Beiträge von Gymshark

    aber der Kollege sollte schon wissen, wie es für ihn aussehen wird, also falls er sich noch für die Schule entscheidet.

    Ich wage zu behaupten, dass es für eine im Studium befindliche, angehende Lehrkraft nicht entscheidend ist, ob die Arbeitszeit formal jetzt 39 oder 41 Wochenstunden beträgt. Entscheidender ist da eher schon jetzt der Hinweis, dass es im Lehrberuf (noch) keine Zeiterfassung gibt und so die einzelne Lehrkraft selbst darauf achten muss, dass der aufgebrachte Zeitaufwand für die Arbeit außerhalb der Unterrichtsstunden (Vorbereitung, Korrekturen, Elternarbeit, Unterrichtsausflüge, Konferenzen) verhältnismäßig bleibt.

    ToReT : Die berufliche Zufriedenheit sollte im Lehrberuf nicht von der Motivation der Schüler (m/w/d) abhängig gemacht werden. Als Lehrkraft setzt du staatliche Vorgaben um und daher sollte die Messung deines persönlichen Erfolgs eher darin liegen, inwieweit es dir gelungen ist, diese Vorgaben umzusetzen. Es kann daher sein, dass du etwas unterrichten musst, was der Staat als äußerst wichtig für die Grundbildung junger Menschen erachtet, worauf deine Lerngruppe aber gerade genau 0% Interesse hat. Das bitte unbedingt im Kopf behalten, wenn du diesen Beruf ergreifen möchtest, um zu vermeiden, dass dies auf Dauer zu Frust führt.

    Ich habe jetzt nicht Englisch als Fach und kenne auch nicht die Curricula aller Bundesländer, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwo gänzlich auf die Behandlung von Literatur verzichtet wird, und wenn es Bilderbücher oder didaktisierte Texte sind. Dafür ist die Auseinandersetzung mit zielsprachigen Texten für den Unterricht der modernen (Fremd-)Sprachen von zu zentraler Bedeutung.

    Ist es nicht grundsätzlich gut, wenn ein angehender Kollege sich gegen die klassische Überschuss-Fächerkombination schlechthin entscheidet? Die letzten paar Kommentare wirken dahingehend eher kontraproduktiv, obgleich ich Kris24 insofern Recht geben muss, dass Sportlehrkräfte Lärm in der Sporthalle abkönnen müssen - nicht nur mit 30, sondern auch später mit 50 oder 60.

    Laut Bedarfseinschätzungen (siehe hier) hat in Hessen Geschichte nur Bedarf und Deutsch immerhin mittleren Bedarf. Wenn du jetzt durch die Praktika gemerkt hast, dass du auch inhaltlich mit diesen Fächern nicht so ganz zufrieden bist, macht es durchaus Sinn, den Plan noch einmal zu überdenken. Wir haben ja im Lehramt allgemein das Problem, dass es zunehmend mehr Fächer/Schulformen mit Mangel bei gleichzeitig mehr Fächern/Schulformen mit Überschuss gibt.

    Mit L2 sind vermutlich die Schulformen der Sekundarstufe I gemeint, oder? Kannst du dir dein Staatsexamen mit den derzeitigen Fächern auch für die Sekundarstufe I anerkennen lassen oder willst du auch diese Fächer nicht mehr in der Sekundarstufe I unterrichten? Meine Idee für dich wäre nämlich gewesen, wenn möglich, Deutsch und Geschichte (für die Sekundarstufe I) anerkennen zu lassen und dann noch zusätzlich deine Wunschfächer Mathematik und Sport (laut der Bedarfseinschätzung beides Mangelfächer im Sekundarstufe I-Bereich, das wäre also eine gute Wahl!) draufzupacken. Was hältst du davon?

    Das ist jetzt sehr vorsichtig formuliert: "können eingeschränkt werden". Das ist jetzt nicht gerade sonderlich eingechränkt. Für den Einen sind rosa gefärbte Haare ("Art der Haar[tracht]") in Ordnung, für die Andere nicht mehr. Ich habe das Gefühl, diese Regelung setzt voraus, dass "Beamtinnen und Beamte" insgeheim schon ein gewisses Gespür dafür haben, was noch im Rahmen ist und was nicht mehr, wodurch es gar keine Grenzfallbetrachtung bräuchte. So eindeutig ist es aber wohl doch nicht.

    Nur machen das bei uns die Betriebe nicht mit.

    Aus betrieblicher Sicht machen Praktika (die ja zunächst erst einmal für Betriebe mehr Arbeit bedeutet, weil jemand abbestellt werden muss, um die Praktikanten (m/w/d) einzuweisen und zu betreuen) dann Sinn, wenn die Betriebe wissen, dass sie nur schwer an Nachwuchskräfte kommen und so bereits früh bei jungen Leuten einen guten Eindruck hinterlassen und einem drohenden Mangel entgegensteuern können.

