Beiträge von Gymshark

    In den Ländern, in denen die Geburtenrate besonders hoch ist, spielen gleich mehrere Aspekte hinein, die zu dieser Geburtenrate führen. Es lässt sich schlecht ein bestimmter Faktor hiervon isolieren, weil es gerade ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren ist. Am Beispiel Afghanistan gab es vor Kurzem einen sehr interessanten Artikel, der dies erhörterte. Mehr hierzu hier.

    Da bin ich bei dir. Klar, mehr geht bekanntlich immer, aber es sollte auch bedacht werden, welche Ressourcen vorhanden sind und was tatsächlich umsetzbar ist. Es wäre zum Beispiel sicher super, wenn Betriebe extra eine Person damit beauftragen, sich ausschließlich mit der Betreuung und Einarbeitung der Auszubildenden zu beschäftigen, sodass diese Arbeit nicht immer nur nebenher läuft. Ist in den meisten Betrieben, gerade diejenigen, die unterbesetzt sind, jedoch nicht "mal eben" realisierbar. Es gibt Jobmessen und Tage der offenen Tür, aber ich würde mir wünschen, dass noch mehr Betriebe auf die Schüler zugehen würden, sodass die Jugendlichen sich auch mit Berufen auseinandersetzen können, die sie vielleicht noch nicht kennen.


    fachinformatiker : Eine Veränderung der Bevölkerungsanzahl hat immer Auswirkungen in beide Richtungen. Gibt es mehr/weniger Personen, die eine Dienstleistung benötigen, gibt es einen höheren/niedrigeren Bedarf an Fachkräften, die diese Dienstleistung anbieten. Solange beides proportional steigt/sinkt, ist das in vielen Bereichen kein Problem, wobei die Reduktion insbesondere ländlichen Regionen Probleme bereiten kann, denn dann geht es nicht darum, ob es weniger Schulen/Supermärkte/Handwerksbetriebe/Bäckereien/etc. gibt, sondern ob es überhaupt solche Einrichtungen gibt. Hier macht es für manch einen Ort schon einen Unterschied, ob es genug Kinder gibt, um einen zumindest eingruppigen Kindergarten halten zu können, da ein Ort ohne Kindergarten deutlich unattraktiver für junge Familien ist.

    Also erstmal zeigt deine Argumentation, dass Du das Problem des Fachkräftemangels nicht verstanden hast. Es geht nicht darum, dass Jugendliche keine Lust haben zu arbeiten. Es geht um eine demografisches Problem. Das löst Du nicht alleine durch bessere Arbeitsbedingungen... (Ist das nebenbei nicht auch ein Schubladendenken von dir)

    Rückwirkend lässt sich nichts verändern, aber es lohnt sich, zu fragen, wie dieses demografische Problem entstanden ist und wie es sich in Zukunft lösen lässt, sodass nicht mehr die Linderung von Symptomen im Vordergrund steht.

    Parallel Abschaffung aller Hürden, dass Asylbewerber bei uns arbeiten dürfen.

    Sollte hier nicht erst das Asylverfahren erfolgreich beendet sein? Ich stelle es mir schwierig vor, wenn ein Asylbewerber (m/w/d) in einem Arbeitsverhältnis angenommen wird, der Arbeitgeber ein (je nach Einsatzbereich ressourcenintensives) Onboarding organisiert, dann jedoch der Asylantrag abgelehnt und der Betroffene ausgewiesen wird.

    Ist natürlich die Frage, ob man dann die Löhne in den unteren Gruppen erhöhen oder die Leistungen des Bürgergeldes kürzen muss oder wie ich denke beides ein wenig ...

    Das größte Problem ist hierbei, dass Lohnerhöhungen immer auch mit Preiserhöhungen einhergehen, um gestiegende Kosten zu kompensieren. Nach jeder Mindestlohnerhöhung kostet das Schnitzel im Lokal 2€ mehr. So hat der Mindestlohnempfänger zwar mehr Geld im Portmonnaie, kann sich aber nicht automatisch mehr leisten. Da die Preiserhöhungen nicht dazu führen, dass die Ersparnisse automatisch auch an Wert zunehmen, ist das sogar ein indirekter Wertverlust.

