Beiträge von Birgit

    Dir geht es sicher nicht alleine so. Ich habe ständig geweint in der Zeit, auch mal nach irgendeiner Lehrprobe beim Arschloch-Fachleiter auf der Wiese vor der Schule. Da wollte ich auch sehr ernsthaft alles hinwerfen. Gerettet hat mich ein (menschlich und fachlich) sehr guter Hauptseminarleiter und ein recht guter Zusammenhalt unter den Referendar*innen.

    Aber auch nicht mit Rumgekeife.


    Und was mit "der Sache einen Bärendienst erweisen" gemeint ist, ist so offensichtlich, dass man das nicht erklären muss.


    Ich lass mich hier auf keine Diskussionsschrauben ein.

    Das empfinde ich übrigens als einen ziemlich misogynen Begriff.


    Sowas ist halt genauso Teil des Problems. Wenn Männer diskutieren, darf das natürlich richtig zur Sache gehen. Bei Frauen ist das dann „Rumgekeife“ oder „hysterisch“.


    Dabei finde ich die Diskussionen hier recht sachlich im Vergleich zu anderen Ecken des Internets.

    Ach Gott, ich fühl mich grad ewiggestrig in Erinnerungen schwelgend: Da gab es noch Mikael, Freakoid, Meike, Meerschwein Nele und plattyplus. Und Krabappel wirkte da auch noch nicht so verbissen. 🥺


    Verzeiht mein erneutes Offtopic, aber der Thread ist echt anstrengend und ich kann und möchte mich zur Sache nicht mehr äußern - wie schon zuvor jemand trefflich bemerkte: Der Sache wird hier gerade gehörig ein Bärendienst erwiesen.

    Inwiefern ein „Bärendienst“? Und welcher „Sache“ überhaupt? Man muss patriarchalen Strukturen nun echt nicht mit möglichst viel Höflichkeit begegnen.

    Und was die Sache mit der Mehrheit angeht: Wenn nun in Sachsen zB eine Mehrheit AfD wählen würde, möchten wir dann einstimmen in Jubel über ertrinkende Menschen im Mittelmeer?


    Eine Demokratie ist eine fragile Sache. Sie besteht vor allem durch Schutz von Minderheiten.

    Das Binnen I ist nicht nur 90ger, sondern eben nicht barrierefrei. Deshalb sollte es am besten der : sein. Soweit ich weiß wird der von Vorleseprogrammen verstanden.

    Das ist so nicht korrekt. Viele Screenreader lassen sich diesbezüglich konfigurieren.


    Der DBSV empfiehlt das Sternchen derzeit:


    „Falls jedoch mit Kurzformen gegendert werden soll, empfiehlt der DBSV, das Sternchen zu verwenden, weil es laut Veröffentlichungen des Deutschen Rechtschreibrates die am häufigsten verwendete Kurzform ist und so dem Wunsch nach einem Konsenszeichen am nächsten kommt. Zudem ist davon auszugehen, dass Doppelpunkt und Unterstrich für sehbehinderte Menschen schlechter erkennbar sind als das Sternchen.

    Letztmalig aktualisiert im März 2021.“

    Ehrlich gestanden finde ich abschreckend und bösartig, wie Du hier mit vielen Worten und „lustigen“ Smileys mit Betroffenen umgehst. Es ist Dir offensichtlich ein Anliegen, Menschen bewusst mit Sprache auszugrenzen, zu verletzen und dies auch noch entsprechend öffentlich zur Schau zu stellen.

    Genau. Darum sollte es gehen. Ist die Diskussion um Sprache an dieser Stelle nicht nur ein Nebenschauplatz - oder gar ein Ablenkungsmanöver? Wem, der von Diskriminierung betroffen ist, ist denn durch ein Gendern der Sprache geholfen?

    Geholfen ist allen Betroffenen, weil dann schon direkt klar ist, dass sie entsprechend gesehen werden. Sprache bildet Werte ab. (Und weil wir hier von Bildung reden: Es ist gerade für Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung wesentlich prägend, wie sie akzeptiert werden. Dabei hilft natürlich nicht-binären und trans Personen, aber auch schwulen, lesbischen, asexuellen Menschen, wenn Sprache auch entsprechende Vielfalt abbildet.)


    Bei Kindern gibt es auch schon bereits erwähnt Studien, die aufzeigen, wie diverse Sprache Einfluss darauf hat, welche Berufe man sich für die Zukunft vorstellen kann.


    Im Grunde gibt es also außer einer hart konservativen Einstellung nichts, was gegen geschlechtergerechte Sprache angeführt werden kann.

    Man diskutiert angeblich vorrangig über Sprache, aber tatsächlich und für Betroffene geht es eben vor allem auch um ein Aufrechterhalten von Diskriminierung, um ein Nicht-Anerkennen und damit auch um ein Nicht-Adressieren.

    alpha Natürlich war mein Beitrag auch etwas polemisch, aber die Meinung, als wir in Sachsen mal ein Haus auf dem Land kaufen wollten, war leider durchaus so, dass die berechtigte Befürchtung bestand, dass einem dies nach Renovierung von Nazis angezündet würde. Es wurde daher dringend davon abgeraten. (Angriffe auf Häuser gab es durchaus, aber auch immer mal in Dresden und in Plauen zB. (wobei ich über Plauen nur noch Bruchstücke weiß).) Das ist also kein Problem speziell des Erzgebirges, sondern eher ein Problem in vielen Teilen im Osten. Und wir haben im Westen auch Stress mit Nazis, aber dieses Gefühl von Zustimmung in breiten Teilen der Bevölkerung habe ich so schlimm wie dort (Annaberg, Freital, Heidenau, etliche Orte in der Sächsischen Schweiz etc.) nirgendwo erlebt.

