Beiträge von Gymshark

    Flipper79 : KI kann dann sinnvoll sein, wenn sie unterstützt, dass Schüler (m/w/d) oder Studenten (m/w/d) langfristig den Stoff selbst verstehen und anwenden können, z.B. durch Bereitstellung von zusätzlichen Beispielen, Erklärungen o.ä - quasi ein zusätzliches Stück Brücke auf dem Weg zum Ziel. Das kann im Fall von einer mathematischen Funktion nach Wahl bedeuten, dass sie Charakteristika dieses Funktionstyps allgemein benennen und aufgabenbezogen das Verhalten einer Funktion beurteilen und auch von anderen Funktionen abgrenzen können.

    KI verfehlt dann seinen Zweck, wenn die Schüler (m/w/d) oder Studenten (m/w/d), sobald ein paar Details in der Aufgabenstellung abgeändert sind und die KI nicht zur Verfügung steht, vor der Aufgabe stehen wie der Ochse vor dem Berg. Dann wurden nämlich die angestrebten Lernziele nicht erreicht.

    Quittengelee : Ich bin überrascht, dass die Thematisierung von Geraden bereits in dem frühen Stadium gefordert wird, da es durchaus kognitiv anspruchsvoll ist, zu verstehen, dass eine Gerade (im Gegensatz zu einer Strecke) in beide Richtungen (theoretisch) unendlich fortgeführt werden kann und somit keinen Anfangs- oder Endpunkt besitzt.

    Auch der Rest liest sich durchaus anspruchsvoll für Klasse 1 und 2, aber gut, Sachsen liegt auch oft in den Vergleichsstudien weit vorne.

    Ich fand z.B. dieses Jahr interessant, auf unserem Weihnachtsmarkt einen Stand mit türkischen Leckereien zu finden. Ich habe jetzt nicht näher nachgefragt, ob die Betreiber (m/w/d) ggf. einer orthodoxen Minderheit angehören, aber selbst wenn dem nicht so sein sollte, kann ich mir vorstellen, dass sie, über den rein kommerziellen Aspekt hinausgedacht, etwas von ihren kulturellen Wurzeln bereitstellen möchten, um mit ihren christlichen Mitmenschen diese besinnliche Zeit gemeinsam zu erleben.

    Ich erfrage nicht die Konfessionen meiner Schüler (m/w/d), da dies für meine Unterrichtsfächer keine Rolle spielt, aber mir haben schon einige Schüler (m/w/d) mit migrantischen Wurzeln von Weihachtsgeschenken, die sie für ihre Liebsten gekauft/gebastelt haben, oder ihren Lieblingsweihnachtssongs erzählt. Ob sie jetzt Würstchen mit Kartoffelsalat zu Weihnachten essen, kann ich nicht beurteilen. Vielleicht ja deren Kinder irgendwann mal...

    Dr. Caligiari : Muslimische Migranten (m/w/d) der ersten Generation haben meist aus ihrem Herkunftsstaat keine Berührungspunkte mit christlichen Praktiken oder Feiertagen. Ihre Kinder wiederum lernen diese durch ihren Besuch in den öffentlichen Bildungseinrichtungen kennen und bringen diese Erfahrungen wiederum zurück in die Familien, was langfristig dazu führt, dass die eine oder andere Familie Elemente hieraus in ihre Glaubenspraxis übernimmt.

    Der Umgang mit unterschiedlichen kulturellen, weltanschaulichen und religiösen (Auslegungen von) Ansichten und Praktiken ist mit eine der größten Herausforderungen in nicht nur unserer Gesellschaft, sondern ich würde behaupten weltweit. Das große Ausmaß dessen zeigt sich bereits, wenn man sich anschaut, wie sehr bereits das vermeintlich kleine Thema "Kartoffelsalat" polarisiert.

    Emotionen aus der Nostalgie heraus spielen bei solchen Traditionen natürlich immer eine Rolle und es ist nachvollziehbar, dass man Dinge, die einem persönlich wichtig sind, auch gegenüber Dritten verteidigen möchte. Das ist auch gut so - keiner (m/w/d) kann eine Gesellschaft völlig ohne gemeinsame Werte und Vorstellungen wollen.

    Dennoch bleibt wichtig, dass wir uns bei aller Unterschiedlichkeit weiterhin in die Augen schauen oder, im Falle des Forums, miteinander schreiben können. Es gibt leider genug Fälle von Familien, Freunden (m/w/d) oder Nachbarn (m/w/d), bei denen irgendeine aus der Ferne geringfügig erscheinende Meinungsverschiedenheit zu einer Lawine führte, die zur Folge hatte, dass keiner (m/w/d) mehr miteinander redete, und jeder Beteiligte (m/w/d) zu stolz ist, einen Schritt auf den Anderen (m/w/d) zuzugehen, um das Kriegsbeil zu begraben. Soweit sollte es hier lieber nicht kommen.

