Beiträge von Maylin85

    Unser Förderschulsystem ist nicht gut und nie gut gewesen.

    Steile These.

    Die Auffassung der UN teile ich in dem Fall nicht. Sie können das ruhig anrügen, es wird trotzdem keinenInklusionskritiker dazu bewegen, sein Kind dem Ganzen auszusetzen. Glücklicherweise gibt es ja inzwischen reichlich private Alternativen.

    Segregation klingt sehr negativ. Ich hatte einen 13jährigen ES + LE Schüler, den man mit in eine 5. Klasse am Gymnasium gesetzt hat und der fast täglich mit Besen oder Stühlen auf seine Mitschüler losgegangen ist. Das war wirklich furchtbar bereichernd für alle anderen und hat den Unterrichz und Lernfortschritt in der restlichen Gruppe auch überhaupt gar nicht ausgebremst. Sorry, aber ich habe genug selbst gesehen, dass ich eigene Kinder so einer Zumutung nicht aussetzen würde.


    Das Zitat der Bundesregierung bezieht sich auf Ungleichheit, nicht auf nachhaltige Bildung. Meiner Ansicht nach meint der Begriff etwas anderes als die Ausrichtunh des Schulsystems und passt nicht in die Debatte, deswegen fragte ich. Nachhaltigkeit lässt sich ja immer mal universell in Diskussionen werfen... dann aber doch bitte auch passgenauer und spezifischer.

    Zur Ungkeichheit muss man anerkennen, dass die Grundlagen für den Bildungserfolg in einem Alter gelegt werden, in dem Kinder noch viele Jahre gar keine Schule besuchen. Eine soziale Durchmischung in den Schulen wird schlechte Startbedingungen nicht kompensieren. Dass das Ganze nicht auf Kosten der Leistungsstarken geht, bezweifel ich ebenfalls stark. Mir reicht dazu, was ich selbst gesehen habe. Bildungsbürgerlich sehr gut aufgestelltes Gymnasium in nichtstaatlicher Trägerschaft vs. staatliches Gymnasium mit solidem Mittelschichtsklientel im Ruhrgebiet - es glaubt doch hoffentlich niemand ernsthaft, dass das gleiche Niveau herrschte. Die Klassenarbeiten, die ich an Schule 1 geschrieben habe, hätte ich an Schule 2 niemals einsetzen können, da lagen Lichtjahre zwischen. Dabei hatte auch Schule 2 natürlich sehr clevere und leistungsstarke Schüler, das allgemeine Niveau lag allerdings deutlich niedriger und sie sind entsprechend weniger gefordert gewesen, weil Unterricht natürlich immer alle mitnehmen soll und nicht nur die Leistungsstarken. Am Ende der Schullaufbahn haben die Absolventen von Schule 1 garantiert einen qualitativ höheren Ausbildungsstand, auch wenn formell alle den gleichen Schulabschluss abgelegt haben.

    Dann weißt du anscheinend nicht, dass Inklusion ein Menschenrecht ist und dass Deutschland letztes Mal von der UN ziemlich dafür gerügt wurde, dass Inklusion als Menschenrecht hier nicht ausreichend umgesetzt wird. Dann weißt du nicht, dass bessere Bildungschancen in anderen, vergleichbaren Ländern durchaus im Sinne einer höheren Unabhängigkeit von der sozioökonomischen Herkunft bereits bestehen. Dann weißt du nicht, dass nachhaltige Entwicklung in den 17 Zielen der nachhaltigen Entwicklung von der internationalen Gemeinschaft konkretisiert wurde.

    Dazu gibt es unterschiedliche Auffassungen. Deutschland hatte ein sehr gutes Förderschulsystem, womit das Recht auf Bildung erfüllt ist. In anderen Ländern wurden Kinder mit Förderbedarf überhaupt gar nicht beschult, da ist das Recht auf Bildungsteilhabe dann tatsächlich mal verletzt. Dass zwingend alle chaotisch im gleichen Raum beschult werden müssen, ist eine ziemlich neumodische Wirrung.

