Beiträge von Bolzbold

    Diese Szenarien sind ja alle bereits ausführlich durchgespielt. Eine Anhebung nach A13 für alle nicht-gymnasialen Schulformen beseitigt eine Unwucht im System, schafft aber gleichzeitig eine neue Unwucht. Man könnte nun zynisch einwenden, dass numerisch mehr KollegInnen von der Angleichung nach A13 profitieren als KollegInnen benachteiligt werden, deren erstes Beförderungsamt nun für die Tonne ist.

    Die Lösung ist so einfach - und man kann sie in einem Satz zusammenfassen:
    Wenn die Intention der Angleichung der Besoldung im Einstiegs(lehr)amt die ist, dass es keinen Unterschied mehr zwischen der Wertigkeit der Schulformen geben soll, dann muss auch das restliche Besoldungsgefüge an das der Gymnasien angepasst werden.

    Nur so wird die strukturelle Ungerechtigkeit zwischen den Schulformen endgültig beseitigt. Kostet Geld, ist bei der Mehrheit der Bevölkerung aufgrund der stetig befeuerten Neiddebatte unpopulär, bringt nicht genug Wählerinnenstimmen - wird somit nicht kommen. Ende der Debatte.

    Soweit ich weiß steht bei A14-Stellen in NRW doch meist dabei, dass man sich nicht bewerben kann, wenn man schon A14 hat (oder zumindest bei den absolut meisten). Ich dachte das würde für alle A14-Stellen gelten.

    Das scheint je nach BR unterschiedlich zu sein. Ich bin da auch jedes Mal "irritiert", weil ich da keine Konsistenz in den Vorgaben zu entdecken vermag.

    De facto kannst Du an regulären Versetzungsverfahren teilnehmen - es muss dann eben, wenn die Freigabe der SL vorliegt, eine entsprechende Schule mit Bedarf gefunden werden.

    Ja, man kann als A14er versetzt werden, aber es muss einen "A14-Platz" auch irgendwo frei, es ist also schwieriger (und der Platz wird dann automatisch der Schule angerechnet, du brauchst also eine Aufgabe).
    Ob man zurückgeben kann, weiß ich nicht. Ich glaube, das für NDS gelesen zu haben, aber noch nie für NRW.

    Das habe ich in einem einschlägigen Gespräch anders mitbekommen. Uns wurde ein Versetungsvorschlag unterbreitet, wo ein Kollege bereits eine A14-Stelle innehat. Die A14-Stelle spielte bei diesem Angebot an uns keine Rolle. Für den Fall, dass er zu uns kommt, müssten wir uns eben eine Zusatzaufgabe überlegen.

    Das ist doch reine Spekulation und führt zu überhaupt nichts. Ich würde jetzt erst einmal das Gesetz zum Thema A13-Angleichung und Beförderungsämter abwarten. Da kann man dann gut draus ablesen, was kommen wird.

    Bis dahin nutzt es recht wenig, auch wenn man sich in den Osterferien möglicherweise langweilt, sich darüber intensiver Gedanken zu machen.

    In den 90er Jahren gab es die beiden Fächer und das erziehungswissenschaftliche Begleitstudium. Die Fachdidaktik wurde von einigen Fächern eher stiefkindlich behandelt, teils war sie so angestaubt, dass man damit überhaupt nichts anfangen konnte.
    Was Lernziele sind, wie man sie definiert, festlegt, wie man mit Richtlinien und Lehrplänen umgeht und das Ganze daraus ableitet - alles das habe ich im Referendariat gelernt.

    Lerntheorien und die Grundzüge von Didaktik gab es im Studium - was fehlte, war die Verbindung zur Praxis. "Damals" war das Referendariat der komplementäre Praxisteil zur akademischen, teils lebensfernen oder -fremden Theorie.

