Beiträge von Gymshark

    Aber das passt doch nicht zusammen, wenn du zuerst schreibst, dass ein Großteil der Arbeitszeit außerhalb des Unterrichts für Konferenzen drauf geht und jetzt wiederum, dass die Konferenzen schon auf das Minimum reduziert sind und "nicht geschwafelt" wird. Gibt es noch irgendeinen Aspekt, der bei den Überlegungen aktuell noch außen vor gelassen ist?

    Anna Lisa : Ich lese heraus, dass bei euch Konferenzen der springende Punkt sind, der Zeit bindet. Hier müssen die Konferenzverantwortlichen eine andere Strategie als bisher anwenden. Nicht alles muss intensiv besprochen werden, in vielen Fällen genügt es, die Betroffenen zu informieren. Pädagogische Freiheit könnte auch zu Zeitersparnis führen, weil, da wo es sich anbietet, Lehrkräfte eigenständig entscheiden können, statt dass in einer Konferenz erst ein gemeinsames Vorgehen definiert werden muss.

    Sowas wie "Elterninformationsabend WP Fächer" könnte meiner Meinung nach entfallen. Es reicht, einen Infozettel an die Eltern herauszugeben. Nichts ist an WP Fächern so komplex, dass es dafür extra einen Informationsabend braucht.

    Und ob es die DB WP Wahl wirklich braucht? Die WP-Wahl findet doch jedes Jahr statt - was muss da jedes Jahr aufs Neue besprochen werden? Man legt einmal die grundlegende Vorgehensweise fest und dann gilt diese, ehe äußere Umstände Vetänderungen nötig machen.

    Warum braucht es Projekttage + Schulfest im selben Monat? Es sollte sich auf eine Option fokussiert werden.

    Die ZAA-Vorbereitung würde ich in die Lehrer- oder Fachkonferenz integrieren.

    Mein persönlicher Tipp für begrenzte Korrekturen ist, sich selbst ein ambitioniertes Ziel vorzugeben, in der die Klassenarbeit oder Klausur korrigiert sein muss. Klar setzt man sich damit selbst unter Druck, aber man kann es auch als Herausforderung betrachten und mit der Zeit entwickelt man Strategien, wie man schnell durchkommt und damit das selbstgesetzte Ziel einhält.


    Die Anzahl und Dauer von Konferenzen kann man als einzelne Lehrkraft nicht beeinflussen. Da ist man davon abhängig, dass diejenigen, die die Konferenzen leiten (sei es die Schul-, Fachbereichs- oder Jahrgangsleitung), ein eigenes Interesse daran hat, nur die wirklich nötigsten Konferenzen in der minimal möglichen Zeit abzuhalten. Auch hier helfen ein bewusst ambitionierter, vorgegebener Zeitrahmen und pragmatische Strategien, um zu Entscheidungen zu kommen. Ach ja: Und der Grundsatz - eine Sache kommt hinzu, eine andere fällt weg.

    Es sollte integraler Bestandteil von Fortbildungen für Führungspersonal sein, wie professionell zwischen Kunden (m/w/d) (hier: Eltern) und Mitarbeitern (m/w/d) (hier: Lehrkräfte) kommuniziert bzw. moderiert wird. Grundsatz sollte sein, dass erst ein Urteil erfolgt, wenn beide Seiten gehört wurden. Und natürlich spricht man nach außen hin nicht schlecht über Mitarbeiter (m/w/d), sagt im Zweifelsfall sowas wie "Vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Wir werden das auf jeden Fall intern besprechen.".

    Ich komme zwar nicht aus der Historik, aber das sind (aus der Brille eines Fachfremden betrachtet) vergleichsweise exotische Themen. Ich gehe davon aus, dass sie im Studium behandelt wurden, aber nicht den Hauptteil der Seminare und Vorlesungen einnahmen. Das heißt jedoch im schlechtesten Fall: Die kompletten Inhalte der zuvor besuchten Kurse (vor allem der Pflichtkurse) müssen sitzen - oder gab es irgendwelche Einschränkungen, die im Vorfeld offiziell angekündigt wurden (also sowas wie "Prüfungsgegenstände sind aus den Themenfeldern A und B, aber nicht C.") ? Mit Berücksichtigung dieser Einschränkungen würde ich empfehlen, die Inhalte der Pflichtkurse ab Semester 1 zu wiederholen und hierbei möglichst Verknüpfungen herstellen, also z.B. "A führte zu B.", "D nahm sich später ein Vorbild an C." oder "Die Parallele zwischen E und F ist, dass...". Sowas hilft dir einerseits, dir die einzelnen Themen besser merken zu können, andererseits ist trägt vernetztes Lernen dazu bei, komplexere Fragestellungen, die den Unterschied zwischen Note 1 und Note 2 ausmachen, kompetenter beantworten zu können.

