Als Personalrat durfte ich jahrelang in den Ferien antanzen und Stundenpläne überprüfen. Es war schon auffällig, dass es bestimmte Kollegen regelmäßig besonders schlecht traf. Das beste Beispiel: ein Kollege hatte einen relativ langen Pendelweg. Dann wies sein Stundenplan am Freitag nur eine einzige Stunde auf. Gemeinsam haben wir bei Kollegen eine Tauschmöglichkeit gefunden, die für alle Beteiligten eine Verbesserung dargestellt hätte. Die Schulleitung lehnte ohne Begründung ab.
Natürlich trifft es einige Kollegen öfter. Das kann zum Beispiel an einer ungünstigen Fachkombination liegen. Die Ursache muss noch nicht mal beim Kollegen selbst liegen, sondern er kann auch der Leidtragende einer Kopplung von anderen sein oder von zwingen zu erfüllenden Bedingungen an anderer Stelle. Das kann man mit einem alleinigen Blick auf den Einzelkollegen nicht adäquat beurteilen.
Zu dieser Pendelsache vier Anmerkungen:
- In wie weit muss die Schule Rücksicht auf private Entscheidungen (Wohnort) nehmen?
- Psychologisch kann ich verstehen, dass eine Einzelstunde negativ empfunden wird. Letztlich ergibt sich aber kein wirklicher Unterschied zur Situation, wenn am Vortag eine Stunde weniger ist und dafür dann am Freitag zwei Stunden liegen statt einer. Letztlich ist der Wunsch den Tag dann ganz frei geblockt zu bekommen der Wunsch nach einem überdurchschnittlich gutem Plan.
- Eine Optimierungen für jeden Einzelkollegen durch Tausch, kann trotzdem insgesamt eine Verschlechterung sein. In einen Stundenplan spielen ja mehr Überlegungen herein, als nur die Optimierung der Kollegenpläne. Bestes Beispiel ist da die Verteilung der Klassenlehrerunterrichte über die Woche oder die der Hauptfächer.
- Man sollte eine Ablehnung von Tauschwünschen als SL allerdings schon begründen können.