Beiträge von Bolzbold

    Diejenigen, die gerne "draufhauen" wollen, müssen lernen, sich hier zu entspannen. Das Nichterscheinen ist kein Angriff auf die PrüferInnen - es ist ein Zeichen von Feigheit, Verzweiflung oder Faulheit - oder schlichtweg fehlender Reife.

    Wir sind die Erwachsenen, wir sind die Pädagogen - in solchen Fällen wie dem Nichterscheinen haben Sanktionsgelüste nichts zu suchen. Das Prüfungsrecht kennt in der Regel nur ein "ungenügend" bzw. ein Nichtbestehen und infolgedessen eine Wiederholung des Schuljahres bei Nichterscheinen zur Prüfung.

    Ein "erzieherisches Gespräch" ist bereits eine Sanktionsmaßnahme, die NRW nach § 53 SchulG kennt. Das muss dann eben auch mal reichen.

    Ich denke nein, weil Du die Dinge beschreibst, die dem Mädchen Sicherheit vermitteln sollen. Ich spreche hingegen vom Selbstschutz der Lehrkraft, also genau von der anderen Seite der Medaille.

    Das vermittelt nicht nur dem Mädchen Sicherheit sondern trägt auch zum Schutz bei entsprechenden Anschuldigungen bei, wenn alle anderen KollegInnen und SchülerInnen das Gegenteil schildern können.

    Gegen maliziöse Anwandlungen einzelner Personen, die dazu dienen sollen, Dir gezielt zu schaden, bist Du so gesehen dann natürlich nie geschützt.


    Aus meiner Zeit, in der ich in einem Internat gearbeitet habe, gab es mal eine entsprechende Unterstellung gegen den Hausvater eines der Internatshäuser, die aber auf einem groben Missverständnis des Mädchens, das das erzählt hatte, beruhte und noch dazu nicht es selbst betraf sondern eine Mitschülerin. Da hast Du nur dann eine Chance, wenn Du immer über jeden Verdacht erhaben warst.

    Die Frage, die ich mir manchmal stelle: Bei uns gibt es manchmal für einige Wochen Restklassen, weil alle anderen Azubis ihre theoretische Abschlußprüfung schon absolviert haben und entsprechend nicht mehr in die Berufsschule kommen müssen. Wie soll ich mich da als männlicher Lehrer verhalten, wenn die Klasse nur noch aus einem Mädchen besteht?

    Ich habe in den letzten Jahren immer wieder Solo-Proben mit Schülerinnen gehabt, so dass ich dann bei geschlossener Tür mit ihnen alleine in einem Raum war. Das war nie ein Problem. Warum?

    Weil die Mädchen wussten, dass in meiner Gegenwart ihnen nichts passieren wird.

    Weil ich immer klare Signale gesendet habe, dass ich für diese Altersgruppe nicht empfänglich bin.

    Weil ich immer einen klaren Abstand gehalten habe und während der Proben sehr professionell, aber nicht minder direkt im Feedback gearbeitet habe.

    Weil ich meinen Blick gezielt immer so einsetze, dass jedes Mädchen weiß, dass alles unterhalb seines Halses mich nicht interessiert.

    Weil es so etwas wie gegenseitiges Vertrauen gibt. Wäre dies nicht vorhanden, würde ich auch keine Proben ansetzen.

    Wie kann man das nun auf Deinen Fall übertragen?

    Wenn die Klasse nur noch aus einem Mädchen besteht, muss man ja nicht zwingend im Klassenraum unterrichten, wobei man natürlich dennoch die Tür offen lassen könnte.
    Ansonsten gelten auch die Grundsätze, die ich oben aufgestellt habe. In dem Moment, wo Du ein ungutes Gefühl in der Sache hast, musst Du Dich absichern. Im Extremfall bei der Schulleitung.

