Disziplin BFS

  • Hallo


    nachdem ich als Seiteneinsteiger im letzten Jahr viele Erfahrungen sammeln durfte, bin ich im kommenden Schuljahr als Klassenlehrer für eine BFS Klasse (Hauptschulabgänger ohne Lehrstelle) vorgesehen. Nun überlege ich, wie ich etwas Struktur und Disziplin in dieser vermutlich recht schwierigen Klasse hinbekomme.
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    Ich hatte irgendwie an ein Bonussystem oder so gedacht. Ich unterrichte dort übrigens Chemie und Technik. Wer kann mir Vorschläge machen, auch würde mich interessieren, wie ihr bei schwierigen (und dazu großen) Klassen Experimente integriert, im letzten Jahr hatte ich es (nach einigen gescheiterten Versuchen) mehr oder weniger gelassen, wie meine Kollegen übrigens auch. :D


    Danke Solosunny

  • Hallo,


    ich bin seit mehreren Jahren Klassenlehrerin von Berufsfachschulklassen im Bereich Wirtschaft. Ob sich das disziplinmäßig von den technischen Bereichen unterscheidet, weiß ich nicht. Ich kann dir aber zumindest keine Tipps für deine Experimente geben, weil ich im technischen Bereich keine Erfahrung habe. Allerdings mache ich auch in meinen Berufsfachschulklassen recht viel Gruppenarbeit und lege auch Wert auf selbstständiges Arbeiten. (Das klappt mal besser und mal schlechter:-) Mit einem Bonussystem habe ich noch nicht gearbeitet, ich nutze meistens die erste Woche (mindestens), um erst mal einen Überblick zu bekommen (gemeinsam frühstücken, jeder bringt was mit (da sieht man schon mal, ob man sich auf jeden einzelnen verlassen kann), Kennenlernspiele, Teamspiele, Gruppenaufgaben (was macht eine gute Klasse aus?), Regeln definieren. Es gibt einige gute Bücher hierzu, die anderen Titel suche ich gerne nochmal heraus , zunächst mal z.B. Fundgrube für Klassenlehrer, Das Klassenklima fördern (beide Cornelsen, glaube ich).


    Grundsätzlich haben meine Schüler meine Handy-Nummer und meine E-Mail-Adresse, so dass sie das Gefühl haben, einen Ansprechpartner zu haben und auch, dass ihnen jemand Vertrauen entgegen bringt. Ich halte auch Humor für wichtig, meist geht es mir zudem nicht um reine Unterrichtsinhalte, sondern mehr um grundlegende Arbeitshaltungen (abmelden, wenn krank per SMS bei mir, Arbeitsunterlagen haben, Hausaufgaben machen, Müll sortieren und Ordnungsdienst versehen (fegen, Tafel putzen, Müll raus) etc.). Leider funktioniert das meist nur über Noten (Referat vergessen = 6) oder andere Konsequenzen (Ordnungsdienst als Team so lange, bis das Team funktioniert). Auf der anderen Seite aber immer deutlich machen, dass man den Menschen akzeptiert (unabhängig von der erteilten Note). Auch schiebe ich bei Problemen immer Stunden ein, die dazu genutzt werden, die Probleme zu analysieren und nach Lösungen zu suchen (warum ist das Arbeitsklima schlecht, was können wir machen (die Schüler, die Lehrer)?), notfalls Einzelgespräche führen (auch mit Eltern). Ich habe allerdings auch das Glück, dass ich 7 Stunden plus Klassenleiterstunde in meiner Klasse bin.


    Fazit: Ich liebe meine Klassen, weil sie oft sehr anhänglich, direkt und authentisch sind.


    Das mal meine Gedanken dazu (etwas unsortiert).


    Grüße


    Birgit

    Man muss Partei ergreifen. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Stillschweigen bestärkt den Peiniger, niemals den Gepeinigten.“

    Elie Wiesel

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