Beiträge von Bolzbold

    Naja, Schmidt brachte den Beschluss auf den Weg und Kohl hat ihn geerbt - und er hatte später das Glück, davon zu profitieren. Die Ostverträge unter Brandt und dann der Nato-Doppelbeschluss, waren letztlich zwei grundsätzliche politische Weichenstellungen, die Kohl später erst ermöglicht haben, die Ernte einzufahren. Für die Aussaat hat er nichts getan. Aber man muss ihm zugute halten, dass er ein Gespür dafür hatte, wann etwas zu holen war.

    Grobe Fehler sieht man mit der A-Verplanung, die dauert 2 Minuten und mit der sollte man erstmal arbeiten bis diese Fehler (in der Regel nicht verplante Stunden, Hohlstunden bei Klassen etc.) behoben sind. Die gehen nämlich bei der „Übernacht-Rechnung“ im Regelfall auch nicht weg sondern sind Einstellungssache. Wenn ich natürlich direkt mit der Übernacht-Rechnung anfange, den dann rödeln lasse und nach 70 Minuten sehe, dass ich bei einem Kollegen den freien Tag vergessen habe, diesen Fehler dann behebe und wieder mit der Übernacht-Rechnung starte, dann ist das kein Wunder und kann sich dann auch mehrere Tage hinziehen wenn ich das bei jedem Fehler so mache.

    Ich weiß. Mit dem Diagnosetool sieht man auch die gröbsten Schnitzer. Deshalb ist man gut beraten, solche wirklich groben Mängel wie vergessene freie Tage im Vorfeld sauber zu überprüfen. Die Doppelstundenfehler und Fächer, die zweimal am Tag unterrichtet werden, sind bei uns die Probleme, wir manchmal nicht wegbekommen. Wenn man dann nach den Ursachen forscht, ist es die Mischung aus UV, Zeitwünschen und Kopplungen. Manche Zeitwünsche sind ja auch noch "fix" wie z.B. Seminartage von Fachleitungen oder LehramtsanwärterInnen.

    Wenn man das so auslegt, wie die Pflicht aller (!) Lehrkräfte in NRW, an der Qualitätsentwicklung und -sicherung mitzuwirken, könnte man den Satz als SL sehr entspannt sehen...

    Es gibt kein gegeneinander Aufwiegen beim möglichen Nichtwahrnehmen oder -erfüllen von Pflichten. Als dienstlicher Vorgesetzter kann ich mich erst recht nicht auf so etwas berufen. Wir sind nicht mehr im Kindergarten.

    Lehrkräfte wirken formal bereits bei der Qualitätssicherung mit, wenn in den Fachschaften die Ergebnisse der Abiturprüfungen und der ZP10, oder von VERA 8 besprochen werden und daraus Schlüsse für das künftige Arbeiten gezogen werden. Auch das Erstellen der schulinternen Curricula gehört dazu. Absprachen zu Klassenarbeiten und Klausuren, wenn man parallel unterrichtet, gehören ebenfalls dazu.

    Untis bietet bei der großen Rechnung standardmäßig mehrere Pläne an, die man übernehmen kann. Dabei muss man sich für einen Plan entscheiden. Wenn alle Pläne irgendwo grundsätzliche Fehler haben (z.B. nicht verplante Stunden, Doppelstunden, Fach zweimal am Tag), dann muss man herausbekommen, an welchen Parametern es liegt, dass so etwas dabei herauskommt. Oft sind es Zeitwünsche von KollegInnen, deren Kurse in einer Schiene gekoppelt sind, die insgesamt nur vier bis sechs Zeitslots für ein zwei- oder dreistündiges Fach ermöglichen. Dann muss man ggf. noch einmal an die UV ran.

    Es kann Sinn ergeben, Untis an mehreren Rechnern gleichzeitig rechnen zu lassen, weil die Chancen dann höher sind, dass etwas Brauchbares bei herauskommt. Jede Rechnung dauert bei uns ungefähr 70 Minuten - ohne individuelles Durchsehen und händische Optimierung. Im schlimmsten Fall kann da also ein Arbeitstag schnell bei draufgehen.

    Falls das mit "ein paar Tage Untis laufen" gemeint sein sollte, halte ich das für durchaus realistisch. Für eine Runde Rechnen natürlich nicht.

    Und Du meinst, dass uns die NATO schützt, wenn Trump gegen Grönland losschlägt?

