Beiträge von Gymshark

    Es gibt noch eine 4. Komponente, Tests am Gymnasium im Frühjahr kurz vor der Anmeldung . Allerdings schaffen dies bei uns nur wenige.

    Es wäre schön, wenn die Kompetenz der Grundschullehrkräfte mit dem Kompass-Test als Absicherung genügen würde. Die 4. Komponente "braucht" es dann doch nur, weil Lehrkräften trotz Studium, Vorbereitungsdienst und Fortbildungen dann doch nicht zugetraut wird, profunde Entscheidungen zu treffen. Und weil zu viele Eltern den Gymnasialübertritt immer noch als Goldstandard betrachten - unabhängig von dem, was ihre Kinder tatsächlich können (bzw. nicht können).

    Es ist gut, dass die formale Rolle der Grundschulempfehlung in BW wieder gestärkt wurde. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass ein erheblicher Teil aller Eltern nicht die Kompetenz mitbringt, um selbst die geeignete weiterführende Schulform für ihre Kinder zu bestimmen. Aber es war gut, dass die Erfahrung auf Landesebene gemacht wurde, um darauf basierend entsprechende Schlüsse ziehen zu können.

    Wer kann schon konsequent halbe Jahrgänge ständig wiederholen lassen...

    Eigentlich müssten die Realitäten (d.h. die Ergebnisse in den Bildungsvergleichsstudien) sich endlich in formalen Resultaten widerspiegeln und das würde bedeuten: weniger Übergänge in die gymnasialen Bildungsgänge, schlechtere Notendurchschnitte, höhere Durchfallquoten. Das wäre nicht schön, aber das wäre die Realität. Solange wir diese durch geschönte Notenvergabe verdrängen, gehen wir unterbewusst davon aus, dass alles passt. Würden auch die Noten immer schlechter werden, es immer weniger Kinder in die gymnasialen Bildungsgängen schaffen, während gleichzeitig die Bildungsgänge des grundlegenden Niveaus immer voller werden, immer mehr Jugendliche das Abitur nicht schaffen, es würde ein Aufschrei durch die Republik gehen. Und erst dann würde sich eventuell etwas tun, erst dann. Bis dahin freuen wir uns, dass es immer mehr 1,0-Abiturschnitte gibt und sagen "Passt doch!". Selbst wenn PISA etwas Anderes sagt.

    Diese Ausnahmen sollten angesichts der aktuellen Bildungskrise kritisch hinterfragt werden. Zum Beispiel b): Wenn ein Kind nach 6 Jahren in der Primarstufe immer noch mangelhafte Leistungen in den Fächern Deutsch und Mathematik aufweist, ist eher unwahrscheinlich, dass die Leistungen mit Aufrücken in die nächste Jahrgangstufe und damit Konfrontation mit Inhalten höheren Anspruchs plötzlich besser werden. Die Abweichung zwischen Soll und Ist wird dann eher noch größer. Ob es dann nicht besser ist, mit dem Aufrücken zu warten bis zumindest die Mindestanforderungen in Mathematik und Deutsch erreicht wurden?

    Die zentrale Frage sollte zukünftig sein: Sorgt diese und jene Methode dafür, dass das allgemeine Bildungsniveau steigt? In dem Fall: Sorgt Notenschutz dafür, dass die Kinder am Ende kompetenter sind als ohne Notenschutz?

    Die Sinnhaftigkeit der KMK könnte sicher auch mal hinterfragt werden, wenn an anderer Stelle (Sogar von der Bundesbildungsministerin selbst, ich erinnere mich da an ein vergangenes Interview, in dem sie bereits zu den Gründen für die schwachen Leistungen deutscher Schüler (m/w/d) befragt wurde.) sonst immer betont wird, dass Bildung Ländersache sei.

    Und gerade wenn es in Sachen Bildung derzeit bundesweit so schlecht läuft, macht es Sinn, dass man die Bundesländer einfach mal machen lässt, in der Hoffnung, dass wenigstens einem Bundesland die Trendwende gelingt. Und dann können andere Bundesländer im Anschluss immer noch überlegen, ob sie Konzepte übernehmen können und wollen.