    Ich will nicht ausschließen, dass mit der heutigen Struktur des Studiums theoretisch zumindest das Referendariat von seinen Inhalten her Teil des Studiums werden könnte. Dann müsste aber auch der Vorbereitungsdienst an sich hinterfragt und angepasst werden. Denn diesen braucht es aktuell immer noch für die grundständige Lehrkräfteausbildung bzw. für eine Laufbahn im Staatsdienst.

    Das Grundproblem von solchen VerschwörungstheoretikerInnen ist a gerade, das man ihnen mit Argumenten nicht beikommt und sie sich im Besitz eines "besonderen Wissens" wähnen und sich auf diese Weise wichtig machen können. Wer sich ihnen entgegenstellt, will "die Wahrheit" ja nur nicht hören oder wahrhaben.

    Es fängt bei so Kleinigkeiten an wie "man dürfe in Deutschland nicht mehr seine Meinung kundtun" und geht dann weiter zu "der Holocaust hat in dieser Form nicht stattfinden können, weil die Krematorien angeblich nicht hinreichend Kapazitäten boten" bis hin zu "9/11 wäre ein so genannter Inside-Job" gewesen. These eins und zwei kann ich mit "Bordmitteln", also mit meinem eigenen Wissen argumentativ widerlegen.

    Taktisch gesehen wollen die VT ja in diesen argumentativen Infight und sehen die Argumente des Gegenübers als Grund für eine Verschwörung, weil das ja nur alles vorgetäuscht sei.

    Die "cui bono"-Frage und die Frage nach den belegbaren Fakten könnte bei einer Diskussion helfen, gleichzeitig geht es für die VT aber dann aber auch um die Wahrung des besonderen Status' als "Mehrwissende" und letztlich auch um Gesichtswahrung, weil sie natürlich nicht als Volldeppen (also VD) dastehen wollen.

    Ich war neulich in einer schwierigen Klasse, in der aus irgend welchen Gründen die drei anstrengendsten Schüler fehlten und es war 45 min konzentriertes, leises Arbeiten möglich. Das war so erholsam, alle konnten zuhören, ich bin entspannt ins Wochenende, wirklich, mir war nicht bewusst, WIE ANSTRENGEND, kräftezehrend und auch lernhinderlich verhaltensauffällige SuS sind. Sie gehören halt zum Arbeitsalltag dazu und ich denke mir dann so, dafür gibt's das Schmerzensgeld des Beamtentums. Aber was das an Kraft und Ressourcen kostet... Das ist eigentlich eine Behinderung der Gesellschaft. Tut mir leid, wenn das politisch inkorrekt ist und vielleicht liegt es auch an meiner perönlichen Verfassung, aber es war mir so extrem aufgefallen.

    Das kenne ich aus zwei Oberstufenkursen von mir von zwei unterschiedlichen Schulen. Das war wirklich krass. Ich habe mir vorgenommen, künftig viel rigoroser gegen Störungen vorzugehen. So etwas braucht man sich nicht bieten zu lassen. Politisch inkorrekt finde ich das nicht.

    Liebe Katze,
    willkommen hier im Forum.

    Du kannst Dich hier gerne konstruktiv (oder je nachdem auch kritisch) einbringen, gleichwohl möchte ich direkt eine Sache anmerken:

    Ich war eigentlich ganz froh, dass dieser Thread ein halbes Jahr "tot" war - und das soll er aus meiner Sicht auch bleiben. Es hat überhaupt keinen Mehrwert, hier über das Verhalten der Moderation bei N4T zu diskutieren - und dass Du Dich dafür hier extra anmeldest, macht mich hellhörig.

    Du wirst auch hier einige UserInnen finden, denen unser Verhalten nicht passt und die uns Zensur, Voreingenommenheit etc. vorwerfen. Über die Motive dieser UserInnen kann man spekulieren bis streiten - über die Motive der Moderation hingegen nicht. Uns geht es um den Forumsfrieden, den zivilisierten Umgang miteinander und manchmal auch um die Vermeidung von Rechtsfolgen durch Beiträge, deren Inhalt eben diese erwarten lassen.

