Beiträge von Maylin85

    Ich kenne diese pauschal angeordneten, völlig überflüssigen pädagogischen Konferenzen für Klassen ohne jeden Gesprächsbedarf leider auch noch. Konsequenterweise müsste man sich zusammensetzen und lediglich kurz feststellen, dass es nichts zu besprechen gibt. Leider findet aber selbst in der unproblematischsten Klasse immer noch jemand ein Thema, welches man in epischer Breite diskutieren kann, wenn man erstmal zusammensitzt. Kostete jedes Halbjahr 2 komplette Nachmittage bis in den frühen Abend hinein.

    "Konferenzkultur" ist ein schönes Wort - leider unterscheiden Schulen sich da wirklich massivst.

    Meine Theorie ist, dass Leute, die Lehramt studiert haben, weniger das Risiko scheuen und daher lieber unzufrieden in ihrem Job verharren, wegen der (finanziellen) Sicherheit. Da trägt das Beamtentum dazu bei. Andersrum ist es vielleicht weniger der Fall. Leute die vorher wo anders gearbeitet haben, haben weniger Skrupel vor Jobwechseln etc., weil das eben von vornherein dazu gehört. Die Risikofreudigsten sind die Selbständigen oder diejenigen, die gerne mehrere Bälle hochhalten und Jobs kombinieren. Die lieben auch die Abwechslung und könnten sich nicht auf eins festlegen.

    s3g4 ich denke schon, dass auch Lehrkräfte in der freien Wirtschaft anfangen können. Dafür gibt es ja auch einige Beispiele. Die Frage ist, ob die Unzufriedenheit so groß ist, dass man auf alle Privilien (Geld und Sicherheit) verzichtet und wieder am Ende der Nahrungskette anfängt, wieder Lernender ist und sich was von anderen sagen lässt, nachdem man lange Zeit mehr oder weniger relativ selbständig gearbeitet hat.

    Ich spreche mal für mich: bei mir geht es nicht um Risikoscheue oder sowas, sondern zu 100% und ausschließlich ums Finanzielle. Und da meine ich noch nichtmals das monatliche Gehalt, sondern Rente/Pension. Ab einem gewissen Alter ist in Bundesländern ohne Altersgeld der Zug einfach abgefahren, wenn man ohne Versorger, Erbe etc. auskommen muss. Umgekehrt wechselt es sich in diesem Punkt leichter.

    Bei den Seiteneinsteigern habe ich - anekdotisch natürlich, aber dennoch - primär Vorstellungen von verbesserter Vereinbarkeit von Job und Familie sowie generell geringerer Arbeitszeit als Wechselmotiv gehört. Erklärt meines Erachtens die hohen Wiederausstiegsquoten.

    Ich stimme chilli zu. Davon abgesehen finde ich es generell immer problematisch, Fächern oder Wissen den Nutzen absprechen zu wollen. Ginge es in Schule nur um unmittelbaren Alltagsgebrauch, müssten wir verdammt viele Bereiche der Lehrpläne in Frage stellen und eine konsequente Abkehr vom Anspruch der Vermittlung einigermaßen breitgestreuten Allgemeinwissens und einer gewissen humanistischen Grundbildung vornehmen. Halte ich für falsch.

    Wie man als halbwegs gebildeter und kultivierter Mensch die Nichtkonsensfähigkeit diskriminierender Begriffe bejaulen kann, wird sich mir niemals erschließen. Das Beharren auf derart unterirdischem Sprachgebrauch ist einfach nur peinlich.

    <Mod-Modus>

    Mann1337 wurde soeben gesperrt. Die Gründe dürften auf der Hand liegen.

    <Mod-Modus off>

    Das Schlimme ist, dass das in seiner Bubble höchstens das Narrativ des linkswoken Meinungsdiktats bestätigen wird.

    Nach Neufassung des kirchlichen Arbeitsrechts dürfte es rechtlich zumindest keine Schwierigkeiten geben.


