefähr.

    Nebenbei gibt es ja mittlerweile auch "Pool"-Aufgaben vom IQB, die nicht mehr verändert werden dürfen, sowie die durch die KMK beschlossenen weiteren Angleichungen in der GOSt.
    Die Bewertungsvorgabe, dass man ab ca. 45% der Maximalpunktzahl ein "glatt ausreichend" bekommt, ist von der KMK vorgegeben. Das müsste eigentlich in allen Bundesländern zu ähnlichen Ergebnissen führen.

    es handelt sich hierbei lediglich um den Bias und nicht um das deutsche Schulsystem. Ich muss mich nicht mit eurem Kram beschäftigen um über mein Fachbereich zu schreiben. Einfach teilzunehmen ohne viel TamTam wäre auch eine Möglichkeit gewesen. Aber nett sein in Deutschland ist ein Fremdwort <3 gute Besserung euch allen

    Doch, in der Tat solltest Du Dich mit unserem "Kram" beschäftigen, weil Deine Studie sonst nicht das misst, was sie messen soll. Und falls Du wirklich den "Bias", sprich die Vorurteile von Namen und den damit unterstellten schulischen (Fehl)Entscheidungen untersuchen möchtest, musst Du Dich stärker in die Psychologie der Lehrkräfte einarbeiten. Und genau diese Psychologie besteht eben auch darin, wie Lehrkräfte arbeiten.

    Was Du hier tust, ist völlig kontextunabhängig ein Vorurteil zu untersuchen. Du wist vermutlich 0% Bias herausbekommen, weil sich die Lehrkräfte an die Vorgaben halten und Dein Versuch sehr durchschaubar ist. Das ist ein gravierender methodischer Mangel Deinerseits und darüber hinaus völlig unwissenschaftlich. Abgesehen davon würdest Du nur das untersuchen, was zig andere Studien vorher auch getan haben.

    Ich hoffe daher inständig, dass Du ein Fake bist. Gute wissenschaftliche Besserung Dir.

    Es ist doch ganz einfach. Wenn ich nicht so denke wie die AfD, bin ich automatisch ein Gesinnungsgenosse der wie auch immer in jedem Fall feindlichen Seite.

    Besonders schlimm wird, es, wenn der Gehirnwäscher selbst anderen noch nicht von ihm gewaschenen Menschen selbige Gehirnwäsche vorwirft. Wenn das die Definition von Gehirnwäsche ist, sind wir alle gehirngewaschen. Jede/r einzelne von uns.

    Schon, nichtsdestotrotz haben sich die AfD-Wählerinnen eben dafür entschieden. Für Fascho, für Menschenfeindlichkeit, für Hass und Pöbelei, für weniger Freiheit. Und eben nicht für eine Alternative.

    Das wird nur kaum einer freimütig einräumen, da sie sich ja alle als "anständig" erachten und die MigrantInnen als "unanständig." Damit werden Menschenfeindlichkeit, Hass und Pöbelei als legitime Form der Meinungsäußerung, mitunter als Notwehr und als "wir holen uns unser Land zurück" umetikettiert. Deshalb hat man da argumentativ von Anfang an verloren.

    Wenn ich überall Säbelzahntiger sehe, hinterfrage ich nicht meine Wahrnehmung oder dies schöne Natur vor, neben oder hinter den Säbelzahntigern. Dann will ich, dass die Säbelzahntiger verschwinden. Egal wie. Und da stehen die WählerInnen in Sachsen-Anhalt jetzt.

    Als ich später diese skurrile Geschichte im Lehrerzimmer erzählt habe, gab es Mecker von der Abteilungsleitung. Ich hätte mich als Fachlehrer nicht in die Stundenplanung einzumischen. Ich hätte meine Kompetenzen überschritten, der Stundenplan wäre Aufgabe des Klassenlehrers, der Bildungsgang-, Abteilungs- und Schulleitung. Da hätte sich ein Fachlehrer nicht einzumischen.

    Sogar der Kommentar von mir, dass ein vom Klassenlehrer ausgeteilter Stundenplan einzuhalten ist, war schon zuviel. :autsch:

    Echt jetzt? Au weia.

    Die AfD bedient sich einer Taktik, die sich einem argumentativen Stellen oder einer entsprechend faktenbasierten Diskussion entzieht. Das will deren WählerInnenschaft auch gar nicht. Und so gewinnt man auch seitens der CDU, der SPD und der anderen Parteien keine Stimmen zurück.

    Es geht hier um subjektive Empfindungen, um Angst und um das Gefühl, der Ausländer von nebenan bekommt mehr als man selbst. Auf dieser Klaviatur spielt die AfD hervorragend - früher übrigens auch die CDU mit ihrer "roten Socken"-Kampagne.