    Gemischte Wohnhäuser waren bei vielen Plattenbauten in Ostdeutschland das Ziel und zumindest in der Anfangszeit gelebte Praxis. In vielen Fällen zogen jedoch vermögendere Wohnparteien mit der Zeit aus, wodurch ab einem bestimmten Zeitpunkt die soziale Durchmischung nicht mehr gegeben war. Es lässt sich statistisch belegen, dass die durchschnittliche Wohnfläche pro Person in den letzten Jahrzehnten gestiegen ist. Meine persönliche Einschätzung ist, dass Wohnen ein Bereich des Lebens ist, bei dem hierzulande kaum gespart wird (im Vergleich zu z.B. Lebensmitteln): Wenn eine größere, eine bessere oder eine in einem besseren Wohngebiet gelegene Wohnung nur irgendwie finanzierbar ist, wird sich für diese entschieden. Zurück bleiben dann vor allem diejenigen, die auf dem Wohnungsmarkt strukturell benachteiligt sind oder sich eine andere Wohnung nicht leisten können.

    Der soziale Wohnungsbau in Deutschland hat ein denkbar schlechtes Image. Grund hierfür sind die massiven Verfehlungen im Rahmen des Gebäudemanagements des sozialen Wohnungsbaus der 1960er und 1970er Jahre, die bis jetzt politisch nicht aufgearbeitet wurden. Ein moderner sozialer Wohnungsbau setzt eine Kompatibilität der Bedürfnisse von Mietern, Vermietern/Staat und Bürgern/weiteres Wohnumfeld voraus. Erst wenn dies gegeben ist, macht eine Neuauflage überhaupt Sinn. Bereits damals bestanden vielversprechende Konzepte (Man denke an das anfängliche Marketing der Gropiusstadt.), es bräuchte diesmal auch Konzepte, bei denen jedoch kritischer als damals geprüft werden sollte, inwieweit deren Realisierung wirklich von nachhaltiger Natur ist.

    Aktuell werden in meinem weiteren Wohnumfeld ausschließlich Mehrfamilienhäuser gebaut, die sich vom Budget ausgehend an Mitglieder der Mittel- bis oberen Mittelschicht richten. Neuere Wohnprojekte mit niedrigen Mieten sind mir nicht bekannt.

    Inklusion in der derzeit praktizierten Form ist behindertenfeindlich, weil sie an den tatsächlichen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen vorbeigeht. Es ist daher keine Überraschung, dass die Schülerzahlen an Förderschulen zuletzt wieder anstiegen.

    Bedeutet "nicht mehr als Quereinstieg angeboten" nicht eher, dass davon ausgegangen wird, dass der Bedarf jetzt wieder durch regulär ausgebildete Lehrkräfte gedeckt werden kann? Ansonsten wäre es ja ein Schritt vom einen Extrem zum Anderen.

    Lehrerin2007 : Bei solchen Reaktionen wie die, die du beschreibst, frage ich mich, ob diesen Eltern bzw. der Schulleitung bewusst ist, dass wir aktuell ein großes Problem mit Noteninflation haben, die Abischnitte tendenziell zu gut sind und die Abiquote zu hoch ist, und wir gerade eher bemüht sind, durch realistische und kriterienorientierte Notenvergabe diese Tendenz zu korrigieren, statt noch stärker weiterzufeuern.

    :weissnicht: Es gibt ja so viele Beispiele für den falschen Weg bzw. die falsche Reihenfolge für Entscheidungen. Eigentlich sollte gelten: Erst die Voraussetzungen schaffen, dann planvoll umsetzen...

