Beiträge von Gymshark

    Aber müsste die Dankbarkeit nicht eher von Dienstherr bzw. Schulleitung kommen? Ich glaube, hier wird eine privatwirtschaftlich nachvollziehbare Sichtweise auf den öffentlichen Dienst angewandt und das kann so nicht funktionieren.

    Die gesamte Schulausbildung zielt darauf ab, SuS für die Wirtschaft auszubilden.

    Man kann durchaus kritisch sehen, dass der Horizont der Schüler (m/w/d) bereits in der Sek I in der Form verengt wird, wenn gerade im allgemeinbildenden Schulsystem die Grundorientierung eher dahin geht, die Breite gesellschaftlichen Handels aufzuzeigen und erst auf dieser Basis eine berufliche Spezialisierung vorzunehmen.

    Lehrerin2007 : Ich würde darauf so reagieren: "Vielen Dank für Ihre Nachricht! Ihr Anliegen können Sie gerne mit mir im Rahmen meiner Sprechstunde dann-und-dann besprechen.".

    Mal schauen, wem das Anliegen dann noch so wichtig ist.

    Natürlich ist es immer schön, wenn man für seine Arbeit wertgeschätzt wird. Andererseits muss man auch ehrlich sein, dass man als Lehrkraft von den Eltern nichts erwarten sollte, da sie nicht die Auftraggeber (m/w/d) von uns sind, sondern der Staat. Wären wir in einem privatwirtschaftlichen Setting und bekämen unmittelbar Geld von den Kunden (m/w/d) wäre es sicher etwas Anderes. So müssen wir uns vor allem vor unserem Arbeitgeber und unserer Schulleitung verantworten und wenn wir da alle Vorgaben berücksichtigungen und umsetzen, ist das das Signal, dass wir unsere Arbeit gut machen.

    Ich kenne die Nennung von persönlichen Angaben nur bei Abschlussarbeiten oder Hochschulforschungsprojekten.

    Ansonsten habe ich das Gefühl, dass vielfach die wahren Belastungen im Lehrberuf nach außen hin gar nicht bekannt sind, weswegen es immer wieder dazu kommt, dass hier im Forum irgendwelche Tools vorgestellt werden, die dann auf einmal alles besser machen sollen, aber eher an Stellen andocken, an denen es gar keine wirklichen Probleme gibt.

    Die Erhöhung betrifft nur ca 15 Prozent der Schulleiter in den NRW-Grundschulen. Die anderen bekommen keine Erhöhung.

    Ja, den Teil habe ich oben gelesen und ich fände es auch besser, wenn die Erhöhung entweder für alle Schulleitungen von Grundschulen wäre - oder zumindest solche mit hohem Schulsozialindex. Wenn das Glas halb voll ist statt halb leer, sind zumindest 15% besser als 0%.

    In meinem erweiterten Bekanntenkreis gibt es einige Leute Ü50, die durch die konjunkturelle Lage des Arbeitsmarktes ihre Beschäftigung verloren haben. Viele wollen noch nicht in Rente gehen, wollen noch arbeiten, wissen aber, dass es ab einem bestimmten Alter schwer ist, Personalabteilungen davon zu überzeugen, einem eine Chance zu geben.

    Es gibt zwar ein paar (theoretische) Möglichkeiten, als Deutschlehrkraft in der freien Wirtschaft unterzukommen, aber die Konkurrenz ist sehr hoch, da es im Zweifelsfall immer Leute gibt, die deutlich jünger sind und genau in dem Bereich, in dem eine Stelle ausgeschrieben ist, schon ein Praktikum absolviert oder ihre Bachelorarbeit geschrieben haben.

    Mein Tipp: Schau mal im Internet, was es an Weiterbildungen im pädagogischen Bereich gibt - vielleicht ergeben sich hierdurch Möglichkeiten!