    Der Tipp kam hier ja schon einmal: Wer mit der Moderation von N4T (oder diesem Lehrerforum) nicht zufrieden ist, der/die ist nicht gezwungen sich dort oder hier weiter einzubringen.

    In meinem Fall heißt "Ich könnte das nicht." genau das, was ich geschrieben habe: Ich würde a) mich mit so vielen jungen SuS um mich herum, teilweise nervigen Eltern usw. schnell überfordert fühlen und b) komme ich mit Kindern einfach nicht gut klar (um ehrlich zu sein, kann ich - so leid es mir tut - mit ihnen auch nicht wirklich viel anfangen :rotwerd:).

    Diese Haltung wirkt von der Begründung her sehr plakativ. Ich kann sie zum Teil nachvollziehen, gleichwohl könnte ich das durch anekdotische Evidenz sowohl belegen als auch widerlegen. Es ist eine Frage es Umgangs mit der Situation.

    Die jungen SuS sind am Anfang sehr wuselig, aber viele KollegInnen, die bei uns in der Erprobungsstufe unterrichten, berichten davon, dass man die Klassen entsprechend erziehen müsse, dann sei es bald nicht mehr so stressig. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ohne herablassend klingen zu wollen, trifft das auch auf die Eltern zu - die allermeisten sind in direkten Gesprächen erreichbar und sind dann auch ebenso schnell nicht mehr "nervig." Den anderen darf man dann nicht so viel Raum gewähren.

    Ich habe mir bewusst professionellen Gehörschutz anfertigen lassen, damit ich in jüngeren Klassen durch den sicherlich häufiger auftretenden Geräuschpegel nicht gestresst werde. Das hilft tatsächlich.

    (Hilfreich ist auch, dass ich jetzt in einem Alter bin, wo ich eine "väterliche" (aus Sicht des einen oder anderen Kindes vielleicht auch schon großväterliche) Autorität ausstrahle, so dass eine hochgezogene Augenbraue in Verbindung mit einer aufgeklappten Handinnenfläche (quasi als Stopp-Signal) oft schon reicht, um Aufmerksamkeit und Ruhe zu bekommen.)

    Bolzbold, das reicht für ne 4😀. Mir wäre spontan noch "Reichskirchensystem" eingefallen und die Diskussion über den Begriff. Und dass der Investiturstreit auch dazu geführt hat, dass Italien und die Gebiete nördlich der Alpen sich noch weiter voneinander entfernt haben. Der Investiturstreit entzündete sich ja gerade an der Einsetzung von oberitalienischen Geistlichen. Heinrich IV. ist eigentlich ein recht dankbares Standardthema.

    Ok, darauf wäre ich jetzt nicht unbedingt mehr gekommen, aber wenn es für eine 4 reicht...

    Was war denn das Themengebiet der Klausur?

    Wenn es beschränkt war auf Mittelalter, würde ich Pest und Investiturstreit schon als Mainstreamthemen einordnen.

    Siehe oben. Wieviel könnten wir alten Hasen dazu aus dem Stand schreiben, so ganz ohne fundierte Vorbereitung?

