Beiträge von Gymshark

    In meinem erweiterten Bekanntenkreis gibt es einige Leute Ü50, die durch die konjunkturelle Lage des Arbeitsmarktes ihre Beschäftigung verloren haben. Viele wollen noch nicht in Rente gehen, wollen noch arbeiten, wissen aber, dass es ab einem bestimmten Alter schwer ist, Personalabteilungen davon zu überzeugen, einem eine Chance zu geben.

    Es gibt zwar ein paar (theoretische) Möglichkeiten, als Deutschlehrkraft in der freien Wirtschaft unterzukommen, aber die Konkurrenz ist sehr hoch, da es im Zweifelsfall immer Leute gibt, die deutlich jünger sind und genau in dem Bereich, in dem eine Stelle ausgeschrieben ist, schon ein Praktikum absolviert oder ihre Bachelorarbeit geschrieben haben.

    Mein Tipp: Schau mal im Internet, was es an Weiterbildungen im pädagogischen Bereich gibt - vielleicht ergeben sich hierdurch Möglichkeiten!

    Humblebee : Kommt die Rechnung nicht auf das Schuljahr bezogen auf dasselbe hinaus? Ob ich 15 Lerngruppen ein Schuljahr lang mit einer Unterrichtsstunde unterrichte oder zunächst 7 Lerngruppen in einem Halbjahr mit zwei Unterrichtsstunden und dann 8 Lerngruppen im anderen Halbjahr mit zwei Unterrichtsstunden... Am Ende habe ich ja trotzdem innerhalb dieses Schuljahres insgesamt 15 Lerngruppen unterrichtet.

    Wenn wir die Verwendung von Bildungssprache nicht als temporäres, isoliertes Theaterspiel, sondern als ganzheitliches, gesellschaftliches Ziel betrachten, ist es nur konsequent, wenn wir diese nicht nur in schriftlichen Prüfungen verwenden, sondern auch z.B. in mündlichen Leistungsüberprüfungen. Die Vorstellung kommt uns deswegen gestellt vor, weil wir in dem Punkt auf Systemebene inkonsequent waren. Dadurch erwerben Schüler (m/w/d) im Laufe der Zeit ein inkonsistentes Sprachregister "Bildungssprache", was sich dann auch in den Ergebnissen der bekannten Vergleichsstudien und der Schwäche in den Möglichkeiten des sozialen Aufstiegs zeigt.

    plattyplus : Ich finde es schwierig, wenn immer eine einheitliche Lösung "von oben" gefordert wird, da hierdurch die Autonomie der einzelnen Schulen beschnitten wird. Ein gewisser Entscheidungsspielraum ist nicht per se schlecht.

    Bei den Fächern, die du dir mit anderen Kollegen teilst, würde ich mich noch vor Beginn des nächsten Schuljahres mit den entsprechenden Kollegen treffen, das Curriculum ausdrucken und dann markieren, wer was im Unterricht behandelt. Du unterrichtest dann sagen wir mal die gelben Inhalte, die Kollegen die roten oder grünen Inhalte. Müsst ihr gemeinsame Prüfungen oder darf jeder Kollege je eine eigene Prüfung durchführen? Bei der Endnote würde ich dann 50/50 machen - liegen Schüler (m/w/d) genau zwischen zwei Noten, könntet ihr eine finale mündliche Abfrage oder so machen.


    PS: Wirtschaftspädagogik ist doch keine seltene Fachrichtung. Wenn ich mich richtig erinnere, ist dieses oft vom Quereinstieg ausgeschlossen, weil es genug Lehramtsabsolventen (m/w/d) gibt. Warum bekommt ihr an eurer Schule dann keine zusätzliche Lehrkraft mit dieser beruflichen Fachrichtung zugewiesen, wenn anscheinend so hoher Bedarf besteht?

