Unser Förderschulsystem ist nicht gut und nie gut gewesen.
Steile These.
Die Auffassung der UN teile ich in dem Fall nicht. Sie können das ruhig anrügen, es wird trotzdem keinenInklusionskritiker dazu bewegen, sein Kind dem Ganzen auszusetzen. Glücklicherweise gibt es ja inzwischen reichlich private Alternativen.
Segregation klingt sehr negativ. Ich hatte einen 13jährigen ES + LE Schüler, den man mit in eine 5. Klasse am Gymnasium gesetzt hat und der fast täglich mit Besen oder Stühlen auf seine Mitschüler losgegangen ist. Das war wirklich furchtbar bereichernd für alle anderen und hat den Unterrichz und Lernfortschritt in der restlichen Gruppe auch überhaupt gar nicht ausgebremst. Sorry, aber ich habe genug selbst gesehen, dass ich eigene Kinder so einer Zumutung nicht aussetzen würde.
Das Zitat der Bundesregierung bezieht sich auf Ungleichheit, nicht auf nachhaltige Bildung. Meiner Ansicht nach meint der Begriff etwas anderes als die Ausrichtunh des Schulsystems und passt nicht in die Debatte, deswegen fragte ich. Nachhaltigkeit lässt sich ja immer mal universell in Diskussionen werfen... dann aber doch bitte auch passgenauer und spezifischer.
Zur Ungkeichheit muss man anerkennen, dass die Grundlagen für den Bildungserfolg in einem Alter gelegt werden, in dem Kinder noch viele Jahre gar keine Schule besuchen. Eine soziale Durchmischung in den Schulen wird schlechte Startbedingungen nicht kompensieren. Dass das Ganze nicht auf Kosten der Leistungsstarken geht, bezweifel ich ebenfalls stark. Mir reicht dazu, was ich selbst gesehen habe. Bildungsbürgerlich sehr gut aufgestelltes Gymnasium in nichtstaatlicher Trägerschaft vs. staatliches Gymnasium mit solidem Mittelschichtsklientel im Ruhrgebiet - es glaubt doch hoffentlich niemand ernsthaft, dass das gleiche Niveau herrschte. Die Klassenarbeiten, die ich an Schule 1 geschrieben habe, hätte ich an Schule 2 niemals einsetzen können, da lagen Lichtjahre zwischen. Dabei hatte auch Schule 2 natürlich sehr clevere und leistungsstarke Schüler, das allgemeine Niveau lag allerdings deutlich niedriger und sie sind entsprechend weniger gefordert gewesen, weil Unterricht natürlich immer alle mitnehmen soll und nicht nur die Leistungsstarken. Am Ende der Schullaufbahn haben die Absolventen von Schule 1 garantiert einen qualitativ höheren Ausbildungsstand, auch wenn formell alle den gleichen Schulabschluss abgelegt haben.