Beiträge von Gymshark

    chilipaprika : Ich habe doch gar nicht geschrieben, dass wir bzgl. der angesprochenen Punkte etwas selbst entscheiden können, sondern dass die Entscheidungen "von oben" kommen müssen, daher verstehe ich deinen Einwand an der Stelle nicht.

    Mit "sprachlicher Richtigkeit" war übrigens nicht Schönschrift, sondern Rechtschreibung und Grammatik gemeint.

    Wegen deiner Frage bzgl. Mathematik: Ich muss die Antworten grundsätzlich lesen können. Was ich nicht entziffern kann, kann ich nicht bewerten. Fachbegriffe müssen richtig benannt und zumindest annähernd richtig geschrieben werden. Für extreme Fälle behalte ich mir den Abzug von bis zu 2 Notenpunkten bei zu vielen Punkten vor. Das kommt zumindest im Fach Mathrmatik und zumindest bei mir sehr selten vor.

    Ich würde behaupten, dass sprachliche Richtigkeit im Fach Deutsch noch höher bewertet werden sollte als in den modernen Fremdsprachen, wo sprachliche Richtigkeit natürlich nicht unnötig ist, aber keine tragende Rolle im Vergleich zur Kommunikatiomsfähigkeit spielt. Hier ist evtl. die Quotierung zu niedrig, wenn schwache Leistungen im Bereich "sprachliche Richtigkeit" so leicht durch andere Faktoren ausgeglichen werden können.

    Generell sollten alle im Bereich "Schule" eingeführten maßgeblichen didaktischen und pädagogischen Methoden und Konzepte nach gewissem Zeitabstand evaluiert werden. Es gibt ja inzwischen viele Lehramtsabsolventen (m/w/d), die Abschlussarbeiten arbeiten dürfen, da gibt es durchaus viel Potential, das von den betreuenden Hochschuldozierenden erkannt werden muss. Die x-te Abschlussarbeit zu Gesundheitsförderung von Lehrkräften oder Einsatz von digitalen Medien im Unterricht hingegen, bringt irgendwann auch keinen nennensweren Erkenntnisgewinn mehr.

    vor allem wenn man SuS unterrichtet, die in Klasse 10 zum Großteil keinen geraden Satz aufs Papier bringen und man jeden Fehler nicht nur anstreichen, sondern positiv berichtigen muss.

    Das zeigt aber Verfehlungen auf, die sich zwar nicht durch dich alleine ändern lassen, die aber zumindest auf höherer Ebene angegangen werden können und nicht in Stein gemeißelt sind.

    Wenn in Klasse 10 der Großteil der Schüler (m/w/d) "keinen geraden Satz aufs Papier bringen" können, wurden sie jahrelang erfolgreich versetzt und mindestens ausreichende Leistungen attestiert, die so nicht gegeben waren. Es beißt sich immer wieder hier im Forum die Katze in den Schwanz, dass Noten vergeben, die nicht mit den notwendigen Lernzielen aus den Curricula korrespondieren. Wenn diese nicht erreicht werden, kann schlichtweg kein "ausreichend" mehr vergeben werden - auch wenn viele Lehrkräfte damit scheinbar sehr am Hadern sind. Das ist aber im Grunde nichts Spezifisches des Faches "Deutsch", sondern gilt fächerübergreifend.

    Die Positivkorrektur sollte mal kritisch evaluiert werden hinsichtlich ihrer didaktischen Sinnigkeit. Vielleicht möchte mal ein Lehramtsabsolvent (m/w/d) hierüber eine Abschlussarbeit schreiben. Ich gehe davon aus, dass der didaktische Mehrwert für die Schüler (m/w/d) gering und dafür der Zeitaufwand für Lehrkräfte hoch ist. Wwenn jemand wirklich schwache Leistungen in einem Fach zeigt, bringt es der Person nichts, wenn die Lehrkraft durch Positivkorrektur 10 verschiedene Baustellen aufzeigt. Das sorgt wahlweise für Überforderung oder Durchzug. Es braucht sinnvollere Korrekturformen - und da muss auf politischer Ebene (im Idealfall auf Basis durch forschungsbedingter Erkenntnis) angesetzt werden.

    Studiere, was Dir Spaß macht, gute und begeisterte LehrerInnen werden immer gebraucht...

