Beiträge von Maylin85

    Muss ich noch klären. Ich bin da aber selbst hin und her gerissen. Ich kann total verstehen, dass sie kein Papier und Stifte mehr mitschleppen wollen und sehe im Prinzip auch keinen Nachteil darin, statt eines Heftes Good Notes oder dergleichen zu verwenden. Werden sie später an der Uni ja auch machen und es spricht generell nichts dagegen, damit bereits in der Oberstufe anzufangen. Klappte in den letzten Jahren (also vor Beginn der exzessiven KI Nutzung) ja auch gut und ich weiß auch nicht, ob eine komplette Rolle rückwärts ins rein Analoge der richtige Weg ist. Aber solange ich den Schülern nicht das Internet abschalten kann, ist es halt schwierig.

    Das letzte Jahr hatte in meinem Kurs jedenfalls eine derart schlechte Bilanz in Sachen Lernfortschritt, dass es so aber auch nicht weiterlaufen kann. Ich suche noch nach dem gangbarsten Weg.

    Egal, wie wichtig es ist, auch über sowas (Sex als Kriegswaffe, sexuelle Gewalt, aber vielleicht auch Sex in Beziehungen...) zu reden, weder fühle ich mich dafür qualifiziert, noch halte ich es angemessen. Es ist eine totale Überrumpelung der Schüler*innen...

    Verstehe ich total. Man weiß auch nicht, inwiefern Betroffene vor einem sitzen und eine solche Lektüre schlimme psychische Belastungen triggert. Das Thema ist wichtig, aber um es mal nebenbei im Deutschunterricht mitzunehmen, würde ich mich auch nicht qualifiziert fühlen und fände es unangenehm. Vielleicht sollte man sowas mal offiziellen Stellen rückmelden?

    Ich hatte vor vielen Jahren mal eine Schülerin im Kurs, die mehrere Suizidversuche hinter sich hatte. Wir wollten 13 Reasons Why lesen und sie hat mir damals im Vorfeld eine Mail geschrieben, dass sie das nicht lesen könne (was sicher auch viel Überwindung gekostet hat) - fand ich super und zum Glück war es keine Pflichtlektüre und wir konnten auf etwas anderes ausweichen. Seitdem bin ich bei der Auswahl auch etwas vorsichtiger geworden.

    Kein Shakespeare mehr selbst im LK?

    Ausgerechnet im Wirtschaftsgymnasium ist es noch drin. Bis zur nächsten Bildungsplananpassung, vermutlich..

    Generell finde ich auch, dass zu einem Leistungskurs in Sprachfächern auch etwas anspruchsvollere und klassischere Literatur gehört. Aber da rutscht man schnell in Grundsatzfragen, welche Ziele mit dem Abitur verfolgt werden (sollen).

    Die Oberstufe macht mir durch KI viel weniger Spaß als vorher.

    Hausaufgaben? KI. Kann am Ende keiner erklären.
    Fragen im Unterricht? Werden mit KI gelöst wenn möglich.

    SuS werden nicht permanent beobachtet? Gruppenarbeit ist KI. Präsentationen sind KI. Alles ist KI.

    Lerneffekt? Gering bis nicht vorhanden.

    Fand ich dieses Jahr im LK ganz furchtbar und ich hatte auch noch nie so schlechte Klausueren auf dem Tisch. Bei der Besprechung zeigen sie Einsicht, trotzdem sind es vielleicht 1-2 Schüler, die tatsächlich mal klausurvorbereitend eine eigene Analyse schreiben. Und man hat wieder das gleiche Gestümper auf dem Tisch...

    Ich werde nächstes Jahr auch restriktiver mit Geräten im Unterricht umgehen, finde das aber schwierig, wenn die Schüler mit internetfähigen Tablets ausgestattet sind und es von schulischer Seite erlaubt ist, dass sie ihre "Heft"führung rein digital betreiben. Die Geräte sind dann halt im Einsatz und die KI dauerverfügbar.


    Störsender sind was feines. Jedoch leider verboten.

    Wir haben jetzt zumindest Detektoren für digitale Endgeräte, die man in Klausuren nutzen darf. Angeblich erkennt man damit, wer noch irgendwas Eingeschaltetes am Körper trägt. Bin gespannt, wie sich das im Einsatz gestaltet.

    Hier sind es gar nicht so sehr die Richter und Staatsanwälte, sondern es gibt vor allem einen eklatanten Mangel an Rechtspflegern, also am Unterbau. Die Einstellungsvoraussetzungen sind schon deutlich gesenkt worden, trotzdem fehlen Bewerber und diejenigen, die das Studium durchhalten, gehen verstärkt danach laufen, wenn ihnen die Arbeitsbedingungen dämmern.

