Beiträge von Ruhe

    Naja, die Aufgabe habe ich ja nicht zu Beginn der Unterrichtseinheit "Proportionale und antiproportionale Zuordnung" gestellt. Sie stand am Ende der Unterrichtseinheit und war in einer der letzten Übungsstunden vor der Klassenarbeit.
    Die Schüler sollten mit Dreisatz rechnen. Wie der Dreisatz grundsätzlich geht, wussten die Schüler (wurde genügend geübt). Vorher haben wir ähnliche Aufgaben gemacht: Futtervorrat im Ponyhof oder Busreise hat Festpreis: Wieviel müsste jeder bezahlen, wenn … Personen mitfahren und dann plötzlich einer abspringt, dazukommt, … und so weiter.
    Das Problem lag eher darin, dass die Schüler den Text nicht richtig gelesen haben.
    Nachdem die Schüler bei der Aufgabe verstanden haben, dass es bei a) 21 Tiere und bei b) dann 30 Tiere sind.

    Ich selbst halte die Aufgabe nicht für anspruchsvoll.
    Ich unterrichte an einer reinen Realschule und wir handeln auch entsprechend.
    In der Klassenarbeit werde ich die Aufgaben etwas eindeutiger formulieren.
    ABER: An einer Realschule kann man eine 1 oder 2 in der Mathearbeit nicht mit einfachen Hauptschulaufgaben bekommen. Da muss auch mal eine anspruchsvollere Aufgabe dabei sein.

    Friesin:
    Was ist daran :flieh: ?
    Ist doch ein ganz normaler Dreisatz.

    Was da z.B. wären: Datum oben rechts, Stundenthema als Überschrift an die Tafel/ ins Heft, jeder schreibt mit (und zwar in den richtigen Hefter!) Aufgabenstellung gemeinsam lesen, 1-2 Leute wiederholen lassen, was zu tun ist, anfangen mit der Arbeit. Ggf. Mindmap gemeinsam erarbeiten und gleichzeitig abschreiben lassen. Und: wiederholen, wiederholen, wiederholen. Zu Stundenbeginn das von der Vorstunde, zu Stundenende, das von der aktuellen.

    Genauso mache ich das auch.
    Bei vielen Aufgabenstellungen wissen die Schüler gar nicht was sie überhaupt machen sollen. Da fehlt teilweise völlig die Lesekompetenz gepaart mit der mangelnden Bereitschaft überhaupt einen Aufgabentext, der länger als zwei Zeilen ist, zu lesen.
    OT: Haben wir jetzt Deutsch?

    Gerade gestern erst erlebt in einer 7.Klasse Mathematik letzte Stunde vor der Mathearbeit:
    In einem Tierheim reicht der Futtervorrat für die 15 Hunde 14 Tage lang.
    a) Vor Urlaubsbeginn wurden noch 6 Hunde in Pflege gegeben. Wie lang reicht nun der Futtervorrat?
    b) Weitere 9 Hunde wurden im Tierheim abgegeben, weil .... Wie lange reicht nun der Futtervorrat des Tierheims?

    Diese Aufgabe haben ohne Hilfestellung genau 2 Schüler lösen können. Die anderen kamen mit der Anzahl der Hunden überhaupt nicht zurecht.

    Ich bin dann mit ihnen die Aufgabenstellung Schritt für Schritt durchgegangen. Erst dann konnten weitere Schüler die Aufgabe lösen. Ich werde wohl die Art der Aufgabenstellung (ich meine: wie ich sie formuliere) überdenken müssen.

    Und dabei bin ich an einer Realschule im ländlichen Raum, wo nur 2 Flüchtlingskinder kein bzw. lückenhaftes Deutsch sprechen.


    Probearbeit: Vor der Arbeit entwerfe ich in der Regel immer eine Arbeit, die genau so ist, wie die Klassenarbeit. Die schreiben wir und berichtigen sie in der folgenden Stunde gemeinsam inklusive Bewertungsbogen. Dann erst folgt die normale Klassenarbeit.

    Nur interessehalber: Wie fällt die eigentliche Klassenarbeit dann aus, wenn du vorher eine Probearbeit machst?

    Das was ihr über gute Unterrichtsgestaltung schreibt, erfordert stets einen erheblichen Aufwand an Vorarbeit/Planung, die ich so bisher noch nicht für jede Stunde zu leisten bereit war. Es geht wohl grundsätzlich darum, eine Work-Life-Balance zu finden, die neben den 26-28 Unterrichtsstunden und Klausurkorrekturen noch Raum für die Vorbereitung des Unterrichts zulässt, ohne dass man nur noch für den Job lebt.