    Humblebee : Kommt die Rechnung nicht auf das Schuljahr bezogen auf dasselbe hinaus? Ob ich 15 Lerngruppen ein Schuljahr lang mit einer Unterrichtsstunde unterrichte oder zunächst 7 Lerngruppen in einem Halbjahr mit zwei Unterrichtsstunden und dann 8 Lerngruppen im anderen Halbjahr mit zwei Unterrichtsstunden... Am Ende habe ich ja trotzdem innerhalb dieses Schuljahres insgesamt 15 Lerngruppen unterrichtet.

    Wenn wir die Verwendung von Bildungssprache nicht als temporäres, isoliertes Theaterspiel, sondern als ganzheitliches, gesellschaftliches Ziel betrachten, ist es nur konsequent, wenn wir diese nicht nur in schriftlichen Prüfungen verwenden, sondern auch z.B. in mündlichen Leistungsüberprüfungen. Die Vorstellung kommt uns deswegen gestellt vor, weil wir in dem Punkt auf Systemebene inkonsequent waren. Dadurch erwerben Schüler (m/w/d) im Laufe der Zeit ein inkonsistentes Sprachregister "Bildungssprache", was sich dann auch in den Ergebnissen der bekannten Vergleichsstudien und der Schwäche in den Möglichkeiten des sozialen Aufstiegs zeigt.

    plattyplus : Ich finde es schwierig, wenn immer eine einheitliche Lösung "von oben" gefordert wird, da hierdurch die Autonomie der einzelnen Schulen beschnitten wird. Ein gewisser Entscheidungsspielraum ist nicht per se schlecht.

    Bei den Fächern, die du dir mit anderen Kollegen teilst, würde ich mich noch vor Beginn des nächsten Schuljahres mit den entsprechenden Kollegen treffen, das Curriculum ausdrucken und dann markieren, wer was im Unterricht behandelt. Du unterrichtest dann sagen wir mal die gelben Inhalte, die Kollegen die roten oder grünen Inhalte. Müsst ihr gemeinsame Prüfungen oder darf jeder Kollege je eine eigene Prüfung durchführen? Bei der Endnote würde ich dann 50/50 machen - liegen Schüler (m/w/d) genau zwischen zwei Noten, könntet ihr eine finale mündliche Abfrage oder so machen.


    PS: Wirtschaftspädagogik ist doch keine seltene Fachrichtung. Wenn ich mich richtig erinnere, ist dieses oft vom Quereinstieg ausgeschlossen, weil es genug Lehramtsabsolventen (m/w/d) gibt. Warum bekommt ihr an eurer Schule dann keine zusätzliche Lehrkraft mit dieser beruflichen Fachrichtung zugewiesen, wenn anscheinend so hoher Bedarf besteht?

    Seph : Ich bin ja grundsätzlich, wie auch ein Großteil der Bildungsexperten (m/w/d), für Förderung von Bildungssprache - und im Idealfall erzeugen wir damit kein schulisches Vakuum, sondern erreichen damit, dass die Jugendlichen (m/w/d), und natürlich auch solche, die zugewandert sind, auch außerhalb der Schulzeit ein sprachlich vielseitiges Register nicht nur entwickeln, sondern aktiv verwenden.

    Dennoch muss ich zugeben, dass diese von dir zitierte Mathematikaufgabe mehr als unglücklich formuliert ist. Auch unter der Berücksichtigung von Bildungssprache sollte es bei Prüfungen im Fach Mathematik primär um die Überprüfung mathematischer (und nicht um Lese-) Kompetenzen gehen.


    chilipaprika : Du hast Recht, dass Mündlichkeit und Schriftlichkeit unterschiedliche sprachliche Eigenschaften aufweisen, die auch die Bewertung von Leistungsnachweisen beeinflussen. Mündliche haben andere Herausforderungen als schriftliche Leistungsüberprüfungen, sie sollten aber auch im Kern die Orientierung an curricularen Lernzielen verfolgen.

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