    Vielleicht lassen wir die deutsche Geschichte eine Weile außen vor - die hilft uns hier in der ursprünglichen Thematik nicht weiter. Dass die Entwicklung europäischer Gesellschaften von einer Monarchie hin zur Demokratie in den meisten Fällen sehr blutig abgelaufen ist und in den seltensten Fällen von jetzt auf gleich alle Menschen gleiche Teilhabe bekamen, dürfte bekannt sein - das kann auch nicht der Maßstab sein.


    Was den Kampf für Demokratie angeht, so sind wir glaube ich im übertragenen Sinn zu vollgefressen, als dass wir diesen im Bedrohungsfall aufnähmen. In dem Moment, wo man Frau und Kinder hat und der Tod im Gegensatz zu der Zeit vor der flächendeckenden Verfügbarkeit von Antibiotika und Impfungen nicht mehr so allgegenwärtig ist, stelle auch ich mir die Frage ob ein Leben unter einer autoritären Herrschaft nicht einem gewaltsamen Tod oder lebenslangem Gefängnis vorzuziehen wäre. Ich wäre bereit, für meine Kinder zu sterben, aber ich glaube nicht, dass ich dazu bereit wäre, für ein Ideal zu sterben.

    Und hier schlagen wir wieder den Bogen zu Afghanistan. Ich denke, viele Menschen in Afghanistan sind dazu auch nicht bereit und ziehen eine Taliban-Herrschaft dem sicheren Tod vor. Wie in vielen autoritären Regimen sucht man sich dann Nischen, in denen man ein klein bisschen Freiheit auslebt.

    Lieber Plattenspieler, das ist eine Diskussion, wo ich keine Lust habe, mir nachsagen zu lassen ich hätte ja nichts gegen Israel, aber... Wenn das zumindest in den ersten spontanen Anwandlungen ein Ausdruck Deines Diskussionsstils war, dann hast Du Dich zumindest bei mir für eine Diskussion darüber nachhaltig disqualifiziert.

    Plattenspieler


    Das Existenzrecht Israels nicht infrage zu stellen und dennoch die israelische Expansionspolitik zu kritisieren hat mit Deiner Phrase überhaupt nichts zu tun - ich spreche nur eben den dort lebenden Palästinensern genauso ein Existenz- und Lebensrecht zu.


    Nebenbei:
    Mein Urgroßvater mütterlicherseits war Halbjude und hat im Dritten Reich entsprechende Repressalien erleben dürfen.

    Es gab in den 1960ern und 1970ern Modernisierungsansätze im Islam, diese wurden aber auch durch das Handeln des Westens im Zuge des Sechstagekrieges (in Bezug auf Ägypten) oder dem Staatsstreich der USA im Iran (Einsetzen des Shahs) zunichte gemacht. Und wie immer ging es ums Geld (Öl) sowie um die Souveränität und das Existenzrecht Israels. In dem von mir immer wieder erwähnten Buch "Destiny disrupted" von Tamim Ansary wird beschrieben, dass die Existenz Israels eine beständige Erinnerung daran sei, dass der Westen in der arabisch-islamischen Welt schalten und walten kann, wie er will. Die Verteidigung des Existenzrechts Israels wird folglich als ein sehr "unfreundlicher Akt" in der islamischen Welt wahrgenommen - bzw. als beständige Demütigung.


    Unsere Integrationsstaatssekretärin wurde in einem Interview zitiert, dass die türkische Seele Anerkennung haben wolle. Und in diesem Punkt sind sich die Seelen der islamischen Welt recht einig. Sie alle wollen Anerkennung. Sie alle wollen nicht Menschen zweiter Klasse auf diesem Planeten (oder im Falle der türkischstämmigen MitbürgerInnen in Deutschland) sein.


    Ich kann das von der Sache her nachvollziehen - erachte das Existenzrecht Israels jedoch für nicht verhandelbar, kritisiere aber gleichzeitig den Expansionswillen dieses Staates. Ich kann nachvollziehen, dass aus Sicht der Muslime der bis heute andauernde Niedergang ihrer einstigen Weltgeltung ab dem 17. Jahrhundert frustrierend sein muss, wenn man sich, seine Kultur und seine Religion als überlegen erachtet und so sozialisiert wurde. Die Realität straft diese Haltung Lügen. Aber wie so oft wissen Menschen, die so fühlen, nicht mit ihrer Wut, ihrem Gefühl der Minderwertigkeit umzugehen. Dies schlägt dann oft in Gewalt um.


