Beiträge von Bolzbold

    Man fragt sich, wieso Länder wie die USA, die das alles nicht haben, eine höhere Geburtenrate haben, als wir.

    Oder anders ausgedrückt: ich halte das ja alles für zum Fenster rausgeschmissenes Geld. Aber OT.

    Kurz gesagt:
    In den USA ist das Umfeld stärker darauf ausgerichtet, Kinder trotz Unsicherheiten zu bekommen, während in Deutschland oft erst stabile Rahmenbedingungen geschaffen werden – was die Geburtenrate drückt.

    Quelle: ChatGPT

    Ehegattenzuschlag. Wir leben im Jahre 2026. Kann man nicht erwarten, dass eine Ehefrau sich selbst versorgt?

    Wir reden von ein paar Euro Fünfzig. Da müssen wir dann überlegen, ob wir vom Prinzip her argumentieren oder auf den tatsächlichen Betrag schauen.

    Zitat

    Kinderzuschläge: Jetzt wird es ganz absurd. Grundsätzlich könnte ich mit mehr Kindergeld für alle gut leben. Besser wären natürlich noch mehr Investitionen in Betreuung und Bildung. Aber was machen die NRW dort mit dem Kinderzuschlag? Da verdiente die neue Lehrkraft mit vielen Kinder auf einmal mehr als die Schulleitung.

    D'accord. Das war eine Krücke, die vermutlich günstiger war als allen Lehrkräften mehr zu bezahlen.

    Achja und am besten eine Vorgabe, dass verpflichtend zusätzlich 10% des Bruttolohnes vom Dienstherr in eine personengebundene Rücklage für die Pension eingezahlt werden muss.

    Gerne. Dann soll das Geld aber auch zweckgebunden angelegt werden und braucht einen landesverfassungsmäßigen Riegel gegen Zweckentfremdung.

    Ein zentrales Argument gegen die Abschaffung des Beamtentums bei Lehrkräften war ja das Streikrecht. Ich sehe da ein viel gravierenderes Problem. Wenn Lehrkräfte künftig wie "normale" Angestellte ihre Jobs an ihren Schulen im Extremfall mit der gesetzlichen Kündigungsfrist kündigen können und dann an einer anderen Schule anheuern können, dann haben insbesondere Brennpunktschulen künftig ein ganz erhebliches Problem - oder die Stellen dort müssten besser bezahlt werden, was aber aufgrund des öffentlichen Arbeitgebers nicht passieren wird.

    Das Beamtentum bietet die einzigartige Möglichkeit, Schulen in unattraktiven Lagen ohne Mehrkosten gegen den Willen der Beschäftigten mit Personal zu versorgen. Gleichzeitig hätten wir da pädagogisches Kontinuitätsproblem und die Schulen können auch nicht mehr über ein Halbjahr hinaus mit Personal planen.

    Das wohl zentralste Problem des Beamtentums im 21. Jahrhundert ist der Anachronismus zwischen der ursprünglichen Mentalität des "Staatsdieners" und der Mentalität der Menschen heute. Daran tragen Beamte auch ihren Teil der Verantwortung. Leider reicht einer aus zehn Beamten, der faul, korrupt oder herablassend ist, um den gesamten Berufsstand in Misskredit zu bringen.

    Die Idee des/der mündigen BürgerIn, die ja nach wie vor ein Grundziel erzieherischen Wirkens in der Schule ist, schafft Freigeister bzw. freiere Geister, die mit der top-down-Hierarchie des Beamtentums nur schwer in Einklang zu bringen sind. Gleichzeitig sorgt die faktische Unangreifbarkeit des Beamten auch dafür, die Person mitunter entsprechend auftritt und wahrgenommen wird. Parallel dazu hat sich die Vollkasko- oder Vollversorgungsmentalität so entwickelt, dass die daraus erwachsenden Ansprüche zu einem Faktor geworden sind, der Menschen in den öffentlichen Dienst treibt.

