Beiträge von Bolzbold

    Was konkret möglich ist und was nicht, kann Dir nur Deine für Dich zuständige Bezirksregierung (o.ä. je nach Bundesland) erläutern.

    Erkundige Dich mal nach einer Beurlaubung aus familienpolitischen Gründen - die kann man bekommen, bis das jüngste Kind 12 Jahre alt ist. Während dieser Beurlaubung ist auch eine Teilzeitbeschäftigung möglich - und man ist dabei relativ flexibel.

    Aus meiner Wahrnehmung ergibt sich folgendes Bild:

    Linke und AfD sind für mich aufgrund ihrer Ideologien unwählbar.

    Die SPD ist für mich nicht wählbar, weil sie einerseits an der Macht beteiligt sein möchte, andererseits aber ein innerparteiliches Problem mit selbiger hat - keine Partei hat so viele Vorsitzende in den letzten Jahren verschlissen wie die SPD. Sie wirkt irgendwie immer mehr wie aus der Zeit gefallen.


    Die FDP ist für mich DIE Lobbyisten und Klientelpartei - mithin unwählbar.


    Die Grünen haben einerseits ein paar gute Ideen für die Zukunft, scheitern aber daran, sie überzeugend (!) und konsensfähig zu verkaufen. Ich nehme sie trotz ihrer guten Ansätze auch als "Verbotspartei" wahr. Schwer wählbar.


    Die CDU wird zunehmend unwählbarer, weil sie zu lange im eigenen Saft gekocht hat und das Innehaben der Regierungsmacht als selbstverständlich ansieht. Sieben Jahre Opposition nach 16 Jahren Kohl waren womöglich zu wenig. Und Merkel hat es verstanden, seit 2005 jede innerparteiliche Konkurrenz rechtzeitig zu erkennen und zu neutralisieren. Laschet ist der MP meines Bundeslandes - sein Auftreten während der Corona-Pandemie war geprägt zwischen landespolitischen Notwendigkeiten und der Profilierung als Kanzlerkandidat. Das Ergebnis war - gelinde gesagt - in beiden Fällen wenig überzeugend.

    Wenn ich also im September zur Wahl gehe, habe ich das Gefühl, mich nur noch für das geringste Übel, aber nicht aktiv FÜR eine Partei entscheiden zu können. Das passt eigentlich nicht zu mir als im Kern optimistischen Menschen.

    Kommen wir nun zu einem anderen Aspekt:

    Als 1998 rot-grün an die Macht kam, war da eine Wechsel- und Aufbruchstimmung. Ich habe mich damals gefreut. Wenig später kam das Chaos von politischen Vorstößen, Dementi, neuen Vorstößen, neuen Dementi. Es fühlte sich so an, als wäre rot-grün damals letztlich an sich selbst gescheitert.

    2021 könnte nun erstmals schwarz-grün eine Option auf Bundesebene sein.
    Das kann nun schwarzer Filz mit grünem Aufbruchschaos werden - oder beide Parteien profitieren voneinander - wenn sie fähig und willens sind. Allein dazu fehlt mir der Glaube.

    Besonders reglementiert ist die Verarbeitung personenbezogener Daten auf privaten Endgeräten - die Gefahr einer unkontrollierbaren Vervielfältigung der Daten bei "Diebstahl" ist um ein Vielfaches höher als bei einem Lehrerkalender. (Alles Digitale lässt sich schnell mal eben um den ganzen Globus schicken - das ist bei Papier doch noch etwas anderes - und sei es nur der Schritt, dass es zuvor digitalisiert werden muss.)

    Ungeachtet dessen ist die künftige Regelung zur Datenverarbeitung schon grob dilettantisch praxisfremd.

    Zumindest bei den Warnungen und "Katastrophen", die uns in unserer Region betroffen hätten, war die NINA-App zuverlässig teils mehrere Stunden zu spät dran mit Warnen...

    Problem ist halt auch, dass man die Schäden seiner Handlung nicht direkt sieht. Genauso wie bei Corona - wenn ich heute ohne Maske in den Club gehe, merke ich doch erst viel später, wenn überhaupt, dass ich andere Menschen angesteckt habe. Wenn ich heute nach Australien fliege und dort eine Kreuzfahrt mache, merke ich von den Schäden davon überhaupt nichts. Die Probleme sind zu abstrakt, als das alle Menschen sie verstehen.