    Ich bin gespannt ob das nächste Projekt funktioniert:

    Das Gesetz macht auch nur Sinn, wenn es entsprechendes Fachpersonal gibt. Dieses muss ausgebildet werden, was auch eine bestimmte Zeit dauert.

    Knackpunkt: Nehmen wir an, zu wenige Schulabsolventen entscheiden sich, Ganztagsbetreuer werden zu wollen. Die Regierung würde verpassen, für den Beruf entsprechend zu werben bzw. attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen. Würde ein entsprechender Anspruch dennoch durchgesetzt werden können?

    Der Sinn des Forums ist es, in Austausch mit Anderen gehen. Wenn jemand einen interessanten Gedanken aufwirft, ist es normal, hierauf Bezug zu nehmen und ein Gespräch entstehen zu lassen. Ich habe keine Ahnung, wie du mit Kollegen, Freunden oder anderen Erwachsenen in deinem Umfeld umgehst, aber ich würde dir den Tipp geben, Fragen, die an dich adressiert werden, nicht pauschal mit "Das kannst du doch im Internet nachschauen." abzuschmettern. Fragen sind ein Zeichen von Neugier und Interesse, und nichts Lästiges, was wann immer möglich aus der menschlichen Kommunikation outgesourcet werden sollte. Sieh es zur Not als indirektes Kompliment an, dass dir die Kompetenz zugetraut wird, die Antwort auf eine Frage zu kennen!

    Es hat nichts damit zu tun, dass die andere Person nicht in der Lage wäre, einen Suchbegriff bei Google einzugeben.

    Joa. Meine Schöfli studieren einfach ohne NC Medizin. Maturprüfungen haben sie alle Deutsch, Französisch, Mathe, Schwerpunktfach, Englisch/Ergänzungsfach, jeweils schriftlich und mündlich. Sie müssen also alle insgesamt 10 x ran. Das Niveau ist deutlich höher als zu meiner Zeit, 1999 in Bayern.

    Es wäre ein interessantes Gedankenspiel, ob bei uns mehr Absolventen Medizin studieren würden, wenn es keinen NC hierauf gäbe, oder ob der hohe NC überhaupt erst dazu führt, dass der Studiengang so beliebt ist und bei Entfall diese Beliebtheit nicht mehr in dem aktuellen Maße vorhanden wäre.

    Da, wo Farbkopien einen didaktischen Mehrwert bringen, sollen sie natürlich Verwendung finden. Es geht eher darum, unbedachtes Massenkopieren zu vermeiden - bringt oft auch nicht mehr Lernzuwachs und ist aus Nachhaltigkeitsgründen fraglich. Da spielen Schulform und Unterrichtsfächer sicher eine maßgebliche Rolle. In Mathematik Sek II braucht man weniger Farbkopien als im Fach Kunst oder in der Grundschule.

    Es sollten auch nicht die Faktoren Können und Wollen außer Acht gelassen werden. Es gibt Schüler (m/w/d), die es mit der besten Didaktik nicht hinbekommen, weil ein Sachgegenstand ihren kognitiven Rahmen übersteigt. Sie könnten mit viel Mühe eine genau vorgegebene Anleitung für einen Aufgabentyp auswendig lernen und wiedergeben, aber sie könnten weder genau sagen, was sie da gerade machen, noch wären sie in der Lage, die Aufgabe zu lösen, sobald sich auch nur ein kleines Detail ändert. Lernen ist zudem anstrengend und es ist nicht jeder bereit, sich wirklich solange hinzusetzen, bis man einen Sachgegenstand auch wirklich von A bis Z verstanden hat. Vor allem bei Fächern wie meinen, bei denen man jahrelang am Ball bleiben muss, um nicht den Anschluss zu verlieren.

    Es ist eine Sache, (theoretisch) Zugang zu Wikipedia und The Simple Club zu haben, eine andere, diese Inhalte auch tatsächlich zu nutzen und eine letzte, davon auch in Form von nachhaltigem Wissenszuwachs zu profitieren.

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