    Ja, ich weiß, dass Heinrich IV. ein Salierkaiser war.
    Ja, ich weiß, welcher Streit der Investiturstreit war. (Einsetzen der Bischöfe mit Ring und Stab).
    Ja, ich weiß, dass Gregor VII. einer der berüchtigten Juristenpäpste war und den Primat des Papstes durchsetzen wollte.
    Ja, ich weiß dass Heinrich IV. vom Papst exkommuniziert wurde und Heinrich IV. anschließend gegen den "falschen Mönch Hildebrand, der nur durch Anmaßung Papst geworden sei" gewettert hat.
    Ja, ich glaube zu wissen, dass mit dem Gang nach Canossa 1077 der Papst zum Einlenken gezwungen wurde und man bis heute spekuliert, wie berechnend das Verhalten Heinrichs IV. war - Verzweiflung wegen drohenden Machtverlusts oder eiskalte Berechnung, weil ein reuiger Sünder Vergebung verdient hatte.
    Ich weiß auch, dass diese Auseinandersetzung zentrales Element in der Schwächung der Zentralgewalt des Kaisers (bzw. röm.-dt. Königs) war und damit eine Stärkung der Partikulargewalten (der Fürsten) einherging.
    Ich erinnere mich auch daran, dass Heinrich IV. einen heftigen Konflikt mit seinem Sohn Heinrich V. hatte, wobei Letzterer seinen Vater zur Abdankung gezwungen hat.
    Ich erinnere mich ferner, dass die Riten und Gesten von Vergebung, Unterwerfung und Huld hier mitunter neu definiert wurden - analog zu Barbarossas Kniefall von Chiavenna.

    Wenn ich drei Stunden Zeit hätte, könnte ich das hier und da noch ausschmücken, aber ich hätte weder die Lebensdaten Heinrichs IV. noch die zentralen weiteren Stationen in seinem Leben auf dem Schirm gehabt - geschweige denn Quellen und Darstellungen. Ob das dann für eine vier oder fünf gereicht hätte? Wer weiß...

    Aus eigener Erfahrung:
    Es geht nicht darum, irgendetwas zur Pest ganz rudimentär zu schreiben. Im Staatsexamen wird da schon deutlich mehr erwartet, teilweise sogar konkrete Quellen- und Autorenbezüge - zumindest war das bei meinem Examen noch so. Da reichte es nicht, die zentralen Fakten und Entwicklungslinien zu nennen bzw. im Falle des TE vermutlich bestenfalls grob zu skizzieren.
    (OK, man kann dann natürlich fragen, wie man sich das zu so vielen, anscheinend beliebigen Themen, in den Kopf knallen soll. Da waren die Themen bei mir tatsächlich griffiger und verbindlicher.)

    Also, die mir bekannte BR interessiert sich da nicht die Bohne für. Das wird dann geprüft und fertig. Das geht normalerweise noch nicht mal auf Dezernentenebene, geschweige denn auf Hauptdezernentenebene oder gar dezernatsübergreifend. Das bleibt (in NRW) auf Ebene der zuständigen Sachbearbeitung und wird von dort entschieden. Und solange man keinen Mist gemacht hat als Schule (hier beraten die Sachbearbeiter sogar, hatte das mal mit der Sachbearbeitung für BKs) bestätigen die einfach nur die Maßnahme und weisen den Widerspruch ab.

    Das müsste eigentlich immer über Dezernat 48 laufen - da sitzen ja die SchulrechtsexpertInnen. Als Schulleitung ist man gut beraten, bei entsprechenden Maßnahmen im Vorfeld nachzuhören, ob die BR die Maßnahme im Widerspruchsfall mittragen würde. Dann macht man sich nicht unnötig das Leben schwer.

    Da hast du eigentlich absolut recht…! Mein Dozent meinte, dass das Thema nicht mehr so „brennend“ war, also habe ich nachgeguckt wann es zum letzten Mal drankam: 2020… die anderen Herrscherfamilien erschienen viel häufiger… deswegen habe ich die Salier ausgeklammert und eher noch Randthemen gelernt wie zB die angelsächsische Mission

    OK, dann hast Du einerseits "auf Lücke" gelernt und andererseits übermäßig Nischenthemen gelernt. Das ist dann schlichtweg saublöd gelaufen. Was man aber daraus lernen kann, ist, dass reines Spekulieren auf die Themen ebenso reine Glückssache ist. Und ein Thema, das lange nicht drangekommen ist, wäre doch eigentlich prädestiniert dafür, wieder einmal dranzukommen, oder?

Werbung