    Mir geht dieses "Die Ostdeutschen sind viel sensibler für Unrecht als die Wessis" gewaltig auf den Keks. Das sind sie nämlich nicht. Dort ist die Nazipartei, die vielen Menschen ihre Existenz nicht zugesteht oder einschränken will, eine der stärksten Kräfte. Bitte hört auf, so einen Mist zu verbreiten. Die Menschen im Gebiet der ehemaligen DDR sind genauso egoistisch veranlagt wie im Westen.


    Zum ersten Absatz:

    Ja, leider. Wie ich oben schon schrieb, ist es nur extrem ungerecht, dass in der Regel andere Menschen dieses Verhalten teils im wahrsten Sinn des Wortes ausbaden müssen. Und da ist dann m.E. schon der Staat gefragt.


    Zum zweiten Absatz:

    Doch, das passt sogar zusammen - man schaue sich nur an, womit diese Partei dort wirbt. Da geht es um nichts anderes als Unrecht und Ungerechtigkeit. Die Psychologie dahinter funktioniert seit 100 Jahren - man schaue sich einmal die Wahlplakate aller Parteien der Weimarer Zeit an...

    Mit ständigen Ermahnungen, Geboten und Verboten erreicht man ein Großteil der Bevölkerung nicht. Das ist übrigens ein wichtiger Grund, weshalb die "Umweltpartei" im Osten keinen Fuß in die Tür bekommt.


    Frei nach Brecht muss man feststellen: "Erst kommt der eigene Urlaub, dann die Moral."

    Das könnte aber auch mit einer "das steht mir/uns zu"-Mentalität begründen.

    Drehen wir das Ganze einmal um. Keine Ermahnungen, Gebote, Verbote. Wann kämen Menschen im Westen wie im Osten von sich aus auf die Idee, etwas für bzw. gegen den Klimawandel zu tun?

    Und wenn wir ganz konsequent wären, dann dürften wir auch nicht selektiv nach dem Staat rufen, nur weil es uns gerade opportun erscheint. Kennedy hat es vor vielen Jahren ja bereits gesagt. Sinngemäß: "Fragt nicht, was Euer Land für Euch tun kann, sondern was Ihr für Euer Land tun könnt."

    Was wir tun müssten/könnten, ist relativ klar. Und ja, es ist gut, wenn wir damit anfangen und nicht erwarten, dass erst alle anderen mitziehen.

    Und dennoch wird es - wenn überhaupt - erst zu spürbaren "Verbesserungen" beim Klimawandel kommen, wenn vor allem die Länder, die maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich sind, voranschreiten. (Moralisches) Vorbild zu sein oder zu wissen, dass man selbst wenig bis gar nicht zum Klimawandel beiträgt, ist ja schön und gut. Aber vielleicht waren ja einige Vorbilder unter den Opfern (den Toten wie den anderweitig Geschädigten) - dann bekommt das Ganze etwas besonders Ungerechtes.

    Die einen nennen es "ernüchtert", die anderen "in der Realität angekommen. Der Begriff "ernüchtert" bedeutet für mich einerseits, dass ich in der Realität angekommen bin - auf dem Weg dorthin aber ein gehöriges Maß meiner Anfangseuphorie als Junglehrer und meines Grundoptimismus' eingebüßt habe. Gleichwohl hat mich dies vor weiteren Enttäuschungen, innerer Resignation und Frustrationserlebnissen bewahrt.

    Die einen werden irgendwann fatalistisch oder demotiviert. Ich versuche dennoch immer, an das Gute im Menschen zu glauben und im Rahmen der immer noch vorhandenen Möglichkeiten mir die Euphorie und den Optimismus in der nun "realitätskompatiblen" Menge zu bewahren. Das hat bisher auch in der Behörde funktioniert.

    Das Ergebnis der Vielzahl an einzelnen (Selbst)Erkenntnismomenten hat aber auch dazu beigetragen, dass Schulleitung für mich aktuell und wahrscheinlich auch in Zukunft keine Option darstellt.

