Die Rechtsprechung hat sich nun Mal geändert. Mittlerweile gibt es nun Mal die Beweislastumkehr. Danach reicht es eben nicht mehr, dass man ein höheres Risiko für eine vorzeitige zur Ruhesetzung hat, vielmehr muss der Arzt den Nachweis erbringen, dass es konkrete Anhaltspunkte dafür gibt, das der Bewerber die Pensionsgrenze nicht erreicht. Das reine Vorliegen einer Adipositas reicht mit unter nicht aus. Liegt außerdem eine Behinderung vor, so kommt eben noch dazu, das jetzt nur noch ein Beurteilunhszeitrsum von fünf Jahren zu berücksichtigen ist.
Das war der rechtliche Part. Über diesen hinaus ist das ganze aus ethischer Sicht ein sehr fragwürdiger Vorgang. Hier betreibt der Staat Rosinenpickerei, entfernt die wahrscheinlich nicht so kostenintensiven Bewerber aus dem gesetzlichen System (welches davon abhängig ist, das eben auch die gesünderen Menschen in das Sysrem einzahlen) und überlässt die weniger gesunden Kandidate dafür den sozialen Sicherungssystemen. Diese Vorgehensweise ist an sich schon ziemlich fragwürdig.
Dann gibt es noch den medizinischen Part in der Darstellung von State of Trance. Ich habe so den Eindruck, dass Du in Bezug auf die Adipositas Forschung nicht so ganz auf der Höhe der Zeit angekommen bist. Vermittelst Du doch den Eindruck, als sei es rein die persönliche Entscheidung Adipositas zu haben oder nicht. Hier ist die Lage wesentlich komplizierter. Und es ist auch mehr als fraglich, ob Menschen mit einem hohen Adipositasgrad (2 und 3) überhaupt noch auf normalem Wege abnehmen können, selbst wenn sie es wollten. Meist gelingt dies nur unter zu Hilfenahme operativer Massnahmen (Magenverkleinerung etc). Die Entscheidung ob man das macht ist wirklich nicht einfach, da das Ganze kein Spaziergang ist. Es gibt hierbei auch gewisse Risiken und Nebenwirkungen, die man abwägen muss. Besteht dann auch noch eine Depression als CoErkrankung, was hâufig der Fall ist, stecken wir ganz tief in der ....., da dann eine OP zunächst nicht möglich ist. Die Depression ist mit eine Ursache von Essstörungen, gleichzeitig verstärkt die Adipositas die Depression. Um es gleich vorweg zu sagen. Diskussionen zu diesem medizinischen Teil in Richtung, es handle sich um Schutzbehauptungen oder dergleichen, würde ich ziemlich unsanft abwürgen, mit dem Hinweis sich den Stand der Forschung sowie die Leitlinien zur Therapie anzuschauen in der Intensität wie ich es getan habe, danach können wir gerne weiterdiskutieren.