    Gar nicht so unähnlich zum Schulsektor.

    Sicherlich statistisch untermauert und kein Kaffeeklatsch.

    Selbst wenn: Ich denke es ist noch pessimistisch, wenn man annimmt, das in den kommenden 3 Jahren 20% dort gestrichen werden können, ohne das es Produktivitätseinbußen gibt.

    Wie kommt man auf so einen Schwachsinn? Ich kann dir aus dem Bereich Justiz verraten, dass dort inzwischen so wenig nachbesetzt wird, dass einer das Pensum stemmt, was sich vorher 4 geteilt haben. Hört man leider nur höchst selten mal was von (z.B., im Rahmen öffentlicher Empöfung, wenn aus Kapazitätsgründen Verfahren eingestellt werden, die in einem normalfunktionalen Rechtsstaat nicht eingestellt werden sollten).

    Als ob es in andere Behörden besser aussähe...

    Das wundert mich fürs BK. Ändern sich bei euch nie nach den Sommerferien noch die SuS-Zahlen in den einzelnen Bildungsgängen, so dass es - wie es bei uns und anderen mir bekannten BBSn der Fall ist - zur Bildung von neuen Klassen durch notwendige Klassenteilungen oder auch zum "Einstampfen" von Klassen kommt?

    Ich bin ja erst seit letztem Jahr am BK, also keine Ahnung, was da "normal" ist. Der Stundenplan, den ich letztes Jahr bekommen hatte, lief erstmal so an, dann wurde nach 2 Wochen eine Klasse aufgelöst und es änderten sich nochmal 5 Stunden. Den kompletten Stundenplan hat das aber nicht umgeschmissen.

    Dieses Jahr kam der Stundenplan in der letzten Schulwoche.

    Wenn sich Kleinigkeiten nochmal verschieben, ist das ja kein Drama, aber ich finde schon recht angenehm, sich grob darauf einstellen zu können, was kommt.


    Am WBK hat sich nie irgendwas verändert, am Gymnasium kann ich mich auch nicht daran erinnern. Kann also (wenn) auch nichts Großes gewesen sein.

    Siehst du dich denn als Siebenjährige selbstverständlich diese Aufgabe übernehmen, weil der Dreck ja aus der Gruppe heraus kommt? Und wenn du dann Kacke einer Mitschülerin an der Hand hättest, wäre das in Ordnung, weil du ja nicht ins Gesicht fassen musst?

    Ich hätte mich als Kind furchtbar aufgeregt und empört, hätte es aber ziemlich sicher gemacht, anschließend 3-5x Hände gewaschen und dann wäre es wahrscheinlich auch schnell vergessen gewesen.

    Vielleicht sieht man das Thema "Haufen einsammeln" als Hundehalter aber auch generell weniger aufgeregt. So arg unterscheiden sich Mensch und Tier ja nun nicht und man überlebt es.

    Der realistischste Weg geht vermutlich über Praktika, Traineestellen oder auch Werksstudentenjobs. Ich habe z.B. im Studium bei einem Messeveranstalter gearbeitet und als ich (fürs Ref) gekündigt habe, wurde mir angeboten, als Trainee für Veranstaltungsmanagement im Unternehmen zu bleiben. Habe ich damals nicht gemacht, rückblickend war das vermutlich ein Fehler und hätte man ruhig vorher noch mitnehmen können. Die Kollegin, die es gemacht hat, ist heute in guter Position bei der Messe Köln.

    Bekommen hatte ich die Stelle ursprünglich wegen des Englischstudiums und anfangs lagen meine Aufgaben überwiegend im Bereich der englischsprachigen Besucher- und Ausstellerkommunikation, Erstellen der englischsprachigen Newsletter usw. und erweiterten sich dann über die Jahre schrittweise in andere Bereiche (über Mitwirken an Aufplanung und Rahmenprogrammgestaltung bis hin zum Verkauf von Standflächen und Messebau-Services). Für nichts davon war ich formell qualifiziert und wäre bei einer Bewerbung "aus dem Nichts" wohl direkt auf dem Absagestapel gelandet. Will sagen, es lohnt sich meines Erachtens, erstmal irgendwie einen Fuß in die Tür zu setzen und sich dann in andere, besser bezahlte Felder vorzuarbeiten. Vieles von meinem damaligen Einstiegsjob macht inzwischen allerdings wohl die KI, leichter wird der Einstieg also bestimmt nicht und es braucht vermutlich ein hohes Maß an Flexibilität und Kompromissbereitschaft.