    Mit solchen häufig verwendeten Aussagen wäre ich vorsichtig, da nicht jeder angehenden Lehrkraft klar ist, was das angekommen in der Unterrichtspraxis bedeutet. Zwar findet früher oder später fast jede fertig ausgebildete Lehrkraft ihren Weg ins Schuldienst, wenn dies aber nur mit sehr vielen Kompromissen bei Fächern (Stichwort "fachfremder Unterricht"), Schulform oder Einsatzort möglich ist, kann die Frage aufkommen, ob diese Kompromisse es wert waren, die Fächerkombination im Studium primär danach auszulegen, was in der inhaltlichen Auseinanderung (wobei man auch das vor Studienbeginn höchstens erahnen kann) "Spaß macht".

    Wenn an einer Schule hoher Bedarf an den Fächern X und Y herrscht und ein Kollege (m/w/d) genau diese Fächer als Fächerkombination hat, dürfte auch die Schulleitung ein Interesse haben, dass dieser Kollege mit seinen Stunden hier eingesetzt werden kann.

    Aus organisatorischen Gründen heraus kommen vor allem die Kollegen (m/w/d) für fachfremdes Unterrichten infrage, bei denen es schwer fällt, das Deputat nur mit ihren studierten Fächern voll zu bekommen, weil an der Schule nur wenig Bedarf an diesen Fächern besteht, da sie nur wenige Stunden binden oder es bereits genug andere Kollegen (m/w/d) mit diesen Fächern gibt.

    Also ja, mit seiner Fächerwahl im Studium kann man schon beeinflussen, inwieweit man später ggf. fachfremd unterrichten muss.

    "Französisch bis zum Abi gehabt" wäre noch eine Basis auf der man irgendwie von einer fachlichen Eignung sprechen könnte, aber was wäre mit "hatte zu Schulzeiten eine andere Fremdsprache gelernt, danach eine andere Fächerkombination gewählt und auch sonst nie mit dieser Fremdsprache irgendwelche Berührungspunkte"?

    Zum zweiten Absatz: Es gibt bei uns Kollegen (m/w/d), deren Fächerkombi genug Bedarf hergibt, dass sie auf absehbare Zeit definitiv nicht fachfremd eingesetzt werden müssen. In den Fällen, in denen das doch bisher notwendig war, habe ich mitbekommen, dass man niederschwellig auf potentielle Kollegen (m/w/d) zugeht und versucht, einen Kompromiss in beidseitigem Interesse zu finden. Mir ist bewusst, dass an anderen Schulen die Personalsituation deutlich angespannter ist und die Organisation von fachfremdem Unterricht dort zum Tagesgeschäft gehört.

    Allgemein kann man sagen, dass Fächerbedarf auch immer von der Schwerpunktsetzung des Kultusministeriums abhängt. Es gibt diverse Faktoren, die bisweilen auch kurzfristig den Bedarf beeinflussen können, sei es eine Veränderung der bisherigen Schuldauer (G8/G9), strengere/weniger strenge Zulassungsvoraussetzungen zu bestimmten Schulformen, allgemein erhöhte Zu- und Abwanderung oder auch die Stärkung/Schwächung einzelner Fächer durch Senkung oder Erhöhung der zu unterrichtenden Stundenzahl.

    Hiervon abgesehen gibt es jedoch allgemeine Tendenzen, die weitestgehend bundesweit ähnlich sind. Pädagogisch stärker fordernde Schulformen haben einen größeren Mangel als fachlich stärker fordernde Schulformen, naturwissenschaftliche und künstlerische Fächer haben einen größeren Mangel als geisteswissenschaftliche Fächer.

    Französisch ist weiterhin ein Hauptfach im Gymnasialbereich und hat dadurch eine erhöhte Stellung im Schulsystem, hat aber die letzten Jahre zusätzliche Konkurrenz durch Spanisch bekommen. Hier hängt der zukünftige Bedarf auch davon ab, inwieweit die Position von Französisch als Schulfach aber auch als kulturelle und wirtschaftliche Partnersprache politisch gestärkt wird.

    Geographie und evangelische Religion sind, abseits von einzelnen Schwankungen, keine klassischen Mangelfächer. In Kombination mit einem Hauptfach, dessen Zukunft ungewiss ist, würde ich eher davon abraten. Hinzu kommt, dass Französisch und evangelische Religion (mit Ausnahme bestimmter Profilschulen) nicht im Klassenverband unterrichtet werden, sondern im Kurssystem, was deinen Einsatz als Klassenlehrkraft erschweren könnte.

    Mein Tipp wäre, sich auch andere Schulformen offen zu halten und mindestens ein klassisches Mangelfach (=Kunst, Musik, Informatik, Mathematik, Physik, Chemie, im beruflichen Schulwesen ggf. auch technische Fächer oder Sozialpädagogik) als Teil der Fächerkombination zu wählen.

