Beiträge von Birgit

    Ich habe zB. mal eine Klasse begleitet nach dem Tod eines Schülers. Wir haben zusammen besprochen, was sich die Freund*innen/Mitschüler*innen wünschen. Welche Fragen und Gedanken sie beschäftigen. Worüber sie reden wollen. Wir sind auch zusammen zum Grab gegangen und jede*r, die*der wollte, konnte dort etwas sagen. Auch weinen, sich umarmen, einander beistehen. Ich habe den gemeinsamen Prozess des Trauerns als sehr bereichernd und liebevoll empfunden. (Ich war zu der Zeit Lehrerin in der Klasse und im Beratungs- und Krisenteam der Schule.)

    Ich selbst habe die Maske ja nicht einmal "ganz" abgelegt. Ich merke aber hier in diesem Thread eine Verurteilung all jener, die die Maske ablegen. Hier wurde immer wieder erwähnt, dass ja alle bis auf Querdenker / Extreme etc. ja noch die Maske aufhaben.


    Dass man mir dann eine falsche Lesart vorwirft (siehe Humblebee) und das alles ja nur Spaß sei, finde ich unsinnig. Ich habe nun eben nicht die zahlreichen Beiträge alle zitieren wollen.


    Die Bitte eines Lehrers oder gar der ganzen Schule ist nicht wie die Bitte irgendeiner Person. Ich sehe es als klare Einflussnahme. Wieso kann man nicht auf das Für und Wider eingehen, ohne Personen, die sich zu einem in einem Abhängigkeitsverhältnis befinden, durch "Bitten" unter Druck zu setzen? Viele beklagen ja häufig den Verlust der Autorität; diese ist aber durchaus noch "vorhanden". Die meisten SuS haben wenig Interesse, sich in einen Konflikt mit ihrem eigenen Lehrer zu begeben.

    Da das Tragen von Masken auch weiterhin bei diesen Inzidenzen mit Rücksichtnahme und Solidarität gegenüber vulnerablen Menschen zu tun hat, ist das etwas, was man in Schule definitiv lernen sollte.

    Machtposition? Also ich habe keine Macht über meine Schüler. Was für eine merkwürdige Vorstellung des eigenen Lehrer:innen-Bildes. Und ich finde es auch überhaupt nicht richtig, vo so einem Verhalten auch noch Respekt zu haben. Hier rotten sich Schüler:innen zusammen, um die Lehrerin in Verlegenheit zu bringen, weil sie nicht mehr gemacht hat, als ihren Job und das soll ich auch noch mit Rätselstunden belohnen? Niemals nie!

    Wie man an der konkreten Stelle reagiert, ist eine Diskussion.


    Dass Du Deine Machtposition nicht siehst, finde ich allerdings ein wenig erschreckend. Das sehe ich durchaus als ein Grundproblem von Schule, dass Hierarchien nicht einmal hinterfragt werden.

    Ob auf das so empfindest oder nicht, ändert nichts daran, dass Du in einer überlegenen Machtposition bist. Das ist dann halt vor allem eine Frage der Selbstreflexion.

    (Sieht man aber auch sehr leicht schon im vorliegenden Fall an der Möglichkeit, bei Eltern anzurufen bei Störungen oder mit schlechter Benotung zu drohen. Am Ende entscheiden Lehrer*innen über Lebensentwürfe und Lebenschancen und ich finde, das sollte man auch entsprechend reflektieren.)


    Und welche Reaktion in dem konkreten Fall sinnvoll ist, mag ich gar nicht abschließend beurteilen wollen. Es ging mir mehr darum, auch eine andere Sicht auf die Situation aufzuzeigen. Und je nachdem hätte ich das vielleicht genau so auch mit Schüler*innen diskutiert anhand der konkreten Bedürfnisse. (Schule bügelt da ohnehin an ganz vielen Stellen drüber.)

    Nein. Sich gegen ihnen überlegende Machtpositionen zu verbünden, würde ich nicht als Mobbing empfinden. Schule ist nun mal ein Ort voller Hierarchien und Machtstrukturen.


    (Und tatsächlich hatte ich in meiner Tasche immer ein paar Rätsel. Und (wenn nicht gerade die nächste wichtige Klausur ausgerechnet in der Stunde danach anstünde) ein offenes Ohr für Gründe.))


    Das heißt ja nicht, dass die oben genannte Variante nicht auch funktioniert…

    Dass sich Schüler*innen organisieren für irgendeine Form von Widerstand, hat ja durchaus meinen Respekt. Auch, wenn das für Dich natürlich auch nervig und anstrengend ist. Was wäre passiert, wenn Du tatsächlich was Anderes gemacht hättest? Ein paar Rätsel, eine offene Stunde, in der man mal offen redet, was bei den Schüler*innen so los ist, something like that?

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