Beiträge von Bolzbold

    Ah, OK, jetzt wird es klarer.
    Angesichts dessen, dass wir von sieben Doppeltägern über einen Zeitraum von mehreren Monaten reden, die ggf. nicht einmal in Präsenz stattfinden, wäre mir persönlich das ziemlich egal, ob das an meinen freien Tagen liegt oder nicht.

    Vielleicht muss man es auch umdrehen. Die Termine einer Schule müssen das gesamte Kollegium bzw. die Notwendigkeiten der Schule berücksichtigen und können auf individuelle Fortbildungstermine keine Rücksicht nehmen. Die SLQ hört sich wichtig an, ist aber letztlich eine von der Schulleitung genehmigte und unterstützte persönliche Fortbildung der jeweiligen Lehrkraft. Theoretisch hätten die Termine der SLQ abhängig vom Beginn des Kurses auch nach der Festlegung der Termine der Schule festgestanden - dann hätte es eben Überschneidungen gegeben. Das ist im schulischen Alltag immer wieder mal so - und das System läuft trotzdem weiter.

    Was hat ein Erwartungshorizont mit einer transparenter Notengebung zutun? In der Mathematik erachte ich einen Erwartungshorizont als überflüssig, weil man dort selbstverständlich erwartet, daß für die Note 1 einfach alle Aufgaben gelöst werden. Den Horizont braucht man bei weichen Fächern, wo es kein absolutes "richtig" oder"falsch" gibt.


    Also, um auf den Fragenden einzugehen: In Erdkunde mag ein Erwartungshorizont richtig sein, wenn kein Faktenwissen abgefragt wird, wo es ein klares "Richtig" oder "Falsch" gibt, in Mathe erachte ich ihn als überflüssig.

    Aus dem EWH lassen sich die Punktevergabe und somit auch die Notengebung nachvollziehen. Die These, dass für ein "sehr gut" alle Aufgaben gelöst sein müssen, halte ich für steil - und bei der ZP10 und dem ZA ist dem ja nachweislich nicht so.

    Das ist eigentlich mittlerweile Standard - oder sollte es sein.
    Eine transparente Notengebung ist für das Vertrauensverhältnis zwischen SchülerInnen und Lehrkräften von essenzieller Bedeutung. Sie hat ferner den Vorteil, dass man sich als Lehrkraft selbst darüber Gedanken macht, welche Lösungen oder Leistungen man von seinen Zöglingen erwartet. Ein EWH verhindert auch einen Großteil der Rückfragen wie "warum habe ich nur eine Vier?" Dann kann man nämlich auf den EWH verweisen und die SchülerInnen bitten, sich zunächst selbst mit der Arbeit und dem EWH auseinanderzusetzen. (Zumindest in der Oberstufe gibt es dadurch nur noch wenig Rückfragen - viele SchülerInnen sind schlicht zu faul, sich mit ihrer Klausur und dem EWH auseinanderzusetzen. Da geht es nur noch um Punktegefeilsche, wenn man einen oder zwei Punkte von der nächstbesseren Note entfernt liegt...)

    Welche Termine auf die Tage gelegt werden, an denen die SLQ terminiert ist, lässt sich von hier aus nicht beantworten.

    Wer an der SLQ teilnimmt, wird für die entsprechenden Tage mit Dienstreisegenehmigung freigestellt, ganz gleich, ob er/sie da Unterricht oder sonstige Termine hat - so die Einladungsschreiben der BR.

    Insofern verstehe ich Dein Problem nicht so ganz.

    Ich finde es erstaunlich, dass bereits zwei oder drei Fragen, die sich mit Migration befassen, sofort die rechten Parteien in der Skala nach oben schießen lassen, wenn man sie entsprechend beantwortet.
    Man teilt also offenbar nur dann nicht die Haltung der Rechten, wenn man für unbegrenzte Migration ist - so habe ich das in der Vergangenheit beim Wahlomat feststellen können. Anders konnte ich mir das relativ "gute" Abschneiden der Rechten bei meinem Ergebnis nicht erklären - und als "Halbmigrant" habe ich verständlicherweise kein Interesse am Erstarken irgendwelcher Rechten.