    Das tut mir sehr leid für die Frau, ehrlich, chilipaprika . Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Gesellschaft ablehnend gegenüber der Vorstellung, dass eine Frau mit einer derartigen gesundheitlichen Historie, die hierdurch sicherlich auch in der Gestaltung ihres Alltags erheblich (und erkennbar) eingeschränkt ist, gesellschaftliche Unterstützung benötigt, reagieren würde. Die Gesellschaft macht schon Unterschiede zwischen Fällen wie dem der von dir beschriebenen Frau und solchen, bei denen Backpacktouren durchgeführt werden, an Kochshows teilgenommen (Ja, ich habe zur Kenntnis genommen, dass es hier um eine Krankschreibung ging.) oder für politische Ämter kandidiert wird.

    chemikus08 : Wenn die betroffene Person nach der Berufsunfähigwerdung (Du betonst ja selbst, erwerbsfähig wäre sie weiterhin.) in einem anderen Bereich tätig wird und dort das Geld für die Reisen nach Südostasien erwirtschaftet, dürfte da kaum einer ein Problem haben. Es geht um die grob vereinfachte Vorstellung "Arbeitet nicht, ist aber körperlich fit genug, um zu reisen und die Allgemeinheit darf das bezahlen", womit ein Teil der Bevölkerung fremdeln dürfte.

    Unterstelle bitte keine politischen "Wünsche", nur weil ich darauf hinweise, dass eine Partei mit etwaigen Umfragewerten bei Koalitionsüberlegungen nicht komplett ausgeklammert werden kann! Ich würde dasselbe bzgl. jeder anderen Partei mit entsprechenden Umfragewerten schreiben. Davon abgesehen, bitte lies noch einmal nach, welche Koalition ich zuvor für die wahrscheinlichste benannte!


    Auch wenn ich zur Kenntnis nehme, dass du schreibst, dass die CDU maßgeblich den von dir angesprochenen Beschluss mittrug, so steht eindeutig auch im angestrebten Regierungsprogramm für den Zeitraum 2022-2027, dass die CDU NDS sich für den Erhalt und Ausbau von sonderpädagogischen Förderzentren einsetzt - (hier - Seite 16). Nun war die CDU bekanntlich im zuvor genannten Zeitraum nicht regierungsbeteiligt, aber ich sehe keinen Grund, warum die CDU NDS für das kommende Regierungsprogramm von ihren Positionen abweichen sollte. Noch einmal: Politik ist nicht in Stein gemeißelt und auch eine CDU kann sich 10 Jahre später von etwas distanzieren, was sie damals noch federführend mittrug. Ob das auf Wähler (m/w/d) glaubwürdig wirkt, ist natürlich ein anderes Thema.

    Ragnar Danneskjoeld : Wenn die besagte Person schlau ist, hängt sie das mit dem Backpacking durch Südostasien besser nicht an die große Glocke und genießt im Stillen ihr Glück. Die gesellschaftliche Stimmung ist derzeit eher ablehnend gegenüber Beamten (m/w/d) und zumindest in der aktuellen gesamtwirtschaftlischen Lage wäre es schwer vermittelbar, warum die Allgemeinheit die Reisen durch Asien (und hierauf würde es im Zweifelsfall reduziert werden) bezahlen soll, statt dass diese Person diese Reisen selbst durch Arbeit erwirtschaftet. Wir werden wahrscheinlich in absehbarer Zeit erleben, dass die Grenzen zur Dienstunfähigkeit so hoch gesetzt werden, dass, wenn man dann wirklich "dienstunfähig" geschrieben wird, schon sehr eingeschränkt ist und im Alltag allenfalls noch leichte Routineaufgaben ohne Hilfe durchführen kann.

    Grundsätzlich ist nichts in der Politik in Stein gemeißelt. Jede neue Regierung kann potentiell die Regelungen der Vorgängerregierung aushebeln, auch wenn das, da muss man ehrlich sein, vergleichsweise selten vorkommt, da das deutsche System eher auf geteilte Verantwortlichkeiten setzt, was einfach von Grund auf radikale Veränderungen erschwert.

    Aktuell erscheint eine CDU-geführte Koalition Schwarz/Rot für die nächste Regierung in NDS für mich am wahrscheinlichsten und da gebe ich dir Recht, die CDU müsste schon sehr gute Argumente liefern, dass die SPD, die ja die Begrenzung der Schulen mit Förderschwerpunkt "Lernen" durch die Grünen zumindest toleriert haben, eine erneute Ausweitung eben solcher stützen. Ehrlicherweise kann bis zur Wahl aber noch passieren (Stichwort "rehbraune Augen") und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine bis dato vollkommen außer Acht gelassene Variable in Form der AfD bis dahin noch relevant werden könnte (zuletzt auch immerhin bei 20% mit steigender Tendenz).

