Wie kommt ihr auf derartige Schulgrößen? Die integrierten Gesamtschulen hier haben genau wie die Gymnasien in der Gegend zwischen knapp 700 und 1300 Schüler und können dennoch alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse abbilden.
Ausgehend von einer Differenzierung auf zwei Ebenen reicht das auch, weil die Kurse entsprechend groß sein werden. Da die Gymnasien nicht differenzieren, wirkt sich die Anzahl der SchülerInnen lediglich auf die Züge in der Sek I sowie das Kursangebot in der Sek II aus.
Ab dem Moment, wo ich vier- oder fünffach differenziere, sieht das gleich ganz anders aus. Da brauche ich dann eine entsprechende SchülerInnenpopulation, um die Differenzierung auch mit dem vorhandenen Personal umsetzen zu können.
Falls sich jemand wundert, weshalb ich hier so breit differenzieren möchte:
Wir brauchen Förderung für die ganz Schwachen, aber eben auch für die ganz Starken - und eben keine räumliche und schulformspezifische Selektion. Und alle SchülerInnen sollen die Chance auf einen Schulabschluss haben. Gleichzeitig könnte man davon abkehren, wie es aktuell der Fall ist, ein weitgehend identisches Niveau in allen Fächern zu verlangen und stattdessen im Rahmen des Credit-Point-Systems bewusst in einem gewissen Rahmen Niveauunterschiede zwischen den Fächern zulassen. Ausgehend von fünf Leveln müssten dann für das Abitur eben entsprechend viele Kurse auf Level 4 oder 5 belegt werden (mit entsprechenden Noten), wobei beispielsweise auch ein Kurs auf niedrigerem Level belegt werden dürfte, wenn man durch die anderen Kurse genug Punkte sammelt.
Das hätte Potenzial für weniger Frustration und schlechte Noten. Damit könnten wir auch die "Standesunterschiede" zwischen den Lehrkräften beenden.
Das Ganze ist natürlich nicht komplett von Anfang bis Ende gedacht und müsste stark ausdifferenziert werden. (Ich frage beizeiten mal eine KI.) Wir bräuchten dann auch eine Menge LernberaterInnen, die dann die Laufbahnen mit den SchülerInnen und deren Eltern planen. Bei der Gelegenheit könnte man dann auch die Verwaltung von Schule professionalisieren und auslagern, d.h. Lehrkräfte unterrichten, erziehen, prüfen, geben Noten - sie konzentrieren sich also aufs Kerngeschäft.
Aber genug. Ich fange an zu träumen.