Beiträge von Birgit

    Ich dachte bislang, Polizei ist Teil der Exekutive und damit ein Teil unserer Demokratie, die auf Gewaltenteilung beruht. Das hat zunächst mal nichts mit dem Rechtsextremismus einzelner Personen in der Polizei zu tun.

    Das sollte so sein. Aber nichtsdestotrotz bleibt meine Aussage bestehen. Polizeikommunikation zB. ist halt auch Ausdruck politischer Positionen und teilweise Stimmungsmache. (Und das nicht nur bei den mehr oder weniger rechten Gewerkschaften, sondern eben auch in alltäglicher Kommunikation.) Über Entstehung, Zusammensetzung und Ausrichtung von Polizei könnte man dann noch größere Abhandlungen verfassen. Autoritäre Strukturen mit Waffengewalt ziehen nicht notwendigerweise politisch linke Menschen an. Es ist zudem offensichtlich, zwingend notwendigerTeil eines Rechtsstaates, Institutionen mit Macht und Gewaltbefugnissen mit Skepsis zu begegnen. (Oder sollte es sein.)

    An einem Berufskolleg das wirklich Ausbildungsgänge passend zu meinen Fächern ausbildet würde ich wirklich sehr gerne unterrichten! Aber ich weiß nicht, ob man mich da gebrauchen kann ohne das entsprechende Lehramt.

    Ich kann mir grundsätzlich gut vorstellen, dass Du da gebraucht wirst. Berufskolleg bedeutet halt, dass Du unter Umständen sehr unterschiedliche Bildungsgänge kennenlernst und damit auch sehr unterschiedliche Menschen. Ich fand das aber gerade deshalb immer toll und super vielseitig.

    Das finde ich wirklich eine traurige Wortwahl an der Stelle. Respekt vor anderen Menschen und deren körperlicher Unversehrtheit hat absolut nichts mit Hörigkeit zu tun, sondern mit den Grundlagen unseres GG, unseres Strafrechts und ganz allgemein dem, worauf wir Menschen uns kulturell übergreifend in Form der Goldenen Regel als moralische Grundlage unseres Handelns einigen konnten.


    Also pack bitte deine linken Kampfbegriffe ein und an der Stelle dafür etwas menschlichen Anstand im Miteinander aus. Oder fändest du es auch noch legitim, wenn einer deiner Schüler dir im Klassenzimmer einen Rauchtopf an den Kopf werfen würde, als Zeichen seines Widerstands gegen staatliche Autoritäten, repräsentiert durch dich als Lehrkraft und Landesbeamtin in dem Fall?

    Grundsätzlich will ich Dir gar nicht widersprechen. (Ein Rauchtopf ist allerdings ein nicht all zu großes Plastikteil. Und Polizist*innen sind gut geschützt durch ihre Kleidung. Ich zweifele an, dass man damit wirklich Schaden anrichten könnte.) Es stört mich allerdings immer, dass so getan wird, als seien Poizist*innen besonders schützenswert rechtlich gegenüber anderen Menschen. (Und rechtlich und medial wird diese Karte vor allem bei linken Demonstrationen gezogen. (Während wirkliche Verletzungen meist an anderen Stellen passieren (rund um Fußballspiele etc.) und weit weniger oft juristisch verfolgt werden.) Von den umgekehrten Fällen von Polizeigewalt, die zu 98 Prozent halt nicht geahndet werden, mal noch gar nicht gesprochen.


    Und dieses grundsätzliche, deutsche, nahezu reflexhafte Beispringen bei Polizei, hat für mich etwas tendenziell Gefährliches. (Erst recht vor einem aktuellen Rechtsruck.) Deshalb finde ich es wichtig, da immer mal reinzugrätschen. Polizei ist ein politischer Akteur mit entsprechender Kommunikation und entsprechenden (Eigen-)Interessen. (Inklusive der zig rechten Einzelfälle pro Jahr…)

    Nein, ich möchte das genau wissen. Was genau steht da, das besagt, dass alle Menschen der Welt, das Recht haben in Deutschland zu leben?

    Das muss man halt auch im Kontext rechten Terrors sehen, dass das Asylrecht 1993 schon ausgehöhlt wurde als Appeasement gegen Nazis. (Was sie in Folge gestärkt und zu weiteren Morden geführt hat.) Und natürlich haben Deine Forderungen einen rechten Kern.

    "SPD-Parteichef Lars Klingbeil ruft die Länder zur Umsetzung der von Kanzler Olaf Scholz angeregten Abschiebe-Offensive auf."

    Mal sehen, wie viel da noch für die AfD übrig bleibt.
    Viele sind ja auch überrascht zu hören, dass Obama mehr abgeschoben hat als Trump.


    Das funktioniert so halt nicht. Rechte Politik zu machen, stärkt immer die Faschos.

    Offtopic: Diese Tendenz, nach unten zu treten, ist halt auch beim GDL-Streik deutlich. Weselsky und ich haben politisch vermutlich nicht viel gemeinsam, aber ich habe großen Respekt, dass eine eher kleine Gewerkschaft solche Schlagkraft besitzt und ich wünsche dem Arbeitskampf viel Erfolg. Streik ist der Deutsche halt nicht so gewohnt. Solidarität auch nicht.

    Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass sich Lehrkräfte gesammelt so von einem Sechstklässer tyrannisieren lassen. In Berlin.

    Ich bin wirklich sehr sicher, dass ich (ohne den Schüler zu kennen) eine Handlung beenden könnte, bei der er einem*r anderen Schüler*in schadet. Vermutlich sogar ohne jegliche Berührung.

    Lachsmileys ein wenig ähnlich wie bei FB hier oft eine Blockempfehlung. Ich habe null Verständnis und null Toleranz für Menschen, die in einem pädagogischen Beruf so unsensibel und schon in Richtung Menschenverachtung formulieren. Transfeindlichkeit (um mal ein Beispiel herauszunehmen) ist ein ziemlicher Brocken, der Menschen in Suizid treiben kann. Ich kann nicht nachvollziehen, wie Menschen meinen, man müsse irgendwie verletzend miteinander umgehen, statt zu versuchen, einander möglichst nicht umfassend scheiße zu behandeln. (Ähnlich schlechte Argumentationen sind auch zu beobachten bei Diskussionen, ob man noch das N-Wort verwenden solle. Spoiler: Nein.)

    An der Stelle kommen halt die rechten Ideologien zum Tragen, die in der Abkehr von traditionellen Familien- und Geschlechterrollen Machtverluste befürchten. Deshalb geht es nur oberflächlich um angeblichen Schutz von Sprache etc. Für betroffene Schüler*innen/Menschen macht es sehr wohl einen Unterschied, ob man geschlechtergerecht adressiert. Es zeigt Menschen, dass sie explizit wertgeschätzt werden und das ist -besonders in Zeiten eines europaweiten Rechtsrucks mit entsprechenden, damit einhergehenden existentiellen Bedrohungen- ein Signal, dass ich Menschen gerne gebe, um ihnen meine Solidarität zuzusichern und um deutlich zu machen, dass ich zumindest bemüht bin, Menschen möglichst nicht zu verletzen oder zu diskriminieren.

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