    Wenn auf diesem Planeten in China, in Indien, und auf dem afrikanischen Kontinent Milliarden Frauen unterdrückt, entrechtet, misshandelt, gedemütigt oder ermordet werden - oder ethnische und politische Minderheiten - , dann dürfen wir das als Menschen nicht hinnehmen. Gleichwohl tragen wir mit unserem Anspruch auf (ökonomische und politische) Weltgeltung mittelbar dazu bei, dass dies geschieht. Unser Druck wird diese Missstände auf Dauer nicht beseitigen. Wer auf Druck hin seine Traditionen aufgibt, hat das Gefühl sich selbst aufzugeben - das macht kein Individuum und erst recht keine Gesellschaft mit. Und selbst wenn sich die islamische Welt ändern würde - es würde doch nichts an ihrer ökonomischen und politischen Weltgeltung ändern - die vordersten Plätze an den Trögen sind besetzt - von der westlichen Welt - und diese weiß ihre Plätze aufgrund ihrer Stärke nachhaltig zu verteidigen. Und eine Änderung in der islamischen Welt würde nicht gewertschätzt sondern als Beleg der Überlegenheit der westlichen Welt gewertet werden. Da hat die islamische Welt keine Chance.


    Wo müssten wir also anfangen? Richtig. Wir müssten erkennen und einsehen, dass wir Teil des Problems sind. Wenn wir anderen Menschen mehr Teilhabe einräumen, müssen wir einen Teil unserer "Macht" abgeben. Sind wir dazu bereit? Sind wir bereit dafür, die uns angemaßte Überlegenheit ein Stück weit abzulegen und die Plätze an den Trögen zu erweitern oder sich bei den vordersten Plätzen abzuwechseln?

    Politische Teilhabe seit 1870? Für die Masse oder nur für eine Elite, einzelne (sozialistische u.a.) Kämpfer? Bismarck ist sehr geschickt vorgegangen, Hindenburg (dort verwurzelt) hat Hitler mitermöglicht und eine Demokratie hat kaum jemand verteidigt (wer auch).


    Wirtschaftswunder ist auch in Diktaturen möglich (China beruhigt so seine Massen). Man muss es geschickt angehen (klappt nicht, wenn einer zu lange an der Macht bleibt, was wäre gewesen, wenn Honecker rechtzeitig Platz gemacht hätte?)


    Ich muss weg, diskutiere später gerne weiter.

    Kris

    Es geht um Grundsätze, nicht darum wie Teilhabe konkret ausgestaltet war. Ich wollte ebenfalls nicht zu weit ausholen.

    Generell kann man aber wohl auch mit einigen historischen Belegen sagen, dass auch in Monarchien oder anderen eher autoritären Regierungsformen die Akzeptanz derselben dann besonders hoch ist, wenn es den Menschen gut geht. Sie haben dann ja keinen Grund zu klagen. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Monarchie unter diesen Umständen in Deutschland auch Akzeptanz finden könnte - sie wäre ja das (scheinbare?) Gegenrezept zu der zunehmenden Ineffizienz unseres Systems - insbesondere dann, wenn die Kanzlerschaft nicht auf zwei Legislaturperioden begrenzt wird.

    Das schlägt den Bogen zurück zu Afghanistan. Die Taliban wollen die politische und wirtschaftliche Macht in Afghanistan - aber sie wollen diese Macht nicht dazu benutzen, die Lebensbedingungen dort zu verbessern oder gar politische Teilhabe (v.a. für Frauen) zu ermöglichen. Sie wollen das Land nach ihren (religiösen) Vorstellungen umgestalten.