    Oh natürliche kenne ich die Entwicklungsziele. Dann erkäre doch mal, was mit nachhaltiger Bildung im deutschen Schulkontext überhaupt konkret gemeint ist und wie man ohne noch schlimmere Leistungsabfälle als eh schon dahin kommt.

    Für mich erschließt sich einfach überhaupt nicht, was die Schule mit dem Verhalten von Kindern im öffentlichen Raum zu tun hat. Die Kinder haben Schulpflicht und in der Zeit der Beschulung ist man natürlich verantwortlich, ein Auge drauf zu haben. Alles, was davor oder danach passiert, ist aber doch bitte nicht das Problem der Schule. Wenn am Hauptbahnhof zu viel Gerangelpotential an der U-Bahn ist, stellt die Rheinbahn halt Security ab. Wenn an der Bushaltestelle in Schulnähe nach Meinung des Verkehsunternehmens zu viel Gerangel ist, mögen sie das doch bitte ebenfalls selbst lösen. Oder es können sich ein paar besorgte Eltern hinstellen oder wer auch immer sich berufen fühlt.

    Ich sehe Schule da einfach null in der Verantwortung und das ist AUCH ein Grund, warum ich diesen Job nie wieder wählen würde. Für jedes Erziehungsdefizit (denn etwas anderes ist das Verhalten an Bushaltestellen nicht) hat die Schule in die Bresche zu springen. Und absurderweise findet die Mehrheit der Kollegen das anscheinend auch noch normal.

    Wie heißt das Sozialexperiment? Menschenrechte? Inklusion? Gleiche Bildungschancen? Nachhaltige Entwicklung?

    Menschenrechte sind dann verletzt, wenn es keine Möglichkeit zur Wahrnehmung des Rechts auf Bildung gibt. Die gibt es hierzulande aber für jeden. Inklusion halte ich für etwas, wovon man eigene Kinder unbedingt fernhalten sollte (Ausnahme rein körperliche Einschränkungen), also ja, passt in die Kategorie Sozialexperiment.

    Gleiche Bildungschancen, nachhaltige Entwicklung - nette Schlagworte aus dem Bereich der Utopie, die letzlich auf Konkretisierungsebene ziemlich inhaltsleer sind.

    Das wird wohl der Knackpunkt sein. Außer Dorfgrundschulen kenne ich keine Schule, die "eigene" Bushaltestellen hätte. Die Schüler verteilen sich auf öffentliche Busse und Bahnen, je nachdem wo sie hinmüssen. Hier fahren keine dezidierten "Schulbusse" zu den Gymnasien oder Berufskollegs.

    Wir hatten eine Bushaltestelle hinterm Schulhof und dort sollte auch mal zeitweise eine Aufsicht stehen, als die Schüler sich zeitweise nicht benehmen konnten und es dort öfters zu Mobbing und Rangeleien kam. Fand ich völlig absurd. Demnächst geleiten wir doch einfach direkt bis zur Haustür...

    Ich würde den Job auch nicht mehr wählen. Ich mag nach wie vor meine Fächer und in "willigen" Lerngruppen ab einer gewissen Alterstufe macht die Arbeit auch Spaß. Das Gesamtpaket ist aber unattraktiv und ich würde nie wieder einen Job wählen, in dem man fast überall mit Kindern und Eltern zu tun hat. Ebenso würde ich keinen ohne gescheite Arbeitszeiterfassung wählen.

    Das zentrale Ausstiegsproblem sind die finanziellen Abstriche, die damit einhergehen. Man findet außerschulisch schon irgendwas (auch wenn das Feld enger wird, wenn man nichts Pädagogisches machen möchte), aber halt sehr schlecht bezahlt. Würde das in meinem Leben keine Rolle spielen und könnte ich auf Gehalt verzichten, wäre ich spätestens vor 8 Jahren ausgestiegen.

    Genau, mir ging es um die Lernstandserhebungen.