    Aktuell ist Herr Le Maire im Consulting/Unternehmensberatung. Da kann er gerne Vorschläge in Sachen Bildungspolitik machen, ob die dann so profund sind, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

    chilipaprika : Ich habe kein Problem damit, wenn User (m/w/d) Tippfehler machen. Das kann jedem passieren. Mir sicherlich auch zur Genüge. Ich habe schon oft meine eigenen Beiträge nachträglich korrigiert, weil mir aufgefallen ist, dass ich hier und da einen Buchstaben oder ein Wort vergessen habe. Ich habe dies bei anderen Usern (m/w/d) noch nie explizit adressiert, außer in den Fällen, in denen ich durch einen Tippfehler nicht wusste, was auf semantischer Ebene gemeint war und das klären wollte. Ich habe einen Ausdruck von dir zitiert und wollte, wenn ich schon dabei bin, einfach in dem Zusammenhang noch das "i" ergänzen, ohne weitere Hintergedanken. Sollte ich einen anderen Eindruck durch meine Zitierweise vermittelt haben, bitte ich das zu entschuldigen.

    Der "Niveauverfall und die Noteninflat[i]on" sind definitiv kein NRW-spezifisches Problem, da gebe ich dir vollkommen Recht. Es ist ein nationales Problem, das sich je nach Bundesland mal mehr, mal weniger gravierend bemerkbar macht. Gerade der Förderalismus gibt hier Möglichkeiten, weil ein einzelnes Bundesland auch mal experimentieren darf. Wir haben ja derzeit glaube ich 5 verschiedene Parteien, die die Kultusministerien stellen. Das ist ein Potential, das genutzt werden sollte, wenn die jeweiligen Ministerien nur mutiger wären. Wenn dann NRW großen Mist baut, müssen es andere Länder nicht nachmachen. Wenn Bremen riesige Erfolge feiert, können andere Länder überlegen, ob sie die Reformen auch durchführen wollen. Dazu braucht es aber auch Reflexionsfähigkeit seitens der Politiker und einen Willen, sich zum Bildungsland Nr. 1 zu entwickeln. Warum gibt es da keinen Wettbewerb zwischen den einzelnen Bundesländern? Ich würde behaupten, davon würde der gesamte Bildungsstandort Deutschland unmittelbar profitieren.

    Es gibt ja nicht in allen Bundesländern verpflichtende Bewertungsraster. In dem Zusammenhang ist es gerade gut, dass Bildung Ländersache ist, sodass man den Vergleich hat. Was denkst du denn, wie die Korrektur in Ländern abläuft, in denen es keine verpflichtenden Bewertungsraster gibt? Das funktioniert ja auch, ohne dass automatisch Chaos ausbricht. Ich kann auch nicht für alle 16 Bundesländer in Deutschland sprechen, aber meine Vermutung wäre, dass man sich entweder in der Fachschaft auf gemeinsame Standards einigt oder dass sich eine Lehrkraft auf ihr diagnostisches Hintergrundwissen zum Thema Leistungsbewertung aus Studium und Vorbereitungsdienst bezieht. Wäre das so schlimm? Vor allem lese ich doch heraus, dass ihr gerne schwache SchülerInnenarbeiten strenger bewerten würdet, das aber aufgrund der Bewertungsraster nicht möglich ist. In dem Punkt ist doch die verpflichtende Anwendung der Bewertungsraster nicht hilfreich, sondern kontraproduktiv, oder?

    Kein Gesetz, keine Regelung wurde geschaffen, um die Menschen zu gängeln, sondern um Transparenz und Gerechtigkeit zu schaffen. In der Masse sind sie jedoch einengend, daher wäre der Gegenvorschlag durch Reduktion mehr Eigenverantwortung, in dem Fall der Lehrkräfte, zu erzielen. Es soll weiterhin Rahmenbedingungen geben, aber weniger, wodurch Lehrkräfte wieder mehr Freiraum bekommen.

