Du hast dich da in etwas verrannt. Ich habe ja geschrieben, dass ich vermute, dass selbst unter den deutlich seltener vorkommenden männlichen Opfern auch sehr viele dabei sind, die Opfer von sexueller Gewalt durch andere Männer wurden. Das ist kein Widerspruch zu dem Punkt, den du machen möchtest, sondern bekräftigt ihn eher noch.
Beiträge von Gymshark
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Ichbindannmalweg : Danke dir - der Fall scheint selten vorzukommen (Ich kenne Konstellationen auch nur aus der Privatwirtschaft.), aber für die Threaderstellerin mit ihrem Hintergrund wäre zumindest die behördliche Prüfung, ob eine Fortsetzung des Beschäftigungsverhältnisses als Minijob, einen Versuch wert. Wenn es auf ein "nein" hinausläuft, wurde es zumindest versucht.
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Stichwort unterhälftige Beschäftigung: Ich habe mich mit dieser Option noch nicht beschäftigt, da es mich selbst nicht betrifft, aber gibt es vielleicht die Möglichkeit, innerhalb des Lehrberufs eine Art Minijob (sprich max. 603€ pro Monat) auszuüben? So könnte man wenigstens noch ein paar Stunden pro Woche arbeiten, wenn mehr gesundheitlich nicht geht.
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Maylin85 : Vielleicht erwarte ich gerade zu viel, aber was denkst du, was die Gründe sind, warum Männer sich mutmaßlich bewusst gegen gesellschaftliche und rechtliche Konventionen übergriffig gegen Frauen verhalten? Ich wage mal zu behaupten, dass ein Mann, der in sich gefestigt ist, ein solches Verhalten nicht nötig hat. Imponiergehabe kann es auch nicht sein, da du schreibst, dass die Täter nicht oder zumindest selten mit ihren Taten prahlen. Ist es eine Art Minderwertigkeitsgefühl? Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben, der Position innerhalb der Gesellschaft, dem Verhältnis zu Frauen? Oder womöglich etwas ganz Anderes?
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Magellan : Hast du auch Zahlen zur Geschlechtszugehörigkeit der Täter (m/w/d)? Auch Frauen können Täterinnen sein, aber möglicherweise sind selbst bei der Opfergruppe Männer überdurchschnittlich viele Täter Männer.
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Die Frage ist, ob die Täter die Griffe Richtung Brüste oder Schritt als "normal" empfanden oder ob ihnen schon zu dem Zeitpunkt bewusst war, dass sich das eigentlich nicht gehört, sie aber, aus welchem Grund auch immer, diese persönliche (und auch rechtliche) Grenze trotzdem überschritten.
In der konkreten Tatsituation, das schreibst du ja selbst, stellt man sich als Opfer solche Fragen nicht, aber mit zeitlichem Abstand sollten sie zum Gegenstand gemacht werden, um gesamtgesellschaftlich zu überlegen, wie wir Menschen zukünftig davon abhalten können, Täter (m/w/d) zu werden.
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Was können wir als Gesellschaft machen, dass Frauen sich im öffentlichen Raum wieder sicherer fühlen? Klar, Erziehung ist ein großer Faktor - zu vielen Eltern gelingt es nur unzureichend, ihre Kinder frühzeitig dahingehend zu erziehen, dass sie sich im öffentlichen Raum angemessen verhalten. Auf die Menschen, die jetzt erwachsen sind, hat das aber natürlich keinen Einfluss mehr. Tolerieren wir bestimmte Verhaltensweisen bei Mitmenschen zu oft, statt uns klar gegen diese zu positionieren, und würde es helfen, wenn viel mehr Männer unangemessenes Verhalten anderer Männer offen ansprechen und ggf. eingreifen, wenn Grenzen überschritten werden?
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Ich denke, viele Männer können sich das nicht vorstellen, weil sie selbst selten (unangemessene) Komplimente erhalten. Es gab mal ein You Tube-Video, in dem eine Frau als Experiment Männern auf der Straße (unangemessene?) Sprüche machte und die meisten schienen sich zu freuen. In den Kommentaren sind die Rückmeldungen sogar noch positiver.