    Meine ehemalige Schule hatte absurderweise immer die besten Abiturdurchschnitte der Stadt. Die Ergebnisse Lernstand 8 waren aber grottig - insgesamt, aber auch innerhalb des Standorttyps. Sowas würde mich als anmeldendes Elternteil interessieren.

    Du hast unabhängig davon, ob es Quartalsnoten nun gibt oder nicht, 6 Wochen im 1. Quartal (wenn das am 16.2. endet) und 5 im 2. Quartal. Sinnvoller wäre vielleicht, es umzudrehen und das Quartal schon eine Woche früher enden zu lassen, aber grundsätzlich sehe ich das Problem nicht.

    Vorabi soll sich aufs Halbjahr beziehen, dachte ich bisher immer.

    In unserem Fall hier geht es tatsächlich um Sinti und Roma. Die Integration scheint sehr sehr schwierig zu sein. Sicherlich hat das auch maßgeblich mit der angesprochenen Diskriminierungshistorie, mit gegenseitigen Vorurteilen in multikulturellen Stadtteilen und dadurch verstärkter Abgrenzung usw. zu tun, aber es gibt gleichzeitig auch zahlreiche Initiativen und bemühte Menschen, die nach einem Zugang suchen, und es läuft komplett ins Leere.

    Ja, die gibt es und darum sind die jetzt alle so? Das nennt man übrigends Rassismus.

    Hättest du nur einen einzigen Satz weiter gelesen, würdest du die Antwort auf deine Frage selbst finden.


    Davon abgesehen ist es kein Rassismus auszusprechen, dass manche Zuwanderergruppen problematischer sind als andere. So zu tun, als wären das alles zukünftige Fachkräfte, hilft nicht.

    Die Rumänen und Bulgaren, die ein paar Kilometer südlich von mir wohnen, arbeiten nicht sozialversicherungspflichtig. Aber sie ziehen neuerdings durch unsere Siedlung und schauen sich die Mülltonnen an.

    Ja, es wird auch andere geben. Ich habe einen zugewanderten, rumänischen Ex-Kollegen im Seiteneintieg. Aber so ganz insgesamt ist die Zuwanderung aus Rumänien doch eher kritisch zu sehen.

    und was sollte dein Beitrag? Der Sozialindex ist quasi Monitoring der sozialen Belastungen, um DANN Maßnahmen ergreifen zu können.

    ZUM GLÜCK sind die Ergebnisse der Leistungstests nicht öffentlich, ich will nicht wissen, was da los wäre.

    ich empfinde das ganz und gar nicht als Glück. Sowas sollte transparent einsehbar sein, bevor man sein Kind irgendwo anmeldet.

    Die Formulierung "finanziell nach oben geheiratet" finde ich schon befremdlich.

    Warum? Mein Vater war damals A11. Der neue Partner verdiente netto solide fünfstellig im Monat und man kam schnell zum Ergebnis, dass der Job meiner Mutter angesichts der Steuerlast kaum lohnt. Ich gönne ihr das und finde es eigentlich ziemlich nice, mit 50 schon in den Sack zu hauen und nur noch zu machen, was einem Spaß macht 😊 ... aber "nach oben geheiratet" ist nunmal Fakt. Ganz ohne Wertung.

    Wobei sie egal wie sie dann rein hypothetisch erneut heiraten würde ja dennoch wegen der Fürsorge für eure gemeinsamen Kinder einen geringeren Pensionsanspruch erwerben konnte, als wenn z.B. du diesen Teil übernommen hättest. Egal wie sich also das spätere Leben entwickelt, wäre es schlichtweg fair und angemessen, wenn sie den Versorgungsausgleich bekäme. Einen Grund für hypothetische Verschnupftheit vermag ich insofern nicht zwangsläufig zu erkennen.

    Genau das ist die Argumentation der einen Seite bei uns. Ich persönlicn teile rein bauchgefühlsmäßig eher Bolzbolds Auffassung, aber ja... man kann es so oder so sehen.

    Umso wichtiger ist es, sich vor einer Hochzeit darüber Gedanken zu machen.

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