    Dass wir im Sommer sechs Wochen "Ferien" haben bzw. 12 Wochen bezahlten Urlaub ist ja das Stammtischgeplapper, das es seit Jahrzehnten gibt.

    Wir hatten hier vor längerer Zeit einmal einen schwarz-weiß-Film verlinkt, der den Arbeitsalltag eines Volksschullehrers in den 50er/60er Jahren zeigt und auch da schon deutlich macht, dass das kein lauer Halbtagsjob ist. Die "Logik", dass alles, was man nicht sieht (also die häusliche Arbeit der Lehrkraft), nicht existiert, dürfte ähnlich alt sein.


    Zurück zum Thema:

    Als ich noch im Oberstufenteam war, haben wir eine Woche vor Unterrichtsbeginn, d.h. also Mittwoch oder Donnerstag mit den Vorbereitungen für das neue Schuljahr begonnen, sprich Kurslisten, Raumpläne, Kursmappen, SchülerInnenstundenpläne, Stundenplanoptimierungen etc. begonnen. Einige andere KollegInnen schauten dann auch bereits rein, um den Papierkram im Vorfeld zu sichten und zu bearbeiten,

    Gleichwohl gab es und gibt es immer KollegInnen, deren Ferien tatsächlich erst mit der Schuljahresanfangskonferenz enden. Das ist halt so. (Es gibt ja auch noch immer VertreterInnen unserer Zunft, die dank zweier Nebenfächer in nahezu allen Ferien komplett wegfahren können.)


    Worauf ich hinaus will:

    Wann man anfängt, hängt stark von den Notwendigkeiten vor Ort sowie den jeweiligen Aufgabenbereichen ab. In diesem Jahr dürften sicherlich viele von uns wegen der großzügigen Nachprüfungsmöglichkeiten und entsprechend vieler Prüfungen früher am Start sein. Die erweiterte Schulleitung fängt auch zwangsläufig früher mit der Arbeit an.

    Falls die Schulen Dich unbedingt einladen wollen, müssten sie zuvor alle BewerberInnen mit besserer Ordnungsgruppe einladen - das kann bei einer OG von 30 unter Umständen schwierig werden. Andererseits: Wenn Du vom Schulort her flexibel bist, solltest Du mit Mathematik etwas bekommen. Gleichwohl solltest Du Dich auf kritische Rückfragen ob Deiner OG einstellen.

    Humblebee

    Ja, ich gebe Dir Recht. Aber in dem ursprünglichen Thread war das noch schlechter aufgehoben. Mal schauen, ob ich das in den anderen Thread noch verschieben kann.

    Im Abitur erhält man bei drei Bestehensprüfungen seine Ergebnisse jeweils direkt im Anschluss an die jeweilige Prüfung, damit man ggf. noch von den anderen Prüfungen zurücktreten kann, wenn das Bestehen durch eine schwache erste oder zweite Prüfung nur noch theoretischer Natur ist.

    Ausgehend von der Ursprungsfrage ist es so:

    Die AHR kann womöglich eine schlechtere Durchschnittsnote ausweisen als der schulische Teil der FHR - in der Regel dann, wenn SchülerInnen in der Q2 die Puste ausgeht. Wenn man dann sowieso an einer FHR studieren möchte, kann es bei NC-Fächern sinnvoll sein, sich mit der Fachhochschulreife zu bewerben.

    Der "Haken" ist jedoch, dass diese SchülerInnen dennoch das einjährige gelenkte Praktikum absolvieren müssen (oder ggf. etwas Gleichwertiges wie ein FSJ etc.) - somit könnten sie erste ein Jahr später ihr Studium beginnen.

    Wer § 58 Abs. 6 richtig liest, wird das "kann" auch gelesen haben. Kann heißt, dass die Möglichkeit vorhanden ist - in Abgrenzung zu "muss", was verbindlich festlegt. Der schulische Teil der FHR wird somit auf Antrag ausgestellt - vgl. § 61 Abs 1 APO-WbK. Das Verlassen der Schule ist in § 61 APO-WbK keine zwingende Voraussetzung.