    Nein? Eine ehemalige Kollegin ist wegen Burnout und daraus resultierender Depressionen dienstunfähig geworden. Sie hat sich davon nie so wirklich erholt und mittlerweile schon diverse Klinikaufenthalte hinter sich.

    Eigentlich sollten Studenten (m/w/d) mal darüber ihre Abschlusarbeit schreiben, statt die x-te Umfrage zum Thema digitale Medien im Unterricht, denn wenn man mal eine tragfähige Studie zu Gründen, warum Lehrkräfte dienstunfähig werden, durchführt und Methoden ableitet, wie die Dienstunfähigwerdung von Lehrkräften präventiv reduziert werden kann, wäre schon viel in Sachen Arbeitszufriedenheit getan.

    Dazu müsste mir vermutlich egaler sein, welcher Output am Ende meines Unterrichts steht. Ist es aber leider nicht.

    Durch den Wechsel von der Input- zur Outputorientierung ist das natürlich nicht leichter geworden. Früher konnte man sagen: "Alles, was im Lehrplan steht, habe ich gemacht. Passt!". Ob die Schüler (m/w/d) davon was am Ende auch mitgenommen haben, spielte zumindest offiziell keine Rolle. Heute ist ja eher die Frage: "Haben die Schüler (m/w/d) alle Kompetenzen, die im Curriculum stehen, erworben?".

    In NDS werden die Förderschulen "Lernen" demnächst alle geschlossen. Für MV ist das meines Wissens ebenfalls in Planung (wurde allerdings bis 2035 (?) verschoben).

    In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern werden die Kultusministerien derzeit von den Grünen bzw. Linken gestellt. Beide Parteien sind bekannt dafür, dass sie den sonderpädaogischen Schulformen ablehnend gegenüberstehen. Aktuelle Umfragen in beiden Ländern lassen mich vermuten, dass beide Juniorparteien bei den nächsten Regierungen nicht beteiligt sein dürften, auch wenn bis zur Wahl (MV: Herbst 2026, NDS: Herbst 2027) und anschließenden Koalitionsgesprächen natürlich noch einiges passieren kann.

    Wo also sollen sie sein, die Schulen, die diese Schüler:innen aufnehmen und beschulen?

    Die Ressourcen müssen gar nicht neugeschaffen werden. Sie sind bereits vorhanden und müssen schlichtweg genutzt werden.

    Es gibt im deutschen Schulsystem Schulformen für fünf Anforderungsniveaus. Diejenigen, die das gegliederte Schulsystem befürworten, befürworten in der Regel auch die sonderpädagogischen Schulformen. Diejenigen Schüler (m/w/d), die nicht den Anforderungen des grundlegenden Anforderungsniveaus gerecht werden können, können das Bildungsangebot des Förderschwerpunktes "Lernen" in Anspruch nehmen. Für Schüler (m/w/d) mit deutlich vermindertem Leistungsvermögen gibt es zusätzlich das Bildungsangebot des Förderschwerpunktes "geistige Entwicklung".

    Wer grundsätzlich leistungsfähig entsprechend der Anforderungen einer der drei Regelschulformen ist, aber aufgrund von gravierenden Verhaltensauffälligkeiten nicht in der Lage ist, die geforderte Leistung zu zeigen, kann über den Umweg des Förderschwerpunktes "emotional-soziale Entwicklung" Kompensationsmöglichkeiten erlernen, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder in das Regelschulsystem eingegliedert werden zu können.

    Du wünschst dir ein 3-gliedriges Schulsystem, aber wo ist da der Platz für diese Schüler:innen?

    Die Verteiler der Jahrgangsanteile war ja mal eine andere als es derzeit der Fall ist. Früher nahmen anteilig deutlich mehr Schüler (m/w/d) an den Bildungsgängen des grundlegenden und des mittleren Anforderungsniveaus der Sekundarstufe I teil, die räumlichen Kapazitäten gaben das damals her. Zudem ist das Bildungsniveau deutscher Schüler (m/w/d) in internationalen Vergleichsstudien die letzten Jahre deutlich gesunken, was eher gegen eine Erhöhung der Schülerzahlen auf dem höchsten Anforderungsniveau spricht.

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