    Da muss man dann unterscheiden zwischen Betrieben, die derzeit äußerst wählerisch sein können, weil die Leute aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise bei ihnen regelrecht Schlange stehen, um eine der ausgeschriebenen Stellen doch irgendwie zu bekommen, und solchen, die mit Mühe und Not ausgeschriebene Stellen besetzen können.

    Ich weiß nicht, welche Art von Betrieben für deine Schüler (m/w/d) potentiell infrage kommen, aber je nach Branche können sich die entsprechenden Betriebe derzeit entsprechende Sonderwünsche leisten - oder eher weniger.

    McGonagall : Bei Vollverschleierung gebe ich dir Recht - Österreich geht da ja aktuell noch weiter als es in Deutschland der Fall ist. Bei religiösen Symbolen (also z.B. Kreuzhalskette) streiten sich die Geister, weil der Staat zwar neutral auftreten soll, es aber keine strenge Teilung wie in Frankreich gibt.

    Ebenso ist die Frage, inwieweit Lehrkräfte politisch auftreten dürfen. Sie dürfen außerhalb der Schule politisch engagiert sein, aber mein Stand ist, dass es nicht 100% geklärt ist, ob auch eine Lehrkraft im Dienst sagen darf "Partei X ist gut/nicht gut.". Bei verbotenen Symboliken ist aber die Sache natürlich wieder klar.

    Es geht nicht einmal um eine feste vorgeschriebene Kleiderordnung, vieles ergibt sich auch aus einem grundlegenden Menschenverstand und Lebebserfahrung. Wenn draußen -5 Grad Celsius herrschen, macht es keinen Sinn, im Bikini zur Arbeit zu kommen. Bei 40 Grad Celsius entsprechend nicht im Schneeanzug. Das ist mit Schutz vor Witterung gemeint.

    Schutz vor Witterung dürfte allenfalls unter Arbeitssicherheit fallen.

    Für mich sind das zwei unterschiedliche Kategorien. Arbeitssicherheit bedeutet, die Art von Kleidung zu tragen, die mich vor Kontamination oder Verletzung bedingt durch das Verrichten der Tätigkeit schützt. Schutz vor Witterung bedeutet, die Art von Kleidung zu tragen, die mich vor Hitze, Kälte oder Niederschlag schützt.

    Eine Kleidungsordnung macht bei folgenden vier Fällen Sinn:

    • Arbeitssicherheit
    • Corporate Identity (insofern ggf. relevant)
    • Schutz vor Witterungseinflüssen
    • Vermeidung von sexueller Belästigung (Exhibitionismus o.ä.)

    Wenn keine Corporate Identity-Regelung (Das wäre im Schulkontext z.B. eine verpflichtende Schuluniform) vorliegt, kein Labor- oder Werkunterricht erteilt wird, die Witterung es entsprechend zulässt und die Länge nicht einen Bereich erreicht, bei dem Geschlechtsorgane zu entblößen drohen, sehe ich keinen Grund, der gegen eine kurze Hose spricht.

    Man braucht aber ehrlicherweise ein dickes Fell, um als männlich gelesene Person im Rock in der Schule aufzutauchen. Wir sollten zwar gesellschaftlich weiter sein, aber wenn Kleidung fernab von Gendernormen getragen wird, wird das auch im Jahr 2026 immer noch nicht als Ausdruck persönlichen Geschmacks betrachtet, sondern zumeist zumindest mit schiefen Blicken, wenn nicht gar mit Gelächter bewertet.

    Es ist so oder so ein "Was wäre wenn"-Szenario, aber ja, wenn Lehrkräfte bei nicht-lehrenden Tätigkeiten durch zusätzliches Personal unterstützt würden, ergäben sich dadurch zwei Folgeüberlegungen:

    a) die Unterrichtsverpflichtung wird erhöht, da Lehrkräfte jetzt mehr Zeit hätten, sich um ihr Kerngeschäft zu kümmern.

    ODER

    b) die Unterrichtsverpflichtung bleibt gleich, wodurch Lehrkräfte jedoch mehr Zeit als bisher erhalten, Unterrichtstunden vor- und nachzubereiten.

    Tom123 : In dem konkreten Fall ging es damals nicht um weniger bezahlen, da Primarstufenlehrkräfte in BW weiterhin A12 bekommen. Es ging eher darum, ob die Besoldung gleich bleiben und dafür Lehrkräfte durch zusätzliches nicht-lehrendes Personal entlastet oder die Besoldung steigen und die Zusatzaufgaben weiterhin durch die Lehrkräfte durchgeführt würden.

    In der aktuellen Zeit würde ich nicht von der "gelobten freien Wirtschaft" sprechen, da geht es aktuell ziemlich bergab. Und wenn irgendwo Leute neu eingestellt werden, wird da schon genau hingeschaut, dass diese Fachkraft ja nicht zu hohe Gehaltsvorstellungen hat.

    Aber, wenn wir ehrlich sind, auch im öffentlichen Dienst läuft es zumindest im Bildungsbereich auf weniger Budget hinaus, daher sehr relevante Fragen in deinem letzten Abschnitt, in der Tat.

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