    PaPo : Am Ende ist Rezeption von Kunst und Unterhaltung immer subjektiv - was für mich groß wirkt, kann für dich klein wirken; "ein paar Bluttropfen" stellen für manch einen eine Blutlache dar. Zumindest in dem Punkt hast du Recht. Dennoch müssen wir im Austausch mit anderen Menschen von irgendeiner Art von gemeinsamer Grundlage ausgehen. Würden wir grundsätzlich jede Darstellung von vorangegangenen Ereignissen Dritter infrage stellen, wäre das das Ende menschlichen Dialogs, da wir jedes Mal Zweifel hätten, ob das Dargestellte wirklich so eingetroffen ist.

    Ein gesundes Maß an Skepsis ist sicher nicht verkehrt, aber mein Vorschlag wäre, grundsätzlich unvoreingenommen in den Austausch zu gehen und im Zweifelsfall eine zweite unabhängige Meinung einzuholen. Kommt auch diese zum selben Ergebnis, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Einzeldarstellung über einen durchaus hohen Wahrheitsgrad verfügt.

    Ich finde es zwar grundsätzlich gut, dass ein paar User (m/w/d) dazu raten, erst einmal abzuwarten, da es durchaus immer sein kann, dass ein Sachverhalt medial dargestellt wird und sich daraufhin womöglich eine Hexenjagd entwickelt, der man so schnell nicht mehr Herr wird.


    Sollten aber die Darstellungen aus den dargelegten Links korrekt sein, sind das keine Inhalte, denen Kinder im Grundschulkinder ausgesetzt werden sollten. Mag sein, dass einzelne Kinder im privaten Raum Dinge gesehen haben, die sie in ihrem Alter nicht sehen sollten, aber im öffentlichen Rahmen unter der Betreuung von pädagogischem Fachpersonal sollte die Gestaltung von Unterricht und nachmittäglichen Betreuungsangeboten staatlichen Vorgaben und pädagogisch seriösen Empfehlungen unterliegen. Und wie schon geschrieben, es gibt im Bereich "Grusel und Horror" auch genug schöne und vor allem kindgerechte Medien, wenn man unbedingt an diesem Genre hängt.

    Eventuell gab es bereits eine Vorgeschichte und dieses Vorkommnis war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

    Die Primarstufenkollegen (m/w/d) haben hierzu natürlich mehr Erfahrung, aber ich wäre davob ausgegangen, dass wegen einer pädagogischen Fehlentscheidung nicht direkt ein Elternabend einberufen wird.

    Es gibt durchaus auch Horror als Genre der Kinder- und Jugendmedien, z.B. "Coraline" oder "The Nightmare Before Christmas" (beide FSK 6, so nebenbei). Auch hier sollten Kinder vorsichtig hieran geführt werden, sodass auch sensible Kinder die Inhalte gut verarbeiten können.

    Was ich aus den Links von Flipper79 herauslese, hat nichts mit Kindergerechtigkeit zu tun und ich würde dieses Werk nicht einmal in der Sekundarstufe zeigen. Sollte diese pädagogische Fachkraft so stolz auf ihre Darstellung sein, kann sie den Kindern ja erzählen, dass sie mal in einem Film mitspielte, aber bei Rückfragen, ob dieser Film im Unterricht gezeigt werden dürfe, darauf hinweisen, dass dies nicht gehe, da er sich an erwachsene Zuschauer (m/w/d) richtet. So viel Weitblick sollte eine pädagogische Fachkraft dann schon haben.

    Ein mathematisch sauberer Beweis ist viel aussagekräftiger als eine umgangssprachliche Erklärung. Leider testen die heutigen Abschlussprüfungen primär Sprachekompetenzen und nicht mehr Mathematik.

    Bei den Abschlussprüfungen, da sind ja einige der anderen Mathematiklehrkräfte im Forum derselben Meinung, nehmen Sprachkompetenzen in der Tat zu viel Raum ein.

    Was mathematisches Kommunizieren und Argumentieren angeht: Ich habe mir das Mathematikcurriculum der Sek I in NRW angeschaut und du hast schon Recht, dass auch viel Raum der Darstellung in eigenen Worten eingeräumt wird, was du vermutlich als "umgangssprachliche Erklärung" benennst. Gleichzeitig lese ich durchaus auch heraus, dass die Verwendung von Fachsprache, also Fachbegriffe, ebenso vorgesehen ist wie Beweise auf Basis logischer Heuristiken. Da muss ich Quittengelee schon Recht geben, dass dies auch von den Schülern (m/w/d) eingefordert werden und Teil von Leistungsbewertung sein muss. Was ich jedoch nicht herauslesen konnte, war eine Abstufung hinsichtlich der Erwartungen zwischen den einzelnen Schulformen: Die Curricula sind von den Anforderungen zwischen Hauptschule und Gymnasium quasi gleich. Wie interpretiert ihr das wiederum hinsichtlich der Umsetzung in Unterricht?

    Und klar, Beweise in der Sek I sind eher anschaulich als streng-axiomatisch, aber das finde ich legitim, da Schüler (m/w/d) erst an dieses Werkzeug der Mathematik herangeführt werden müssen. Die Rolle von Beweisen im Mathematikunterricht hängt auch davon ab, welche Gesamtziele wir mit Unterricht in Deutschland verfolgen wollen - ob es eher nach internationaler Wettbewerbsfähigkeit und Verwendbarkeit oder Humboldtidealen und kultureller Bedeutung geht. Vermutlich liegt die Antwort irgendwo in der Mitte.