    Dies stellt einen Unterschied zur APO-GOSt dar, da in § 40a das Verlassen der Schule als Voraussetzung für die Zuerkennung des schulischen Teils der FHR ist.

    Wären denjenigen, die gegen eine Erhöhung der Gebühren sind oder deren Abschaffung fordern, amerikanische Verhältnisse lieber?

    Wir sehen doch bei Focus und Co., dass hier schon amerikanische Verhältnisse Einzug gehalten haben. Wollen wir einen primär bzw. exklusiv kommerziell ausgerichteten Journalismus, der auf Geldverdienen und Sensationsgier aus gerichtet ist? Da kommen wir auf Dauer hin, weil Deutschland in diese Bereich augenscheinlich jedem US-Trend hinterherläuft. Selbstdarstellung, Sensationsgier und Profitmaximierung - da würde ich lieber auf die Privaten verzichten und dafür ÖRR gucken.

    Und ich würde die Krise kriegen, 6 Wochen zu Hause, eh schon kein Radfahren, da wäre ich froh um eine geistige Beschäftigung.

    In diesem Fall könnte man kreativ auch über Distanzlernformate nachdenken, solange eine Vertretungskraft im Klassenraum ist.
    Einmal abgesehen davon, geistig beschäftigen kann man sich auch abseits der Arbeit.

    Ich vergaß:

    Ein schlechtes Gewissen wegen Verletzungen oder Krankheiten ist ohnehin völlig unangebracht.

    Diese Scheiß-Gewissensache, die offenbar immer noch irgendwie anerzogen wird, sollte man sich unbedingt abtrainieren.

    Ist schwer, geht aber, z. B. mit Verhaltenstherapie.

    Wegen eines aus meiner Sicht nicht pathologischen schlechten Gewissens eine Verhaltenstherapie anzuraten halte ich für deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Dann müssten >80% der KollegInnen auf die Couch.

    ABER:
    Unsere ganze Zunft und das Funktionieren des Systems Schule lebt leider seit geraumer Zeit davon, dass allen suggeriert wird, man sei ja so wichtig und unverzichtbar und die armen KollegInnen müssen im Falle einer Erkrankung das alles auffangen. Wenn dann noch der Druck durch erwartetes Vertretungsmaterial im Krankheitsfall kommt, sind wir weit jenseits des Zumutbaren. Diese Suggestion ist so erfolgreich, dass man es selbst irgendwann glaubt, zumal die scheinbare Unersetzbarkeit ja auch dem Ego schmeichelt.

    Wenn wir krank sind, sind wir krank. In den meisten anderen Branchen bleibt die Arbeit wahlweise liegen (OK, das geht bei uns im Unterricht nicht), oder sie wird auf andere Köpfe verteilt. Langfristig gleicht sich das aus, weil jeder früher oder später mal krank ist.

    So gesehen ist es tatsächlich ein womöglich explizit durch das System Schule anerzogenes schlechtes Gewissen - vielleicht verstärkt durch das hohe Jammeraufkommen der Kolleginnen und Kollegen, die sich - oft zu Recht - als überlastet empfinden. Dann möchte man als "netter Mensch" denen nicht auch noch Vertretungsstunden durch den eigenen Ausfall aufbürden.

    Es hilft aber nichts. Wenn ich eine Sache gelernt habe - auf die harte Tour - dann ist es, dass JEDE/R jederzeit ersetzbar ist und auch auf wundersame Weise ersetzt wird, wenn Not am Mann/an Frau ist. Vor diesem Hintergrund braucht mir keine Schulleitung oder Behörde mehr zu suggerieren, wie wichtig und unersetzlich ich - wobei es ehrlicherweise ja nicht ich bin sondern meine Arbeitsleistung ist - angeblich wäre.

    Maßgeblich ist, ob Du dienstunfähig bist bzw. durch den Arzt als solches erklärt wirst, oder ob Du dienstfähig bist.

    Über dieser Überlegung sollte jedoch Deine Gesundheit stehen - niemand dankt es Dir, wenn Du Deine 1. Klasse um jeden Preis selbst betreuen möchtest und dadurch womöglich Deinen Heilungsprozess behinderst.

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