Bewertung Französisch?

  • Ich muss Enja zustimmen, das ist leider Normalität und von Seiten der derzeitigen Schulpolitik in nun mittlerweile allen Bundesländern auch absolut beabsichtigt.
    Beschwerden sollten also am Besten ans Kultusministerium weitergeleitet werden bzw. möglichst auch die nächste Wahlentscheidung beeinflussen.
    Da die letzten Wahlentscheidungen in den Ländern sehr eindeutig ausfielen, muss ich als Lehrer jedoch davon ausgehen, dass die Schulpolitik von der Mehrheit der Eltern unterstützt wird und werde das als Lehrerin dementsprechend ausführen müssen. Ob mir das nun passt oder nicht.
    Überspitzt ausgedrückt: Ziel soll es derzeit sein, eine Elite auf den Gymnasien zu schaffen, die überdurchschnittliche Leistungen bringen. Wenn ein Schüler diese Leistung nicht erbringt, soll keine Förderung stattfinden, sondern Selektion. Das betrifft wohl die Mehrheit der Schüler, so dass du doch eigentlich zufrieden sein kannst, wenn deine Tochter immerhin zwischen 3 und 4 steht und nicht direkt von der Selektion bedroht ist.


    Wenn du nicht zufrieden damit bist, lohnt es sich mehr sich politisch entsprechend zu engagieren, statt dem Lehrer oder der Schule speziell die Absicht zu unterstellen, bestimmte Schüler loswerden zu wollen. Wenn du dich jedoch konkret gegenüber der Schule aufregst, kannst du dich auf den Kopf stellen und mit den Zehen wackeln und es wird sich trotzdem nichts ändern, weil es gar nicht in der Macht der Schule steht.


    Gruß
    Mia

    Man soll denken lehren, nicht Gedachtes.
    (Cornelius Gustav Gurlitt)

    Einmal editiert, zuletzt von Mia ()

    • Offizieller Beitrag

    Das geht ganz einfach: Wenn Deine Tochter in letzter Zeit nachgelassen hat, kann schnell die Tendenz zur 4 entstehen. Und bei dem schriftlichen Schnitt gibt es dann eben auf dem Zeugnis eine 4. Andere Lehrer geben vielleicht grad noch eine 3. Das ist eben Ermessenssache des Lehrers.


    Im übrigen denke ich, dass zum Ausgangsthema alles alles wichtige gesagt wurde. Die Diskussion geht mir langsam in eine Richtung, die wir schon früher einmal bei anderen Themen hatten...


    Gruß leppy

  • In Bundesländern, in denen Ältern die freie Wahl der Schulform haben, werden zum Teil Kinder mit Vieren im Grundschulzeugnis auf das Gymnasium geschickt. Die halten sich dann nicht alle. Das ist eigentlich das ganze Geheimnis.


    In einem Gymnasium hier in der Gegend, die unvorsichtigerweise die Daten mal zusammengetragen haben, kam heraus, dass nur 30 % der zur 5. Klasse dort eingeschulten Kinder Abitur machen. Aufgestockt werden die immer wieder reduzierten Bestände nach der 6. durch die Schüler der Förderstufen, nach der 10. durch die Realschüler. Irgendwie kam dabei raus, dass man unter Umständen bei Besuch der Realschule eine bessere Aussicht auf Abitur hat als als Gymnasiast.


    So richtig schlüssig ist das nicht. Obwohl sicher kaum jemand "Abitur für alle" fordert.


    Grüße Enja

  • Jaja, Eltern sind ja auch meist schon älter.... :D


    Wir sollten vielleicht auch mal langsam einen Thread für Lehrerstilblüten aufmachen. :P


    Enja: Sry, ich weiß, dass das bei dir nur ein Tippfehler ist, aber ich musste grad echt lachen. ;)


    Lieben Gruß und sry für OT
    Mia

    Man soll denken lehren, nicht Gedachtes.
    (Cornelius Gustav Gurlitt)

  • und bevor wir noch viel älter werden oder zumindest so aussehen:


    Französischarbeit Oberstufe. 15 Punkte für Inhalt. Drunter steht, Schülerin soll weniger schreiben. Wenn der Inhalt optimal ist, kann es ja nur schlechter werden. Dann steht da noch, sie soll sich ein Beispiel an J. nehmen. Die hat zwar weniger als die Hälfte geschrieben, aber auch nur 6 Punkte.


    Mein Sohn meint, es sei ganz klar, die Lehrerin wolle ganz klar einen kürzeren Aufsatz. Dann müsse sie weniger korrigieren. Und die Note sei ihr egal.


    Was vermutet ihr hinter dieser Formulierung?


    Grüße Enja

  • Zitat

    Ziel soll es derzeit sein, eine Elite auf den Gymnasien zu schaffen, die überdurchschnittliche Leistungen bringen. Wenn ein Schüler diese Leistung nicht erbringt, soll keine Förderung stattfinden, sondern Selektion. Das betrifft wohl die Mehrheit der Schüler


    Dass das so ist (andere Eltern und ich vermuten es genauso) bestreitet die SL vehement.


    Die RRL auch fürs Gymnasium sehen aber ausdrücklich auch eine Förderung vor.




    Zitat

    Aufgestockt werden die immer wieder reduzierten Bestände nach der 6. durch die Schüler der Förderstufen


    Das hört sich irgendwie nach Begriffen aus der Tierzucht an...
    Mich erschreckt, welche Begrifflichkeiten inzwischen im Umgang mir Kindern normal und üblich sind.


    Meine T. hatte nach der 4. Klasse einen Schnitt von 1,9 mit 2 in allen Hauptfächern (nebenbei..)


    Die leider ebenso überfüllte RS mit Containern ist keine Alternative für uns, da dort eine ähnliche Selektionspolitik zu herrschen scheint - nach Aussagen von Eltern ehemaliger Mitschülerinnen.


    Willo

  • Hallo Willo,


    das waren jetzt meine schrägen Begrifflichkeiten, keinesfalls die des Schulamts. Die können das sicher viel schöner ausdrücken.


    Allerdings ist es doch wohl Konsenz, dass die Gymnasien von den leistungsstärksten Kindern besucht werden sollen. Sonst würde das dreigliedrige Schulsystem ja keinen Sinn machen.


    Ob es das tut oder nicht, wäre dann wieder eine andere Frage. Wenn du das nicht findest, wäre dein Kind vielleicht auf einer Gesamtschule besser aufgehoben.


    Grüße Enja

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