Beiträge von Birgit

    Offtopic: Ganz damals hatten wir tatsächlich mal ein kleines Forentreffen „in echt“. Da konnte man sich dann ein Bild machen, wie die Menschen von hier so wirklich aussehen und drauf sind. ;)

    Irgendeine seltsame Corona-Paranoia und gleich müssen wieder die anderen Kollegen ran. Die belastbaren kann man immer weiter belasten, während der Rest sich wegduckt. Willkommen im System Schule.

    Ich verstehe zwar den Frust, halte es aber auch für eine schwierige Ansicht, irgendwie von Kolleg*innen zu erwarten, dass sie über ihre offensichtlich krank machende Situation hinweggehen.

    Ehrlich gestanden führe ich ständig Diskussionen darüber, wo Gewalt anfängt und viele Erwachsene sehen nicht, was alles schon Gewalt ist. Vor allem auch strukturelle Gewaltausübung wird gerne als normal/akzeptabel wegdefiniert. Insofern habe ich bei dem Teil Zweifel.


    Aber zurück zum Thema: Das sind ja leider meist komplexe Bereiche, die alles Mögliche betreffen und verschiedenste Ursachen haben. Wie wird im Elternhaus miteinander umgegangen etc.?


    Vielleicht kann man herausarbeiten, inwiefern ein respektvoller Umgang und eine sichere Umgebung sowie gute Konfliktlösungs-Mechanismen für alle Beteiligten einer Klasse hilfreich sein können? Letztendlich kosten solche Auseinandersetzungen halt vor allem Energie.


    (Ob ich als (damals durchaus in körperliche Auseinandersetzungen involvierte) Jugendliche darauf gehört hätte, weiß ich allerdings auch nicht. Aber je authentischer und aufrichtiger man selbst argumentiert, erhöht vielleicht die Chancen.)

    Den genauen Hergang werden die Ermittlungen in dem Fall hoffentlich klären. Ich fürchte aber, dass "offiziell" tatsächlich deine Angaben bestätigt werden und die Schüler sogar noch mit einem Preis für Zivilcourage nach Hause gehen...

    Im Allgemeinen wird Polizei immer mehr geglaubt. Es gibt quasi keine Anklagen wegen Polizeigewalt. Insofern halte ich Deine Aussage zumindest für unwahrscheinlich.

    Zum Ursprungsbeitrag: Ich bin nicht sicher, ob man da mit einer Doppelstunde glücklich wird. Was ist Dein Eindruck, warum es zu körperlichen Auseinandersetzungen kommt? Machtrangeleien? Körperliche Unausgeglichenheit? Mobbing/Bullying? Unsicherheit? Hast Du Einzelgespräche mit den Betroffenen geführt? Wie geht es allen Beteiligten derzeit?


    Vielleicht muss man auch erst über Grundlagen reden? Wo fängt Gewalt an? Wie definieren die Jugendlichen das? Wie kann man sinnvoller mit Aggressionen umgehen? Woher kommen die Aggressionen? Gab es konkrete Probleme oder war das die gesamte Zeit unterschwellig vorhanden? Wie löst man Konflikte sinnvoller?


    Persönlich würde ich erst einmal versuchen wollen, zu verstehen, was aus welchen Gründen passiert ist.

    Ich würde mir die Zeit schenken und regulären Unterricht machen.

    Alle Konzepte der Welt bringen nichts. Siehe Ida Ehre Schule in Hamburg, wo vor ein paar Wochen 80 Minderjährige, teilweise erst 13-14 Jahre alt, einen dort sogenannten "cop4u" (wer denkt sich eigentlich so einen Käse aus?) sprich Stadtteilpolizisten niederknüppelten, als er einen Streit unter Schülern schlichten wollte. Und die haben reichlich Konzepte an der Schule.

    Tante Suchmaschine liefert hier reichhaltiges Lesematerial...

    War das der Vorfall, wo Schüler*innen eingeschritten sind, weil ein Schüler unter einem Polizisten keine Luft mehr bekam?

    Mal eine vielleicht naive Frage, aber wie kommt hier zustande, welche Werbung auf der Seite geschaltet wird? (Und müssen irgendwelche Nazi-Shirts echt sein?)

    Ich wurde schon von der Schule, an die ich abgeordnet war, wegen meiner kurzen Hose (fast knielange Jeans) angezählt (die Schulleitung trug ein Sommerkleid).

    Trag doch auch mal ein Sommerkleid. Oder zumindest einen Rock.

    Mittlerweile bin ich manchmal doch froh, dass ich seit einiger Zeit raus bin aus dem Schuldienst. Da hätte ich vielleicht dauernd Stress (wegen Tattoos und/oder Haarfarbe).

    Hast Du Dich mal in einem Einzelgespräch mit dem Schüler zusammengesetzt und über die Probleme gesprochen? Ich würde an der Stelle auch sehr offen sagen, dass mich das so nervt und gemeinsam besprechen, was für Lösungen helfen könnten.


    Ich habe auch Schüler*innen schon selbstbestimmt den Unterricht verlassen lassen für eine Runde ums Gebäude, wenn sie selber das Gefühl hatten, sie kommen gerade im Unterricht nicht klar oder können sich nicht mehr konzentrieren. Berufskolleg ist halt auch in vielen Fällen freiwillig mit erwachsenen Menschen und dementsprechend kann man damit auch reden und nach gemeinsamen Lösungen suchen.

    Dir geht es sicher nicht alleine so. Ich habe ständig geweint in der Zeit, auch mal nach irgendeiner Lehrprobe beim Arschloch-Fachleiter auf der Wiese vor der Schule. Da wollte ich auch sehr ernsthaft alles hinwerfen. Gerettet hat mich ein (menschlich und fachlich) sehr guter Hauptseminarleiter und ein recht guter Zusammenhalt unter den Referendar*innen.

    Aber auch nicht mit Rumgekeife.


    Und was mit "der Sache einen Bärendienst erweisen" gemeint ist, ist so offensichtlich, dass man das nicht erklären muss.


    Ich lass mich hier auf keine Diskussionsschrauben ein.

    Das empfinde ich übrigens als einen ziemlich misogynen Begriff.


    Sowas ist halt genauso Teil des Problems. Wenn Männer diskutieren, darf das natürlich richtig zur Sache gehen. Bei Frauen ist das dann „Rumgekeife“ oder „hysterisch“.


    Dabei finde ich die Diskussionen hier recht sachlich im Vergleich zu anderen Ecken des Internets.

    Ach Gott, ich fühl mich grad ewiggestrig in Erinnerungen schwelgend: Da gab es noch Mikael, Freakoid, Meike, Meerschwein Nele und plattyplus. Und Krabappel wirkte da auch noch nicht so verbissen. 🥺


    Verzeiht mein erneutes Offtopic, aber der Thread ist echt anstrengend und ich kann und möchte mich zur Sache nicht mehr äußern - wie schon zuvor jemand trefflich bemerkte: Der Sache wird hier gerade gehörig ein Bärendienst erwiesen.

    Inwiefern ein „Bärendienst“? Und welcher „Sache“ überhaupt? Man muss patriarchalen Strukturen nun echt nicht mit möglichst viel Höflichkeit begegnen.

    Und was die Sache mit der Mehrheit angeht: Wenn nun in Sachsen zB eine Mehrheit AfD wählen würde, möchten wir dann einstimmen in Jubel über ertrinkende Menschen im Mittelmeer?


    Eine Demokratie ist eine fragile Sache. Sie besteht vor allem durch Schutz von Minderheiten.

Werbung