    Seph : Ich bin ja grundsätzlich, wie auch ein Großteil der Bildungsexperten (m/w/d), für Förderung von Bildungssprache - und im Idealfall erzeugen wir damit kein schulisches Vakuum, sondern erreichen damit, dass die Jugendlichen (m/w/d), und natürlich auch solche, die zugewandert sind, auch außerhalb der Schulzeit ein sprachlich vielseitiges Register nicht nur entwickeln, sondern aktiv verwenden.

    Dennoch muss ich zugeben, dass diese von dir zitierte Mathematikaufgabe mehr als unglücklich formuliert ist. Auch unter der Berücksichtigung von Bildungssprache sollte es bei Prüfungen im Fach Mathematik primär um die Überprüfung mathematischer (und nicht um Lese-) Kompetenzen gehen.


    chilipaprika : Du hast Recht, dass Mündlichkeit und Schriftlichkeit unterschiedliche sprachliche Eigenschaften aufweisen, die auch die Bewertung von Leistungsnachweisen beeinflussen. Mündliche haben andere Herausforderungen als schriftliche Leistungsüberprüfungen, sie sollten aber auch im Kern die Orientierung an curricularen Lernzielen verfolgen.

    Zauberwald, du kannst dir ja mal den Spaß erlauben und die Lautstärke in einer durchschnittlichen Stunde messen. Ggf. lässt sich daraus sogar eine Unterrichtsstunde machen mit anschließender Diskussion der Ergebnisse mit den Schülern (m/w/d), inkl. Vergleich mit empfohlenen Maximalwerten und der Sammlung von Möglichkeiten, um die Lautstärke zu reduzieren, um sich diesen Maximalwerten anzunähern.

    Ohne Details über den Unterricht dieser speziellen Schule können wir nur Vermutungen anstellen. Ich finde, es ist grundsätzlich ein Problem, wenn Schüler (m/w/d) zu spät durchfallen, weil es in solchen Fällen oft schon deutlich früher Anzeichen gab, diese aber entweder nicht gesehen wurden oder sie wurden gesehen, aber es wurde nicht reagiert, sodass die Defizite mit der Zeit immer größer wurden. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir als Lehrkräfte und als Bildungssystem wieder dahinkommen, die curricularen Vorgaben ernstzunehmen und danach auch zu werten. Dann kann bei Abschlussprüfungen oder im Übergang zwischen Schulstufen keine böse Überraschung mehr kommen.

    Caro07 : Der inhaltliche Anspruch wird mit weiterem Voranschreitem innerhalb des Bildungssystems zudem ja auch immer höher, wodurch es sogar schwieriger ist, sein eigenes Leistungsniveau zu halten oder gar zu steigen. Am Ende hat natürlich jede und jeder seine persönliche Leistungsgrenze und es ist spannend, zu erfahren, an welchem Punkt diese erreicht ist. Gerade bei den 1,0er-Kandidaten (m/w/d) ist anzunehmen, dass diese noch sehr viel Potential haben bis zum Erreichen ihrer persönlichen Grenzen haben.

    Wir hatten dieses Jahr unglaublich viele SuS mit 1,0.

    Das ist bereits ein schockierender Satz mit Blick in die Vergangenheit. Ich erinnere mich noch an die Zeit, in der es jemand mit 1,0 in die Regionalzeitung schaffte. Die Person galt als Genie. Inzwischen hat praktisch jeder Abiturjahrgang mindestens eine Person, die 1,0 erreicht hat. Bei uns waren es jetzt auch wieder 3.

    Was es früher in dem Ausmaß nicht gab, war, dass Leute wirklich in allen Fächern durch die Bank weg absolute Leistungsspitze waren. Da war jemand vielleicht in Mathe einsame Spitze, aber in Sprachen "nur" ganz OK - und andersherum. Die richtig Guten waren in keinem Fach nur einstellig. Aber praktisch überall 14/15 Punkte? Im Prinzip heißt das ja, dass man bei diesen Leuten egal welche curricularen Vorgaben vorlegen könnte - alle Lernziele wurden erreicht, und das sogar in Anforderungsbereich 3. Einen Schritt weitergedacht ist ja gerade die breite Allgemeinbildung in möglichst allen zentralen Bereichen das Ziel des allgemeinbildenden Schulsystems, und zumindest innerhalb dieser Teilgruppe der Schülerschaft scheint das besser zu gelingen als früher.