    Ein wenig redest Du da aber Dinge schön. Das sind Gegenden, in denen Menschen mit „I love Pegida“-Beutel rumlaufen, die AfD oder den 3. Weg supi finden, einen angreifen, wenn man die falsche Haarfarbe (oder gar Hautfarbe) hat und einem das Haus anzünden, wenn man es nicht im Erdegeschoss gegen Wurfgeschosse sichert.

    Ach. Nicht gleich verzweifeln. In meinen ersten Jahr nach dem Referendariat habe ich in einer Schwangerschaftsvertretung einer Kollegin ihre sehr gute Klasse in VWL übernehmen müssen und war nahezu jede Stunde komplett überfordert.


    Oder die Industriekaufleute mit Excel in dem Jahr. Da war ich auch nur ganz knapp 2 Seiten voraus.

    Mit etwas mehr Erfahrung wird das alles besser. Und man wird souveräner darin, auch einfach mal zugeben zu können, dass man irgendwas auch erst recherchieren muss. (Das kann man dann sogar zusammen machen.) Lehrer*innen sollten schon kompetent sein, aber ich bin nicht die allwissende Müllhalde.

    Es würde mich zumindest nicht wundern, wenn es in Sachsen viele Impfverweiger*innen gäbe. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen rund um meinen Freundeskreis dort. (Die dort immer wieder Konfrontationen mit Coronaleugner*innen und Nazis ausgesetzt sind.)

    Magst du das weiter ausführen? Ich würde dir da zustimmen, aber ich bin mir nicht sicher, was das mit meinem Post zu tun hat.

    Klar gibt es auch Männer mit schönen Beinen. Ich würde aber davon nicht abhängig machen, was für Kleidung jemand tragen darf oder sollte. Natürlich können auch Menschen mit haarigen, dicken, vernarbten etc. Beinen kurze Hosen tragen. Es ist nicht an mir, über Körper zu urteilen.


    So nachvollziehbar?

    Ja klar, du hast Recht, Religion jeglicher Art hat schon immer Vorwände geliefert, Menschen einzuschüchtern, progressives Denken zu verhindern und sich die Köpfe einzuschlagen. Und? Soll man deshalb nicht oder nur gaaaanz vorsichtig "aufklären"? Ich sehe das nicht als "Machtdemonstration". Ich habe keine Macht.

    Je nach Definition von Macht würde ich dem doch deutlich widersprechen. Natürlich hast Du Macht. Wie ausgeprägt diese ist und wem gegenüber oder in welchen Situationen, ist dann die nächste Frage. (Hierarchie/Klasse/Geschlecht etc. sind auch Teile, die man sich ansehen könnte, um dann zusätzlich noch zu gucken, mit welchen Privilegien das verbunden ist.)

    PS: Morgen schlendere ich übrigens wieder ganz selbstbewusst ins Lehrerzimmer und käme nie auf den Gedanken, dass dieser Raum nur den männlichen Kollegen vorbehalten ist.


    Bitte versteht mich nicht falsch: Ich bin eine leidenschaftliche Verfechterin der Gleichberechtigung und würde mich nie als "weniger wert als ein Mann" sehen (so wie es noch meine Oma von sich selbst dachte). Aber wenn ich sehe, was noch alles an Arbeit vor uns Frauen liegt, dann kann ich über die Genderdiskussionen nur müde lächeln. Das kommt mir in etwa so vor, als würde ich in einem total zugemüllten Raum mit dem Bürstchen den Staub in der Tischkante wegpolieren, anstatt erst mal den überall verstreuten Abfall aufzuräumen.


    Es gibt immer noch Länder, in denen kleine Mädchen zwangsverheiratet werden oder in denen Genitalverstümmelung stattfindet - und wir in unserem fetten, reichen Land fabulieren über Gendersterne und dadurch möglicherweise verletzte Gefühle.

    Da zB. trans Menschen auch hier noch harter Diskriminierung ausgesetzt sind, kann geschlechtergerechte Sprache natürlich nur einen kleinen Beitrag leisten. Nichtsdestotrotz bildet Sprache Werte ab und Menschen merken durchaus, dass sie mit einem generischen Maskulinum eben nicht adressiert sind. (Und wer sie nicht adressiert.)

    Kennt ihr noch den aus der Muppetshow mit dem Mimimi? Daran muss ich irgendwie immer denken, wenn männlich wahrnehmbare Personen sich abwertend zu geschlechtergerechter Sprache äußern.

    Ich fände schon irgendwie auch sinnvoll, wenn sogar elitäre Einrichtungen wie Gymnasien eine Vielfalt von Menschen abbilden, auch im Kollegium.


    (Anekdote aus meiner Zeit als Schülerin eines Gymnasiums: Wirklich gut und beliebt war damals ein Deutsch-Referendar, der neben einem alternativen Kleidungsstil auffällig lackierte Fingernägel hatte. Der ist trotz oder wegen(?) seines sehr authentischen Stils bei uns ohne Schaden rausgegangen, während andere (es ist mir jetzt durchaus peinlich) auch mal mit harten Brötchen beworfen wurden und durchaus auch welche heulend rausgerannt sind.))

Werbung