Wer hat was "weggewischt"? Ich habe nur festgestellt, dass mich die Entscheidung ob der Zusammensetzung des BVerfG in den 60er/70er Jahren nicht wundert. Ein bisschen Polemik ist bei manchen Themen notwendig. Auf rationaler Ebene ist nicht immer ein Blumentopf zu gewinnen.
Hast du herausgefunden, welche Senate jeweils geurteilt haben und wie diese besetzt waren?
Die Grünen haben erst 2001 den ersten Sitz bekommen. Bis dahin waren ausschließlich von der CDU/CSU, SPD und FDP vorgeschlagene Richter vertreten. Insofern wäre die Einschätzung mit den langhaarigen, grünen Kiffern unzutreffend.
Natürlich muss man Urteile akzeptieren oder gegen sie vorgehen. Man kann sie aber auch gleichzeitig akzeptieren und für falsch oder sogar (entsprechende Fachkenntnis vorausgesetzt) für fehlerhaft halten. Das ist doch kein Widerspruch. Die juristische Lehre widerspricht der Rechtsprechung regelmäßig, das ist ganz normal. Und natürlich darf man Entscheidungen auch als Laie für falsch halten.
Die erneute Entscheidung des BVerfG stammt aber nicht aus den 60er oder 70er Jahren, sondern aus den 90ern ...
Wer zu einem bestimmten Zeitpunkt im 1. bzw. 2. Senat saß, kann man hier sehen: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der…assungsgerichts
"alte, weiße, katholische Männer" ergeben keine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Partei, auch wenn die eine oder andere Partei näher liegt.
"grüner Kiffer" muss auch nicht automatisch heißen, dass derjenige Mitglied der Grünen ist.
Bzgl. der Tatsache, dass man Urteile kritisieren darf ... ja. Vielleicht hat mich tatsächlich "nur" die recht polemische Zuspitzung gestört, weil ich immer noch glaube, dass manche Themen sich für Polemik nicht eignen (und ich glaube, das sieht man auch hier).
Und ... ich weiß nicht ob das jetzt jemand nachvollziehen kann ... einerseits kann man sagen, dass in einer Demokratie alles kritisiert und in Frage gestellt werden kann/darf ... vielleicht sogar immer mal wieder muss.
Und andererseits ... was passiert in einer Gesellschaft, wenn von verschiedenen Seiten immer alles in Frage gestellt wird? Die Grenze zwischen "kritisieren" und "nicht akzeptieren" erscheint mir fließend geworden zu sein. (eben z.B. Gerichtsurteile ... die, die mir nicht passen, wurden von einer Interessensvertretung XY beeinflusst ... ist das Kritik oder erkläre ich damit, dass sie eigentlich nicht gelten sollten?). Es keinen Grundkonsens mehr gibt ... Jaaaaa, weg von der Untertanenmentalität ... aber wohin dann? Zur Spaltung der Gesellschaft? Ich kanns im Moment nicht genauer erklären, aber das Theme beschäftigt mich tatsächlich.
Danke jedenfalls für die ausführliche Erwiderung. Ich finde, es tut einer Diskussion gut, wenn nicht alle Beiträge Zweizeiler sind ...