    Die Selbstentfaltungsmöglichkeiten hängen natürlich sehr davon ab, in welchem Beruf man tätig ist. Als Künstler (m/w/d) stehen einem mehr Türen offen als einem Beamten (m/w/d) im öffentlichen Dienst. Dennoch ist Madonna ein gutes Vorbild für eine Person, die stets das gemacht hat, was sie wollte und nicht das, was gesellschaftlichen Konventionen entsprach. Ein männliches Gegenstück hierzu wäre vielleicht Udo Lindenberg. Vielleicht gibt es ja auch für dich kleine Freiräume in deinem Alltag, deine innere Madonna nach außen kehren zu lassen, Zauberwald .

    Jedes Jahr auf's Neue kommt die Kritik auf, dass das Abitur "verschenkt" werde, die Noten zu gut ausfallen und zu viele Schüler (m/w/d), denen die Hochschulreife formal zugesprochen wird, faktisch nicht hochschulreif sind. Am Ende lässt sich diese Tendenz nur durchbrechen, indem zur Leistungsfeststellung wieder konsequent die curricularen Maßstäbe angesetzt werden. Dort heißt es ja immer "Die Schüler (m/w/d) können...". Und wenn die Schüler (m/w/d) etwas im Rahmen einer Leistungsfeststellung nicht können, dann wurde das Lernziel nicht erreicht und die Leistung ist nicht mehr im ausreichenden Bereich.

    Dass so viele Schüler (m/w/d) dann ausgerechnet in den Abschlussprüfungen durchfallen, also kurz vor knapp, ist natürlich ungünstig - ein Durchfallen während der Kursphase wäre da noch verkraftbarer gewesen. Daher wäre die Frage, die sich mir stellt, ob zuvor wirklich die curricular vorgesehenen Inhalte vermittelt wurden und die im Rahmen der Unterrichtseinheiten festgestellten Leistungen realistisch, das heißt entsprechend der curricularen Lernziele, bewertet wurden.

    Humblebee : Hier ist eine statistische Erhebung Stand 2023. Da die Durchführung von Statistiken immer auch Geld kostet, gibt es nicht zu jedem Thema brandaktuelle Untersuchungen, aber die Tendenz dürfte auch 2026 noch ähnlich sein.

    Ich kenne durchaus auch aktuellere Beispiele von Einfamilienhäusern mit Einliegerwohnungen in meinem Umfeld, das hat aber nur anekdotischen Charakter.

    Und ja, es war "Zweifamilienhaus" gemeint.

    Das ist gut und wichtig. Du musst nur damit rechnen, dass im schlechtesten Fall eine Schule bereits genug Geschichts- und Ethiklehrkräfte hat. Oder vielleicht Bedarf im Umfang einer Lerngruppe. Das wären dann 2 Unterrichtsstunden pro Woche. Das Deputat im Sek I-Bereich ( Wolfgang Autenrieth : Korrigiere mich, wenn ich da falsch liege!) liegt derzeit bei 27 Stunden. Da kommst du alleine mit diesen Fächern an den meisten Schulen nicht einmal annähernd auf ein volles Deputat. Da bringt dann das größte Fachinteresse auch nichts.

    Und ja, im Werkrealschulbereich hast du mehr fachfremdes Unterrichten als an anderen Schule, aber auch in diesem Bereich freuen sich Schulen mehr über ein ausgewogenes Verhältnis an Fachexpertise im Kollegium als wenn alle Kollegen (m/w/d) ähnliche Fächerkombinationen mitbringen und manche Fachbereiche aus der Not heraus (fast) nur aus Fachfremden bestehen.

    Du kannst deine Lieblingsfächer gerne als Erweiterungsfächer hinzunehmen. Das ist im Zweifelsfall nie ein Fehler, sondern kann ggf. einen Pluspunkt darstellen.

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