Ich hätte Tom und anderen Befürwortern der Klassenkasse noch vor ein paar Jahren in ihrer Argumentation überwiegend zugestimmt. Ich habe fast 3 Jahrzehnte immer Klassenkassen selbst geführt (und fand das einfach praktisch), nur in 4 Jahren machten das mal Eltern. Die 10 DM/Euro für ein Halbjahr führten nicht zu Problemen, oder die Probleme wurden mir nicht mitgeteilt. Nach meinem Wechsel von der "gepflegten Vorstadt" in den sozialen Brennpunkt wurde das ganz anders... Dort habe ich erlebt, wie ein Betrag von "nur" 10 Euro für eine Familie schwierig mal eben so zu bezahlen ist, und wie viel Scham dabei ist, wenn das "dem Lehrer" mitgeteilt werden muss.
Ich ging schon als Schüler in den Ferien immer arbeiten, auch als Student reichten die Bafög-Gelder nicht, so dass In den Semesterferien dazu verdient werden musste. Mein Vater war Arbeiter und Alleinverdiener, wir waren 4 Geschwister... Aber als "arm" haben wir uns nie gefühlt, und da hinkt der Vergleich zu wirklich armen Familien total.