Ich schließe mich der Meinung von Herrn Rau teilweise an.
Zwar markiere ich in allen Arbeiten und Tests in meinen Fächern die Rechtschreibfehler, aber ich bewerte sie nicht mit. Das geschieht bei mir aber nicht aus Unsicherheit über korrekte Rechtschreibung. Wir haben hier an der Schule sehr viele Schüler, die in der Lese - und Rechtschreibförderung sind. Bei diesen wird die Rechtschreibung "ausgesetzt", d.h. nicht mit bewertet. In allen Fächern. Ich finde es daher unfair, wenn ich bei einigen Schülern die Rechtschreibung werte und bei anderen nicht. Das führt dann unter Umständen dazu, dass ein LRS-Schüler mit schlechten Physikkenntnissen eine bessere Note erhält als ein Schüler mit bessern Physikkenntnissen, nur weil ich bei diesem die Rechtschreibung bewerten muss. Das sehe ich auch nicht ein. Zudem kommt noch hinzu, dass ein Kollege, der die Rechtschreibung mitbewertet hat, ständig Querelen mit Schüler und Eltern hatte. Ich weiß das ist feige, aber ich mache das mit der Rechtschreibbewertung erst, wenn ich dazu eine Grundlage habe, die mich dazu verpflichtet.
Ich denke auch, dass sich die Schüler in Deutsch mehr Mühe mit der Rechtschreibung geben als in z.B. Physik. Ich kann mich an keinen Physiktest erinnern bei dem nicht gefragt wurde: "Zählt die Rechtschreibung mit?". Da handhabe ich das so, dass ich nur Sachen bewerte, die ich auch lesen kann. Da stelle ich mich dann auch mal doof, wenn alzuviel Phantasie zum Enträtseln gefragt wäre. Falsch geschriebene Fachworte sind aber ein Fehler.