Das könnte man auch lösen, indem man vorausschauend plant. Die meisten Lehrkräfte wechseln ja nicht von Jahr zu Jahr sprunghaft ihre Stundenzahl. Oft bleiben sie z.B. jahrelang bei der halben Stelle. Und wenn, dann wird schrittweise erhöht, oder ab einem bestimmten Datum (z.B. Einschulung der Kinder, Wechsel auf die weiterführende Schule etc.). Das kann man alles vorher besprechen und planen. Dafür weiß man ja auch, wer in Pension geht, wer schwanger ist und in 6 Monaten ausfällt, wer ins Sabbatjahr geht etc.
Selbst wenn also mal eine Lehrkraft plötzlich und unerwartet von 50 % Teilzeit auf Vollzeit aufstocken sollte (das geht ja eh nur mit 6 Monaten Vorlaufzeit), dann gibt es doch meist einen Ausgleich im Kollegium (s.o. oder weggehende Referendare oder Vertretungslehrkräfte).
Wie gesagt, ich kenne keinen Teilzeitler, der von Jahr zu Jahr extreme Schwankungen in der Stundenzahl hat (in beide Richtungen). Daher sehe ich da auch keinerlei Egoismus.
Im Gegenteil, es ist eher fair: Wenn man weiß, dass man kleine Kinder hat, die auch oft krank werden etc., ist es doch besser Teilzeit zu arbeiten, dann ist der Vertretungsbedarf nicht so hoch und die Schule hat viel weniger Verlust.
Oder wenn man gesundheitlich nicht so fit ist. Mit Teilzeit kann man das ja vielleicht gut auffangen. Viele gehen für 2 Stunden in die Schule und kurieren sich am nächsten (freien) Tag aus. Bei Vollzeit würden sie sich vielleicht für 2 Tage krank melden.
Das ist sehr fair.