Beiträge von Joan

    Ich schrieb das, weil wir beinahe vor jeden Sommerferien fertig ausgebildete Lehrer im Kollegium (häufig unter Tränen) verabschieden, die wieder nur 1-2 Jahre an unserer Schule angestellt waren. Dann MÜSSEN sie weiterziehen, weil sie sich ansonsten wohl einklagen könnten (manche dürfen dann mal länger bleiben, wenn es Anbindungsgründe wie Elternzeit-Vertretung oder Ähnliches gibt). Es gibt also genug Lehrer, sie werden nur nicht eingestellt, weil eben auch genug andere Nicht-Lehrer da sind, die den Platz füllen. Aaaaber irgendwann werden ja dann auch die Lehramtsstudenten fertig sein, eine Stelle haben wollen, die 1-2 Jahre auch haben und sich dann was anderes suchen müssen, weil der nächste Student bereits ansteht und den Job übernimmt.

    Ich darf ja eigentlich nichts Kritisches darüber äußern, dann ich habe auch mehrere Semester neben der Uni an einer Schule erkrankte Lehrer vertreten. Und daher sage ich das ganz ohne Vorwurf,
    - Wieso sollte ein Land dauerhaft ausgebildete Lehrkräfte einstellen, wenn die Arbeit auch von Studenten erledigt wird?
    - Welches Einstellungschancen habe ich später als ausgebildtete Lehrkraft, wenn ich gar nicht gebraucht werde, sondern weiterhin Studenten meinen Job machen?


    Wie gesagt, ich war damals eine dieser Studentinnen. Ich habe damals nicht gesehen, wie viele Lehrkräfte nur kurzzeitig eingestellt werden und wie viele perspektivlos von einem ins andere Bundesland hin- und herpendeln.

    Bei uns an der Schule ist es üblich, dass die LiVs des folgenden Prüfungsjahres die Verpflegung übernehmen. Diese Tradition hat sich irgendwann mal so eingeschlichen. Möchte den sehen, der sich traut, diese zu sprengen. Wir hatten sogar mal Prüfer an der Schule, die sich beschwerten, dass es nichts Warmes zum Mittagessen gegeben hätte. (Einkaufsmöglichkeiten u.a. auch Restaurants sind ca. 300m entfernt.)

    Entweder ich stehe auf dem Schlauch, oder da passt was nicht zusammen... Man darf nur zwei Jahre angestellt sein, es gibt aber keine Beamtenstellen mehr. Das würde ja für jeden neu eingestellten Lehrer heißen, dass er nach zwei Jahren das Bundesland wechseln muss, wenn er Lehrer bleiben will. Das kann doch nicht sein?!

    Es ist leider genau wie Schmeili es beschrieben hat.
    Aus diesem Grund unterrichten bei uns sehr viele Studenten der Universität Kassel. Der Stundenplan muss sich natürlich nach ihnen richten (was massig Springstunden beim Stammpersonal zur Folge hat). Die Klassen werden nicht kontinuierlich unterrichtet. Es ist eine Farce!

    Hat dir der SL oder die Fachkonferenz diktiert, was das für eine Arbeit sein muss? Musst du einen Aufsatz verfassen lassen? Kannst du nicht auch ein Rechtschreib- oder Grammatikthema abfragen, bei dem die Korrektur schneller geht? Aus welchem Grund kannst du die Arbeit nicht vorverlegen? Falls ein Kollege den Slot für eine Klassenarbeit belegt hat, sprich mit ihm und tausche. Ich nehme an, dass du aufgrund deiner Umstände verdrängt hast, einen passenden Termin für deine Klausur einzutragen oder deine Umstände sich so fix geändert haben, dass du keinen passenden Termin mehr finden konntest. Kann passieren. Finde eine Lösung mit deinen Kollegen.

    Bei uns ist die Handhabung wie von Schantalle beschrieben.


    Die Eltern werden nicht von der Klassenkonferenz gehört. Klassenlehrer muss dem SL ausführlich schriftlich den Vorfall darlegen. SL kopiert wichtige Passagen und schickt diese den Eltern, diese werden vorgelanden und sich ebenfalls äußern. Der SL verkündet dann eigentlich auch schon immer im Anschluss an die Anhörung die Maßnahme.
    Selten rennen die Eltern damit zum Anwalt. Kommt aber auch vor, gerade bei schlimmeren Vergehen.

    Wenn ich die Aufgabenstellung reingebe, eine summary zu schreiben, dann erwarte ich introduction (umbrella sentence) und main body.
    Weitere Textarbeit leite ich in der Unter- und Mittelstufe mit Fragen ein und lasse nicht wie in der Oberstufe eine freie Analyse durchführen.

    Meine Schüler haben
    - exercise book
    - workbook (nur Unter- und Mittelstufe)
    - folder (Schnellhefter- da kommen alle ABs rein, hinter einem Trennblatt kommen grammar rules rein - vorderer Teil wird nach jeder Unit ausgeheftet, grammar rules bleiben)
    - class test folder (bleibt in Klassenkiste im Klassenraum)
    - book
    Von Vokabelheften halte ich nichts. Kann sie nicht kontrollieren und viele lernen mit Apps und PC-Programmen oder eben ganz anders.


