Verfolgte Menschen haben ein Recht auf Asyl. Menschen, die keinen Anspruch auf Asyl haben, haben auch kein Bleiberecht. Was bei weitem nicht heißt, dass alle Asylsuchenden unqualifiziert sind. Die meisten müssen die Sprache lernen. Die Anerkennung von im Heimatland erworbenen Abschlüssen ist ein weiteres Problem.
Richtig, verfolgte Menschen haben ein Recht auf Asyl. Das ist auch gut so. Problematisch wird es, wenn man auch diejenigen ohne Bleiberecht nicht mehr los wird. Oder diejenigen, die straffällig werden. Oder wenn - wie heute gehört - die Hälfte aller Asylanträge in der EU in Deutschland gestellt werden, und zwar laut Bericht maßgeblich aufgrund des Familiennachzugs. Das funktioniert auf Dauer so nicht und kann nicht so bleiben.
Die ganzen Berechungen sind hochtheoretisch und setzen vor allem auch voraus, dass Integration gelingt. Die sehr ehrgeizige Afghanin habe ich gerade auch im Unterricht, die ist super und nicht das Thema. Ich habe aber arge Zweifel, dass sie den Durchschnitt der afghanischen Zuwanderer repräsentiert. Fun fact: ihrem eigenen Sohn hat sie den Umgang mit anderen Afghanen hier verboten, erzählte sie neulich. Zu oft schlechter Einfluss.
Du schriebst weiter vorne, es gäbe keine Belastungen. Wir haben in jedem Ballungsraum Unterbringungsprobleme, wir haben überfüllte Klassen, gestiegene Sozialausgaben (natürlich nicht nur wegen der Zuwanderung, aber sie trägt wesentlich bei), faktisch auch einen Anstieg an Messerstechereien und Gruppenvergewaltigungen mit vorwiegend migrantischen Tätergruppen, wir haben gefühlt ein teilweise überfordertes Rechtssystem und wir haben offensichtlich keine sonderlich erfolgreichen Integrationskonzepte. Zudem haben wir eine gesellschaftliche Polarisierung und Radikalisierung, die sich auch maßgeblich am Thema Migration befeuert - ich würde sagen, das sind alles durchaus Belastungen für eine Gesellschaft. Und es ist leider ein riesen Versäumnis, dass die Mehrheit der Parteien immer noch überwiegend zu Beschönigung oder Ignoranz neigt und es der AfD damit ermöglicht, die klare (und ja, sicher auch teils rhetorisch und inhaltlich überzeichnete) Ansprache dieser Themen quasi als Alleinstellungsmerkmal für sich verbuchen und damit Wähler mobilisieren zu können.
Natürlich brauchen wir Zuwanderung. Aber gleichzeitig muss auch dringend mal geschaut werden, wie man die Probleme in den Griff kriegt.