    Was die Entlastungsstunden für Schulleitungen angeht, so gibt es einen Sockelwert, auf den dann noch eine Pauschale abhängig von der Anzahl der Lehrkräfte aufgeschlagen wird. Ein durchschnittliches Gymnasium kommt so rechnerisch so aus, dass SL und stv. SL eigentlich gar nicht mehr unterrichten müssten - aber sie geben einen Teil der Leitungsstunden zugunsten der Koordinatoren ab - diese verrichten ja auch anteilig Leitungsaufgaben. Es wäre auch nur schwer zu vermitteln, wieso ein stv. SL wegen seiner Tätigkeit und geringfügig mehr Gehalt entlastet wird und ein Oberstufenkoordinator, der sicherlich nicht weniger zu tun hat, nicht entlastet würde. Die Arbeit muss ja machbar bleiben - und die 41 Stunden gelten auch für Koordinatoren.

    Tja, ich habe mich ja bewusst gegen Schulleitung entschieden - auch aus den hier genannten Gründen. Als A15er werde ich aber bald selbst sehen und erleben dürfen bzw. müssen, wie das mit der Arbeitszeit und den Ferien so sein wird. Wenn man einmal grundsätzlich davon ausgeht, dass einem nur 30 Tage Urlaub zustehen und der Rest entweder zum "Nacharbeiten" oder zum Abfeiern von Überstunden dient, dann sieht das Ganze nicht mehr SO dramatisch aus. Bei vier bis fünf A15ern kann man sich die Sommerferien auch entsprechend aufteilen. Aktuell kann ich ja auch nur die 30 Tage Urlaub nehmen, die mir in der Behörde zustehen - tut mir nicht weh - ich komme damit aus.

    Ob SED-Erfahrung zu genetischen Mutationen geführt hat, dass die Generationen ab 1990 ebenso misstrauisch sind...?

    Mal im Ernst, wer ab 1990 geboren ist, der kennt SED-Erfahrung nur noch aus Erzählungen und Geschichtsbüchern - da müsste der gesellschaftliche Einfluss in Ostdeutschland schon sehr erheblich gewesen sein. Ich kann mich an aktive Demokratieerziehung zu Hause "tief im Westen" im "Bundeshauptdorf" nicht erinnern - aber vielleicht sind es gerade die unbewussten Haltungen, Gesten, Worte, die die eigene Einstellung prägen...

    Hallo und herzlich willkommen in diesem Forum.

    Schau Dir mal die Ausschreibungstexte bei gleichgelagerten Funktionsstellen an. Wenn diese Ausschreibungen Bewerbungen von anderen Funktionsstelleninhabern zulassen, kannst Du über diese Bewerbung eine Versetzung erwirken. Falls das ausgeschlossen ist, musst Du einen Versetzungsantrag stellen.

    Wenn man eine/n Partner/in hat und Kinder, dann teilt man die drei Aufgaben Geldverdienen, Kinderbetreuung und Haushalt doch so auf, dass einerseits ein Optimum in allen drei Bereichen erreicht wird im Sinne von "ist gesichert / wird erledigt" und gleichzeitig beide Partner dies mittragen. Wenn nun noch der Faktor "berufliche Selbstverwirklichung" hinzukommt, dann ist das für mich noch die mit den meisten Unwägbarkeiten versehene Komponente. Und daher stellt sich für mich die Frage, ob neben den drei genannten Aufgaben die Selbstverwirklichung beider Partner tatsächlich realisierbar ist.

    Die Betonung der Wichtigkeit finanzieller Unabhängigkeit im Falle einer Trennung kann ich nicht nachvollziehen - vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich drei Besoldungsstufen über meiner Frau stehe - also wie oben im Thread angesprochen "weitergekommen" bin.

    Für mich stellt sich da so dar, dass weder meine Frau und ich unabhängig sind, ganz gleich was wir verdienen, da wir gemeinsam diese drei Kinder haben wollten und gemeinsam für sie verantwortlich sind - in welcher Konstellation auch immer. Und im Falle einer Trennung müssen die Kinder auch irgendwo leben - sei es in einem festen Modell oder in einem Wechselmodell, wobei Letzteres sicherlich das finanziell herausforderndere Modell ist, weil beide Partner ausreichend großen Wohnraum benötigen. Auch dann bleiben die drei Aufgaben zu erfüllen.

    Das ipad nutze ich für netflix. Unsere Schule ist nicht dafür ausgestattet, dass ich im im Präsenzunterricht irgendetwas damit anfangen könnte, ein Programm für die Notenverwaltung durften wir uns nicht drauf spielen lassen.

    Das müsste man eigentlich mal an die Öffentlichkeit bringen. Ein Schildbürgerstreich...

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