    Wenn wir die leuchtenden Kinderaugen für einen Moment außen vor lassen, bleibt die Frage, welche anderen Motive es noch gibt, um diesen Beruf zu ergreifen, nachdem der Beamtenstatus für Lehrkräfte abgeschafft oder die bisherigen Privilegien für die Öffentlichkeit spürbar wahrnehmbar und die Neiddebatte "stillend" reduziert wurden.

    Ich verstehe den Unmut bei Nichtbeamten, denn gerade die Zuschläge sind einfach überhaupt nicht mehr zeitgemäß, teuer und sozial ungerecht. Mich würde sehr wundern, wenn demnächst nicht massiv an Beamtenprivilegien geschraubt würde - seien es Zuschläge oder Maximalpensionen oder Beihilfesätzen oder was auch immer. Man kann Arbeitnehmern nicht immer mehr Einschnitte zumuten und Beamte aussparen. Es spielt auch gar keine Rolle, wie sich das tatsächlich kostentechnisch niederschlägt, es geht im Wesentlichen sicherlich auch im Gerechtigkeitsempfinden beim Wähler.

    Ok. Nur wann ist dieses Empfinden "gestillt"?

    Das Problem ist, dass man gerade mit diesen absurd hohen Kinder- und Wohnortzuschlägen jede Legitimation aus der Sicht der Öffentlichkeit verliert.

    Und ja mir ist durchaus bewusst, warum das macht und das man damit eigentlich Geld spart. Aber man muss sich auch bewusst sein, dass das für viele Menschen, die nicht direkt davon profitieren, nur schwer nachvollziehbar ist. Aus meiner Sicht braucht es langfristig eine grundsätzliche Reform. Mehr Richtung Leistung, mehr Richtung Fürsorge für den eigentlich Beamten und weniger Familienvorsorge.

    Das mag zum Teil stimmen.
    Gleichwohl wird die Neiddebatte nie aufhören, da man als derjenige, der sich "unten" wähnt, psychologisch betrachtet nur dann das Gesicht wahren kann, wenn man die "da oben" moralisch delegitimiert.

    Wenn es also nicht mehr die Familienzuschläge sind, dann sind es die anderen Privilegien wie Unkündbarkeit, Konsequenzenlosigkeit bei Unfähigkeit oder Unwilligkeit (nicht zwingend de jure, aber de facto), PKV, Fortzahlung der Bezüge bei langer Krankheit etc. etc.

    Die Öffentlichkeit (hier reden wir vom "durchschnittlichen Wähler", bei dem Churchill nach einem fünfminütigen Gespräch mit selbigem das zentrale Argument gegen Demokratie zieht) wird dann "zufrieden" sein, wenn es den Beamten genauso "schlecht" geht wie (vermeintlich) ihr selbst. Dann wird sie gleichwohl auf die "blöden Beamten" herabsehen, die sich solche Bedingungen freiwillig antun.

    Beamtenbashing ist Teil des gesellschaftlichen Spiels. Wir bashen die PolitikerInnen, die Bezirksregierung, die Schulleitung - also immer diejenigen, gegenüber denen wir uns machtlos wähnen und/oder ihnen Inkompetenz oder Untätigkeit vorwerfen können.

    Welcome to the game.

    - Wie geht man solche Schulwechsel/Initiativanfragen aktuell am besten an?
    - Ist der sinnvollste Weg eher per Mail direkt an die Schulleitung, telefonisch oder tatsächlich persönlich vor Ort?
    - Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, was wirklich funktioniert?

    Mir ist bewusst, dass viel vom Bedarf abhängt, aber vielleicht gibt es ja „bewährte Wege“, wie man sichtbar wird und ins Gespräch kommt.

    Vielen Dank euch!

    Anrufen, sagen, worum es geht, Termin mit der SL vereinbaren.

    So haben wir das vor 16 Jahren gemacht und nebenbei auch einen bezirksregierungsübergreifenden Schulwechsel durch Umzug hinbekommen.

    § 12 Abs. 1 ADO und ggf. in Verbindung mit § 17 Abs. 3.