    Zauberwald

    An "meiner" katholischen Vertretungs-Schule gabs übrigens gar kein tägliches Morgengebet und es ging meinem Empfinden nach auch nicht sonstwie übermäßig spießig zu. Ich bin null religiös, hab da aber wirklich gerne gearbeitet. Gibt wahrscheinlich große Unterschiede von Schule zu Schule, Region zu Region etc.

    Aber auch das ist vielfach von der Schule bzw Schulleitung abhängig.

    Bei uns kann man z.B. Fachsitzung online abhalten oder Personen können sich online in eine Präsenzsitzung zuschalten.

    Das stimmt und so ist es momentan bei uns auch. Ich habs aber auch anders gelebt und für mich ist es ein grundsätzlicher Fehler im System, dass dieser Punkt -und insbesondere auch die Häufigkeit von Konferenzen und worüber überhaupt konferiert wird - zwischen Schulen überhaupt derart massiv variiert. Das hat ja nunmal ganz unmittelbare Auswirkungen auf die Arbeitszeit, die nirgends erfasst werden.

    War eigentlich weniger eine These, als ein spontaner, möglicherweise auch unausgereifter, Gedanke 😄 Aber wenn man stärkere Profilschärfung ermöglichen möchte, könnte man auch gestatten, mit 3 oder 4 Naturwissenschaften ins Abitur zu gehen und Fächer frei wählen lassen. Ich gebe zu, dass man dann evtl. überdenken müsste, ob es sich noch um eine "allgemeine" Hochschulreife handelt, aber je nach späterem Berufswunsch ist eine Abiturbelegungvon Gesellschaftswissenschaften oder dergleichen sicherlich verzichtbar.


    Für meine Schulform bin ich gespannt, wie sich die Vorgabe von 40 zu belegenden und 36 einzubringenden Kursen auswirken wird. Das ist mehr, als unsere Studierenden bisher leisten müssen, und bisher ist keine Rede davon, dass hier andere Regelungen gelten sollen.

    Die Schwerpunktsetzung könnte man auch mit weniger Mehraufwand durch simple Auflösung der Fächergruppenvorgaben erzielen.


    RosaLaune

    Doch, Geo ist schon richtig verortet. Jedenfalls in NRW, wo der Anteil an physischer Geographie verschwindend gering ist und wir einen klaren Fokus auf Anthropogeographie haben.

    Und nein, Schule darf nicht "quasi unbegrenzt viele Stunden an Konferenzen" ansetzen. Schule muss so planen, dass für Vollzeitstellen 40+x (Ferienausgleich) Stunden Arbeitszeit pro Woche rauskommen. Und für Teilzeit entsprechend anteilig.

    Diese Berechnungen würde ich gerne mal sehen...

    Praxis ist doch: Schule hält 97 Konferenzen für nötig. setzt sie an, fertig. Für passende Entlastung hat man individuell selbst zu sorgen.

    Ob Konferenztag oder nicht löst ja auch nicht das Problem, dass Leute mit freien Tagen dafür (meist) unverhältnismäßigerweise anreisen müssen in einem Zeitalter, in dem Videokonferenzen an anderen Arbeitsplätzen längst zum Standard gehören. Wieso man sich in der Schulwelt so vehement gegen pragmatische Handhabungen sperrt, ist für mich nicht nachvollziehbar.

    Der Unterschied zur Schichtarbeit ist: die Schichtarbeit umfasst ein festes Stundenkontingent und der Einsatz ist langfristig planbar. Schulen dürfen quasi unbegrenzt viele Stunden Konferenzen ansetzen und in unverhältnismäßiger Weise auf die Lebenszeit der Beschäftigten zugreifen. Und eine Woche Einladungsfrist ist auch weit entfernt von langfristiger Planung.

