Beiträge von Gymshark

    Aus meiner schulischen wie außerschulischen Erfahrung muss ich sagen, dass sich viele Jugendliche mit kreativem Denken schwer tun. Es setzt voraus, sich auf eine (teilweise) unbekannte Situation einzulassen, selbstständig zu handeln und auch mal auszuhalten, geduldig sein und erst einmal etwas Mühe und Zeit investieren zu müssen, statt den Lösungsprozess unmittelbar ptäsentiert zu bekommen. Und das ist für einige junge Leute zu anstrengend. Manche sitzen es auch einfach aus und warten, bis ihnen jemand den Lösungsprozess präsentiert.

    Daher glaube ich, dass man kreatives Denken nicht vermitteln kann. Entweder man hat es von Natur aus, weil man der Typ Mensch ist, der gerne Rätsel löst und Dinge auch abseits der Norm macht, oder man arbeitet gerne nach vorgegebenem Schema F.

    Der Sinn der Erfassung ist schlichtweg auch, Überforderung und Missbrauch zu vermeiden, sodass keiner 60 Stunden arbeitet und es dann noch seitens der Schulleitung heißt "Das MUSS ganz dringend erledigt werden. Das ist super wichtig und ohne das geht es nun absolut nicht.".

    Man muss das noch nicht mal einfordern, die meisten wollen ja, aber der deutsche Staat lässt sie nicht. Oder anders, wenn man einfordert, sollte man ihnen vielleicht auch nicht so dermaßen viele Steine in den Weg legen.

    Es gibt ja Gründe, warum in unseren Nachbarländern prozentual viel mehr Ukrainer einer Arbeit nachgehen als in Deutschland.

    Dann muss man es aber auch Arbeitsmigration nennen - nicht Flucht/Asyl.

    Die Argumentation verstehe ich, Palim , ich fürchte nur, dass das wieder Wasser auf den Mühlen von AfD und Verschwörungstheoretikern wäre, die im Jahr 2022 bereits meinten, dass die Geflüchteten in der Masse doch nicht zurückkehren, sondern in Deutschland bleiben würden.

    Auf Landesebene profitiert die Ukraine im Falle eines Wiederaufbaus natürlich davon, wenn die jungen Männer in die Ukraine zurückkehren statt hierzubleiben. Die CDU und die FDP haben jetzt die Streichung von Bürgergeldansprüchen von Ukrainern ins Spiel gebracht. Wie so oft in diesen Zusammenhängen muss auch hier wieder unterschieden: Geht es um Arbeitsmigration (dann entsprechender rechtlicher Vorgang) oder um Asylgesuch (dann entsprechender rechtlicher Vorgang).

    Okay, deine Frage oben lautete also eigentlich nicht "Was meinst du mit dem fettgedruckten Teil", sondern "Ich will das nicht verstehen, weil ich es moralisch schwierig finde, wenn Einwohner aus anderen Ländern bei uns bleiben möchten."

    Konkreter "Geflüchtete".

    Du musst zugebeben, dass bei Flucht nicht nur der Gesetzesrahmen ein anderer ist, sondern die emotionale Komponente irgendwo immer mit reinspielt, worauf ich mich in der letzten Nachricht insbesondere bezog.

    Dann hätten sie aber auch fairerweise vor dem Krieg migrieren können. Aktuell investieren Millionen Menschen in der Ukraine aber auch andernorts enorm viel Mühe, Zeit, Massen an Geld und Muskelkraft nicht nur für das Land und die Infrastruktur, sondern noch viel stärker für die Menschen, die dort wohnen, die dort mal wohnten. Es sterben jeden Tag Menschen für diese Menschen, die aktuell zum Beispiel in Deutschland leben.

    Mit dem Hintergrund zu argumentieren "vielleicht wollen sie nicht zurück" finde ich, ganz vorsichtig formuliert, moralisch schwierig.

    "Wenn sie wollen" heißt "Wenn sie wollen". Vielleicht bleiben sie auch lieber hier und gehen nicht zurück.

    Sie sind doch als Flüchtlinge hier und nicht als Arbeitsmigranten - das sind zwei unterschiedliche rechtliche Vorgänge.

    komische Frage. Wenn die Russen aus der Ukraine verschwunden sind, können sie wieder nach Hause und das Land wieder aufbauen, wenn sie wollen.

    Was meinst du mit dem fettmarkierten Teil?

    Ich denke, dass die Ukraine Russland langfristig besiegen kann, wie es die Mudschahedin in Afghanistan bereits in den Jahren 1979-89 auch geschafft haben.

    Und was passiert danach? Welche Auswirkungen hat das auf die Ukrainer, die derzeit außer Landes sind?

    Da liegst du jedoch in der Regel einige Gehaltsgruppen unter A13, was Sonderschulpädagogen erhalten.

