Meine (sicher subjektiven) Erfahrungen:
- ich habe die nötigen Geräte ... ein Teil meiner Schüler nicht (von denen ist im Folgenden nicht mehr die Rede)
- ich kann mit mebis einigermaßen umgehen, ein Teil meiner Schüler nicht
- ich stelle jede Woche genügend Material und Aufgaben für die Woche rein, in der die SuS nicht im Präsenzunterricht sind. SuS versichern mir, es wäre nicht zu viel und man würde es durchaus verstehen.
Und dann? Wenn wir uns die Woche darauf im Klassenzimmer sehen, hat sich ein größerer Teil der SuS gar nicht ernsthaft mit dem Material und den Aufgaben beschäftigt ... je höher die Jahrgangsstufe, desto GRÖßER dieser Teil.
Digitales Lernen scheitert also nicht (nur) an den Geräten, an den Lehrern ... sondern auch daran, dass manche Schüler gar nicht wollen. Und die, die jetzt "abgehängt" sind, waren vorher zum großen Teil schon abgehängt, weil sie nicht wollten. Das zeigt sich nur jetzt deutlicher.
Das ist jetzt - wie gesagt - subjektiv und wohl etwas negativer, als meine SuS es verdient haben (ich kriege auch sehr schöne Beiträge zu Aufgaben über mebis von SuS, von denen ich das basierend auf meinen Erfahrungen im Unterricht gar nicht erwartet hätte.)
Aber ich bin grundsätzlich im Moment etwas genervt von
- der Darstellung in den Medien
- der Tatsache, dass ich da schon einige Stunden investiere, um allen den Stoff zu vermitteln
- und der Tatsache, dass manchen SuS das völlig am Hinterteil vorbei geht und gerade die OberstufenschülerInnen nicht in der Lage sind, zu erkennen, dass es jetzt halt mal Eigenverantwortung braucht und man den inneren Schweinehund überwinden muss (weil die wollen nächstes Jahr Abi und sind nur am Jammern, wie benachteiligt sie nun durch den Unterrichtsausfall sind).
Ich glaub auch, dass mache Eltern so "negativ" reagiert haben, weil sie plötzlich merkten, dass es nicht an der Schule liegt, wenn ihre Kinder nix machen und wie anstrengend es ist, die Kinderchen nun ständig im Haus zu haben bzw. wie anstrengend es ist, sie dazu zu bewegen, etwas zu tun (und damit meine ich nicht, dass es anstrengend ist, wenn man den Kindern alles erklären muss, das ist grundsätzlich - auch in der Zeit der online-Schule - Sache der Lehrer).