Vorab: Es ist verständlich, dass du nach der erlebten Situation geknickt bist. Sieh es aber nicht als persönliches Scheitern, sondern als Anlass zum Lernen, um für zukünftige, ähnliche Situationen besser gewappnet zu sein.
Rein schriftlicher Unterricht ist je nach Fach nicht möglich. In sprachlichen Fächern z.B. sind mündliche Anteile per Curriculum verpflichtend und können von Schülern (m/w/d) oder deren Eltern daher explizit eingefordert werden.
Ich würde so vorgehen: Ich würde in der nächsten Stunde die Klasse damit konfrontieren, dass dir das Verhalten einiger Schüler (m/w/d), an der Stelle keine Namen nennen, in der letzten Stunde misfallen hat, und sie fragen, wie sie selbst die Situation erlebt haben. Es würde mich nicht wundern, wenn selbst die größten Störer (m/w/d) die Situation als unangenehm empfanden, da solche sich meiner Erfahrung nach schwer damit zu tun, eine Verbindung zwischen ihrem eigenen Verhalten und einer empfundenen Unruhe in der Klasse zu erkennen. Danach würde ich erklären, dass jeder Schüler (m/w/d) ein Recht darauf hat, in Ruhe lernen zu können und das nur geht, wenn du zukünftig konsequent Unruhe unterbindest. Dazu überlegst du dir im Vorfeld ein System, was passiert, wenn Regeln (Welche wären das?) gebrochen werden und was wiederum passiert, wenn Schüler (m/w/d) sich weigern, dieser Konsequenz nachzukommen. Diese Regeln am besten noch einmal von der Schulleitung kurz gegenprüfen lassen, sodass diese hinter dir steht, sollten Schüler (m/w/d) oder Eltern sich beschweren. Danach kannst du sie den Schülern (m/w/d) in der Klasse erklären und ergänzen, dass sie ab der kommenden Unterrichtsstunde Anwendung finden werden. Unterschriften von Kindern sind natürlich nicht rechtlich bindend, aber als Zeichen der symbolischen Unterstützung kannst du einen aufgesetzten "Vertrag" von den Schülern (m/w/d) unterschreiben lassen und die Regeln zusätzlich im Klassenraum visualisieren, sodass sich die Schüler (m/w/d) hieran orientieren können.
Dann ist wichtig: Konsequentes Umsetzen. Nicht groß mahnen, sondern Aktion = Reaktion. "Du hast gestört, das gibt einen Strich. Bei drei Strichen passiert das-und-das.".
Und auch wichtig: Den Schülern (m/w/d) Entscheidung ermöglichen. "Du hast 3x gestört, daher passiert X. Du kannst jetzt entscheiden. Entweder du machst X oder es folgt (die unangenehmere Variante) Y. Du kannst jetzt darüber nachdenken und in 2 Minuten sagst du mir, wofür du dich entschieden hast.".
Das musst du dann aber auch konsequent umsetzen und immer wieder darauf hinweisen, dass diese Vorgehensweise gemeinsam besprochen wurde - sonst werden sie die Regeln nicht ernst nehmen. Das ist am Anfang sicher anstrengend und auch für die Schüler (m/w/d) ungewohnt, weil sie es vielleicht gewohnt sind, dass erst 5x gemahnt wird, ehe eventuell etwas konkret passiert.
Nach ein paar Wochen dürften sich aber nachhaltige Ergebnisse abzeichnen.