    Stimmt zwar, aber wenn alle Pädaogikinteressierten ihre Berufswahl ausschließlich danach ausrichten würden, hätten wir irgendwann keine Sozialarbeiter, Erzieher, Heilpädagogen, Schul- und Alltagsbegleiter u.ä. mehr. Die finanziellen Aussichten sollten irgendwo bei der Berufswahl Berücksichtigung finden, sind aber natürlich nur einer von vielen Punkten, die es zu bedenken gibt.

    Ich bin sehr gespannt, ob Putin das politisch überleben wird.

    Der Mann ist 71 und stinkreich. Ich denke, ein negativer Ausgang des Krieges hätte für ihn persönlich kaum nennenswerte Folgen. Im Zweifelsfall setzt er sich ab und verbringt seine letzten Jahre dort, wo ihn keiner finden wird.

    Theoretisch könnte jeder von uns jede Aufgabe, die im Bildungskosmos vorkommen kann, durchführen. Vieles würde schlecht laufen und es wäre eine zeitökonomische Katastrophe.

    Daher ist es zwingend, dass an der Stelle einmal eindeutig festgehalten wird, welche Aufgaben unbedingt von Lehrkräften durchgeführt werden müssen und welche Aufgaben an andere Fachkräfte abgegeben werden können - auch um wiederum den Lehrern den Rücken freizuhalten, dass sie sich um ihre Kernaufgaben - Aufgaben für die sie jahrelang ausgebildet und doch recht ordentlich bezahlt werden.


    Alle Kernaufgaben müssen in 41 Stunden gut leistbar sein, da es aus Arbeitsschutz- und Gesundheitsgründen nicht sein darf, dass diese Zeit regelmäßig deutlich überschritten wird. Da genügt auch nicht der Verweis auf die Schulferien, in denen zumindest der aktive Unterricht entfällr und dadurch der Arbeitsaufwand sehr stark verringert ist.

    fachinformatiker hat Recht: Verlust von Gebietsland ist das geringere Übel vor Tod und Leid. Wenn ich meine Maximalforderung (Alle Russen von meinem Land schmeißen.) nicht durchbekomme, ist dieser Kompromiss mir lieber als ein andauernder Krieg mit allen negativen damit verbundenen Folgen.

    Hoffen wir, dass du Recht behältst. Ich würde mal behaupten, dass die absolute Minderheit in diesem Land, selbst unter AfD- und BSW-Wählern, diesem Krieg auch nur irgendetwas Positives abgewinnen kann. Die Meinungen gehen nur auseinander, wie dieser Krieg enden sollen.

    Auf der Individualebene hätte ich zusätzlich noch die Möglichkeit der Klage (funktioniert natürlich nur in einem Rechtsstaat), die Flucht/Umzug oder die Selbstjustiz. Ein Gerichtsverfahren gegen Russland sehe ich in nächster Zeit nicht kommen, die Ukraine kann noch keine Naturgesetze überlisten und sich physisch von der Landesgrenze zu Russland lösen, und Selbstjustiz, mmm... Ich muss an der Stelle spontan an Stauffenberg denken, aber ich weiß nicht, ob das "Problem" durch den Tod Putins gelöst wäre oder ob er so einen riesigen Machtapparat hinter sich hätte, dass dann der nächste Verrückte nachrückt.

    Du siehst, es ist eine in sich verzwickte Situation.

    fachinformatiker hat da schon ein paar Mal etwas dazu geschrieben. Man fängt mit der Maximalforderung an, die der jeweils Andere nachvollziehbarerweise natürlich ablehnen wird. Dann geht man aufeinander zu bis man einen Punkt findet, bei dem beide Parteien mit den Vereinbarungen leben können. Das Ganze kann auch mit einer Vertragsstrafe bei Regelbruch auf einer Seite verknüpft werden.

    Garantien gibt es im Leben nicht; es muss also auf Vertrauen hinauslaufen.

    Pyro : Wenn wir mal bei der Koexistenz bleiben, aber ohne Kompromiss, sondern mit eindeutigem Sieger, würde das bedeuten, dass die Ukraine es irgendwie schafft, die Russen aus dem Land rauszubekommen, die dann ja auch nicht denken "Ach, war einen Versuch wert, aber hat nicht sollen sein. Dann eben nicht.". Sie würden immer wieder den Versuch wagen. Ukraine müsste eine Mauer hochziehen und auf alle Zeit den Luftraum bewachen, da ein Angriff jederzeit passieren könnte. Schwebt Selenskiy sowas vor? Es reicht ja nicht, die Russen irgendwie rauszubekommen, sondern noch wichtiger wäre die Frage "Was passiert danach?". Und deswegen komme ich immer wieder auf den Kompromiss zurück.

Werbung