    BASS 2025/2026 - 21-02 Nr. 4 Allgemeine Dienstordnung für Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter an öffentlichen Schulen (ADO)

    An meiner alten Schule gab es mit dem Wegfall der Q2 selten neue Pläne, so dass ich mitunter auch ziemliche Löcher im Plan hatte.

    Ist die Schulleitung "frackig", setzt sie Dich zur Vermeidung von Langeweile als "Stattvertretung" in den Löchern in anderen Lerngruppen ein. Kommt sicherlich ohnehin schon vor, könnte aber ausgebaut werden.

    Ich kann leider nicht Vollzeit Arbeit weil ich noch eine Person Pflege und ich definitv 2 Tage in der Woche frei benötige. Und Immobilienkauf ist leider überhaupt nicht drin. Ich denke am besten wäre eine Versetzung zu einem Ort wo die Mieten und die Lebenserhaltungskosten nicht so immens hoch sind... Nur leider wurde mir schon gesagt, dass mir kein Antrag bewilligt wird. Ich bin anscheinend für meinen Fachbereich unverzichtbar :/

    OK, das sind natürlich dann äußere Zwänge, die einem das Leben erschweren. Ich finde es sehr anerkennenswert, dass Du eine Person pflegst und in der Folge Deine Arbeitszeiten so angepasst hast, dass das machbar ist.

    Dann ist die Ausgangsfrage gleichwohl nur bedingt treffend gestellt, da diese Rahmenbedingungen ja anteilig zu Deiner Situation beitragen.

    Wir könnten darüber in den Austausch treten, was Du in dieser Situation tun kannst unter Berücksichtigung dessen, dass Du nicht so bald versetzt würdest und dass Du womöglich nicht so ohne weiteres eine andere, günstigere Wohnung findest. Der Aspekt mit dem Pflegegeld war ja schon ein wichtiger Hinweis. Vielleicht liefert das Schwarmwissen ja noch weitere hilfreiche Anregungen.

    Vielen Dank für diese ausführliche Antwort.

    Dann habe ich aber gleich noch eine Frage: Muss auch der Schüler Unterlagen bei der Bezirksregierung einreichen, oder nur der Lehrer / die Schule?

    Eine Kollegin hat mir nämlich mal erklärt, dass Schüler bei einem Widerspruch ihre Aufzeichnungen, Hausaufgaben und Klassenarbeiten vorlegen müssen. Sie meinte, wenn sie das nicht können, weil sie nie mitschreiben und die korrigierten Klassenarbeiten immer wegschmeißen / verlieren, dann können sie auch keinen Widerspruch einlegen bzw. ist der dann vermutlich nicht erfolgreich. Ist das wirklich so?

    Ist das eine theoretische oder eine akute Frage?

    Widerspruch einlegen kann man immer - es wird geprüft, ob der Verwaltungsakt rechtmäßig bzw. im Rahmen pflichtgemäßen Ermessens zustande gekommen ist. Das Fehlen von "Beweismitteln", die den Widerspruch stützen, kann für den/die BeschwerdeführerIn nachteilig sein. Sollten aber ungeachtet dessen formale Fehler erkennbar sein (lückenhafte Klassenbuchdokumentation, falsche Fachinhalte vermittelt oder Fachinhalte unzureichend vermittelt etc.) kann ein solcher Widerspruch auch Erfolg haben.

    Der Widerspruch greift den Verwaltungsakt an - also wird dieser überprüft.

    Bezüglich der Prognosen sind wir wie auf hoher See.

    Aber wenn du nicht gerade in Steuerklasse 5 bist sind die ca. 2.000 EUR Unterschied zwischen Brutto und gesetzlichem Netto, die du da angegeben hast, doch wahrscheinlich Steuern UND die GKV, oder? Warum ziehst du die GKV dann nochmal ab?

    Das ist für die Rechnung des TE egal. Die KI hat mir die Rechnung bestätigt - ich war selbst erstaunt, aber die Parameter waren richtig eingegeben.

Werbung