    Der 40-Jahre-malocht-nur-700-Euro-Rente Mythos zieht ungemein gut. Ebenso das Gefühl, dass man sich im Zweifelsfall auf sein Deutsch- bzw. Weiß-Sein zurückziehen kann, weil einem das die MigrantInnen wenigstens nicht nehmen können und man ihnen das vermeintlich voraus hat.
    Die letzte und die aktuelle Bundesregierung haben sich in Koalitionskleinkriege verzettelt, dass man als halbwegs politisch Interessierte(r) dieses Theater nicht mehr ernst nehmen kann.

    Die AfD wird für viele WählerInnen zu dem, wofür ihr Name steht. Und das haben in der Tat die von ihr selbst als "Altparteien" oder "Kartellparteien" diffamierten Parteien selbst verbockt.

    Das greift sehr kurz. Dann muss ich auch keine Steuern bezahlen, die mir nicht gefallen.

    Nein, denn ich habe mich ganz bewusst auf unseren Bereich bezogen. Der Whataboutism ist hier völlig unangebracht.

    Zur Frage der Vorschriften: Natürlich kannst Du als Staat versuchen, alle Vorschriften durchzusetzen bzw. die Nichteinhaltung zu sanktionieren. Das bindet aber so viele Ressourcen, dass an anderer Stelle eingespart werden muss. Dann wird auch schnell wieder über den "autoritärem Staat" gemeckert.

    Ich muss im Vorfeld wissen, welche Vorschrift so wichtig ist, dass ich sie mit vertretbaren Mittel durchsetze. Alles andere basiert gleichwohl auch auf dem Vertrauen des Staates, der ja auch Ausdruck des Volkswillens ist, dass die Bürger sich im Großen und Ganzen an Vorschriften halten.

    Der Rechtsstaat basiert auch auf dem gesellschaftlichen Konsens, dass man seine Pflichten erfüllt. Bei Nichterfüllung ist das bürokratische Prozedere in unserem Bereich so aufwändig und fruchtlos, dass die Frage nach der Durchsetzung der Pflichten eher eine Frage des Prinzips ist, völlig abgekoppelt von der Realität.

    Ich habe keine Lust, mich mit so etwas aufzureiben.

    Und da fragt man sich wieder, wieso Schule ständig Verantwotung für Missorganisation in Familien zu übernehmen hat. Jedes Schulkind ist alt genug für Schlüssel. Hat es keinen, liegt ein Versagen in der Familie vor.


    Wir hatten am Gymnasium Bereitschaften in allen Stunden, auch der 1. Reichten die nicht aus, griff eben Mibetreuung. Rufbereitschaft wäre mal so gar nicht meins.

    Das ist kein Organisationsfehler in der Familie. Das Beispiel sollte man auch nicht zu wörtlich nehmen. Es geht darum, dass die Kinder selbst mit Schlüssel dann im späten Vormittagsbereich allein zu Hause sind und unbeaufsichtigt sind, weil die Eltern sich wegen der "verlässlichen Schule" genau darauf verlassen, dass diese ihr Versprechen hält.

    Das wäre etwas anderes, wenn von Anfang an gesagt würde, passt auf, es kann sein, dass Ihr Kind jederzeit im Laufe des Vormittags nach Hause kommt. Hier hat das Land aber eine Zusage gegeben und darauf dürfen die Eltern zu Recht bauen.

    Grundproblem ist doch, dass zu wenig Personal vorhanden ist. Vertretungsplanung ist Mangelverwaltung. Und während das Land sich hinter unspezifischen Regeln wie der zitierten versteckt, sollen die Schulen Vertretungskonzepte vorhalten, um die eigene Ausbeutung besser organisieren zu können.

    Als KollegIn kann man das sicherlich so sehen. Letztlich geht es um die Beaufsichtigung von SchülerInnen in Verbindung mit dem Konzept der verlässlichen Schule, d.h. dass kein Kind womöglich überraschend (und überrascht) ohne Schlüssel daheim vor der Tür steht, während die Eltern arbeiten.

    Damit schließt sich wieder der Kreis, was die Finanzierung dieses Systems betrifft. Zehn Prozent mehr Lehrkräfte, davon ein Teil als Feuerwehrkräfte - wie man das vor Ort organisiert, ist noch einmal eine ganz andere Frage - kosten Geld und wachsen darüber hinaus nicht auf Bäumen.

    Zur Frage der Ausbeutung:
    Eine Vertretungsstunde, die ich bezahlt bekomme, ist aus meiner Wahrnehmung heraus keine Form der eigenen Ausbeutung. Die Freistunde, in der ich als (seinerzeit gemeine) Lehrkraft keinen Arbeitsplatz hatte und nur bedingt sinnvoll andere Tätigkeiten verrichte konnte, wäre da im direkten Vergleich dichter an der eigenen Ausbeutung gewesen.

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