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Danke für die unterschiedlichen Sichtweisen, Quittengelee , chilipaprika und Kris24 ! Wir haben alle unterschiedliche Vorerfahrungen, manch eine/r ist eher der Kopf- und manch eine/r eher der Bauchmensch. Klar lässt sich Angst schnell als irrational abtun, aber davon verschwindet sie bei Betroffenen nicht. Zudem ist das andere Extrem, absolute Sorglosigkeit, selbst bei objektiven Gefahrensituationen, auch nicht optimal.
Danke für die Offenheit bei diesem oft noch gesellschaftlich tabuisierten Thema!
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Ich war gerade noch spät (mit dem Auto) unterwegs und habe, wertungsfrei, auch nur Männer auf der Straße gesehen. Was machen Frauen um die Uhrzeit? Es werden ja am Wochenende nicht alle bereits schlafen.
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ich wollte auch nicht in einem Viertel leben, wo überwiegend arabische Männer wohnen.
Was würde dich daran genau stören?
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Und ich sehe es so, dass Staaten in die Pflicht genommen werden müssen, da Asyl ein Menschenrecht ist.
Ich würde ergänzen, dass die Aufnahme von Asylerbittenden als (zumindest temporären) Teil der Bevölkerung immer auch Einfluss auf die Zusammensetzung der Gesamtgesellschaft und damit auf das Zusammenleben in Schule, Nachbarschaft und auf der Straße hat. Dabei geht es mir nicht um Bewertung, sondern Kontextualisierung
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Dein konkreter Vorschlag wäre also die Neuordnung der afrikanischen Staaten? Das wäre ein Mammutprojekt, aber wenn es für die Afrikaner (!) (m/w/d) die Lebensbedingungen vereinfachen würde, wäre es zumindest einen Versuch wert. Dass die Europäer (m/w/d) von einem im Schnitt zufriedeneren Kontinent Afrika langfristig profitieren würden, ist auch klar.
Frau Alabali Radovan kann ein solches Projekt natürlich nicht im Alleingang durchziehen, aber sie kann Partnerschaften in Europa suchen und Gesprächskanäle Richtung Afrika mit eben diesem Anliegen aufbauen.
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Ich hätte schon meinen Schmerz damit, solche Staaten anzuerkennen, weil sie doch so sehr unserere Lebensweise konträr sind. Da müsste man andere Lösungen finden.
Mein Ansatz der Anerkennung, und ich habe ja oben durchblicken lassen, dass ich der Politik der Taliban ablehnend gegenüber stehe, wäre, dass durch die Anerkennung von Tatsachen - und es ist zwar unangenehm, aber es ist eine Tatsache, dass die Taliban die Regierungsarbeit Afghanistans inne haben - überhaupt erst die Möglichkeit geschaffen wird, miteinander kommunizieren und dabei Veränderungen initiieren zu können. Die anderen Optionen sind aus meiner Sicht nur die gewaltsame Ablösung des aktuellen Regimes oder Ignoranz des laufenden Geschehens.
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Ich bin kein Militärexperte. Der amerikanische Einsatz in Afghanistan war sehr lang, dadurch sehr kostenintensiv und auf lange Sicht wenig effektiv. Die Frauenrechtslage war zu der Zeit zumindest etwas besser als jetzt. Ich würde einen erneuten Einsatz des Militärs nicht per se ablehnen, aber auch nicht per se gutheißen. Das erste Mittel der Wahl ist auf jeden Fall erst einmal der Ausbau und die Pflege diplomatischer Gesprächskanäle. Dazu gehört die de-facto Anerkennung der Taliban als Staatsführung Afghanistans. Das Ziel sollte die Vereinbarung messbarer Ziele zur Verbesserung der Menschrenrechtslage sein. Das können auch kleine Ziele sein, aber es muss ein Fortschritt erkennbar und auch messbar sein. Sollten diese diplomatischen Gesprächskanäle und auch wirtschaftlicher Druck zu keinem Ergebnis führen, können militärische Interventionen eine Option sein. Wie gesagt, ich bin kein Militärexperte, bin mir bewusst, wie komplex eine solche Intervention in der Planung und Durchführung ist. Selbst wenn eine etwaige Intervention erfolgreich verlaufen würde, gäbe es immer auch einen "Tag danach". Und dann, da würde ich Maylins Gedanken aufgreifen, kommt es natürlich auch auf die Akzeptanz der Bevölkerung an. Zusammengefasst: Militärische Einsätze als letztes Mittel vor Kapitulation vor Realitäten, die mit universellen Menschenrechten nicht vereinbar sind, ja, aber zuvor sollten andere Mittel der internationalen Diplomatie ausgeschöpft werden.