    In einem anderen Thread hast du ja schon über deine Korrekturbelastung geschrieben.

    Ohne dich zu kennen, würde ich dir dringend raten an deinem Zeitmanagement zu feilen.

    Du bist Quereinsteiger? Hast du da Unterstützung? Bist du da nebenbei noch am ZfsL (PE oder OBAs), wo man dich beraten oder unterstützen kann?

    Ich unterrichte Chemie, wenn auch nur in der Sek1. Ich habe auch nicht immer Lust große Tafelanschriebe zu machen, die die Schüler dann gefühlt stundenlang abschreiben. Trotzdem halte ich eine Sicherung der Arbeitsergebnisse für immens wichtig. auch wichtig halte ich es, dass diese Sicherung in irgendeiner Form schriftlich mit nach Hause genommen wird.

    Ich nenne mal einfach ein paar Beispiele, die ich im Chemie- (und auch im Physikunterricht) anwende:

    * Tafelanschriebe: Diese kann man auch zu Hause schon schön aufbereitet vornotieren und als Sicherung dann an die Tafel schreiben, so dass man ggf. nur noch wenige Modifizierungen machen muss.

    * Mind-maps: Letztens habe ich mit einer Klasse 7 die Stoffeigenschaften durchgenommen. Nachdem wir die Stoffeigenschaften mit Experimenten usw. herausgearbeitet haben, habe ich eine Mind-map gemacht, die alle Stoffeigenschaften inklusive Merksatz noch einmal festgehalten hat. Alternativ kann man diese Mind-map auch vorher erstellen und die Merksätze nach und nach ergänzen. Dies kann ja mit OHP, Dokumentenkamera, ... geschehen, so braucht man nicht immer neu an die Tafel schreiben. So haben die Kinder anschließend eine Orientierung.

    * Übungsaufgaben: Bearbeitet man diese im Heft, bitte ich einen Schüler (irgendeiner meldet sich immer) sein Heft unter die Dokumentenkamera zu legen. So kann man dann die Lösung besprechen, ohne groß selbst erst alles anschreiben zu müssen. Ist es ein AB, so zerschneide ich dieses in Einzelaufgaben und verteile nach einer gewissen Bearbeitungszeit die Papierabschnitte. Diese werden dann von den Schülern ausgefüllt und nach und nach unter die Dokumentenkamera (oder als Folienabschnitte auf dem OHP) gelegt. So kann ich die Ergebnisse für alle sichtbar sichern, ohne dass er lange angeschrieben werden muss.

    * Smartboard: In Räumen mit Smartboard habe ich das Blatt oder den "Tafelanschrieb" dann darauf und kann ergänzen.

    Das sind nur einige kleine Beispiele, welche die Sicherung relativ schnell für alle herstellen. Das sind alles keine "Erfindungen" von mir. Sie haben sich aber in meinem Unterricht bewährt.

    Bei mir wären die Turnschuhe mit blinkendem Leuchtrand verboten.

    Ansonsten sollen die Schüler bei uns angemessen gekleidet erscheinen sollen (ja, ja, sehr schwammig).

    Eine Schülerin ist mal mit einem Spaghettiträger - Top, bei dem man fast die Brustwarzen sehen konnte und Jeansshorts erschienen, die so kurz waren, dass man die halben Pobacken sehen konnte. Da musste die Mutter Klamotten bringen.

    Ich finde es aber immer wieder verwunderlich, sich in einem Forum anzumelden, ein Problem loszuwerden und dann bei JEDEM Hinweis zu erklären, warum das gerade beim TE leider nicht änderbar ist.

    Oder man bekommt eine Hinweis angeboten und dann gibt es zusätzliche Informationen häppchenweise. Hätte man die vorher gehabt, hätte man den Hinweis in dieser Form dann sicher nicht gegeben.

    Zur Sache:
    Der/die TE ist Anfänger (wenn ich das richtig gelesen habe). Da dauert alles irgendwie länger. Mit der Zeit kommt die Routine.
    Anfangs habe ich z.B. immer bei jeder falschen Rechnung in Mathe die komplette Rechnung samt Lösung dazugeschrieben. Das dauerte ewig. Mittlerweile mache ich das nicht mehr.
    Natürlich kann ich nicht beurteilen, wie es ist Oberstufenklausuren zu korrigieren. Ich unterrichte aber auch Chemie.
    Schreibt man in der Oberstufe in Chemie 20 Seiten (später hieß es 20 Spalten) reinen Text in einer Klausur? Wird da nicht auch mal was gerechnet o.ä., was sich schneller korrigieren lässt?

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