    Du hast (indirekt?) schon einen guten Punkt gemacht. Heute werden verstärkt bauliche Unikate gebaut. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgendwo in meiner Nähe in den letzten 20 Jahren eine Siedlung entstand, wo 5 oder gar 10 Häuser hintereinander bautypgleich waren. Das gab es früher (Du schreibst 1950er Jahre, ich verbinde das mit den 1970er-Jahre - so oder so, schon einige Jahrzehnte zurückliegend.) in deutlich größerem Ausmaß.

    Was wählt man denn für einen positiven Wandel im Bildungswesen?

    Ich habe mir die Wahlprogramme von CDU und SPD im Land Rheinland-Pfalz im Kapitel "Bildung" angeschaut: Sehr umfangreich. Bei AfD und Grüne, also den anderen parlamentarischen Parteien, dürfte es ähnlich aussehen. Daher wäre mein Tipp, persönliche Schwerpunkte zu setzen, also sich vielleicht 3-4 Teilthemen herauszusuchen, die dir wichtig sind, und dann zu schauen, was die Parteien dazu zu sagen haben. Steht nichts dazu im Wahlprogramm, gehst du im Zweifelsfall davon aus, dass sie dagegen sind. Ebenso kannst du davon ausgehen, dass die Priorität bei der Umsetzung ist, wenn Inhalte mit konkreten, messbaren Zielen verbunden sind. Und dann nimmst du die Partei, die bei denen zuvor priorisierten 3-4 Teilthemen die meisten Überschneidungen mit deiner Position hat.

    Ich habe eure beiden Antworten gelesen, danke dafür. Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, wie es ohne eine Art Deputat gehen soll. Nehmen mir an, dass die Arbeitszeiterfassung gilt und zum nächsten Jahr fängt ein Kollege/eine Kollegin nach erfolgreicher Beendigung des Vorbereitungsdienstes die Tätigkeit als Lehrkraft in Vollzeit an: Wie viele Stunden soll er/sie unterrichten?

    Mit irgendeiner Anzahl an Lerngruppen muss er/sie das Schuljahr beginnen und diese Anzahl beruht doch auf zuvor getroffenen Durchschnittsannahmen.

    Das verstehe ich, aber wie kommt man denn im Vorfeld auf eine Deputatszahl, wenn sowas wie Kontingente für die Unterrichtsvorbereitung keine Rolle spielen? Nach irgendwelchen Maßstäben muss man doch ermitteln, ob für eine Vollzeitstelle 15, 20 oder 25 Unterrichtsstunden erteilt werden müssen, oder?

    Na mit 5-10 Minuten pro Unterrichtsstunde kommst du in der Grundschule niemals hin, wenn du differenziert arbeiten willst.

    Aktuell gibt es diesbezüglich (noch) keine offiziellen Vorgaben. Gedankenexperiment, was würdest du machen, wenn es offiziell hieße, ab dem kommenden Schuljahr würde in der Grundschule eine durchschnittliche Unterrichtsvorbereitung von 5-10 Minuten (Das könnte bedeuten 5 Minuten Nebenfach und 10 Minuten Hauptfach.) angenommen werden?

    Ich schließe mich den Vorrednern bzgl. der Reihenfolge der Themen an. Wobei ich meinen sage, dass mündliche Mitarbeit bis zur letzten Schulwoche zählt und auch in die Zeugnisnote der 10.2 eingeht. Es steht den Schülern (m/w/d) frei, nach den Prüfungen den Arbeitsaufwand auf Minimalkurs zu reduzieren, aber dann müssen sie wissen, dass die mündliche Note noch einmal 1-2 Notenstufen nach unten rutschen kann. Am Ende müssen sie abwägen, ob es ihnen das Wert ist, auch weil, wie schon angedeutet, mathematische Inhalte aufeinanderaufbauen und Schüler (m/w/d), die in der Sek II weitermachen wollen, diese Inhalte ggf. noch brauchen werden.

    Ich finde das mit der Zeiterfassung schwierig. Wenn ich vormittags 3-4 Stunden 25 Kinder "entertaine", frisst das deutlich mehr Energie als wenn ich im Büro Akten bearbeiten würde. Diese Zeit müsste 1,5 fach gewertet werden.

    Solche Erfahrungen sind auch wichtig, aber nicht um im Rahmen einer Arbeitszeitkontrolle zu überprüfen, ob im Einzelfall der Orientierungswert z.B. für eine Vollzeitbeschäftigung eingehalten wurde, sondern um noch einmal einen Schritt vorher diesen Orientierungswert erst ermitteln zu können.

    So kann es sein, dass der Faktor 1,5 dafür sorgt, dass das Deputat oder (hiermit verbunden, aber nicht deckungsgleich) die durchschnittlich zu erbringende Arbeitszeit steigt oder sinkt.

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