    Ich bin noch nie ohne UV und in den allermeisten Fällen auch nicht ohne Stundenplan in die Sommerferien gegangen. Manchmal hat sich noch minimal was geändert, aber im Großen und Ganzen blieb es bei der Planung. Wenn ich hier so lese, scheint das luxuriöser zu sein, das mir bewusst war.

    Die Toilettenaufsicht gab es nur für die sanierten "Hauptklos" auf dem Pausenhof. Für die anderen, im Gebäude verteilten Toiletten gab es keine Aufsichten, sie waren aber auch nicht grundsätzlich offen. Wenn ein Schüler in Gebäude X zur Toilette musste, musste er entweder den weiten Weg zum Haupthof machen oder ich musste aufschließen/meinen Schlüssel leihen. Das wurde aber meist nur bei Klausuren gemacht.

    Und damit tragen diese Eltern zur Misere bei.

    Alles richtig, aber wer opfert sein Kind irgendwelchen sozialromantischen Experimenten? Neben dem von Chilli korrekterweise benannten sozialen Umgang, in den ein Kind unweigerlich gerät, würde ich diesen Schulen auch unterstellen, dass dort kein angemessenes fachliches Niveau gehalten werden kann. Ich hatte mal eine Zweitkorrktur aus Duisburg Hamborn, das sagt dir alles, was du dazu wissen musst.

    Meine Freundin (Sonderpädagogin) hat ihren Sohn bewusst auf eine integrierte Großstadt-Gesamtschule gesteckt, weil soziale Gerechtigkeit und große Verfechterin einer Schule für alle usw. Sagen wir mal so, der arme Junge steckt da jetzt leider fest und Kind 2 wird am konfessionellen Gymnasium angemeldet. Realität heilt.


    Humblebee

    Nun gut, einigen wir uns, dass es natürlich immer auch auf die Lerngruppe ankommt 😊

    Das sehe ich nicht so. Ich glaube nicht, dass ich mit der Hälfte der Schüler das doppelte schaffen würde. Gerade die Übungsphasen kommen sowieso schon zu kurz. Und da ist es relativ egal, wie viele Kinder in einer Klasse sind. Dazu sind die Klassen auch zu unterschiedlich. Ich habe Klassen mit 26-28 Schülern erlebt, mit denen man Top arbeiten können und Klassen mit 14-16 Schülern, die eine Katastrophe waren. Mit 2-3 schwierigen Kindern kann auch eine kleine Klasse ein Problem sein.

    Meiner völlig subjektiven Erfahrung nach arbeiten kleine Gruppen erheblich konzentrierter und es wird weniger Zeit vertrödelt oder durch Unterrichtsstörungen verschwendet. Und natürlich kann man auch mehr Schüler zielgerichtet unterstützen.

    So ungefähr. Nicht den einzelnen Familien, aber deren Anwesenheit an sich wird als Bildungshemmnis verstanden

    ist ja auch nicht falsch.

    Ich wohne im Norden einer Ruhrgebietsstadt, allerdings in einer Siedlung, die hier sozioökonimisch nach oben abweicht. Die allermeisten Nachbarn hier schicken ihre Kinder in der Nachbarstadt zur Schule (wohin es keine wirklich brauchbaren ÖPNV Verbindungen gibt, ist also durchaus mit Aufwand verbunden). In den letzten Jahren wurden allerdings nicht mehr alle Kinder aufgenommen. Wer dort keinen Schulplatz bekommt, fährt seine Kinder lieber einmal quer durch die besagte Nachbarstadt in die übernächste Kommue, als sie hier beschulen zu lassen, und nimmt dafür auch zähneknirschend Gesamtschule statt Gymnasium in Kauf.

    Und ich kanns total verstehen, wenn einem was an der Bildung der eigenen Kinder liegt. Mit Kindern würde ich hier definitiv spätestens vor Einschulung wegziehen.

    Da kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Nein, das ist nicht unbedingt so. Ich unterrichte seit langer Zeit Englisch in der Berufseinstiegsklasse. Dort hatten wir schon Klassen mit 12, 16 oder auch 20 SuS und mit den kleinen Klassen habe ich in derselben Zeit nicht mehr geschafft als mit den großen. Es hängt m. E. mehr von den Englisch(vor)kenntnissen und natürlich auch vom Interesse und der Motivation der SuS ab, wieviel man in einer Doppelstunde schafft.

    Diese Klassen sind aber auch ein absoluter Sonderfall im Schulsystem, denn dort sammelt sich alles, was nicht zu einer normalen Laufbahn fähig ist. In halbwegs normal beschulbaren Lerngruppen empfinde ich die Klassengröße schon als sehr erheblichen Faktor dafür, wie zügig es vorwärts geht.

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