    Leistungsbeurteilung ist ein Teilbereich des Überbegriffs Diagnostik.

    Zu deiner letzten Frage: Ich bin keine Sportlehrkraft, habe aber immer dafür plädiert, dass in dem Fach die gleichen Anforderungen wie in anderen Fächern gelten sollen. Bedeutet: Ja, der Unterricht soll am Ende dazu führen, dass ich durch die im Unterricht vermittelten Techniken höher springen kann als vor Beginn der entsprechenden Unterrichtseinheit.

    Maylin85 : Die [nachträgliche Ergänzung: verpflichtende Verwendung von] Bewertungsraster[n] in NRW sind erneut ein Beispiel für überbordende Bürokratie. Würde man das alles reduzieren, es finden sich ja so viele Beispiele, es würden sich so viele Probleme lösen lassen - und Lehrkräfte könnten sich auf sinnvolle Aufgaben konzentrieren. Zudem, warum mussten Lehrkräfte in Studium und Vorbereitungsdienst Diagnostikveranstaltungen belegen, wenn man ihnen dann am Ende doch wieder nicht zutraut, SchülerInnenleistungen selbstständig zu beurteilen?

    Warum sind sie nicht direkt in die Ausbildung? Warum sind sie nicht zum BK für eine duale Ausbildung? Gute Frage.
    Unsere Schule ist warm?
    (haha, nicht mal im ganzen Winter)

    Man merkt seit circa einem Jahr (Vielleicht Zusammenhang mit der sich verstärkenden Wirtschaftskrise?), dass erstmals wirklich auch in der Öffentlichkeit kritisch diskutiert wird, ob es wirklich so viele Akademiker (m/w/d) braucht, ob zunehmend besser werdende Abiturschnitte wirklich ein Zugewinn für den Bildungsstandort sind, ob manche Schulabsolventen (m/w/d) mit einer soliden dualen Ausbildung nicht persönlich langfristig besser fahren. In einem Jahr kann man jedoch nicht die Fehlentwicklung ausgleichen, die zuvor jahrzehntelang stattfand. Viele unserer heutigen Oberstufenschüler (m/w/d) haben von ihren Eltern regelrecht eingehämmert bekommen, es müsse unbedingt das Abitur sein, egal wie. Und auch in Talkrunden um soziale Ungerechtigkeiten geht es immer darum, warum manche Bevölkerungsgruppen es seltener auf das Gymnasium schaffen - als sei der Besuch des Gymnasiums der Goldstandard für alles. Eine Gegenbewegung hat begonnen, aber ich prognostiziere, dass wir noch die nächsten 10 Jahre maßgeblich damit beschäftigt sein werden, Fehlvorstellungen bei unseren Schülern (m/w/d) korrigieren zu müssen.

    Die zeitlich intensive Dokumentation und Verwaltung kritisierte ich an anderer Stelle zuvor. Sie sind deswegen notwendig, weil genau wie bei Unternehmen ein negativer Generalverdacht angenommen wird. Lehrkräfte handeln potentiell falsch und müssen durch die entsprechende Dokumentation daher "beweisen", dass ihr Handeln doch fachlich, didaktisch und schulrechtlich einwandfrei ist. Dieser Bürokratieaufwand lähmt jedoch den Bildungsstandort Deutschland nebst anderen strukturellen Problemen zusätzlich. Der umgekehrte Fall, Lehrkräften würde grundsätzlich berufliche Kompetenz und damit Fähigkeit zu fachlichem, didaktischem und schulrechtlich einwandfreiem Handeln zugestanden, und ein Fehlverhalten müsse konkret nachgewiesen werden, würde den aktuellen Bürokratieaufwand zumindest um ein gutes Stück entlasten, um somit auch mehr Zeit für die unmittelbare Schüler-Lehrer-Interaktion (m/w/d) zu haben.

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