Beiträge von Bolzbold

    PaPo

    Ich hoffe, dass Du meiner Sorge jetzt nicht mit dem Argument meiner intellektuell-diskursiven Inkompetenz oder dem nicht Ausnutzen meiner erwarteten Fähigkeiten als studierter Mensch begegnet bist.

    Ich habe Angst davor, dass die AfD ein Klima begünstigt, in welchem ich als Nicht-Weißer nach und nach anders gelesen werde. Nämlich als Ausländer, als Migrant, als jemand der abzuschieben ist. Entsprechende Forderungen wurden an einem Gymnasium bereits an mein ältestes Kind, das alles andere als migrantisch aussieht, aber eben einen ostasiatischen Großvater hatte, herangetragen. Das ist nicht nur pubertäre Provokation sondern Teil einer Geisteshaltung, die man mittlerweile auch zunehmend unter Jugendlichen antrifft.

    Wir sind nun einmal nicht nur Menschen, die exklusiv rein nüchtern, sachlich, evidenzbasiert denken und handeln, sondern eben auch Emotionen haben. Diese auf welchem diskursiven Niveau auch immer wegzudiskutieren, empfinde ich als ausgesprochen verständnis- und empathielos. Man kann nicht alles auf rational-diskursiver Ebene klären und dem Gegenüber suggerieren, seine Gefühle müssten doch anders sein, wenn es im Vorfeld nur eine tiefgreifendere Auseinandersetzung mit der Thematik gegeben hätte.

    klar, wenn man jetzt nur Abitur- und ZP10-Klassen hat, nutzt das in dem Quartal wenig, aber dann sollte der LR schon lange bzgl. der Unterrichtsverteilung interveniert haben.

    Wenn Du nicht zwischendurch Lehrerwechsel erzwingen möchtest, setzt das voraus, dass Du keine neunte Klasse und keine Q1 parallel in einem Kernfach bekommst. Organisatorisch bedeutet das, dass ich KollegInnen, die ich in der achten Klasse als Fachlehrkraft einsetze, ein Jahr später nicht in der Q1 einsetze. Das in Kombination mit dem BdU der Lehramtsanwärter und sonstiger Erfordernisse vor Ort würde ich Dir als Verantwortlicher niemals verbindlich zusagen wollen. Die UV hängt von so vielen Faktoren ab...
    Da kann der LR intervenieren, wie er will.

    PaPo

    Es gibt Dinge, die kann man auf diskursiver Ebene nicht lösen. Da gibt es auch nichts zu gewinnen.

    Meine Sorge als Mensch mit ostasiatischem Migrationshintergrund ist die, dass die AfD Wahlerfolge ein politisches Klima erzeugen, dass Hass und Hetze als gesellschaftlich akzeptiert bzw. nicht mehr ablehnenswerte Form des Umgangs gelten.

    Hass, Hetze und Provokationen finden wir in den Beiträgen der AfD im Bundestag und in den Länderparlamenten, in denen sie vertreten ist, zu Hauf. Da spare ich mir die Belege. Es sind diese politischen, öffentlichkeitswirksamen Äußerungen, die dazu beitragen, die Hemmschwelle für Hass und Ausgrenzung in der Gesellschaft zu senken und ein Klima des Argwohns gegenüber orientalisch aussehenden Menschen zu schüren.

    Du kannst das jetzt auf die bekannte einschlägige Art und Weise argumentativ dekonstruieren und delegitimieren. Das ändert aber nichts an meiner Sorge. Es ist auch keine existenzielle Sorge sondern ein Gedanke, der sich allmählich häufiger in mir regt.

    Der Umstand, dass Du anregst, dass doch erst einmal wissenschaftlich-evidenzbasiert zu diskutieren, geht letztlich an dem eigentlichen Problem vorbei. Da fühle ich mich bestenfalls belehrt, aber definitiv nicht verstanden.

    Rein statistisch müsste sich das ja auch hier im Forum abbilden.

    Die Sympathisanten der AfD müssten mir dann nur einmal überzeugend erklären, wie sie mit der Mitverantwortung für ein mittelfristiges politisches Klima umgehen, das Ressentiments oder gar die Jagd auf Nicht-Arier womöglich begünstigt oder gar befürwortet.

    1945 hieß es, "wir haben das doch alles nicht gewollt". Mag sein. Aber Ihr habt es auch nicht abgelehnt. Ihr habt es geduldet, davon profitiert und insgeheim gehofft, dass alles schon gutgehen wird und man Euch eines Tages dafür nicht zur Verantwortung ziehen wird.

    Zerstörte Städte, zerstörte Leben, zerstörte Familien haben mittelbar dazu beigetragen, dass die individuelle Verantwortung schnell in den westdeutschen fortgeführten Traditionen und dem Wirtschaftswunder vaporisierte....

    Da hat die AfD zumindest den Vorteil, dass zumindest bisher ihr Wahlprogramm mit dem übereinstimmt, was sie auch nachher macht. Die CDU hingegen sichert sich mit Lügen den Zugang zu den Fleischtöpfen der Macht.

    Was glaubst Du, wird die AfD tun, wenn sie einmal an den Fleischtöpfen sitzt? Die Korruption durch Macht ist ein bekanntes Phänomen. Dem werden auch AfD-PolitikerInnen früher oder später unterliegen.

    Ich empfehle Götz Alys jüngstes Werk. Dort kann man nachlesen, "wie [...] das geschehen [konnte.]" Die Feststellungen sind so zeitlos, dass sie auch auf die heutige Ur(ur)enkelgeneration problemlos übertragbar sind.