    Ich finde diese Umfrage als Einstiegsposting merkwürdig.

    In den 14 Jahren im aktiven Schuldienst habe ich niemals eine solche Erfahrung machen dürfen - allerdings habe ich auch immer Sorge dafür getragen, dass es nicht dazu kommt. Sprich: Bei Gespräche mit Mädchen immer die Türe des Raums aufgelassen und immer betont viel räumlichen Abstand gelassen.

    Also dass uns die Demokratie von außen aufgedrückt wurde, kann ich als Historiker in der Pauschalität nicht stehen lassen - und der Vergleich zwischen der deutschen Geschichte und dem, was in Afghanistan passiert ist, hinkt mehr als nur gewaltig. Das wäre aber eher Gegenstand einer Fachdiskussion, die das eigentliche Thema hier sprengen würde.

    Nur ganz kurz:

    Im Gegensatz zu Afghanistan war Deutschland Teil der westlichen Welt und somit deutlich kompatibler zu den westlichen Werten und zur Demokratisierung, zumal ja bereits Strukturen vorhanden waren und die politische Teilhabe als Grundwert seit 1870 vorhanden war. Die vorhandenen Strukturen haben auch das so genannte Wirtschaftswunder ermöglicht, da an bestehende Strukturen angeknüpft werden konnte und diese nicht von Grund auf neu geschaffen werden mussten.


    Vor diesem Hintergrund ist Afghanistan verloren. Und vor diesem Hintergrund sind alle konservativ-islami(sti)schen Länder ohne langfristige ökonomische Perspektive für die Breite der Gesellschaft mehr oder weniger verloren.

    Der Westen muss aufhören, der islamischen Welt zu erklären, wie sie zu leben hat. (Das lassen sich übrigens die Chinesen genauso wenig vorschreiben.)

    Ich habe es hier ja schon öfter geschrieben. Der Islam begreift sich als überlegene Kultur - das steht im Widerspruch zu den politischen und ökonomischen Realitäten. Wenn man es zuspitzt, dann sind die Religiosität und die Herrschaft des Mannes (über die Frau) die beiden Bereiche, die dem Islam geblieben sind in einer Welt, in der er keine große politische und ökonomische Rolle mehr spielt.


    Vor diesem Hintergrund werden Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit als Gefährdung der eigenen Kultur wahrgenommen - das war im Christentum aus Sicht der katholischen Kirche über Jahrhunderte nicht wesentlich anders. In Europa hat man sich seit der Reformation über fast zwei Jahrhunderte hinweg deswegen gegenseitig die Köpfe eingeschlagen. Und der Weg zur Demokratie hat auch in Europa seit der französischen Revolution bis Mitte des 20. Jahrhunderts die physische Eliminierung des politischen Gegners als probates Mittel der politischen Auseinandersetzung gekannt.


    Dass es für eine Gesellschaft in der heutigen Welt ruinös ist, 50% ihrer Mitglieder Bildung und Teilhabe und damit die Möglichkeit auf Fortschritt für die Gesellschaft zu verwehren, muss die islamische Welt erst in ihrer Gänze begreifen.

    Auch wenn die politische und ökonomische Dominanz des Westens ein Ergebnis militärischer Überlegenheit und der Schwäche der islamischen Welt war, so fehlt der islamischen Welt die Erkenntnis, dass der Westen nicht trotz der Teilhabe der Frauen sondern gerade wegen selbiger seine Dominanz wahren wird.


    So lässt es sich ganz primitiv auf den Nenner bringen, dass wenn Du sonst nichts mehr hast, auf das Du stolz sein kannst, es eben wahlweise Deine Religion, Dein Land oder das Ding zwischen Deinen Beinen sein muss. Das kann der Westen leider nicht "heilen". Die Einsicht muss aus sich selbst heraus wachsen.

    Was für ein Ross sollte das denn bitte sein? Ich habe doch lediglich die Bereitschaft angegeben, mich in ein fremdes Fach einzuarbeiten. Verstehe nicht warum das jetzt so negativ interpretiert wird.