    Dann hab ich für jede Klasse eine Kiste im Raum, in die die Schüler alles legen, was sie nicht mit nach Hause nehmen müssen.


    Guten Start! :)

    Ich kann nur für mich sprechen. Aber bei mir ist es so, dass ich während des laufenden Schuljahres immer länger für alle Dinge insgesamt in Englisch/Deutsch brauche als für Biologie und dass ich in den Ferien nur mit den Englisch/Deuschklausuren beschäftigt bin, weil ich die Bioklausuren auch mal so an einem Wochenendtag wegkriege.
    Und ich unterrichte Bio nicht mit wenig praktischen Inhalten. Ich habe auch niemals behauptet, dass man für dieses Fach nichts tun müsste. Für mich IST Bio nach einer Einarbeitungszeit eben nicht so belastend wie die Sprachen. Ich habe aber alle drei Fächer studiert, weil ich sie gerne mag. Und Bio zu unterrichten mag ich besonders, weil es mich nicht so entkräftet. Ansonsten würde ich Englisch vorziehen, hinge da nicht so ein Rattenschwanz dran.

    Vielleicht als kleines Fazit: Ich (persönlich) finde, dass das Lehramt mit zwei korrekturintensiven Fächern und in der Oberstufe viel Arbeit ist, aber auch viel Spaß macht. Dennoch würde ich mich heute - evtl. zusätzlich als drittes Fach oder als Ersatz für ein Korrekturfach - für eine andere Kombination entscheiden. Dies ist in meinem Fall aber nur so, weil ich sowieso auch naturwissenschaftlich interessiert war/bin und das damals auch hätte studieren können und es beinahe gemacht hätte. Zum Teil bereue ich, es nicht gemacht zu haben. Das liegt einerseits daran, dass ich es schon gerne gemächt hätte und mich es interessiert, andererseits aber auch an den vielen Korrekturen in meinen Fächern. Das soll NICHT heißen, dass die Naturwissenschaftslehrer weniger Arbeit haben - ich denke, es ist nur anders. Sie stecken sicherlich mehr Arbeit in die Vorbereitung (schon allein Versuchsauf und -abbau) und haben dafür (nach eigener Aussage) weniger Korrekturen. Es ist meiner Meinung nach aber nicht sinnvoll, nur etwas zu studieren, weil man es für eine gute Fächerkombi hält.

    Ich habe neben den beiden Sprachen auch ein naturwissenschaftliches Fach studiert und kann deine Annahme nur bestätigen. Es IST definitiv weniger Arbeit. Weswegen ich mich auch Jahr um Jahr ärgere, dass ich so wenig Bio-Kurse habe und für die Sprachen verheizt werde. Man kann also mit Voraussicht studiert haben und dann kommt es trotzdem anders.
    Naja, ich versuche nun nächstes Jahr wieder mein Glück und hoffe, dass die Stunden und Kurse gerechter verteilt werden.


    An meiner aktuellen Schule gibt es im Jahr genau 1(!) Elternabend von 15-18 Uhr mit Terminslots á 10min. Die Eltern erhalten vorher einen Laufzettel und schicken die Kinder zu den Wunschlehrern mit Bitte um einen Termin. Sind die 18 Termine, die eine Lehrkraft zu vergeben hat, voll, so kann eben kein weiteres Gespräch an dem Tag stattfinden. Leer ausgegangene Eltern können dann an einem anderen Tag kurz telefonisch, per Mail oder in individuellen Kurzterminen gegen Mittag versorgt werden. Typischerweise nehmen das bestenfalls noch 2 Elternpaar in Anspruch, wenn überhaupt.

    Da werde ich richtig neidisch. Bei uns geht dieser Elternsprechtag zwar auch nur von 16-20 Uhr, aber deine 2 Elterngespräche, die du danach auf der Warteliste hast und abarbeiten musst, hast du vergessen mit 17 zu multiplizieren. Und wehe, du wagst es, zu behaupten, dass in deinem Terminkalender in den nächsten 14 Tagen nichts mehr frei ist. Dann wird das Schulamt eingeschaltet. Termin klappt dann auch nicht früher, weil ja wirklich alles voll ist - aber an den Nerven reißt es schon ganz arg.

    Ich finde es ja klasse, dass ihr einen AB in der Schule habt, auf dem ihr eure telefonische Krankmeldung hinterlassen könnt. Wir müssen uns den Wecker stellen und morgens anrufen, sollte sich am Vorabend herausstellen, dass man krank ist. E-Mails werden auch nicht akzeptiert. Ich finde euer System echt gesundheitsfördernder.

    in Jahrgang 9 fallen dann ja alle Schulstunden aus. Also besuchen alle Fachlehrer die 9tklässler bei uns. Jeder besucht etwa 2 -3 Schüler pro Wochenstunde, die er in Klasse 9 Unterricht hätte. Je nach Entfernung. So grob gerechnet.
    jemand, der ganz im Norden/Süden des BL irgendwo unterekommen ist, kann dann nicht besucht werden.
    Dann verteilt sich das und, ja, du bereitest nichts weiter vor und hältst ja auch keinen Unterricht.