    Die AfD ist nicht die NSDAP. Aber sie schafft durch ihre Kommunikation ein ähnliches Klima wie 1932/1933. Und womöglich glauben bald wieder mehr Wirrköpfe, Gewalt gegen Nicht-Weiße wäre nicht nur ein legitimes Mittel zum Frustabbau sondern auch eine Möglichkeit der Umsetzung blauer Politik.

    Hatte ich auch schon, tatsächlich, hab mich dann selbst um einen Tausch bemüht, der gnädig abgenickt wurde.

    Es war der Schulleitung einfach egal, wie gut mein Stupla ist, sie machte schöne Stupläne für andere Kollegen, da zog ich den Kürzeren.

    Er war also nicht absichtlich blöd, sondern nur als Ergebnis andrer Planungen.

    Ich finde, dass macht schon einen Unterschied in der Formulierung, im Vorwurf.

    Oder es ist das Ergebnis einer Entscheidung, welcher/welchem von zwei KollegInnen man nun die siebte Stunde nachmittags geben muss und welcher/welchem nicht. Solche Entscheidungen mag ich als Verantwortlicher überhaupt nicht.

    Dachte dasselbe wie Schmidt: Wieso ist die Frage der TE kindisch, das Verhalten der Schulleitungen aber selbstverständlich hinzunehmen als über den Dingen stehend?

    Quittengelee

    Darauf kann ich Dir leider keine Antwort geben, da ich nur das erklären kann, was ich geschrieben habe und nicht das, was Du interpretierst.
    Ich habe geschrieben, dass die Formulierung des TE kindisch klingt.

    Ich würde bei einer freundlichen Nachfrage mit vorher ausgeklügeltem Tauschwunsch auch zumindest eine Erklärung erwarten, warum es nicht geht, damit nicht der Eindruck von Willkür entsteht. Und wenn es nur ein ehrliches "tut mir leid, ich schaffe es derzeit nicht" ist.

    Ja, da bin ich bei Dir.

    Ich habe ebenfalls unter 8 Schulleitungen bisher gearbeitet und auch wenn es Schulleitungen gab, wo ich nicht traurig war, dass mein Vertrag zu Ende war, war das eher einer Charaktereigenschaft, welche die Führungspersönlichkeit beeinträchtigte, als reine Kompetenzlosigkeit.
    Nur weil jemand Kommunikation nicht als größte Stärke hat, heißt es nicht, dass er keine menschliche Fähigkeiten hat, es beeinträchtigt durchaus den Ablauf, aber nicht in dem Ausmaß, dass die Person hätte nicht ausgewählt werden dürfen. Bei der Bandbreite an Lehrkräften würden auch viele durch so ein enges Raster wegfallen, das viele sich für SL wünschen.

    Ich würde da bei anderen Kompetenzbereichen mitgehen. Bei Kommunikation sehe ich das entschieden anders.

    Kommunikation halte ich für eine Schlüsselkompetenz für Schulleitungen. (Dass Lehrkräfte das ebenfalls beherrschen sollten, steht außer Frage.) In der Rolle und in der Funktion, in der ich als Schulleitung bin, ist Kommunikation nicht per se wichtiger, aber komplexer, weil ich häufiger als vorher und darüber hinaus in anderen, mitunter auch weniger angenehmen Zusammenhängen mit SchülerInnen, Eltern und KollegInnen, aber auch außerschulischen Partnern kommunizieren muss.
    Misslungene bzw. nicht gelingende Kommunikation hat dann auch ganz andere Wirkungen und Folgen.

    Der Anspruch, dass bitte jemand anderes das eigene Zuspätkommen kompensieren möge, ist schräg. Daraus eine "Notwehrsituation" zu konstruieren, in der man sich dann krankmeldet, um Minusstunden zu vermeiden, ist noch schräger.

    Manchmal hat man eben Pech. Und dann muss man manchmal ebenso die Verantwortung dafür tragen.

    Du verwechselst "in den Rücken fallen" und "vermitteln, klären und eine vertretbare eigene Position einnehmen". Das sind individuelle Erwachsene, die auch ertragen müssen, wenn nicht in ihrem Sinne entschieden und/oder ihnen widersprochen wird. Aber so ein kindisches Cliquen-Verhalten ist ja offenbar verbreitet.

    Wenn dem so sein sollte, sind es beides Fehlbesetzungen. Dass das im Vorfeld nicht irgendwann einmal aufgefallen ist, wundert mich.

    Isoliert ist die Anzahl der Springstunden tatsächlich deutlich zu hoch. Bei uns haben die Vollzeitkräfte maximal vier Springstunden. Es gibt gleichwohl Ausnahmenkonstellationen, die nicht zu ändern sind. Wenn Deine Unterrichtsstunden in Schienen liegen, d.h. dass man parallel mit anderen Wahlpflichtfächern oder Differenzierungsfächern oder Fächern wie Religion/Philosophie liegt, dann sind diese Schienen nicht ohne weiteres verschiebbar, weil das ja dann mit den Slots aller betroffener KollegInnen passen muss und da ggf. noch Zeitwünsche oder andere Erfordernisse und Bedingungen querschießen können.

    Die Bandbreite der Aussagen von "das geht ja gar nicht, was man da an Deiner Schule mit Dir macht" bis hin zu "stell Dich nicht so an, es gibt Schulen, da ist es noch schlimmer" helfen Dir leider in der Sache nicht weiter, da wir nicht wissen, welches Bedingungsgeflecht und welche Kompetenz des Planers zu diesem Ergebnis geführt haben.

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