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Ich würde sagen, dass die Mindestvoraussetzung für Veränderungen von innen das Recht auf freie Meinungsäußerung ist. Wenn ich jedoch in den Knast komme, wenn ich für die Legalisierung von etwas offen werbe, ist es schwer, besagte Veränderung zu inititieren. Ich sehe da nur die Möglichkeit von außen.
Laut der UN befürworten 92% aller Afghanen (m/w/d) einer zuvor durchgeführten Stichprobenumfrage aus dem Jahr 2025, dass auch Mädchen die Sekundarstufe besuchen dürfen, was derzeit bekanntlich nicht der Fall ist. Es ist eine große Mehrheit, die sich derzeit nicht aufzubegehren traut, weil sie Angst vor Konsequenzen durch den Staatsapparat hat. Und klar gibt es in dem Land auch Regierungsunterstützer, aber in dem konkreten Fall fände ich ein westliches "Wir wissen es besser" verbunden mit konkretem Handeln besser als den aktuellen Ist-Zustand so laufen zu lassen - und zwar nicht um unsere europäischen Moralvorstellungen zu befriedrigen, sondern im Interesse der betroffenen Aghaninnen selbst (siehe UN-Umfrage).
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Ich habe doch oben darauf hingewiesen, dass das Land große, strukturelle Probleme hat. Nur, weil ich einen "Glas halb voll"-Ansatz bevorzuge, heißt das doch nicht, dass ich beabsichtige, in dem Land leben zu wollen.
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gingergirl : Es negiert niemand die Probleme dieses Landes. Fakt ist aber, dass dort Menschen wohnen und es nichts bringt, dieses Land abzuwerten, dadurch werden keine Probleme gelöst. Diese Probleme können wir auch nicht im Forum lösen, aber die Intention von Entwicklungspolitik sollte sein, Modelle zu entwickeln, wie bisweilen auch komplexe Probleme partnerschaftlich gelöst werden können, umzusetzen und den Erfolg kurz- und langfristig anhand zuvor festgelegter Kriterien zu messen. Ist das einfach? Nein. Ist das nachhaltiger als ein Land mit tiefen strukturellen Problemen aufzugeben? Im Sinne der Menschen dieses Landes, die diesen Ort vermutlich größtenteils immer noch als ihre Heimat betrachten, würde ich sagen: unbedingt ja.
Quittengelee : Und warum ohne Rückflug?
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Ich finde es sehr schade, dass hier im Forum immer wieder bestimmte Länder schlecht geredet werden, hier jetzt wieder Sudan. Ja, die Lebensbedingungen sind in verschiedenen Länderm unterschiedlich, aber so pauschal das Leben in bestimmten Ländern als unwürdig anzudeuten, empfinde ich als unsachlich und den Menschen in diesen Ländern gegenüber abwertend.
Der Ansatz sollte meiner Meinung nach eher sein, im gemeinsamen Austausch zwischen Partnerländern zu schauen, an welchen Stellen systemische Probleme bestehen und welche Ansätze möglich sind, um besagte Probleme in ihren Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung langfristig messbar zu begrenzen.
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Zeitlich begrenzte Aufenthalte gibt es durchaus auch in anderen Bereichen (z.B. Auslandssemester bei Studenten, Expats, Diplomaten, Saisonarbeiter - jeweils m/w/d), das ist erst einmal nicht ungewöhnlich.
Zum Rest hat Dr. Caligari schon reagiert.
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