    Realistisch gesehen lassen sich je nach Lerngruppe durchaus mal Podiumsdiskussionen durchführen, jedoch hat das eher einen simulierenden Charakter. Als ganze Klasse auf einem öffentlichen Forum zu diskutieren, habe ich bisher noch nicht erlebt. Höchstens auf Diskutierwettbewerben etc., wobei da ja dann eher 1 gegen 1 stattfindet.

    Eventuell habe ich deinen vorangegangenen Beitrag dahingehend falsch verstanden. Ich ging davon aus, dass das Curriculum verlangt, dass die Schüler (m/w/d) einer öffentlichen Diskussion beisitzen und ggf. die Erkenntnisse hieraus in der Klasse nachbesprechen, nicht dass sie als aktive Diskutanten diese öffentliche Diskussion mitgestalten sollen.

    Um mal das Beispiel mit den öffentlichen Debatten aufzugreifen: Ich denke, das ist grundsätzlich schon umsetzbar als Teil des Unterrichts, aber es ist mit mehr Vorbereitung im Vorfeld verbunden. Man muss erst einmal schauen, welche öffentlichen Debatten in den kommenden Monaten geführt werden und dies möglichst sinnvoll mit einem anstehenden inhaltlichen Thema verknüpfen.

    Generell würde ich sagen, dass die Hauptherausforderung geworden ist, die inhaltlichen und die funktionalen Kompetenzen bei der Unterrichtsplanung im Blick zu haben. Und gerade letztere sind meiner Meinung nach schwieriger in der Umsetzung, da sie nicht mal eben in einer Stunde abgehakt werden können, sondern langfristig angelegt werden müssen.

    Danke für das Beispiel. Zu Beginn der Migrationswelle ab 2015 war sicher die Hoffnung, dass es viele solcher Beispiele geben würde. 10 Jahre später wissen wir auf Basis sowohl der Arbeitslosenquoten nach Nationalität als auch Bildungsstudien wie dem Bildungsmonitor, dass es Ausnahmen bleiben. Schöne Ausnahmen, aber Ausnahmen.

    Viele syrische Familien mit Wohnsitz in Deutschland stehen auch vor der Grundsatzfrage, wie sie ihre Zukunft gestalten sollen, da einerseits das Assad-Regime gefallen ist und sich andererseits Herr Dobrindt dafür einsetzt, dass in absehbarer Zeit auch wieder Rückführungen nach Afghanistan und Syrien durchgeführt werden sollen, Stichwort Wiederaufbau.

    Zauberwald : Je später im Leben die Migration erfolgt, desto schwerer ist es, sich auf Sprache, Kultur und gesellschaftliche Normen des Ziellandes vollends einzulassen. Das ist an der Stelle auch nicht wertend gemeint, sondern liegt an unserer menschlichen Sozialisierung und Entwicklung. Je älter ein Mensch wird, desto niedriger fällt die Fähigkeit und die Bereitschaft aus, neue Dinge zu lernen.

    Dazu gibt es einige alltagsnahe Beispiele, bei denen wir uns mit 40 oder 60 Jahren einfach schwerer tun als im Kinder- oder Jugendalter, z.B. das Erlernen einer Sprache oder eines Instruments. Dass es Einzelnen dennoch gelingt, ist erfreulich, bestätigt als Ausnahme aber eher die Regel. Also ja: Gut möglich, dass du als zukünftige Pensionärin noch einmal den Neustart woanders wagst und merkst, dass es genau das Richtige für dich ist. Ich kenne dich dafür zu wenig, um diesbezüglich eine auf dich abgestimmte Diagnose abgeben zu können.

    Jeder sprechende Mensch hat einen Akzent.

    Das stimmt. Ich bezog mich auf einen Akzent, der einer nichtdeutschen Erstsprache entlehnt ist.


    Palim : Ich kenne auch einige Beispiele von sozialem Aufstieg. Ich will auch gar nicht sagen, dass dies nicht möglich sei. Vor wenigen Wochen machte ich die Bekanntschaft mit einem Deutschen mit Spätaussiedlerhintergrund, der u.a. aufgrund eingangs begrenzter sprachlicher Mittel zunächst den Hauptschulabschluss erwarb, in den Folgejahren Berufserfahrung im technischen Bereich sammelte, um daraufhin ein technisches Studium mit Berufsziel Ingenieur erfolgreich abzuschließen. Es sind erfreuliche Beispiele, aber in der Masse leider seltene Ausnahmen, weswegen wir ja auch seit einiger Zeit darüber sprechen, dass sich das Bildungsniveau in Deutschland, auch im internationalen Vergleich, deutlich negativ entwickelt und auch jüngste Studien (z.B. Bildungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft) aufzeigen, dass es insbesondere einen messbaren Unterschied bei Schülern (m/w/d) mit Zuwanderungsgeschichte gibt.

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