Dies war eine Aussage hier im Thread. Obwohl ich tarifbeschäftigt bin, und alles andere als zufrieden mit diesem Abschluß, kann von einem "Verkaufen" keine Rede sein.
Ein Kollege aus meinem Stadtverband sitzt in der Tarifkommission und konnte hierzu folgendes berichten:
Die Arbeitgeber waren hinsichtlich der Entgeltordnung in keinster Weise verhandlungsbereit. Das Angebot was sie hier unterbreitet haben war das Gleiche wir bereits 2011.
Hätte die GEW sich hierauf eingelassen, hätten wir die Grundschulkollegen im Osten mit EG 9 "verkauft". Nachdem die GEW dann über strittige Punkte diskutiere wollte, hat die Arbeitgeberseite
auch dieses Angebot komplett zurückgezogen. Nun konnte die GEW sich entscheiden:
Variante 1: Wir weisen den kompeltten Tarifabschluss zurück (auch die erwirkten Lohnerhöhungen) und gehen in den Erzwingungsstreik. Da wir hier für uns alleine gekämpft hätten mit dem Risiko, auch die erstrittene Lohnerhöhung zu verlieren.
Variante 2: Die GEW nimmt das Ergebnis hinsichtlich der Lohnerhöhung usw. an, für die Lehrerentgeltordnung besteht jedoch keine Friedenspflicht. D.h. trotz Annahme bleibt die Option offen, nach den Osterferien in den Erzwingungsstreik zu gehen.
Bedenkenswert ist in diesem Zusammenhang nicht das Verhalten der GEW, sondern der Umstand, dass trotz der im Vergleich zur letzten Runde verbesserten Streikbereitschaft immer noch 75% der streikberechtigten tarifbeschäftigten Kollegen, sich in ihrem Klassenraum verkrochen haben (Der Osten dieser Republik mal ausgenommen) Dies wäre in jeder anderen Branche undenkbar. Solage der Altruismus der Lehrkräfte größer ist als ihre Bereitschaft für die Durchsetzung ihrer Interessen zu streiken, so lange bleibt das zur Verfügung stehende Schwert stumpf.