    Muss mal schauen, ob ich die Fragen noch irgendwo habe. Hab sie ja abgegeben ;)

    So wie es bei euch läuft, finde ich es um einiges fairer als bei uns.
    Würde mich freuen, wenn du die Fragen noch findest. Das Praktikum geht nach den Winterferien los.

    Tja, bei uns ist das Klassenlehrer-Sache. Die Lehrer, die normalerweise in der neunten Klasse Unterricht hätten, vertreten kranke Kollegen oder beaufsichtigen die übrig gebliebenen Klassen (bei mir 24 Stunden) beim Abarbeiten des 3-Wochen-Plans. Und da dann dort z.B. der Sportkollege steht, kann man dem ja nicht zumuten, Englisch zu unterrichten.


    Der "betreuende Lehrer" kommt aber wirklich nur vorbei und redet mit Praktikanten und Betreuer und vergewissert sich, dass alles gut läuft. Er gibt dann den Zettel an den Politiklehrer, der das große Glück hat, alle Praktikumsmappen aller seiner (Politik-)SchülerInnen zu lesen. Ein richtiger Genuss, sage ich euch ;)

    Mmh, das finde ich schon besser. Auch wenn der PoWi-Lehrer mir leid tun würde. Bei uns ist das alles Sache der Klassenlehrer. Wir bereiten auf das Praktikum einigermaßen vor (viel läuft ja auch in Deutsch und Arbeitslehre), betreuen die Schüler mit Besuchen und müssen die Mappen am Ende bewerten. Ich finde das echt ganz schön viel.


    Es scheint ja echt von Schule zu Schule sehr verschieden zu sein, wer den ganzen "Spaß" mit dem Praktikum hat. Und jetzt verstehe ich dann auch, wenn manche sagen: "Dafür fällt ja dein Unterricht aus." Während andere ihren Unterricht vorbereiten und die Praktikanten besuchen müssen.

    Wenn deine Schüler im Praktikum sind, musst du keinen Unterricht halten und vorbereiten.

    Meinst du damit die 3 Stunden, die ausfallen, weil die Schüler im Praktikum sind, die du in diesen 3 Stunden hättest? (Mein konkreter Fall: Bin Klassenlehrerin einer 9 mit fast 30 Schülern. Ich unterrichte diese Schüler 3 Stunden in der Woche in einem Hauptfach. Da die Schüler nicht da sind, fällt dieser Unterricht aus. Die restlichen 24 Wochenstunden müssen bei uns für diese 3 Wochen so vorbereitet sein, dass die anderen Schüler allein arbeiten - am besten Wochenpläne mit Lösungen.)
    Man plant doch also für die 3 Wochen Unterricht und betreut seine Praktikanten. Ich finde das viel anstrengender als wenn ich die 3 Wochen im Unterricht wäre.


    wir haben an der Schule Vordrucke mit Fragen erstellt für die Lehrer, die die Schüler im Praktikum besuchen.

    Könntest du die Fragen mit uns teilen? Mich würden sie sehr interessieren, da ich dieses Jahr zum ersten Mal Praktikanten besuchen muss.

    Man kann die Kollegen und Schüler aber auch höflich bitten, sich nicht immer so einzunebeln (Parfüm). Hier macht eben der Ton die Musik.
    Nachdem wir wegen eines Parfümdeos einen Krankentransport aufgrund eines Asthmaanfalls hatten, sind an unserer Schule fast alle dafür sensibilisiert worden.


    Ich bin bei Gerüchen auch sehr sensibel. Und dass ich durch die Hefte der Schüler oft den abgestandenen Rauch mit nach Hause trage und dieser mir bei Korrekturen entgegenweht, finde ich äußert ekelhaft. Kann mich nicht erinnern, dass jemand sein Heft mit Parfüm eingedieselt hat...


    Ich betreue derzeit einen rauchenden LiV und mag es gar nicht, wenn er seine Jacke über meine legt auf meinem Stuhl. Nebeneinander zu sitzen, ist nicht angenehm, man macht es aber, weil ich ihm gerne helfe. Trotzdem stinkt es. Ich weiß auch, dass ihm das sehr unangenehm ist. Trotzdem ist er nicht stark genug, diesen Gestank nicht mehr zu produzieren.


    @ topic: Bei uns gibt es auch einen Maßnahmenkatalog. Je häufiger die Schüler erwischt werden, desto drastischer die Maßnahmen.

    Ich muss zwar noch an allem arbeiten, was MarcM hier anspricht, aber er hat es super auf den Punkt gebracht.
    Meine Kollegin sagte, dass es etwa 10 Jahre dauert, bis man sich in diesem Job so eingependelt hat, dass man wieder ein normales Leben führen kann. Ich habe die Hoffnung, dass das stimmt.

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