    LEIDER muss ich zugeben, dass der kleine Irre in Pyongyang (Nordkorea) doch Recht hat. Dank Atombombe und Interkontinentalrakete, um die Bombe auch abliefern zu können, lassen die anderen Länder ihn in Ruhe.

    Oder er und sein Land sind zu unbedeutend, dass sie den Tod auch nur eines westlichen Soldaten wert wären.

    Vielleicht ist auch ein Problem, dass es super schwer ist, wenn man mal im System "Schule" war, einen anderen Beruf zu ergreifen. Wer irgendwann mal nicht mehr als Lehrkraft arbeiten kann, wäre vielleicht ganz glücklich als Verkäufer (m/w/d) in einer Parfümerie oder als Fachkraft in der Wald- und Forstwirtschaft. Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht ist es die denkbar schlechteste Variante, die Leute irgendwo womöglich jahrzehntelang formal zu binden, wo sie schlichtweg nicht mehr arbeiten können - und mit 50 will natürlich keiner ernsthaft schon in (Zwangs-)Penion geschickt werden. Dann ist es besser, die Leute gehen zu lassen, zur Not mit einer Art Abfindung oder so.

    Böse gesprochen will man auf seine Privilegien und die Fleischtöpfe nicht verzichten. Da wäre eine interne Umschulungsmöglichkeit sicherlich hilfreich, z.B. von der Lehrkraft zur Verwaltungskraft oder Sachbearbeitung. Da kann man je nach Tätigkeit auch A13 für bekommen...

    Tja, verschmutzte und dadurch kaum nutzbare Toiletten im In- und Ausland gibt es ja schon seit Jahrzehnten. Erwachsene benehmen sich dahingehend genauso schlimm - wenn nicht schlimmer - wie Kinder. Warum man sich gerade im öffentlichen Raum so verhält, werde ich nie verstehen...

    Macht. Es geht um Macht und um den Reiz des Unerlaubten oder Unerwünschten.

    Kann mir irgendwer erklären, was der Vorteil davon ist, seinen Stundenplan 8 Wochen bevor ich die erste Stunde unterrichte zu kennen?

    Als Stundenplaner mag man ja noch einen Vorteil darin sehen, die Arbeit vor den Ferien weg zu haben, der hat dann aber immer auch zusätzliche Arbeit, weil es in großen System immer noch etwas gibt, was sich über die Ferien ändert. Aber für die normale Lehrkraft?

    Klar, eine Woche vor Ferienende wäre schon gut, damit man planen und dabei zB die Fachräume berücksichtigen kann, aber ansonsten würde ich es eher für sinnvoll halten, den KuK zu sagen, dass sie mal abschalten und nicht schon mit den neuen Plan vor Augen an das nächste Schuljahr denken sollen.

    (Bei uns: Unterrichtverteilung vorläufig kurz nach Ostern, endgütig 1 Woche vor den Ferien, Stundenplan in der letzten Ferienwoche, halte ich so auch für sinnvoll.)

    Man kann sich doch sonst nicht lange im Voraus vorbereiten...

    Außerdem kann man dann damit angeben, dass es an der eigenen Schule besser läuft als an den anderen Schulen...

    Bei Hundekotbeuteln ist es aber hygienischer. Fremden Kot mit Klopapier aufzusammeln ist schon eklig. Dann müssen wir auch mal praktisch denken. Wenn das ein kompakter Haufen ist, dann ist das sicherlich mit einem Handgriff getan. Wenn nicht, weicht das Klopapier durch. Und dann wird es wirklich eklig.

    Ich bin echt voller Bewunderung für all eure Schulen, die das so früh schaffen.
    Bis zum letzten Schultag gab es UV-Änderungen. Keine Aktualisierung wurde zugesandt, eine Vertretungsstelle ist ausgeschrieben (keiner weiß, welche Fächer die Person haben wird, FALLS sich was ändert), ein paar Langzeitkrankschreibungen haben wir auch (die aber zum Teil eingeplant wurden), also wird es in den Ferien und zu Jahresbeginn massiv Veränderungen geben.
    Mir tun die Stundenplaner so leid.
    Und trotzdem hätte ich sehr sehr gerne mehr Planungssicherheit. (Weiß aber, dass das Problem eher beim Land / der BR als bei der Schule liegt. Frage mich nur, was andere Schulen anders machen)

    Wir haben nach einer bereits erfolgten Änderung der UV in der letzten Schulwoche jetzt in der ersten Ferienwoche noch etwas reinbekommen, was wir dann aber erst in der letzten Ferienwoche bearbeiten werden. Ärgerlich, aber nicht zu ändern. Und mein Team fühlt sich jedes Jahr darin bestätigt, dass es eine gute Idee war, den Stundenplan erst in der letzten Ferienwoche zu rechnen.