    Und von einem "lockeren fachfremden unterrichten" war auch nie die Rede.

    Also ich sehe die unmittelbare Nähe des Fachs Geschichte zum Fach Erdkunde nicht so wirklich - und bei Mathematik und Physik wurde ja schon etwas gesagt. Nun scheint das ja eine Frage der Wahrnehmung zu sein, ob Du dich aufträgst oder nur die Bereitschaft erklärst. Das würde ich taktisch in einem Auswahlgespräch erst dann ansprechen, wenn die Kommission explizit danach fragt.

    Etwas anderes wäre es natürlich, wenn in der Stellenausschreibung die Erwartung formuliert ist, dass man die Bereitschaft mitbringen soll, einen Zertifikatskurs Physik Sek I zu absolvieren. Da wird das ausdrücklich erwünscht und wäre ein Pluspunkt.

    Also in Ermangelung das tatsächlichen Themas wird das schwierig - und Literatur wird auch schwierig.


    Beratung setzt ja Beratungswunsch und -bedarf voraus. Neben den Kenntnissen des aktuellen Themas bedarf es da der Fähigkeit des Zuhörens, des Feedbackgebens und der Kenntnis des Themas und seiner Möglichkeiten. Ich würde auf Corona und Förderung tippen bzw. irgendwas in diesem Dunstkreis.

    Was Du tun kannst, ist, Dir einen Überblick über die aktuellen pädagogischen Debatten im schulischen Umfeld zu verschaffen. Dazu schaust Du Dir die Seiten des Kultusministeriums, der KMK sowie die Themen der Presse an. Ggf. kannst Du bei einigen Themen überlegen, in welche Richtung Du hier beraten würdest. Das Ganze müsste dann noch mit dem pädagogischen Konzept der Stammschule in Einklang gebracht werden.

    Damit sollte man dann eigentlich "gerüstet" sein.

    Bolzbold, ja, das stimmt.

    Ich hätte mir nur gewünscht, dass es nicht so geht, dass man als Lehrkraft sehen muss, dass man die Vorgaben so versteht, wie es einem selbst sinnvoll erscheint. Ich hätte mir gewünscht, dass die Vorgaben im Sinne des Gesamtprojekts frühzeitig angepasst werden und mehr Spielraum lassen, z.B. pro Halbjahr eine Arbeit ersetzen, nicht nur eine pro Schuljahr. 4 statt 5 Arbeiten o.ä.

    Die Anzahl der Klassenarbeiten in der Sek I ist in der APO SI in den Verwaltungsvorschriften geregelt. Da kannst Du bei Bedarf seitens des MSB per Runderlass innerhalb weniger Tage nachsteuern. Es wäre womöglich auch ein falsches Signal gewesen, direkt zu Schuljahresbeginn hier einzugreifen.

    Beamtenstatusgesetz (bundesweit):

    (1) Beamtinnen auf Lebenszeit und Beamte auf Lebenszeit sind in den Ruhestand zu versetzen, wenn sie wegen ihres körperlichen Zustands oder aus gesundheitlichen Gründen zur Erfüllung ihrer Dienstpflichten dauernd unfähig (dienstunfähig) sind. Als dienstunfähig kann auch angesehen werden, wer infolge Erkrankung innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten mehr als drei Monate keinen Dienst getan hat und keine Aussicht besteht, dass innerhalb einer Frist, deren Bestimmung dem Landesrecht vorbehalten bleibt, die Dienstfähigkeit wieder voll hergestellt ist. In den Ruhestand wird nicht versetzt, wer anderweitig verwendbar ist. Für Gruppen von Beamtinnen und Beamten können besondere Voraussetzungen für die Dienstunfähigkeit durch Landesrecht geregelt werden.


