Aber das sind doch private Probleme? Eine andere Kollegin besucht immer Montags ihre Mutter und die dritte fährt Dienstags zum Kinderturnen mit ihrem Kind. So etwas gebe ich als Wunsch an und gebe bei der Therapie an, dass ich die Zeiten noch nicht fest bestätigen kann. Alternativ wählt sie eine Zeit, die außerhalb der Unterrichtszeiten liegt. Das machen doch andere Menschen auch.
Das ist ein ganz erheblicher Unterschied.
Das eine sind private Freizeittermine, das andere - in diesem Fall die Psychotherapie - hat schon einen anderen Stellenwert. Da geht es womöglich auch darum, den/die KollegIn dienstfähig zu halten. Wir haben KollegInnen mit Krebstherapien gehabt, denen wir selbstverständlich die Tage, an denen diese Therapien lagen, freigeschaufelt haben. Angesichts der bekanntermaßen langen Wartezeiten bei Psychotherapien kann man da nicht zu wählerisch sein. Eine Schule, an der man damit rechnen muss, zwischen 8 und 16 Uhr eingesetzt zu werden, lässt einem auch nicht allzu viele Termine außerhalb der Unterrichtszeit.
Darauf Rücksicht zu nehmen fällt für mich unter den Begriff Fürsorge und wird auch vom Kollegium akzeptiert, wenn das dazu führt, dass andere KollegInnen dadurch schlechtere Pläne haben.