    Alles andere mag zwar auf den ersten Blick kompetenter wirken, das aber eben nur dann, wenn wirklich nichts mehr dazwischenkommt. Und das wiederum hat nichts mit Kompetenz zu tun.

    Wie willst du Ideologie außen vorlassen, wenn du deine Kinder in einer Kirche anmeldest, um einen Platz dort zu bekommen? Dass dich dass alles nicht interessiert und du kritisch bist, hat ja nichts damit zu tun, dass eine bischöfliche Schule einer Ideologie folgt.

    Das kann ich Dir nicht beantworten, weil es auf mich nicht zutrifft. Das musst Du dann schon die Leute fragen, die das genau so tun. Ja, die Schule folgt einer Ideologie - so wie jede andere Schule auch. Aber eben nicht so, wie Du insinuierst.

    Soso. Und die Kirche finanziert diese Schulen und bevorzugt getaufte Katholiken ganz ohne eigene Erziehungsvorstellung, is klar.

    Jetzt lassen wir mal Ideologie und Emotionen außen vor. So wie ich bischöfliche Schulen erlebt habe, findet dort keine Indoktrinierung statt - und ich habe bzw. hatte drei Kinder dort. Da ich konfessionslos bin und der katholischen Kirche als Institution durchaus kritisch gegenüberstehe, hätte ich meine Kinder niemals dorthin gehen lassen, wenn ich den Eindruck gehabt hätte, dass dort indoktriniert würde.

    Die Voraussetzung für den Zugang zu bischöflichen Gymnasien sind die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche, sowie gute Noten. Das sind zwei Selektionsparameter, die natürlich von Anfang an soziale und ethnische Homogenität bewirken. Was hier an Indoktrinierung stattfindet, wenn man sie denn unbedingt sucht, findet man eher in der Motivlage der Elternhäuser und was dort den Kindern vermittelt wird. (Den Schuh können meine Frau und ich uns aber aus bekannten Gründen nicht anziehen.)

    Die Motivlage der Eltern als entscheidendes Kriterium muss man auch direkt relativieren weil die Entscheidung über die weiterführende Schule auch davon abhängt, wohin die Freunde des eigenen Kindes gehen. Wenn ich dann mehrere Schulen, die durchaus gleichwertig sind, in der näheren Umgebung habe, dann kann das ein entscheidendes Kriterium sein - so auch bei meinem ältesten Kind. Es gab zwei Schulen zur Wahl und ich hatte nach dem Besuch der jeweiligen Tage der offenen Türen den Eindruck, dass man sein Kind guten Gewissens an beide Schulen geben kann. Es wurde dann die bischöfliche Ersatzschule. Die beiden jüngeren Geschwister sind dann entsprechend auch dorthin gegangen (bzw. gehen immer noch). Das Phänomen findet sich an allen Schulen. Auch hier sind natürlich eine Menge Freunde mit an diese Schule gewechselt. Dass ich mein Kind nun den Fängen der Kirche überlasse, habe ich zu keinem Zeitpunkt so empfunden.

    Fun Fact am Rande: Im Nachhinein hat sich das auch als "gute" Entscheidung dargestellt, weil ich an der nicht gewählten Schule jetzt stv. SL bin... Wären meine Kinder dort gewesen, hätte ich mich nicht beworben.)

    Beim eigenen Kind haben wohl die meisten keine Lust, es darauf ankommen zu lassen, das muss ich zugeben.

    Konfessionelle Schulen gibt es hier allerdings kaum, diesem Einfluss wollte ich meine Kinder ebenso wenig aussetzen :flieh:

    Wir reden hier nicht von einem Kloster sondern von einer bischöflichen Ersatzschule. Da ist die Teilnahme am Religionsunterricht Teil des Schulvertrags. Ansonsten werden die Kinder mitnichten indoktriniert.

    Der zentrale Unterschied zu einer staatlichen Schule ist die höhere ethnische Homogenität (klingt pervers, aber trifft eben den Kern), sowie in Teilen eben auch die soziale Homogenität in Bezug auf Bildungsaffinität der Elternhäuser. Um es hart auszudrücken: Wer nicht möchte, dass sein Kind mit den Schmuddelkindern spielt (oder gar ihre Lieder singt), der gibt sein Kind eben an die konfessionelle Schule. My child first.