    Ich verstehe den Präsenzfetisch in der Schulwelt auch nicht so recht. Meine letzte Stunde hat absurd viel konferiert und wie fantastisch waren die Corona-Videokonferenzen, bei denen man diese verschwendete Lebenszeit wenigstens mit Kopfhörern in der Sonne sitzend im Garten verbringen oder nebenbei ne Wand streichen konnte etc. Mitbekommen hat man ja trotzdem alles.

    Den Unmut über den unsensiblen Umgang mit dem Tod der Mutter kann ich verstehen. Hier steht einem aber Sonderurlaub zu und wenn man aufgrund der emotionalen Belastung nicht arbeitsfähig ist, hat man jedes Recht der Welt, für sich selbst Sorge zu tragen und sich krank schreiben zu lassen.

    Dass es ärgerlich ist, gut laufende Klassen abgeben zu müssen, verstehe ich ebenfalls, aber evtl. lohnt es sich, hier nach den Gründen zu fragen. Manchmal gibt es ja durchaus objektiv nachvollziehbare Erwägungen. So oder so sollte man aber professionell bleiben und sich von einer abgegebenen Klasse nicht "das Herz brechen" lassen. Klassen abzugeben, gehört zum Job.

    Ansonsten: man sollte meines Erachtens über mehrere Halbjahre oder Schuljahre beobachten, ob man tatsächlich überproportional im Nachmittagsbereich eingesetzt wird. Wenn das der Fall ist, kann man es ansprechen. Wegen eines einzigen Stundenplans würde ich mich nicht direkt diskriminiert fühlen - manchmal ergibt sich das eben so.

    Duzen/Siezen hängt sicherlich von der persönlichen Beziehung zueinander ab. Ich kenne es kaum anders, als dass Teile des Kollegiums mit der SL auf Du-Basis waren und andere halt nicht. Solange nicht ein Einzelner siezen muss und der Rest duzt, finde ich daran nichts ungewöhnlich.


    Die Büroklammergeschichte kann ich nicht ernst nehmen, sorry 🙈

    Nicht böse gemeint, aber insgesamt las sich das Eingangsposting etwas überempfindlich bei (überwiegend) ziemlichen Nichtigkeiten.

    Es verursacht zumindest einen Haufen Mehrarbeit und man fragt sich schon, wer das angesichts der aktuellen Zustände für eine gelungene Idee hält.

    Mich nerven die Neurelegungen speziell für Englisch sehr (allein schon, dass es jetzt für die Oberstufe 4 Punkteraster gibt und irgendwelche Excel-Tabellen bereitgestellt werden, um Hörverstehenspunkte in Notenpunkte umzurechnen usw. - gehts bitte noch umständlicher?!) und das Rauf und Runter bei den Klausurlängen ist auch ziemlich anstrengend und unübersichtlich.

    Ich war dieses Jahr mit erwachsenen Schülern auf Kursfahrt und das war super. Aber das Ganze war freiwillig (für beide Seiten), ich hatte normale Nächte und neben den 1-2 gemeinsamen Programmpunkten am Tag konnte man sich rausziehen und auch mal was alleine machen. Unter den Bedingungen ist das völlig okay und fahre ich gerne.

    Zwangsfahrten mit Minderjährigen und 24/7-Diensten habe ich dagegen immer als dezente Zumutung empfunden und wenn dann noch erwartet wird, dass man eigene Ressourcen dafür aufwendet, wäre ich raus. Bei der letzten Kursfahrt am Gymnasium habe ich auch verweigert, in Vorkasse zu gehen - dass ganz selbstverständlich erwartet wird, hunderte Euros vorzuschießen, ist ebenso nicht in Ordnung, wie Buchungen über Privatkonten oder Verzichtsklauseln. Fahrten sind ein Aspekt des Schullebens, bei dem vermeintlicher interner Druck auch irgendwie komplett an mir abperlt - entweder es läuft wenigstens professionell abgewickelt oder eben gar nicht.

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