    Bayerisches Beamtengesetz:
    (1) Als dienstunfähig nach § 26 Abs. 1 Satz 1 BeamtStG können Beamte und Beamtinnen auch dann angesehen werden, wenn sie infolge einer Erkrankung innerhalb von sechs Monaten mehr als drei Monate keinen Dienst geleistet haben und keine Aussicht besteht, dass sie innerhalb von weiteren sechs Monaten wieder voll dienstfähig werden.

    (2) Bestehen Zweifel über die Dienstunfähigkeit, so ist der Beamte oder die Beamtin verpflichtet, sich nach Weisung des oder der Dienstvorgesetzten ärztlich untersuchen und, falls ein Amtsarzt oder eine Amtsärztin dies für erforderlich hält, beobachten zu lassen. Wer sich trotz wiederholter schriftlicher Aufforderung ohne hinreichenden Grund der Verpflichtung, sich nach Weisung des oder der Dienstvorgesetzten untersuchen oder beobachten zu lassen entzieht, kann so behandelt werden, wie wenn die Dienstunfähigkeit amtsärztlich festgestellt worden wäre.

    (3) Wird in den Fällen des § 26 Abs. 1 BeamtStG ein Antrag auf Versetzung in den Ruhestand gestellt, so wird die Dienstunfähigkeit dadurch festgestellt, dass der unmittelbare Dienstvorgesetzte oder die unmittelbare Dienstvorgesetzte auf Grund eines amtsärztlichen Gutachtens über den Gesundheitszustand erklärt, er oder sie halte den Beamten oder die Beamtin nach pflichtgemäßem Ermessen für dauernd unfähig, die Dienstpflichten zu erfüllen. Die über die Versetzung in den Ruhestand entscheidende Behörde ist an die Erklärung des oder der unmittelbaren Dienstvorgesetzten nicht gebunden; sie kann andere Beweise erheben.

    (4) Wird nach der Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit die Dienstfähigkeit wiederhergestellt und beantragt der Ruhestandsbeamte oder die Ruhestandsbeamtin vor Ablauf von fünf Jahren seit der Versetzung in den Ruhestand eine erneute Berufung in das Beamtenverhältnis, ist diesem Antrag zu entsprechen, falls nicht zwingende dienstliche Gründe entgegenstehen.


    Wegen psychischer Probleme eine Therapie zu machen und ggf. dazwischen temporär auszufallen wird sicherlich keine Versetzung in den Ruhestand mit sich bringen. Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass deswegen keine Aussicht darauf besteht, wieder dienstfähig zu werden. Dann müssten ja alle Langzeiterkrankten per se befürchten, sofort in den vorzeitigen Ruhestand geschickt zu werden. Das passiert aber nur in ganz seltenen Fällen, denn maßgeblich ist die Formulierung "keine Aussicht besteht". Das lässt sich sicherlich in einigen Fällen unzweifelhaft feststellen, dürfte aber bei vielen Erkrankungen nicht greifen. Und dann gibt es ja auch noch Leute, die wegen eines Herzanfalls oder Autounfalls länger im Krankenhaus liegen. Wenn man die alle vorzeitig in den Ruhestand schicken wollte und die Stellen neu besetzen würde, wäre das für die Länder recht teuer. Günstiger ist es, lieber eine Weile auf die Arbeitskraft zu verzichten - ggf. auch länger als sechs Monate - und dann die Person weiter zu beschäftigen, ohne Pension plus vollen Sold für die Neueinstellung auszugeben.

    Die Schulmail weist deutlich darauf hin, dass man auch von der alternativen Form der Leistungsüberprüfung Gebrauch machen kann.

    Ferner wird in der APO SI in den VV die Anzahl der Klassenarbeiten innerhalb des gesamten Schuljahres, nicht jedoch pro Halbjahr vorgegeben. Vor dem Hintergrund des Ankommens und Anknüpfens könnte man also zwei Arbeiten im ersten Halbjahr ansetzen, drei im zweiten und eine Klassenarbeit durch ein schriftliches Projekt o.ä. ersetzen. Wenn man das direkt am Anfang so entscheidet und plant, dann erscheint mir das eigentlich machbar.

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