OK, verstehe. So eindeutig kann ich das nicht beantworten. Es gibt amts- und branchenübergreifend immer einzelne Mitarbeiter (m/w/d), die effizienter arbeiten könnten, es jedoch an festgefahrenen Strukturen, fehlender/falscher Führung oder auch involvierten Egos scheitert.
Ich will wirklich nicht den Eindruck geben, dass alle deine Äußerungen kommentierwürdig sind und dass ich den Eindruck hätte, du hättest von nichts eine Ahnung, aber es ist doch voll der Allgemeinplatz, zu behaupten, "einzelne Mitarbeiter" nicht so effizient arbeiten.
Bei dem, was Tom ansprach, bezog ich mich eher auf strukturelle Probleme - es ging u.a. um Mitarbeiter (m/w/d) des Gesundheitsamtes, lässt sich aber auch auf soziale Dienste wie das Jugendamt o.ä. ausdienen.
Just vor ein paar Tagen hatte ich ein Gespräch mit jemandem aus den sozialen Diensten und Achtung, meine Kenntnis des Bereichs ist zu oberflächlich für ganz konkrete Begriffe. Da wo vorher ein Mitarbeiter 8 Familien betreut hat (Familien, wo das Kind in der Familie ist, damit es eben NICHT aus der Familie rausgenommen wird, sondern Unterstützung anbieten, usw..), hat er heute 16.
Wir sind nicht die einzige Berufsgruppe im öffentlichen Dienst / para-öffentlichen Dienst, die immer mehr Aufgaben für dieselbe Arbeitszeit aufbekommt.
weil bürokratische Prüf- und Dokumentationspflichten verhindern, dass Mitarbeiter (m/w/d) niedrigschwellig und vor allem zeitnah helfen können, wo sie benötigt werden.
FALSCH!
weil das Nicht-zur-Verfügung-Stellen von genug Mitarbeiter*innen verhindert, dass die notwendigen Dokumentationspflichten erledigt werden können UND geholfen werden kann.
Nehmen wir eben den sozialen Dienst mit Familienbetreuung:
Soll etwa nicht mehr / weniger dokumentiert werden? Also keine Aktennotizen, um zu entscheiden, ob die Schulprobleme (WANN sind sie denn entstanden? WELCHER Natur? Absentismus? Gewalt? Schlechte Noten?) einen Zusammenhang mit der Erziehung (Wie läuft es? wer ist beteiligt?) haben? Ob es Gewalt in der Familie gibt? Ob es Stress- und Finanzprobleme gibt?
Die ganze Dokumentation ist Teil der pädagogischen, sozialarbeiterischen Arbeit, aber auch Grundlage von juristischen Entscheidungen..
[Fun fact - Exkurs: Aufgrund der fehlenden Dokumentation (und vermutlich auch fehlenden, stattgefundenen Elterngespräche - hat die BR letztes Jahr bei uns eine Nicht-Versetzung kassiert. Die Eltern, deren Kind maximal 20% der Zeit im Unterricht war, (KEIN nachvollziehbarer Grund), haben Widerspruch eingereicht.]
Wenn ich mal zum Amtsarzt gehe (egal ob jetzt real oder damals zur Verbeamtung), will ich, dass er Zeit hat und sich auch die Zeit nimmt, ohne dass dafür Schulkinder darunter leiden, aber er soll aufgrund von dokumentierten Gedanken entscheiden, ob ich Beamtin werde oder nicht. Nicht nach Bauchgefühl und das nicht nachvollziehbar.
Wir Lehrkräfte sollen aufhören, Dokumentation als eine Last zu sehen, es ist Teil unseres Jobs. Das Problem ist, dass sie on top kommt.