    Jetzt habe ich den Überblick etwas verloren. Also in der Siedlung gibt es einen erhöhten Migrationsanteil, dein Neffe geht auf die konfessionsgebundene Schule weiter weg und ebenso auch die Kinder einiger deutscher Familien in der Siedlung, mit denn der Neffe wiederum befreundet ist, dadurch ist der Migrationsanteil an der Schule direkt in der Siedlung noch höher und dieser Umstand wird dann wiederum den migrantischen Familien negativ ausgelegt - habe ich das soweit richtig verstanden?

    So ungefähr. Nicht den einzelnen Familien, aber deren Anwesenheit an sich wird als Bildungshemmnis verstanden

    Das heißt vermutlich auch, dass besagter Sohn keine Freundschaften mit den Kindern in der unmittelbaren Nachbarschaft pflegt, oder?

    In besagtem Kiez wohnen so einige deutsche Familien, die ähnlich denken und handeln. Man karrt die Kinder also gemeinsam zur konfessionellen Schule.

    Was besonders bitter daran ist, das ist der Umstand, dass die 80+% Anteil an SchülerInnen mit Migrationshintergrund an der Kiez-Grundschule auch noch den Zuwanderern angelastet wird...

    So entsteht auch die Ghettoisierung der Schulen. Im Referendariat musste ich drei Tage an eine andere Schulform. Ich habe mir die nächstgelegene Grundschule gewählt, da diese mehrere Jahre später für meine Tochter die Schule werden sollte. Sozialindex 9, ich wohne in einem sehr sozialschwachen Stadtteil einer Großstadt. Kommentar einer Lehrerin: "Du fährst deine Tochter dann wohl woanders hin, ne?"

    Fand ich sehr bezeichnend. Natürlich haben wir sie da angemeldet, allerdings aufgrund eines AO-SF-Status dann nicht lange.

    Und damit komme ich zur Klassengröße: Es gibt ja Gründe, warum die Förderschule meiner Tochter deutlich kleinere Klassen hat...

    Mein Bruder wohnt seit Jahren in einer Wohnung einer deutschen Metropole mit einem sehr günstigen Mietvertrag. Sein "Kiez" besteht aus einer sehr bunten Mischung, eben auch vielen Orientalen. "Selbstverständlich" geht das Söhnchen nicht auf die Grundschule um die Ecke sondern auf die konfessionelle Grundschule weiter weg - und das obwohl das Kind noch nicht getauft ist, weil die Eltern sich nicht auf die Konfession einigen konnten...

    Stille Mitleserin

    Schöne Desiderata, aber nicht realisierbar.

    Es fängt bei kleineren Klassen an. Eine Reduzierung der Klassenstärke von 30 auf 25 würde einen zusätzlichen Personalbedarf von 20% bedeuten. Woher sollen diese Menschen kommen? Und woher das Geld für deren Bezahlung?

    Integration ist eine Leistung, die beide Seiten erbringen müssen. In Deinem Vorschlag der Ganztagsschule für alle steckt insofern viel Sprengstoff, als dass die bildungsaffinen Schichten Mittel und Wege finden werden, sich dieser Leistung aktiv zu entziehen. Das haben wir bereits jetzt mit den bischöflichen Ersatzschulen und privaten Ergänzungsschulen. Gleichzeitig müssten wir bei einigen zugewanderten Familien aktiv um Integration werben, womit dann wieder die Frage im Raum steht, was man mit Familien macht, die sich dieser Integration verweigern. (Man kann diskutieren, inwieweit Parallelgesellschaften ein Ergebnis dieser Weigerung sind.)

    Wie kommt es in den Städten zur Gentrifizierung und zur Ghettoisierung? Seien wir ehrlich: Unter anderem auch, weil Deutsche nicht mit Zuwanderern zusammen in einem Viertel leben wollen. Und weil ein zu hoher Anteil an MigrantInnen als BewohnerInnen von Mietshäusern als Belastung bzw. als Minderung der Wohnqualität erachtet wird. Und weil MigrantInnen vergleichbarer Herkunft gerade am Anfang lieber unter sich bleiben, weil sie sich so mehr Halt und Unterstützung geben können.

    Was die Gleichheit betrifft, so gibt es verschiedene Modelle, die sich damit befassen. Eine Bildersuche zu "equality und equity" ist da sehr ergiebig.

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